Begraben: Pisa, Kathedrale (Grabmal
von Tino da
Camaino)
Ältester Sohn des Grafen
Heinrich
VI. des Verdammten
von Luxemburg (⚔ 5.6.1288) aus dem Hause
LIMBURG und der Beatrix von Avesnes, Tochter
von Graf
Balduin zu Beaumont († 10.4.1295) und der Felicite de Coucy
Bruder von Erzbischof Balduin von Trier
(† 21.1.1354), Felicitas
von Luxemburg († 6.10.1336) und Graf Walram von Luxemburg († 21./28.7.1311),
Neffe von Gräfin Philippa von Holland († 6.4.1311), Gräfin Margarete von Ghistelles, Gräfin Isabella von Flandern und Namur (†
9.1298), Graf Balduin von Luxemburg (⚔ 5.6.1288), Äbtissin Johanna zu
Clairefontaines
(† 1310), Graf Walram I. zu Ligny
(⚔ 5.6. 1288) und Graf Heinrich zu
Houffalize
(⚔ 5.6.1288), Seigneur Johann de Beaumont († 18.2.1283),
Gräfin Beatrice von Luxemburg (†
25.2.1321)
Onkel von Graf Heinrich II. von Löwen-Gaesbeck († 2.2.1323/August
1324), Herzogin Beatrix von Kärnten-Tirol († nach 7.2.1339), Graf Johann von Löwen-Gaesbeck († 6./23.8.1324)
Cousin von Graf Johann
von Ostervant (⚔† 11.7.1302),
Herzogin Marie von Bourbon (†
28.8.1354), Gräfin
Margarete von Artois (†
18.10.1342), Dame Isabelle de Nesle (†
1305), Domherrn Heinrich zu Lüttich (†
1303), Gräfin Alix von Norfolk (†
1317), Äbtissin Mathilde von Nivelles, Nonne Johanna zu Fontanell, Graf Wilhelm III. dem Guten von Holland († 7.6.1337),
Seigneur Johann de Beaumont († 11.3.1356), Graf
Johann
I. von Namur († 1.2.1330), Dame Isabella de Fiennes (†
1323), Gräfin Beatrix von Blois-Dunois, Gräfin Margarete von Geldern (†
1331), Seigneur Guido de Renaix (†
1311), Graf Heinrich I. von Lodi (†
6.11.1337), Dame Marie von Ghistelles (†
1337), Graf Walram II. von Ligny (†
1366), Graf Heinrich von Ligny (⚔
1303)
Enkel von Graf
Heinrich V. dem Blonden
von Luxemburg (†
24.12.1281) und
der Margarete
von Bar
Lexikon des Mittelalters: Band IV
Seite 2047-2049
********************
HEINRICH VII., römisch-deutscher
König, Kaiser
----------------------
* 1278/79, † 24. August 1313
Buonconvento bei Siena
Begraben: Pisa, Kathedrale (Grabmal von Tino da Camaino)
Sohn Heinrichs VI., Grafen von Luxemburg und La Roche, Markgraf von Arlon, und der Beatrix von Avesnes
HEINRICH VII.,
der
in der romanisch geprägten Welt des niederlothringischen Adels
aufwuchs,
wurde am 9. Juni 1292 mit Margarete,
einer Tochter Herzog Johanns I. von
Brabant, vermählt, ein Unterpfand
der Versöhnung der beiden Häuser nach einem Streit um das
Herzogtum
Limburg. Im englisch-französischen Krieg 1294-1297 war Heinrich
- im Gegensatz zu König
ADOLF
- ein enger Anhänger und seit November 1294 ligischer Vasall König
Philipps IV. von Frankreich, den er 1305 zur
Krönung Papst
Clemens' IV.
nach
Avignon begleitete. Heinrichs
Bruder
Balduin
wurde auf Betreiben Philipps vom
Papst
zum Erzbischof von Trier erhoben (1307). Gleichwohl schloss Heinrich,
ohne von der Ermordung König
ALBRECHTS
I.
(1. Mai 1308) bereits Kenntnis zu haben, mit einigen benachbarten
Fürsten
am 11. Mai 1308 ein Bündnis, das unter anderem die
Möglichkeit
der Königswahl eines der Partner vorsah. Dieses Bündnis hatte
- unter dem Eindruck der rigorosen Maßnahmen Philipps
IV. - eine antifranzösische Komponente und richtete
sich
gegen die deutsche Thronkandidatur von
Philipps
IV. Bruder Karl
von Valois. Am 27. November 1308 wurde Heinrich
VII. auf Betreiben der Erzbischöfe
Peter von Aspelt von
Mainz und Balduin von
Trier von
sechs Kurfürsten (ohne Böhmen)
zum König gewählt, am 6. Januar 1309 in Aachen gekrönt.
Der Papst gewährte die - nicht erbetene - Approbation, stellte
aber
die Kaiserkrönung, um die die Wähler stattdessen ersucht
hatten,
erst für den 2. Februar 1312 in Aussicht. Gleichwohl
entschloß
sich HEINRICH VII., so schnell wie
möglich nach Italien zu ziehen.
Seine Italien-Politik ist vor dem Hintergrund
von zwei
Sachverhalten zu beurteilen:
1. der Abneigung der rheinischen
Kurfürsten
gegen ein Königtum, das sich vorrangig in ihrem Bereich
betätigte
2. der Wahrung der Stellung des
römisch-deutschen
Reiches in der Christenheit und der Wiederherstellung seiner Rechte im
Arelat, in Reichs-Italien und in Teilen des alten Lothar-Reiches, was
Konfliktmöglichkeiten
mit Philipp IV. und dessen Vetter,
dem angevinischen
König
Robert von Neapel(-Sizilien),
in sich barg.
Im Innern hat HEINRICH
VII.
den
Konflikt seiner beiden Vorgänger mit den WETTINERN
beendet (Anerkennung
von deren Herrschaft über Meißen und Thüringen) und
sich
mit den der Königswahl übergangenen HABSBURGERN
arrangiert, während der unter ALBRECHT I.
ausgebrochene Konflikt mit Württemberg bis 1311 weiterschwelte.
Als
ihm Gegner Heinrichs VI. von Kärnten
die Aussicht auf das Königreich Böhmen eröffneten, griff
HEINRICH
VII. zu (Heirat seines
Sohnes
Johann
mit Elisabeth von Böhmen, 31.
August 1310, und Belehnung). Ohne den Erfolg des böhmischen
Unternehmens
abzuwarten, brach HEINRICH VII.
nach
Italien auf, das er Ende Oktober 1310 erreichte. Da
HEINRICH
VII. einen Anspruch auf eine allgemeine Heeresfolge
für
den Romzug nicht mehr geltend machen konnte, umfasste sein Heer (ca.
5.000
Mann) überwiegend im westlichen Grenzgebiet rekrutierte Truppen.
Er
beabsichtigte eine Finanzierung mit Steuern Italiens. In seinem
Selbstverständnis
als über den Parteien der Guelfen und Ghibellinen stehender
Friedensstifter
wurde er in Italien nicht nur von Dante begrüßt.
Am 6. Januar 1311 wurde HEINRICH
VII. in Mailand mit der (eigens angefertigten) Eisernen
Krone
der Langobarden gekrönt. HEINRICHS
VII.
Ruf als Friedensstifter schwand im Verlauf der Mailänder
Auseinandersetzungen
zwischen den von ihm unterstützten VISCONTI und den DELLA TORRE sowie
durch sein militärisches Vorgehen gegen Cremona und Brescia. Sein
infolge der Kämpfe und einer Seuche dezimiertes Heer erreichte Rom
am 7. Mai 1312 von Pisa aus auf dem Seeweg (da Florenz den Landweg
gesperrt
hatte). Nach heftigen Kämpfen in Rom gegen die Truppen von König
Roberts Bruder Johann von
Gravina
konnte sich HEINRICH VII. am 29.
Juni
1312 von hierzu beauftragten Kardinälen im Lateran krönen
lassen
(die Peterskirche blieb ihm unzugänglich). Es war die erste
Kaiserkrönung
seit 92 Jahren. HEINRICHS VII. Krönungsmanifest
löste bei Philipp IV. Protest
aus. Am 4. Juli schloss HEINRICH VII.
ein Bündnis mit dem aragonesischen
König
Friedrich III. von Sizilien (Trinacria),
verließ am 4.
August Rom. Das militärische Vorgehen gegen Florenz (Oktober 1312)
blieb ergebnislos. Am 26. April 1313 verurteilte HEINRICH
VII. König
Robert wegen
Majestätsverbrechen in Abwesenheit
zum Tode. HEINRICH VII., dessen Gemahlin
bereits am 14. Dezember 1312 in Genua verstorben war, erlag am 24.
August
1313 der Malaria, nach hartnäckigen Gerüchten durch
Giftmord eines Dominikaners.
HEINRICHS VII.
Absicht,
durch die Herrschaft über Reichs-Italien sich reiche Geldquellen
zu
erschließen, um so den Vorsprung des französischen und
englischen
Königtums einzuholen, ist gescheitert. Seine Kaiserkrönung
bedeutete
aber eine Renovatio Imperii, die in Neapel, Paris und an der Kurie eine
lebhafte Debatte über das Kaisertum der Deutschen auslöste.
Mit
Ausnahme
WENZELS haben alle folgenden
Könige des Spät-Mittelalters
versucht, sich in Rom krönen
zu lassen.
Quellen:
----------
MGH Const. IV - C. Wampach, Urkk.- und Q.buch
zur
Gesch.
der altlux. Territorien, 5-7, 1948/49 - Jacques Bretel, Le Tournoi de
Chauvency,
ed. M. Delbouille, 1932 - F.-J. Heyen, Ks. H.s Romfahrt 1965, 1978 –
K.-U.
Jäschke, Imperator Heinricus, Beih. zu Hemecht, 1988.
Literatur:
------------
F. Schneider, Ks. H. VII., 1924/28 - W. M.
Bowsky,
Henry
VII in Italy, 1960 - K. Klefisch, Ks. H. VII. als Gf. V. Luxemburg
[Diss.
Bonn 1971] - K.-U. Jäschke, Zu universalen und nat.
Reichskonzeptionen
beim Tode Ks. H.s VII. (Fschr. B. Schwineköpfer, 1982), 415-435 -
C. D. Dietmar, Die Beziehungen des Hauses Luxemburg zu Frankreich
(1247/1346),
1983, 195-245 - H. Thomas, Dt. Gesch. des SpätMA, 1983, 131-152 -
Balduin
v. Luxemburg, hg. F.-J. Heyen, 1985.
HEINRICH
(IV.)
VII.
-----------------------------
* Valenciennes 12.VII.(1274/75), †
Buonconvento bei
Siena 24.VIII.1313
Begraben: Pisa Kathedrale
1288 GRAF von LUXEMBURG
Frankfurt 27.XI.1308 gewählt
Aachen 6.I.1309 gekrönt als KÖNIG
Mailand 6.I.1311 KÖNIG von ITALIEN
Rom S. Giovanni in Laterano 29.VI.1312 KAISER
Tervueren 9. VI 192
oo
MARGARETA
VON BRABANT
* 4.
X.1276, †
Genua
14.XII.1311
Begraben: Pisa Kathedrale
Tochter von Johann I. Herzog von Lothringen und Brabant, 1287 Herzog von Limburg
Mohr Walter: Band III Seite 126
***********
"Geschichte des Herzogtums Lothringen"
Ende April 1291 trat dann jedoch ein
neuer Faktor
auf.
Es schlossen nämlich Erzbischof
Boemund von Trier und
Graf
Theobald
II. von Bar ein militärisches Bündnis gegen den
Herzog
von Ober-Lothringen
und den Grafen
Heinrich VII. von Luxemburg.
Der Vertrag sollte allerdings erst am 24. Juni in Kraft treten und dann
für drei Jahre gelten, doch wird dieses Zusammengehen schon gleich
eine entsprechende Auswirkung gehabt haben.
9.6.1292
oo Margarete von Brabant, Tochter des
Herzogs
Johann I.
4.10.1276 † 14.12.1311
Genua
Kinder:
Johann
der Blinde König von Böhmen
10.8.1296 † 26.8.1346
Maria
1304 † 25.3.1324
24.8.1322
oo Karl IV. König von
Frankreich
1294 † 31.1.1328
Beatrix
1305 † 11.11.1319
24.6.1318
oo 2. Karl
Robert König von Ungarn
1288 † 16.7.1342
Literatur:
-----------
Ehlers Joachim: Die Kapetinger. W.
Kohlhammer
GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 229,238 - Erbe
Michael:
Belgien, Niederlande, Luxemburg. Geschichte des niederländischen
Raumes.
W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1993 - Hoensch,
Jörg
K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie
gesamteuropäischer
Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 - Höfer,
Manfred:
Die Kaiser und Könige der Deutschen, Bechtle Verlag Esslingen
1994,
Seite 132-135 - Gregorovius Ferdinand: Geschichte der
Stadt
Rom im Mittelalter. dtv-Bibliothek 1978 Band II Seite
589,595,597,598,599,600,601,602,603,604,607,608,610,612,613,615,617,
618,620,621
- Jaeckel, Gerhard: Die deutschen Kaiser. Die Lebensgeschichten
sämtlicher Monarchen von Karl dem Großen bis Wilhelm II.,
Weltbild
Verlag Augsburg, Seite 121-123 - Krieger,
Karl-Friedrich:
Die Habsburger im Mittelalter. Von Rudolf I. bis Friedrich III. Verlag
W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1994, Seite
86,108,111-115,119,122,125,129
- Mägdefrau, Werner: Heinrich VII., in Deutsche
Könige
und Kaiser des Mittelalters, Urania-Verlag 1988, Seite 267-274
-
Mohr
Walter: Geschichte des Herzogtums Lothringen. Verlag "Die Mitte"
Saarbrücken
1974 Band III Seite 126 - Schneider Friedrich: Kaiser Heinrich
VII.
Dantes Kaiser. W. Kohlhammer Verlag Stuttgart-Berlin 1943 - Schwennicke
Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio
Klostermann
GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 82 - Veldtrup,
Dieter: Zwischen Eherecht und
Familienpolitik.
Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den
Luxemburgern und ihrer Zeit. Verlag Fahlbusch/Hölscher/Rieger
Warendorf
1988 Seite 17, 119,187,191,192,215,218,343,411,451 -