Begraben: Franziskaner-Minoritenkirche (später Jesuitenkirche,
heute Dreifaltigkeitskirche) zu Trier
Einzige Tochter des Herzogs
Johann von Görlitz aus dem Hause
LUXEMBURG und der
Richardis
von Mecklenburg-Schwerin, Tochter von Herzog Albrecht II.; Enkelin
des Kaisers
KARL IV.
Lexikon des Mittelalters: Band III Seite 1835
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Elisabeth von Görlitz, Herzogin von Görlitz
und Luxemburg
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* November 1390, + 3. August 1451
Horsewitz
Trier
Tochter von Herzog Johann von Görlitz (+ 1396) und der Richarde von Mecklenburg
Unter Vormundschaft ihres Onkels König WENZEL II. erzogen.
oo am 16. Juli 1409 in Brüssel Anton (Antoine) von Burgund, Herzog von Brabant und Limburg
Einziger Sohn:
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Wilhelm (* April 1410, + 5. Juli 1410).
Im Ehevertrag (Prag, 27. April 1409) hatte der römische
König den Eheleuten die Möglichkeit eingeräumt, gemeinsam
das Herzogtum Luxemburg in Pfandschaft zurückzuerwerben. Nach
dem Tode JOSTS
VON MÄHREN, des ersten Pfandherrn (+ 8. Januar 1411),
erhielt
Elisabeth von Görlitzdas
Herzogtum als einzige Pfandherzogin. Herzog
Anton konnte das Land erst nach drei Feldzügen gegen adligen
Widerstand, in Besitz nehmen (1411-1415).
Nach Antons
Tod bei
Azincourt (25. Oktober 1415) heiratete Elisabeth
Herzog Johann von Bayern, Electus von
Lüttich undGrafen
von Holland (+ 6. Januar 1425); die Ehe blieb kinderlos.
Im Vertrag vom 16. September 1417 bestätigte
König
SIGISMUND zwar die Pfandrechte seiner Nichte, doch trat
er dem
Hause BURGUND keine etwaigen
Erbrechte mehr ab. Er versprach Herzog Johanndie
Nutznießung des Landes auf Lebenszeit.
In Dordrecht (14. März 1427) verkaufte Elisabeth
von Görlitz, zum zweiten Mal verwitwet, Herzog
Philipp dem Guten von Burgund ihre Erbrechte auf die Pfandherrschaft.
Dieser Vertrag zugunsten eines ausländischen Fürsten wurde von
den luxemburgischen Ständen jedoch nicht akzeptiert.
Während der letzten Jahre ihrer persönlichen
Regierung (Hof in Arlon und Luxemburg) verschuldete sich die Fürstin
so stark, daß sie genötigt war, ihre gesamte Pfandschaft kurzfristig
zu verkaufen: Nach ergebnislosen Verkaufsverhandlungen mit Jacob von Sierck,
Erzbischof von Trier (1440), verkaufte sie ihre Pfandschaft schließlich
Herzog
Philipp von Burgund (Vertrag von Hesdin, 4. Oktober 1441), was
diesem einen Rechtsgrund für seinen Eroberungsfeldzug gegen Luxemburg
(1443) verschaffte.
ELISABETH
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* XI.1390, + 3.VIII.1451
Horsewitz Trier
Begraben: Minoriten-, heute Dreifaltigkeitskirche
Herzogin von GÖRLITZ
1411/13 Herzogin (Pfandinhaberin) von LUXEMBURG und Gräfin
von CHINY
I. oo (Kontrakt 27.IV.) Brüssel 16.VIII.1409
ANTON VON BURGUND (VALOIS), Herzog von Brabant, Graf von Rethel
+ 25.X.1415 gefallen bei Azincourt
II. oo (Dispens 6.V.) VI.1418
JOHANN, 1417/25 Herzog von Bayern-Straubing
+ 6.I.1425 vergiftet
Den Haag
Begraben: Den Haag St. Vincent
ELISABETH
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+ 1451
Regentin und Erbin von Luxemburg; verkauft es schließlich dem Herzog von Burgund
1409
1. oo Anton I. von Burgund, Herzog von Brabant
+ 1415
1418
2. oo Johann III. von Bayern, Graf von Holland,
Bischof von Lüttich
+ 1425
Hoensch Jörg: Seite 99,177,236,272,353,561
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"Kaiser Sigismund"
Auch die ohne Konsultation von WENZEL
gebilligte Anregung, ihre 1390 geborene Nichte Elisabeth
von Görlitz, die einzige Vertreterin der nächsten
Generation im Hause LUXEMBURG und daher
präsumtive
Erbin der Kronen von Böhmen und Ungarn, mit einem Neffen Karls
VI. von Frankreich zu verehelichen, musste SIGISMUND
verstimmen.
Die stets in Geldverlegenheiten steckende Elisabeth
von Görlitz veräußerte Philipp
von Burgund am 14. März 1427 ihr in Holland gelegenes Witwengut,
sagte ihm die Nachfolge in Luxemburg und Chiny zu und übertrug ihm
gegen eine stattliche Leibrente sogleich die Regierungsgeschäfte.
Calmette Joseph: Seite 134,150,186
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„Die großen Herzöge von Burgund“
Um der Gefahr aus Luxemburg vorzubeugen, findet Anton
nach dem Tod seiner ersten Frau das Heilmittel einer politischen Heirat.
Nachdem er Johanna, die Nichte Wenzels
III. von Luxemburg, Grafen von Saint-Pol, verloren hat,
schließt er am 27. April 1409 eine zweite Ehe mitElisabeth
von Görlitz, der Tochter des Ex-Kaisers (Richtig ist:
Elisabeth
war
eine Enkelin Kaiser KARLS IV.). Diese
Verbindung stellt einen weiteren Fortschritt dar, denn als zwei Jahre später
der Vetter WENZELS,
JOBST
VON MÄHREN, stirbt, wird Luxemburg dem Herzog von Brabant
verpfändet. Auf diese Weise vergrößert Anton
seinen Herrschaftsbereich. Und als Anton
1415 vorzeitig stirbt - er wurde auf dem Schlachtfeld von Azincourt getötet
- flüchtete sich Elisabeth von Görlitz
vergebens zu SIGISMUND. Die Stände
von Brabant blieben fest.
SIGISMUND verheiratete
die Witwe
Antons von Brabant, Elisabeth
von Görlitz, mit dem ehemaligen Fürst-Bischof
von Lüttich, Johann von Bayern,
der sich, undankbar für die Dienste, die der Herzog von Burgund ihm
geleistet hatte, dann in das Lager seiner Feinde schlug.
Philipp der Gute
zögerte nicht, die Hand auf Luxemburg zu legen, auf das er schon längst
gelauert hatte. Das Fürstentum Luxemburg mit seinen Nebenlehen und
die Vogtei über das Elsaß hatte Elisabeth
von Görlitz als Pfand erhalten. Wie wir bereits sahen,
war Elisabeth von Görlitz nacheinander
die Witwe Antons von Brabant und Johanns
von Bayern geworden, und da sie keine Kinder hatte, war sie
eine Erbtante Philipps des Guten.
Da diese Fürstin sehr verschwenderisch war
und tief in Schulden steckte, hatte sie versprochen, ihre Recht 1435 dem
Herzog zu verkaufen. Dann hatte sie sich aber mit dem Herzog überworfen
und den Verkauf am 1. Mai 1441 zugunsten des Erzbischofs von Trier getätigt.
Philipp
verstand es, das Wohlwollen seiner Tante wiederzugewinnen und sich von
ihr durch die Urkunde vom 10. Januar 1442 in Hesdin als Universalerbe einsetzen
zu lassen. Jedoch bestanden trotz der Verpfändung der Gebiete, auf
die Elisabeth ja kein Eigentumsrecht
hatte, die seigneuralen Rechte der wirklichen Inhaberin weiterhin fort,
und diese war - nach SIGISMUND, seiner
Tochter Elisabethund
seinem Schwiegersohn
ALBRECHT
- dessen Tochter
Anna, welche mit Wilhelm
von Sachsen, dem Bruder des Kurfürsten Friedrich II. von Sachsen,
verheiratet war.
Saller Martin: Seite 232,243,301,325
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"Königin Isabeau. Die Wittelsbacherin auf dem Lilienthron."
Der gefallene Herzog Anton von
Brabant/Limburg hatte sich 1409, nach dem Tod seiner ersten
Frau Johanna, in zweiter Ehe mit Elisabeth
von Görlitz vermählt, der Nichte des deutschen
Ex-Königs WENZEL. Elisabeth
war nach ihrem Onkel, JOBST VON MÄHREN,
Erbanwärterin
auf das Herzogtum Luxemburg, das König
WENZEL 1388 leichtfertig verpfändet hatte. Als
JOBST
im Jahre 1411 starb, fiel das Stammherzogtum des deutschen Kaiserhauses
an sie und kam damit unter die Kontrolle des BURGUNDERS
Anton. Neben der Hausmacht Johanns
Ohnefurcht, den räumlich getrennten Besitzungen Burgund
und Flandern, formierte sich auf deutschem Reichsgebiet ein ausgreifender
burgundischer Zwillingsstaat, der mit dem Zugewinn Luxemburg die territoriale
Lücke der burgundsichen Machtzone schloß. Doch Antons
früher Tod auf dem Schlachtfeld stellte alles wieder in Frage. Die
Witwe Elisabeth von Görlitz stellte
sich unter den Schutz ihres kaiserlichen Onkels SIGISMUND,
der die Gelegenheit nutzte die Oberhoheit des Reiches in Brabant zu bekräftigen
und Luxemburg der Nichte zu sichern.
Die Lage wurde noch verworrener und brisanter, als Johann
ein
Jahr später das Bistum Lüttich aufgab und die
Erbin Luxemburgs,
Elisabeth
von Görlitz, heiratete, die Witwe des bei Azincourt gefallenen
Herzogs
Anton von Brabant und Nichte des deutschen
Kaisers SIGISMUND.
Johann hinterläßt
keinen Erben; seine Frau Elisabeth von Görlitz,
die Nichte des deutschen Kaisers, kehrt in ihr Luxemburger Herzogtum zurück.
Elisabeth von Görlitz,
die mächtige Herzogin von Luxemburg und Enkelin des deutschen
Kaisers KARLS IV., soll die dem
Feuer entzogene Jeanne d'Arc unter ihre Fittiche genommen haben; und im
Oktober 1436, so heißt es, habe die pucelle im Schloß
von Arlon den Edelmann Robert von Armoises geheiratet.
27.4.1409
1. oo 2. Anton von Burgund Herzog von Brabant
1384-25.10.1415
Mai 1419
2. oo Johann Graf von Holland-Bayern
x 1374-5.1.1425
Kinder:
1. Ehe
Wilhelm
April 1410-5.7.1410
Literatur:
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Calmette, Joseph: Die großen Herzöge
von Burgund. Eugen Diederichs Verlag München 1996 Seite 134,150,186
- Erbe Michael: Belgien, Niederlande, Luxemburg. Geschichte des
niederländischen Raumes. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln
1993 Seite 47,61 - Hoensch, Jörg
K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer
Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 214,219,227,233,240,252,309f.
- Hoensch. Jörg K.: Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle
zur Neuzeit 1368-1437. Verlag C.H. Beck München 1996 Seite 99,177,236,
272,353,561 - Leo Heinrich Dr.: Zwölf Bücher
niederländischer Geschichten. Eduard Anton Verlag Halle 1832 Band
I Seite 542-546 - Saller Martin: Königin Isabeau. Die Wittelsbacherin
auf dem Lilienthron. Nymphenburger Verlagshandlung GmbH, München 1979
Seite 232,243,301,325 - Schaab Meinrad: Geschichte der Kurpfalz.
Verlag W. Kohlhammer 1988 Band 1 Seite 126 - Schnith Karl: Frauen
des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997
Seite 374 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue
Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel
82 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln
zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag
Frankfurt/Main 1993 Tafel 71 - Veldtrup,
Dieter: Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen
Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit.
Verlag Fahlbusch/Hölscher/Rieger Warendorf 1988 Seite 436-442,479
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