Elisabeth von Luxemburg             Deutsche Königin
-------------------------------             Königin von Böhmen und Ungarn
28.12.1409-19.12.1442
                   Raab

Begraben: Stuhlweißenburg
 

Einzige Tochter des Kaisers SIGISMUND aus dem Hause der LUXEMBURGER aus seiner 2. Ehe mit der Barbara von Cilli, Tochter von Graf Hermann
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 1832
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Elisabeth von Luxemburg, deutsche Königin, Königin von Ungarn und Böhmen
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* um 1409, + 19. Dezember 1442

Begraben: Stuhlweißenburg

Eltern: Kaiser SIEGMUND und Gräfin Barbara von Cilli

  oo 1422 König ALBRECHT II.

Sohn: Ladislaus Postumus, König von Ungarn und Böhmen

Nach dem Tode ihres Vaters wurde sie von den ungarischen Ständen als Landesherrin anerkannt und erleichterte König ALBRECHT die Übernahme des luxemburgischen Erbes in Ungarn. Elisabeth betrieb von Preßburg aus eine zum Teil gegen die Interessen ihres Gemahls gerichtete eigenständige Politik. Nach ALBRECHTS Tod (1439) hielt sie gegen die Kandidatur Wladyslaws Jagiello, dem sie zu vermählen man eine Zeitlang plante, am Thronanspruch ihres Sohnes (* 21. Februar 1440) fest, dem ein geglückter Coup der Hofdame Helene Kottanner die echte Kroninsignie sicherte. Erfolglos blieb Elisabeth in den von ALBRECHT II. eingeleiteten und von ihr fortgesetzten Bemühungen um die Rückgewinnung des verpfändeten und von Burgund beanspruchten Herzogtums Luxemburg.

Quellen:
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Die Denkwürdigkeiten der Helene Kottannerin (1439-1440), hg. K. Mollay, 1971 [Wiener Neudr.]

Literatur:
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NDB IV, 441f. – G. Hödl, Kg. Albrecht II., 1978.


Elisabeth war die Erbin des Hauses LUXEMBURG, das durch den Erbvertrag von Brünn an das Haus HABSBURG kam.

Klauser Heinrich:
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"Lexikon deutscher Herrscher und Fürstenhäuser"

ELISABETH, dt. Königin
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* um 1409, + 19.12.1442
                    Raab

Tochter Kaiser SIGMUNDS und Barbara von Cilli

Elisabeth war verheiratet mit Herzog Albrecht V. (als Kaiser und König ALBRECHT II.) von Österreich. Nach dem Tod ihres Mannes versuchte Elisabeth das böhmische und ungarischer Erbe für ihren Sohn Ladislaus Postumus zu sichern. Sie ließ die heilige Stephanskrone heimlich außer Landes bringen und ihren drei Monate alten Sohn zum König von Ungarn krönen. Die ungarischen Stände erkannten diese Krönung nicht an und wählten König Wladislaw III. von Polen zu ihrem König. Nach Elisabeths Tod wurde ihr Sohn Ladislaus Postumus von seinem Onkel Kaiser FRIEDRICH III. aufgezogen und wurde später zum politischen Spielball im Kampf des Hochadels um die Macht in Böhmen und Ungarn, wo er sich als Herrscher nicht durchsetzen konnte.



Reifenscheid Richard: Seite 64
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"Die Habsburger. Von Rudolf I. bis Karl I."

KÖNIG ALBRECHT II.
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* 16.8.1397, + 27.10.1439
   Wien          Neszmely bei Gran

Grabstätte: Basilika in Stuhlweißenburg

  oo 28.9.1421 in Prag
      ELISABETH, Prinzessin von Böhmen und Ungarn aus dem Hause LUXEMBURG
      * um 1409, + 25.12.1442
        Prag            Raab

Grabstätte: Basilika in Stuhlweißenburg/Unagrn

Eltern: SIGISMUND, Römischer Kaiser, König von Böhmen und Ungarn, und Barbara, Gräfin von Cilli aus dem Hause der Grafen Cilli/Steiermark, Tochter Hermanns II., Graf von Cilli



Schwennicke Detlev: Tafel 82
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

ELISABETH
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* Prag 28. II 1409, + Raab/Györ 19. XII 1442

Begraben: Stuhlweissenburg

  oo Wien 25. IV 1422
       ALBRECHT II. (V.) Herzog von Österreich, 1438 König
                 + Langendorf/Neczmely bei Gran 27. X 1439

Begraben: Stuhlweißenburg



Schwennicke Detlev: Tafel 41
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

ALBRECHT V.
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* Wien 10. VIII 1397, + Langendorf/Neczmely Ungarn 27. X 1439

Begraben: Stuhlweissenburg

1404/11 min., f 1411 im LAND OB und UNTER DER ENNS
18. XII 1437 Wahl
Stuhlweißenburg 1. I 1438 Krönung als KÖNIG VON UNGARN
Prag 27. XII 1437 Wahl
Prag 29. VI 1438 Krönung als KÖNIG VON BÖHMEN
Frankfurt/M 18. III 1438 Wahl, 29. IV 1438 Annahme als KÖNIG

  oo Wien 26. IV 1422
       ELISABETH VON BÖHMEN
       * Prag 28. II 1409, + Raab/Györ 19. XII 1442

Begraben: Stuhlweissenburg

Tochter von Kaiser SIGISMUND, König von Ungarn, Böhmen und Italien



Veldtrup, Dieter:
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„Zwischen Eherecht und Familienpolitik“

ELISABETH VON LUXEMBURG
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* nach 27.4.; 28.12.? 1409, + 19.12.1442
                                              Raab/Ungarn

Begraben: Stuhlweißenburg

1.) – Preßburg 7.10.1411, ~ Preßburg 28.9.1421, oo Wien 26.4.1422

      ALBRECHT II. VON ÖSTERREICH, Deutscher König
      * 10.8.1397, + 27.10.1439
                    Langendorf (Neszmely) an der Donau bei Gran/Ungarn

Begraben: Stuhlweißenburg

Sohn von Herzog Albrecht IV. und der Johanna (Sofia) von Bayern-Straubing aus dem Hause WITTELSBACH
 

2.) - ... Jan. 1440-Dez. 1442

      WLADISLAW III., König von Polen
      * 31.10.1424, + 10.11.1444
      Krakau         bei Warna

Sohn von König Wladislaw II. und seiner 4. Frau Sofia von Kiew



Hoensch Jörg K.: Seite 137,593
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"Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit 1368-1437."

Aus der fast 30-jährigen Ehe ging als einziges überlebendes Kind die 1409 geborene Tochter Elisabeth hervor. Die gerade zwei Jahre alte Elisabeth wurde am 7. Oktober 1411 mit SIGISMUNDS Mündel Albrecht V. von Habsburg verlobt. Am 28. September 1421 fand die Vermählung der zwölf Jahre alten Erbtochter Elisabeth mit ihrem langjährigen Verlobten Albrecht V. in Preßburg statt. Die ursprünglich erst für Frühjahr 1422 in Aussicht genommene Eheschließung war wohl vom österreichischen Herzog erzwungen worden, gab es doch aus dem Beraterkreis SIGISMUNDS Stimmen, die einer politisch einträglicheren Verbindung - zum Beispiel mit dem litauischen Prätendenten Zygmunt Korybutowicz oder sogar, wie Windecke wenig glaubwürdig berichtet, einem Sohn des Sultans - das Wort redeten. Da die österreichischen Kontingente dringend auf dem Kriegsschauplatz benötigt wurden, sein künftiger Schwiegervater bei ihm hoch verschuldet war und ihm bereits die Städte Budweis, Znaim, Iglau, Jamnitz und Pohrlitz verpfändet hatte, vermochte ALBRECHT Druck auszuüben. Insgesamt 400.000 Dukaten wurden umverteilt, von denen jeweils 100.000 Dukaten als Mitgift und als "Widerlage" (Witwengut) galten. Auch die Erbfrage wurde präzise geregelt: Sollte SIGISMUND kein Sohn geboren werden, besaß Elisabeth in Ungarn, Böhmen und Mähren das Nachfolgerecht; bei der Geburt einer weiteren Tochter blieb ihr die Wahl zwischen den Ländern der Stephans- und der Wenzelskrone.
SIGISMUNDS einzige Tochter Elisabeth, seit dem Tod des Römischen Königs ALBRECHT II. 1439 verwitwet, verlor den Kampf um die Stephanskrone für ihren Sohn Ladislaus Postumus (* 1440) gegen Wladyslaw III., der seinerseits schon am 10. November 1444 bei Varna im Kampf gegen die Türken zu Tode kam.

Hoensch, Jörg K.: Seite 28-31
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"Matthias Corvinus. Diplomat, Feldherr und Mäzen."

Angesichts der osmanischen Bedrohung schien bei der Wahl eines Nachfolgers Eile geboten. ALBRECHTS Witwe, Elisabeth, einziges Kind aus der Ehe Kaiser SIGISMUNDS mit Barbara von Cilli und bereits Mutter von zwei Töchtern, war im fünften Monat schwanger. In Erwartung eines Sohnes hatte König ALBRECHT am 23. Oktober in seinem Testament die ungarischen Stände beschworen, seinem Haus die Treue zu halten und sein ungeborenes Kind zum Nachfoler anzunehmen; außerdem benannte er einen aus neun Mitgliedern bestehenden Regentschaftsrat. Die energische Elisabeth, die schon früher in die Tagespolitik eingegriffen hatte und sich durchaus zutraute, während der Minderjährigkeit des präsumptiven Erben die Regierungsgeschäfte allein zu führen, suchte eine vom Adel Ungarns vorzunehmende Königswahl vor der Entbindung zu verhindern und fand Verständnis bei dem Teil der Magnaten, die sich unter den beiden letzten Herrschern zurückgesetzt oder nicht ausreichend entlohnt gefühlt hatte. Vor allem die Familien Cilli, Garai, Szeczi, Szentgyörgyi, KanizsaiI und Frangepan schlossen sich ihrer Auffassung an; sie wurde auch unterstützt von dem am 2. Februar 1440 von den deutschen Kurfürsten zum neuen Römischen König gewählten Friedrich IV. aus der leopoldinischen Linie der HABSBURGER sowie dem ehemaligen Hussitenfeldherrn Jan Jiskra von Brandeis.
Obwohl Elisabeth am 22. Februar 1440 in Komorn den ersehnten Sohn gebar, der bei der Taufe den Namen Ladislaus erhielt, der dann auch am 15. Mai in Stuhlweißenburg ordnungsgemäß mit der unter abenteuerlichen Umständen aus der Burg Visegrad entwendeten hl. Stephanskrone gekrönt wurde, konnten sich ihre Parteigänger längerfristig nicht gegen die Anhänger Wladyslaws durchsetzen. Der Polen-Prinz, der anfangs sogar Bereitschaft gezeigt hatte, die 16 jahre ältere Elisabeth zu ehelichen, wurde am 8. März 1440 in Krakau von den Gesandten des ungarischen Reichstags gewählt.
Während Sultan Murad II. Belgrad belagern ließ und seine Truppen ungehindert sengend und plündernd den Süden Ungarns heimsuchten, tobte im Rest der Landes ein blutiger Bürgerkrieg, in dem anfangs die zur Königin-Witwe haltende Partei Vorteile errang, nach ersten Niederlagen ihrer Truppen aber die Anhänger Wladyslaws langsam die Oberhand gewannen und Elisabeth im August mit Kind und Krone zur Flucht nach Österreich zwangen.
Hunyadis Sieg, sogleich den europäischen Höfen angezeigt, brachte dem Feldherrn über die Grenzen Ungarns hinaus reichenden Ruhm und unterband vorerst ein Ausgreifen der Osmanen. Königin-WitweElisabeth und Friedrich IV., der die Regentschaft für den kleinen Ladislaus Posthmus führte, sahen sich veranlaßt durch Vermittlung des päpstlichen Legaten Guiliano Cesarini mit Wladyslaw III./Ulaszlo I. zu arrangieren und ihn unter Wahrung des Nachfolgerechtes des Kindes als König von Ungarn anzuerkennen. Eine Eheschließung des Doppelmonarchen mit Elisabeths Tochter Anna, bereits unter Kaiser SIGISMUND ventiliert, sollte die Vereinbarung absichern. Elisabeth hat die Unterzeichnung der Abmachung nur wenige Tage überlebt - sie starb am 25. Dezember 1442.

Hoensch, Jörg K.: Seite 233,263,273,307-311
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"Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437."

Das Herzogtum Luxemburg kam als Pfandbesitz in die Hände der Elisabeth von Görlitz, der Gemahlin Herzog Antons von Brabant. Bislang konnte allein SIGISMUND aus seiner um 1407 eingegangenen zweiten Ehe mit der jungen Barbara von Cilli ein 1409 geborenes Kind, die Tochter Elisabeth, als präsumptive Erbin der Dynastie vorweisen.
Mitte Januar 1419 reiste er mit dem Schiff nach Wien weiter und vereinbarte mit seinem künftigen Schwiegersohn, Herzog Albrecht V., die Hochzeit mit seiner Erbtochter Elisabeth im Jahr 1422, zwei Wochen nach Ostern, auszurichten.
Einen neuen Sturm der Entrüstung löste SIGISMUND im St. Wenzelsreich aus, weil er am 4. Oktober 1423 seinem Schwiegersohn Albrecht V. von Österreich, bei dem er hochverschuldet war, und seiner Tochter Elisabeth, die im Spätherbst 1421 geheiratet hatten, "das Land, das Fürstentum und die Markgrafschaft Mähren" schenkte und sie als böhmischer und Römischer König belehnte.
Die Stände der Länder der böhmischen Krone ließ er wissen, daß er seine Tochter Elisabeth und ihren Gatten Albrecht V., Herzog von Österreich und Markgraf von Mähren, zu aller seiner Länder und Königreiche einsetzen wolle; auf einem zum 18. Dezember nach Prag einberufenen Landtag sollten definitive Abmachungen über die Regierungsübergabe getroffen werden. Die präsumptiven Nachfolger sträubten sich aber, zu Lebzeiten des Kaisers die Herrschaft in dem von Unruhen heimgesuchten Land anzutereten, zumal Königin Barbara Kontakte zu einigen mit der Entwicklung unzufriedenen Baronen und utraquistischen Kleriker geknüpft hatte. Da der etwa 45 Jahre aten Barbara bereits zu Lebzeiten SIGISMUNDS unterstellt wurde, eine Eheschließung mit dem gerade 13 Jahre alt gewordenen polnischen Monarchen vorzubereiten, gab noch ihr Gemahl den Befehl, sie gefangenzunehemn, um Wahl und Herrschaftsübernahme Albrechts nicht zu gefährden. Obgleich es SIGISMUND nicht gelungen war, "sinen son von Österich" vorzeitig in Ungarn zu seinem Sukzessor einzusetzen, konnte er imerhin davon ausgehen, daß seine Tochter Elisabeth nach seinem Tod als Landesherrin und Regentin allgemeine Anerkennung finden und ihrem Gemahl die Stephanskrone sichern werde.
ALBRECHT II. leitete daraufhin im Sommer 1439 über den Trierer Erzbischof Jakob von Sierck Verhandlungen mit Elisabeth von Görlitz über die Ablösung ihrer Pfandrechte ein. Nach dem plötzlichen Tod des Königs gab seine Witwe Elisabeth, die als Tochter Kaiser SIGISMUNDS als die rechtmäßige Erbin des Landes galt, das Herzogtum Luxemburg ihrer älteren Tochter Anna als Mitgift in die Ehe mit Herzog Wilhelm III. von Sachsen-Meißen.
 
 
 
 

  21.8.1421
   oo ALBRECHT II. König des Deutschen Reiches
          16.8.1397-27.10.1439
 
 
 
 

Kinder:

  Ladislaus V. Postumus
  22.2.1440-23.11.1457

  Anna
  12.4.1432-14.11.1462
  Wien      Altenburg

 20.6.1446
  oo Wilhelm III. Markgraf von Meißen
       30.4.1425-17.9.1482

  Elisabeth
  um 1437-30.8.1505
  Wien    Grodno

9.2.1456
  oo Kasimir IV. König von Polen
      30.11.1427-7.6.1492

  Georg
  16.2.1435-16.2.1435
  Wien      Wien
 
 
 
 

Literatur:
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Andics Hellmut: Die Frauen der Habsburger. Wilhelm Heyne Verlag München 1985 Seite 28,74 - Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 233,263,273,301,307-311 - Hoensch, Jörg K.: Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit 1368-1437. Verlag C.H. Beck München 1996 Seite 137,593 - Hoensch, Jörg K.: Matthias Corvinus. Diplomat, Feldherr und Mäzen. Verlag Styria Graz Wien Köln 1998 Seite 28,31 - Krieger, Karl-Friedrich: Die Habsburger im Mittelalter. Von Rudolf I. bis Friedrich III. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1994, Seite 163,174,187 - Reifenscheid, Richard: Die Habsburger. Von Rudolf I. bis Karl I. Verlag Styria Graz Wien Köln, 1982, Seite 62,64, 66,69,83 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 41/82 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 - Veldtrup, Dieter: Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit Verlag Fahlbusch/Hölscher/Rieger Warendorf 1988 -