Sohn des Prinzen Gheism;
Enkel des Hunnen-Königs Attila
Mundo wurde das Haupt der Skamaren, kämpfte gegen Gepiden und Ostrom, schloß sich Theoderich dem Großen an, wurde General, ging zu Justinian I. über, rettete mit Belisar 532 n. Chr. den Kaiserthron, erhielt die Herrschaft über Illyrien und fiel im Kampf gegen die Ostgoten.
Schreiber Hermann: Seite 240
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"Auf den Spuren der Goten."
Selbst in Byzanz hatten die Germanen eine starke Position unter oströmischen Kaisern, und zumindest in einer einzigen schweren Krise dieses Staates war es Mundo, ein Enkel Attilas und der Schwester Ardarichs, der alle Macht in Händen hatte.
Schreiber Hermann: Seite 324
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"Die Hunnen. Attila probt den Weltuntergang."
Unter diesen von Byzanz verwöhnten Hunnen ist ein
Enkel Attilas. Diesen einen Enkel von
vielen kennen wir mit Namen, und wir erfahren auch sein Schicksal. Er ist
ein Sohn des Gepiden-Sprosses Gheism,
hat also königliche Großeltern, Herrscherblut von beiden Seiten
und Ardarich als Großoheim.
Sein eigener Name Mundo weíst
auf
Mundzuch,
den Vater Attilas.
Mundo also, Nachfahre
Attilas
und der Schwester Ardarichs,
lebt mit seinem Stamm bei den Gepiden, gilt als Prinz, solange Ardarich
noch
lebt, wird zum Verfemten, als Thraserich
die
Nachfolge antritt und über die Gepiden herrscht. Mundo
flieht, wird Räuber, sammelt viel unruhiges Volk an Deserteuren und
Marodeuren um sich und überfällt schließlich viele Orte,
ja ganze Landschaften. Der aus Heimatlosen zerschlagener Stämme zusammengewachsene
Stamm der Skamaren erwählt darauf den großen heimatlosen Mundo
zum neuen Haupt, und aus Räubereien werden Krieg, in denen
der Attila-Enkel sowohl Gepiden als
auch Byzantiner bekämpft.
Eben rechtzeitig aber schlägt er sich auf die Seite
des großen
Theoderich, der im Begriff ist, Ordnung auf dem Balkan zu schaffen.
Der Räuuber wird zum Condottiere, die Skamaren werden eine Art wilder
Pandurentruppe, und als Theoderich
stirbt, ist der Attila-Enkel
Mundo einer der größten Generale des Römer-Reichs.
Niemand kann sich vorstellen, daß der Enkel
des Hunnen-Königs unter Amalasuntha
Dienst tut. Also geht der Mann, dessen Abenteuer sich die Gesellschaft
von Ravenna wie von Konstantinopel seit Jahren zuraunt, an den Hof Justinians
nach Byzanz. Justinian, ein Kaiser,
der dieses Generals würdig ist, zieht Mundo
in seine Nähe. Er fühlt die Kraft unnd die Treue inmitten aller
Intrigen, die ihn umgeben, und er ahnt vielleicht, daß dieser Mann
ihn retten würde. Im großen Aufstand des Jahres 532, als der
neue Kaiser schon ausgerufen ist und Justinian
bereits zur Flucht rüstet, führt Belisar die getreuen
Fußtruppen, Mundo aber die Reiterei
zum Angriff auf das gärende Konstantinopel und rettet dem Kaiser die
Residenz, den Thron und das Leben.
Als Lohn dieser tollkühnen Tat erhält Mundo
die
Herrschaft über Illyrien. Wohl oder übel muß er
sich fortan Mundus nennen, obwohl das
im Lateinischen etwas ganz anderes bedeutet als sein angestammter Hunnenname.
Damit haben die Ostgoten, die den Söhnen
Attilas soviel Unheil brachten, nun einen Attila-Enkel
als Herrn über sich, und darum muß Blut fließen. Mundo,
der nicht mehr jung sein kann, gibt sein Äußerstes in diesen
Auseinandersetzungen. Ein heißer Kampf entbrennt um Salona. Mundo
befreit Dalmatien, entreißt den Ostgoten Salona, aber dann greift
der Gegner wieder an. Ein Sohn des Mundo,
vermutlich Christ und auf den Namen Mauritius
getauft
- der einzige Sohn vielleicht -, erhält den Auftrag, die herannahenden
gotischen Truppen zu beobachten. Der Jüngling greift an, gerät
mitten in die Gotenmacht hinein und wird in Stücke gehauen. Und als
Mundo dies erfährt, da will auch
er nicht mehr leben, da fällt auch von ihm ab, was er als kaiserlicher
General an Hüllen und Panzern angelegt hat, und Großvater
Attila
ist wieder da. Mundo greift sich an
Leuten, was er eben aus seiner Garnision zusammenholen kann, schwingt sich
aufs Pferd und reitet gegen die Goten. Dem Ungestüm dieses Hunnen
an der Spitze der Römer erliegen die Goten zunächst und wenden
sich bereits zur Flucht, als einer von ihnen erkennt, wem sie unterlegen
sind: dem Oberkommandierenden selbst, Mundus,
dem Herrn von Illyrien. Da zückt der Gote das Schwert und sticht
zu, und Mundo hat den Tod, den er suchte,
wenige Tage nach dem Sterben des Sohnes.
oo N.N.
†
Kinder:
Mauritius
um 500 † nach 533
Literatur:
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Browning Robert: Justinian und Theodora. Herrscher
in Byzanz. Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft mbH, Herrsching 1988 Seite
101,103,128,145 - Ensslin Wilhelm: Theoderich der Große. F.
Bruckmann KG München 1959 Seite 130 - Norwich John Julius:
Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf
und München 1993 Seite 232,251,258,261 - Offergeld Thilo: Reges
pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter.
Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 Seite 128 - Schreiber Hermann:
Auf den Spuren der Goten. List Verlag München 1977 Seite 240 - Schreiber
Hermann: Die Hunnen. Attila probt den Weltuntergang. Econ Verlag Wien-Düsseldorf
1990 Seite 324 - Schreiber Hermann: Die Vandalen. Siegeszug und
Untergang eines germanischen Volkes. Gondrom Verlag Bindlach 1993 Seite
357 -