Hilderich                                        König der Wandalen (523-19.5.530)
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457 533 hingerichtet
        Karthago
 

Einziger Sohn des Vandalen-Königs Hunerich aus seiner 2. Ehe mit der Eudokia, Tochter von Kaiser Valentinian III.
 

Thiele, Andreas: Tafel 221
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

HILDERICH
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      533 ermordet

Hilderich konnte sich 484 nach dem Tode seines Vaters nicht gegen das von seinem Großvater Geiserich eingeführte Senioratsprinzip durchsetzen und folgte erst 523 nach der Ermordung seines Cousins Thrasamund als König der Vandalen. Er war schon ganz verweichlicht und hatte kaum noch Germanisches an sich. Hilderich war eng befreundet mit Kaiser Justinian I. und schroffer Gegner König Theoderichs des Großen wegen der Ermordung von dessen Schwager und Schwester, weshalb es 525/26 zum offenen Krieg kam. Er beendete die Christenverfolgungen und wurde 530 abgesetzt und ermordet.



Hilderich lebte längere Zeit in Konstantinopel. Er trat offen auf die Seite von Byzanz über und räumte dem Katholizismus große Konzessionen ein. Gegen ihn sollte 526 eine ostgotische Flotte auslaufen, um offene Übergriffe gegen die Schwester Theoderichs und Witwe König Thrasamunds zu bestrafen. Er wurde 530 von seinem Vetter Gelimer gestürzt und bei der Landung Belisars in Karthago getötet. Seine Töchter nahm Belisar mit nach Konstantinopel.
 
 
 
 

Literatur:
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Browning Robert: Justinian und Theodora. Herrscher in Byzanz. Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft mbH, Herrsching 1988 Seite 37,112,123 - Dahn Felix: Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt 1977 Seite 30,31,32,33,34,35 - Ensslin Wilhelm: Theoderich der Große. F. Bruckmann KG München 1959 Seite 306,312,326,327 - Günther Rigobert: Römische Kaiserinnen. Zwischen Liebe, Macht und Religion. Militzke Verlag Leipzig 2003 Seite 95,96 - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 Seite 111-114 - Quast Helmut W.: Geiserich. Vandale ohne Vandalismus. Casimir Katz Verlag Gernsbach 1987 -  Schreiber Hermann: Auf den Spuren der Goten. List Verlag München 1977 Seite 242 - Schreiber Hermann: Die Vandalen. Siegeszug und Untergang eines germanischen Volkes. Gondrom Verlag Bindlach 1993 Seite 241,275,285,318,323,326,337,339, 347,354 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 221 -