Sohn des N.N.
Geuenich Dieter: Seite 97,105
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"Geschichte der Alemannen"
Man könnte sogar bezweifeln, "ob in der Zeit zwischen
ca. 610 und ca. 630 das Amt des dux Alamannorum überhaupt vergeben
war". In die Jahre 631/32 fällt eine Nachricht Fredegars, daß
ein alemannisches Heer unter dem Herzog Crodobertus
an
einem Feldzug Dagoberts
gegen den slawischen Herrscher Samo
erfolgreich teilgenommen habe.
Ob Gofrid
der erste seines Hauses war, der die Herzogswürde erlangte, oder ob
etwa die duces Alamannorum Crodobert
(631/32)
und Leuthari (643) zu seinen Vorfahren zu zählen sind, entzieht
sich unserer Kenntnis.
Ewig Eugen: Seite 127,132,195
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"Die Merowinger und das Frankenreich"
Dagobert griff im
Bündnis mit den Langobarden
das Samo-Reich an. Er ließ das
austrasische Reichsheer in drei Gruppen aufmarschieren, von denen eine
aus Alamannen unter ihrem Herzog Chrodobert
bestand. Während die Langobarden gegen die Alpenslawen in Kärnten
Erfolge erzielten und die Alamannen an unbekanntem Ort siegreich blieben,
erlitt das Hauptheer bei Wogastisburg (Kaaden an der Eger) eine schwere
Niederlage.
Regierungshandlungen Dagoberts
im Ost-Reich sind nach 633/34 nicht mehr mit Sicherheit nachzuweisen. Es
ist nicht ausgeschlossen, daß die Bestellung Kuniberts von Köln
und des Herzogs Adalgisel
als Regenten für den Königs-Sohn
Sigibert
nach der Einsetzung Chrodoberts
zum Herzog der Alamannen, Radulfs
zum Herzog der Thüringer und Ruodis zum Herzog der Mainthüringer
der letzte Akt in einer Reihe von Delegationen der Macht war.
Im alamannischen Bereich deuten sich in der Zeit Dagoberts
I. und Sigiberts III. Veränderungen
an, die sich jedoch in der 2. Hälfte des 7. Jahrhunderts nicht mehr
verfolgen lassen. Die Herzöge Chrodobert
und
Leuthari
standen in engeren Beziehungen zum merowingischen
Hof und gehörten vielleicht wie die HEDENE und der Thüringer-Herzog
Radulf der austrasischen Reichsaristokratie an. Chrodobert
führte eines der der Heere Dagoberts
gegen
Samo an (631/32).
Störmer Wilhelm: Seite 11-21
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"Zu Herkunft und Wirkungskreis der merowingerzeitlichen
'mainfränkischen'Herzöge"
Woher kam dieser Hruodi und welche Funktion hatte
er bislang? Entscheidendes Verdrängen thüringischer Machtpositionen
aus dem Main-Raum kann man wohl nur dem Franken-König zuschreiben.
Die Main-Linie dürfte für ihn deshalb besonders wichtig
gewesen sein, weil er gegen Samo und
dessen slawisches Reich energisch operieren wollte. Es fällt nun auf,
daß laut Fredegar die Thüringer im Norden gegen Samo
operierten, wobei der dux Ratold durchaus selbständige
Politik trieb und sich in der Sicht der Franken als König aufspielen
wollte. Als Unterstützer der Franken im Samo-Krieg
werden schon vorher nur noch - jedenfalls laut Fredegar - Langobarden und
Alemannen genannt. Auffälligerweise ist von den Bayern nicht die Rede.
Sollten sie sich widerspenstig gezeigt haben, konnte der exercitus Alamannorum
auch nicht durch Bayern ziehen. Da das Machtzentrum Samos
laut herrschender Lehrmeinung im nordtschechischen Raum lag, wird sich
das Heer auch durch heute fränkische Gebiete begeben haben.
Die erwähnten Alemannen gehörten dem exercitus
bzw.
regnum
universum Austrasiorum an. Es fragt sich, was hier unter Alamanni zu
verstehen ist. D. Geuenich und H. Keller, die eingehend das Alemannenproblem
von der Antike bis zum KAROLINGER-Reich
dargestellt haben, verweisen beide darauf, daß vielfach unter Alamanni
recht unterschiedliche Bevölkerungsgruppen und auch unterschiedliche
Räume zu verstehen sind. Von einem alemannischen "Gesamtreich" ist
man auch im 7. Jahrhundert weit entfernt. Im ostrheinischen Gebiet kennt
Fredegar zudem südlich der Thüringer nur Alemanen und Baiern.
Da auch der Name des alamannischen dux
Crodebert
völlig aus der übrigen alamannischen Herzogsreihe
herausfällt, ist es recht unwahrscheinlich, daß die genannten
Alamanni
dem südlichen alamannischen Raum (etwa dem heute schwäbischen
und alemannischen Gebiet) zuzurechnen sind. Der Namen Crodebertus
könnte aber durchaus die Vollform des in der Passio S. Kiliani genannten
Hruodi
sein. Dazu würde passen, daß der Enkel Hruodis
(= Chrodoberts) den Namen Gozbert
trug. Letzte Sicherheit
wird man freilich nicht erreichen können.
Literatur:
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Ewig Eugen: Die Merowinger und das Frankenreich.
W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1988 Seite 127,132,195 -
Geuenich
Dieter: Geschichte der Alemannen. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln
1997 Seite 97,105,158 - Störmer Wilhelm: Zu Herkunft und Wirkungskreis
der merowingerzeitlichen 'mainfränkischen'Herzöge in Festschrift
für Eduard Hlawitschka zum 65. Geburtstag. Verlag Michael Lassleben
Kallmünz Opf. 1993 Seite 11-21 -