Adela                                              1. Äbtissin von Pfalzel
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ca 660 nach 732
 

Tochter des Seneschalls Hugobert und der Irmina von Oeren
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 143
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Adela von Pfalzel
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* ca. 660, ca. 735

Sie entstammte der im Mosel-Maas-Raum begüterten Famile Irminas. Sie war die Tochter Irminas (Mitbegründerin von Echternach, später Äbtissin von Oeren) und des fränkischen Seneschalls Hugobert, Enkel des dux Theotar (Metz), Schwester der Regentrud, Chrodelind, Plektrud (Gemahlin Pippins des Mittleren) und vermutlich der älteren Bertrada (Gründerin von Prüm), verwandt vielleicht mit mit Bischof Higobert von Maastricht-Lüttich. Adela war verheiratet (mit Odo vir inluster) und hatte Kinder (Alberich, eventuell Haderich, Gerelind; Enkel: Bischof Gregor von Utrecht). Sie gründete wohl bald nach 700 das Frauenkloster Pfalzel in einem von ihrem Schwager Pippin erworbenen spätrömischen Landsitz und richtete dem neuen Konvent, dessen erste Äbtissin sie war, in der villa eine gleicharmige Kreuzkirche ein. Ihre Gründung stattete sie mit Gütern an Maas und Mosel, in Gill- und Bidgau aus (Testament von 732/33). Die ersten Nonnen des Konvents mögen aus Oeren, Nivelles, Andenne gekommen sein, wohin verwandtschaftliche Beziehungen bestanden. Adela wird in die Verbindungen ihrer 704/710 verstorbenen Mutter zu angelsächsischen Pilger- und Missionskreisen hineingewachsen sein: ein vor 713 datierter Brief einer angelsächsischen Äbtissin (Bonifatius ep. 8) empfahl eine nach Rom reisende Äbtissin der Fürsorge der wegen ihrer Frömmigkeit gerühmten Adela. 721 besuchte Bonifatius Pfalzel und gewann Adelas Enkel Gregor für Missionsaufgaben. Vermutlich gehörte der Fuldaer Ragyndrudiscodex, mit dem Bonifatius sein Haupt vor den Mördern geschützt haben soll, der genannten Regentrud und gelangte über Pfalzel in Bonifatius' Besitz. - Ihr Heiligenkult scheint auf Pfalzel beschränkt gewesen zu sein.

D. v. d. Nahmer



Hlawitschka Eduard: Seite 76
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"Die Vorfahren Karls des Großen."

23 Adela von Pfalzel

Vgl. bei Nr. 21



In ihrer Urkunde vom 1. April 732/33, mit der sie - anläßlich der Unterstellung ihrer Klostergründung samt aller Pertinenzien unter das regnum des jeweiligen Trierer Bischofs beziehungsweise unter defensio et mundiburgium der Trierer Kirche - die schon lange vorher vorgenommene Gründung und Besitzausstattung ihres Klosters Pfalzel nochmals verbriefte, nannte sie nämlich auch die Besitzungen, die sie an ihre Gründung geschenkt hatte.
Adelas Besitztümer lagen im Trierer Gebiet, im östlich anschließenden Moselland und nach Norden sogar über den Zülpichgau hinaus im Maas- und Niederrheingebiet.
 
 
 
 

  oo Odo vir inluster
           693
 
 
 
 
 
 
 
 

Kinder:

  Alberich
      nach 714/vor 721

  Gerelind
      nach 699

 Haderich
      nach 699
 
 
 
 

Literatur:
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Hlawitschka Eduard: Die Vorfahren Karls des Großen. In: Braunfels Wolfgang: Karl der Große Lebenswerk und Nachleben. Verlag L. Schwann Düsseldorf Band I Seite 76 - Werner, Matthias: Adelsfamilien im Umkreis der frühen Karolinger. Die Verwandtschaft Irminas von Oeren und Adelas von Pfalzel. Personengeschichtliche Untersuchungen zur frühmittelalterlichen Führungsschicht im Maas-Mosel-Gebiet, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1982 Seite 15,25-35,65,83,99,121,129,132, 175,176-185,188,191-226,233-238,241-247,250-259,262-270,274,280-283,290-292,294,297-300,304, 310,316-325,326-328 -