Agathokles                                      Prinz von Thrakien
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um 312 v.u.Z. 283 v.u.Z. ermordet
 

Einziger Sohn des Diadochen Lysimachos aus seiner 1. Ehe mit der Nikaia, Tochter vom Reichsverweser Antipatros
 

Thiele, Andreas: Tafel 238
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

AGATHOKLES
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   283 v.u.Z. ermordet

Agathokles war ein fähiger Feldherr gegen die ANTIGONIDEN und die Geten. Er war das Hauptopfer der Intrigen seiner Stiefmutter Arsinoe II., die ihn des Verrats bezichtigte und wurde mit Wissen des Vaters vom damaligen Schwager Ptolemaios Keraunos ermordet.

  1. oo N. VON MAKEDONIEN
               †

Tochter des Königs Kassandros

  2. oo LYSANDRA VON ÄGYPTEN
                  †

Tochter des Königs Ptolemäus I.



Agathokles, talentierter Heerführer und beliebter Thronfolger, fiel den Verleumdungen seiner Stiefmutter Arsinoe II. zum Opfer und wurde von Ptolemaios im Gefängnis ermordet.

Bengtson Hermann: Seite 83,113
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"Herrschergestalten des Hellenismus."

Nach ein paar überraschenden Anfangserfolgen wandte sich das Blatt; Agathokles, der Sohn des Lysimachos, vermochte den ehemaligen König von Makedonien, Demetrios I. Poliorketes, nach dem Osten abzudrängen, wodurch er sich von seinen griechischen Hilfsquellen abgeschnitten sah.
Agathokles hatte sich von Jugend auf als ein besonders tüchtiger Heerführer und Stratege bewährt. Er wäre der gegebene Nachfolger auf dem Thron des Lysimachos gewesen, wäre es nicht zu einem scherwiegenden Konflikt mit seiner Stiefmutter Arsinoe II. gekommen. Der Hofklatsch wußte zu berichten, dass die Stiefmutter dem Agathokles Liebesanträge gemacht habe, sie seien jedoch von diesem schnöde zurückgewiesen worden. In Wirklichkeit dürfte die Frage der Nachfolge das auslösende Element gewesen sein. Arsinoe II. hatte dem Lysimachos drei Söhne geboren, sie hießen Ptolemaios, Lysimachos und Philippos. Arsinoe II. aber vermochte den bejahrten Herrscher dazu zu bringen, seinen Sohn Agathokles hinrichten zu lassen. Die Tat wurde, wie es heißt, von Ptolemaios Keraunos im Kerker ausgeführt. Der Tod des Agathokles aber war ein unersetzlicher Verlust für die Dynastie, der Prinz war bei seinem Tode noch nicht einmal 30 Jahre alt. Dieses Ereignis fällt wahrscheinlich in das Jahr 283/82 v.u.Z. Agathokles war verheiratet mit Lysandra, einer leiblichen Schwester der Arsinoe II., wie diese eine Tochter des Ptolemaios I. und der Berenike. Die Vorgänge am Hof des Lysimachos, insbesondere aber der gewaltsame, auf Anstiftung der Arsinoe II. herbeigeführte Tod des Agathokles, zeigen ein nicht mehr zu überbietendes Maß an Rohheit und Rücksichtslosigkeit. Weder der Stiefsohn noch die eigene Schwester waren der Herrscherin heilig, und die Verblendung des Lysimachos war ihr eine willkommene Hilfe beim Streben nach der Macht, das sie bis zur äußersten Konsequenz durchgekämpft hat.

Bengtson Hermann:  Seite 115,123,127,133,148
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"Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen."

Auf einem Feldzug in Thrakien hat Lysimachos sogar die Donau überschritten. Bei diesem Unternehmen hat sich Agathokles, der Sohn des Lysimachos ausgezeichnet. Er geriet dabei in Gefangenschaft der Geten, worauf ihn der König der Dromichaites wieder freigelassen hat.
Während Lysimachos um 300 v.u.Z. Arsinoe II. zur Frau nahm, heiratete sein ältester Sohn Agathokles Lysandra, die Tochter von Ptolemaios und der Eurydike.
Die Strategen des Lysimachos unterstützten Demetrios Poliorketes mit Geld und Soldaten. Aber dies war nur eine vorübergehende Erscheinung, denn nun erschien Agathokles, der älteste Sohn des Lysimachos, auf dem Plan, und vor ihm zog sich Demetrios nach Phrygien zurück, Agathokles war dem Demetrios als Feldherr ohne weiteres gewachsen; seine Operationen verraten die sichere Hand eines Mannes, der genau weiß, was er will. Demgegenüber schmiedete Demetrios abenteuerliche Pläne: er wollte durch Armenien nach Medien gelangen, um sich in den Besitz der oberen Satrapien zu setzen. Aber Agathokles folgte ihm mit seinem Heer. Demetrios erwies sich zwar in einen Gefecht als überlegen, aber ihm gingen die Lebensmittel und die Furage aus. Schließlich mußte er sich dem Seleukos ergeben.
Agathokles kam in erster Linie für die Nachfolge des Lysimachos in Betracht. Doch vermochte Arsinoe ihren Gatten zu überreden, ihn zu übergehen, eine typisch familiäre Intrige, die letzten Endes den Agathokles das Leben kostete. Angeblich soll dieser die Annäherung seiner jungen Stiefmutter zurückgewiesen haben, doch handelt es sich hier um Erfindungen, deren Wahrheitsgehalt gleich null ist. Auch die Beteiligung des Ptolemaios Keraunos an dem Komplott gegen Agathokles verdient keinen Glauben, und wenn es heißt, dass dieser Agathokles getötet habe, so wird man hier möglicherweise an eine Verwechslung mit Ptolemaios, dem Sohn des Lysimachos und der Arsinoe, denken müssen. Wie dies auch immer gewesen sein mag - Agathokles, der nach allem, was er geleistet hatte, der gegebene Nachfolger seines Vaters gewesen wäre, wurde gewaltsam eliminiert, ein Ereignis, das letzten Endes Arsinoe herbeigeführt hat, um ihren Söhnen die Thronfolge zu sichern.
Die Hinrichtung des Agathokles war nicht nur ein Verbrechen, sie war ein Fehler, durch den die Existenz der Dynastie aufs Spiel gesetzt wurde. Da Lysimachos bereits ein alter Mann war, fällt die Beseitigung des Agathokles doppelt schwer ins Gewicht.

Droysen Johann Gustav: Band II Seite 367,390,404,409,414,418,420,424,426/Band III Seite 171
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"Geschichte des Hellenismus."

Nach Plut. Demetr. 31 sollte man glauben, dass um dieselbe Zeit Lysimachos Sohn mit Lysandra vermählt sei. Aber Paus. I 9,7 (in einer berichtigenden Notiz) setzt diese Vermählung des Agathokles nach dem Feldzug gegen die Geten (292), und dies ist darum wahrscheinlicher, da AgathoklesKinder um 281 offenbar noch unmündig sind, da ihrer bei den weiteren Prätensionen auf Thrakien und Makedonien nicht gedacht wird; überdies war Lysandra, des Alexandros Gemahlin, der 294 ermordet wurde, gewiß dieselbe mit der späteren Gemahlin des Agathokles. Zwar sagt Paus. I 10,3, mit der eben erwähnten Stelle im Widerspruch, Lysimachos habe sich vermählt, als schon Agathokles von Lysandra Kinder hatte; dann wäre bis 292 Amastris seine Gemahlin gewesen, was wegen der Angelegenheiten in Herakleia und wegen des Alters der von Arsinoe geborenen Kinder unmöglich ist.
Die nächste Tatsache, die angegeben wird, zeigt Lysimachos in neuem Kampf gegen die Geten. Er hatte seinen Sohn Agathokles gegen sie gesandt; der Feldzug endete damit, dass Agathokles gefangen genommen wurde. Die Geten sandten ihn mit Geschenken dem Vater zurück.
Es mag im Zusammenhang dieser politischen Kombination gewesen sein, dass die Witwe des von Demetrios ermordeten jungen Königs Alexandros, des Ptolemaios Tochter Lysandra, an Agathokles, den Sohn des Lysimachos, vermählt wurde; man konnte für die Witwe des Ermordeten als der einzig zu dem makedonischen Diadem Berechtigten, seitdem Lysimachos seines Eidams Antipatros Anrecht auf Makedonien in jenem Friedensschluß von 292 förmlich aufgegeben hatte, gegen den Usurpator Demetrios auftreten.
Die Kämpfe seines Sohnes Agathokles mehrten seine Gewalt in Kleinasien, bis über die Grenzen seines Reiches hinaus hatte er den flüchtigen Demetrios verfolgen lassen. Als Demetrios in Kilikien eingeschlossen und so gut wie unschädlich gemacht war, wandte sich Lysimachos nach Makedonien.
An seinem Hof sind Parteiungen, deren er nicht Herr zu werden versteht; und während Lysimachos immer wieder das Gedächtnis der hochherzigen Amstris erhebt, intrigiert Arsinoe gegen den Thronfolger Agathoklesund dessen Gemahlin Lysandra. Seine väterliche Liebe ist nicht so groß, dass er sie nicht um einer Laune, eines Argwohns, eines namhaften Vorteils willen gar sehr hintansetzte.
Der älteste und zum Erben des Reiches bestimmte Sohn des Lysimachos war Agathokles, derselbe, der den Feldzug gegen Demetrios mit ebensoviel Mut wie Besonnenheit geführt hatte, ein edler und ritterlicher Fürst, der am Hofe, im Heere, vor allem in Kleinasien, wo er mehrere Jahre kommandiert haben mochte, außerordentlich beleibt war; man freute sich, in ihm und seinen Kindern die Erben des Reiches zu sehen. Nur Arsinoe sah das alles mit bitterem Neid; sollten denn diesem Sohn der Odryserin ihre, der Königs-Tochter, Kinder nachstehen? Sollten sie einst von Agathokles und seiner Kinder Gnade leben? Sollte sie selbst dann dieser Stiefschwester Lysandra, die sie im väterlichen Haus schon verachtet, den Rang abtreten und sich mit den armseligen Witwensitzen Herakleia und Kassandreia begnügen müssen? Ihre Kinder nahten dem Alter der Mündigkeit; es war Zeit zu handeln, wenn ihnen der thrakische Thron werden sollte. Auch noch Geheimeres mag in ihrer Seele vorgegangen sein; Agathokles war schön und ritterlich, was war es der Königin, des alten Mannes Bett zu teilen? Lysandra war die Glücklichere. Man erzählt sich, die Königin habe den jungen Fürsten zu gewinnen versucht, er liebte seine Gemahlin, er vermied die zweideutige Gunst seiner Stiefmutter, er wandte sich verachtend von ihr ab. Arsinoe sann nach Rache. Der flüchtige Ptolemaios Keraunos war nach Lysimacheia gekommen, mit ihm schmiedete sie ihre Pläne. Sie begann, Lysimachos zu umspinnen: nichr genug könne sie ihm danken, dass er ihr in Herakleia einen Zufluchtsort habe geben wollen, dessen sei bald genug bedürfen würde; sie verstand, die Ängstlichkeit und den Argwohn des alten Manes zu steigern: auch das Erdbeben, das jüngst die Residenz fast zerstört, sei ein nur zu deutliches Zeichen der Götter; es werde ihm schmerzen, zu erfahren, dass er einem, der ihm auf Erden das liebste sei, schon zu lange geliebt habe; es sei eine Zeit der abscheulichsten Verbrechen. Endlich nannte sie AgathoklesNamen, berief sich auf Ptolemaios Zeugnis, der gewiß Glauben verdiene, da Agathokles Gemahlin seine rechte Schwester sei; der habe, für seines edlen Beschützers Leben besorgt, ihr alles entdeckt. Der König glaubte; er eilte, einem Verbrechen zuvorzukommen, dessen Agathokles nicht fähig gewesen wäre. Der Sohn ahnte die Ränke der Königin; als ihm an seines Vaters Tisch Vergiftetes gereicht war, nahm er Gegengift und rettete sein Leben. Er ward ins Gefängnis geworfen, Ptolemaios übernahm es, ihn zu ermorden.
Keraunos suchte am Hofe von Lysimachos andere Wege, sich für Ägypten zu entschädgen; sein Werk war die Ermordung des Agathokles, der Krieg gege Seleukos, in dem Lysimachos fiel.
 
 
 
 

  1. oo N.N. von Makedonien, Tochter des Kassandros
             

  2. oo 2. Lysandra, Tochter des Königs Ptolemaios I. und der Eurydike
                   

     1. oo Alexander V. König von Makedonien
                    294 v.u.Z.
 
 
 
 

Literatur:
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Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen. C.  H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1987  Seite 72,76,115,123,127,133,148 - Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 32,57,83,113,141 - Brambach Joachim: Kleopatra. Herrscherin und Geliebte. Eugen Diederichs Verlag München 1995Seite 24 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band II Seite 367,390,404,409,414,418,420,424,426/Band III Seite 171 - Errington Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 143,144 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 64,141 - Geyer, Fritz: Alexander der Große und die Diadochen. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig 1925 Seite 140,141 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen. Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages GmbH, München 1978 Seite 87,175 - Hölbl Günther: Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung. Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1994 Seite 32 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 238 -