Antipatros I.                                   Makedonischer Feldher und Statthalter
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um 397 v.u.Z. † Sommer 319 v.u.Z.
 

Sohn des makedonischen Edelmannes Joloas (Jollas)
 

Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 46
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Antipatros, Makedonischer Adeliger
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* um 398 v. Chr. †

Sohn des Iolaos

Antipatros war einer der besten Offiziere von Philipp II. und vertrat ihn in diplomatischen Angelegenheiten. Er nahm an den Verhandlungen um den Frieden von Philokrates tei (346 v. Cr.). Nach Philipps Ermordung unterstützte Antipatros den Alexander bei der Thronfolge. Als Alexander nach Asien aufbrach (334 v.Chr.), blieb Antipatros als Reichsverweser in Griechenland und Makedonien zurück. 331 unterdrückte er den spartanischen Aufstand des Agis III. (der in Megapolis fiel). Wohl wegen seines schlechten Verhältnisses zu Alexanders Mutter Olympias wurde Antipatros 324 v. Chr. von Alexander abberufen. Beim Tod Alexanders wurde Antipatros in den Aufstand in Thessalien, Athen und Ätolien verwickelt. Er wurde bei der Belagerung von Lamia (323-322) festgehalten, doch konnte er sich dann mit Krateros vereinen und die Griechen in der Schlacht bei Krannon vernichtend schlagen. Er schloß sich den anderen makedonischen Generälen gegen Perdikkas an und wurde 321 v. Chr., nach Perdikkas'‚Tod, als Reichsverweser anerkannt. Er starb 319 v. Chr. und ließ Alexanders Reich ohne Führer zurück, der dessen Zusammenbruch hätte vermeiden können.

Literatur:
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Diod. Sic.,17-18 - H. Berve, Das Alexanderreich 2,46 -



Lexikon Alte Kulturen: Band I Seite 134
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Antipater, makedonischer Feldherr und Staatsmann
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* um 400 v. Chr. † 319 v.u.Z.

Sicherte nach Philipps II. Ermordung 336 die Thronfolge Alexanders des Großen; vertrat Alexander ab 334 während des Perserfeldzuges als Statthalter in der Heimat, konnte 331 den Aufstand unter dem spartanischen König Agis III. niederschlagen, wurde aber durch den griechischen Aufstand nach Alexanders Tod (323) überrascht. Nach verlustreichen Kämpfen mit den Griechen im Lamischen Krieg siegte er 322 bei Krannon und suchte durch rigorose Verträge mit den Städten (unter anderem Beschränkung der Bürgerschaft auf die vermögenden Klassen, Verfolgung von Makedonenfeinden: Unter anderem Demosthenes) die makedonische Suprematie zu sichern. Er schloß sich der Diadochen-Koalition gegen den Reichsverweser Perdikkas an, dessen Amt er nach Perdikkas‘ Ermordung und der Neuverteilung der Ämter in Triparadeisos 321 übernahm.



Lexikon früher Kulturen: Band I Seite 60
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Antipatros [lat. Antipater]
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* nach 400 v.u.Z. † 319 v.u.Z.

Makedonischer Würdenträger und Feldherr Philippos II., blieb beim Einfall des makedonischen Heeres in das ACHAIMENIDEN-Reich 334 als Statthalter in Pella zurück. Er schlug de Aufstand griechischer Staaten nach dem Tode Alexanders des Großen (323) im Lamischen Krieg nieder und gab Athen eine oligarchische Verfassung. 321 leitete er die Verteilung der Satrapien in Triparadeisos.



Thiele, Andreas: Tafel 239
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

ANTIPATROS I.
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* um 397 v.u.Z. † 319 v.u.Z.

Sohn des makedonischen Edelmannes Jollas

Antipatros I. diente schon unter den Königen Perdikkas III. und Philipp II., wurde General, sicherte den Erhalt des 1. Korinthischen Bundes und 336 v.u.Z. mit seiner großen Autorität die Nachfolge Alexanders III. des Großen. Er blieb 334 v.u.Z. als Generalstatthalter zurück und hielt mit harter Hand Griechen und Spartaner nieder, die er 330 v.u.Z. bei Megapolis besiegte. Er war wegen seiner ständigen Interventionen und Überwachungen verhaßt und überstand jahrelang jeden Verleumdungsversuch der Königin Olympias. Er sollte 324 v.u.Z. nach erneuter Denunzierung doch abgesetzt werden und gewann die gegen ihn ziehenden Feldherren Polyperchon und Krateros I. für sich. Olympias kolportierte 323 v.u. Z., er und seine Familie hätten Alexander vergiftet, um Stimmung gegen ihn zu machen. Er wurde 323 v.u.Z. Statthalter in Europa, bewahrte die makedonischen Hegemonie in Griechenland im "Lamischen Krieg" in den Schlachten bei Lamia, Krannon und Amorgos, besiegte Athen endgültig und ließ Demosthenes hinrichten. Antipatros wurde 321 v.u.Z. nach der Ermordung seines Schwiegersohnes Perdikkas Reichsverweser, ihm untergeordnet waren Antigonos I. und sein Sohn Kassandros als Reichsstrategen in Asien beziehungsweise Europa. Er legitimierte seine Herrschaft, indem er beide Könige bei sich hatte und hielt kraft seines Ansehens die Fiktion der Reichseinheit aufrecht. Zu seinem Nachfolger ernannte er Polyperchon, da er den großen Haß seines Sohnes Kassandros auf die Königs-Familie kannte.



Bei den ausbrechenden Wirren nach der Ermordung Philipps II., die durch die Beseitigung möglicher Thronprätendenten beendet wurden, unterstützte Antipatros mit Parmenion Alexander den Großen. Bei Beginn des Perserfeldzuges (334 v.u.Z.) wurde Antipatros mit 12.000 Fußsoldaten und 1.500 Reitern als Statthalter von Makedonien und Stellvertreter Alexanders(Stratege für Europa) zurückgelassen. 331 v.u.Z. warf er durch seinen Sieg bei Megalopolis einen gegen die makedonische Oberherrschaft gerichteten Aufstand der Spartaner nieder. Nach Alexanders Tod blieb er als "Stratege für Europa" Herr Makedoniens und Griechenlands. Nach der Ermordung des Perdikkas übernahm Antipatros 321 v.u.Z. auch das Amt des Reichsverwesers (Epimeletes). Den Lamischen Krieg (323-322 v.u.Z.) konnte er bei Krannon siegreich beenden. Vor seinem Tode bestimmte er unter Umgehung seines Sohnes Kassandros Polyperchon zum Reichsverweser und "Stratege für Europa". Nach seinem Tode begann der Auflösungsprozeß des Alexander-Reiches und die Entstehung der Diadochenstaaten.
Antipatros war ein etwas engherziger Charakter, ein kluger Mann mit solidem Zuschnitt. Er weigerte sich als einziger, am Alexander-Kult teilzunehmen und verhielt sich loyal gegen Alexanders Erben.
 
 
 
 

  oo N.N.
          †
 
 
 
 

Kinder:

  Kassandros
  355 v.u.Z. † 297 v.u.Z.

  Joloas (Jollas)
  um 345 v.u.Z. † um 318 v.u.Z.

  Phila
  um 352 v.u.Z. † 287 v.u.Z.

  Alexarchos
       †

  Eurydike
  um 345 v.u.Z. † nach 280 v.u.Z.

 322 v.u.Z.
  oo 2. Ptolemaios I. Soter König von Ägypten
          367/66 v.u.Z. † Ende 283/82 v.u.Z.

  Nikanor
  um 350 v.u.Z. † 317 v.u.Z.

  Perilaos
       †

  Philippos
  um 346 v.u.Z. † nach 312 v.u.Z.

  Pleistarchos
  um 350 v.u.Z. † nach 290 v.u.Z.

  Nikaia
  um 365 v.u.Z. † 301 v.u.Z.

  1. oo Perdikkas
           um 365 v.u.Z. † 321 v.u.Z.

  2. oo 1. Lysimachos
               360/55 v.u.Z. † Febr. 281 v.u.Z.

  Archias
      †

  Tochter
       †

  oo Alexander Fürst der Lynkestis
       um 380 v.u.Z. † 330 v.u.Z. ermordet
 
 
 
 

Literatur:
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Bamm Peter: Alexander der Große. Ein königliches Leben. Droemersche Verlagsanstalt AG Zürich 1968 Seite 20,118,183 - Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen. C.  H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1987 Seite 21,33-35,75 - Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 15,32,43,64,65,93,113, 166 - Bengtson Hermann: Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt. Eugen Diederichs  Verlag München 1997 Seite 81,117,125,134,137,147,180,189-191,208,253-258, 260,265 - Brambach Joachim: Kleopatra. Herrscherin und Geliebte. Eugen Diederichs Verlag München 1995 Seite 12,20,24 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band I Seite 32-457/Band II Seite 6-272 - Droysen Johann Gustav: Geschichte Alexanders des Großen. Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion Kettwig 1990 - Errington Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 48,59,60,69,70,89,90,91,93,94,99,108,111,113, 124,126,139,143,144,198,201,203,214,227 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 31,33,35,39,42,44,47,62,63,140,145,148 - Fox Robin Lane: Die Suche nach Alexander. Georg Westermann Verlag GmbH Braunschweig 1990 Seite 47,50,69,77,84,146,163, 174,267,281,295,299,300,301,308  - Geyer, Fritz: Alexander der Große und die Diadochen. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig 1925 Seite 14,19,20,24,30,32,35,40,57,63,83, 87,112,116-124,126,129 - Grant, Michael: Von Alexander bis Kleopatra. Die hellenistische Welt. Gondrom Verlag GmbH & Co KG, Bindlach 1984  Seite 16,17,41,42,111,113,114,118,120,232,234 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen. Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages GmbH, München 1978 Seite 9,34,41,43,51,55,78,85,131,155,248 - Hölbl Günther: Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung. Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1994 Seite 13,15-17,26, 283 A 27 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Harrassowitz Verlag Wiesbaden 1993 Seite 17,47,51,56,80,87,153, 191,201,262,277,340,382,431,593,609,620,814,816 - Kornemann Ernst: Große Frauen des Altertums. Verlag Schibli-Doppler Birsfeld-Basel Seite 98,100,102 - Kreißig Heinz: Geschichte des Hellenismus. Akademie-Verlag Berlin 1982 Seite 43,45, 52,61,69,77-82, 92 - Lauffer Siegfried: Alexander der Große. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München 1993 Seite 33,54,100,102,115,119, 120,128,175,187,192 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 239 -