Galla Placidia                                 Römische Kaiserin
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388 oder 392 † 27.11.450
Konstantinopel   Rom

Begraben: Mausoleum im alten Petersdom, Rom
 

Einzige Tochter des Kaisers Theodosius I. der Große aus seiner 2. Ehe mit der Galla, Tochter von Kaiser Valentinianus I.
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 1092
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Galla Placidia, weströmische Kaiserin
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* um 390, †

Tochter Theodosius‘ des Großen

Nach dem frühen Tod der Eltern von Serena, der Gattin des Heermeisters Stilicho, erzogen. Als Alarich I. 410 Rom eingenommen hatte, mußte sie mit dem gotischen Heer als Geisel nach Süd-Italien, Süd-Frankreich und Spanien ziehen. In Narbo heiratete sie 414 nicht ohne Zustimmung ihre kaiserlichen Bruders Honorius den römerfreundlichen Goten-König Athaulf. Als dieser ein Jahr später ermordet wurde, kehrte sie nach Ravenna zurück, wo sie auf Geheiß ihres Bruders dem Heermeister und Mitregenten Constantius III.vermählt wurde; ihm gebar sie die Kinder Valentinian III. und Honoria. Nach einem erzwungenen Aufenthalt in Konstantinopel (infolge des frühen Todes ihres Gatten) regierte sie ab 426 als Augusta mit Klugheit und Umsicht das weströmische Reich, unterstützt von den mächtigen Heermeistern Bonifatius, Felix und Aetius. Als Valentinian regierungsfähig geworden war (437 Verheiratung mit Eudoxia die Jüngere), zog sie sich nach Rom zurück, wo sie 450 starb und wohl auch begraben wurde. Das hohe Ansehen verdankte sie besonders ihrer Frömmigkeit, die in zahlreichen Stiftungen sichtbar wird, und ihrem Gerechtigkeitssinn. Der sogenannte Sarkophag der Galla Placidia in ihrem berühmten Grabmal von Ravenna gelangte wohl erst später an die heutige Stelle.

R. Klein



Illustriertes LEXIKON DES ALTERTUMS: Seite 168
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GALLIA PLACIDIA
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geboren um 390 n. Chr.

Tochter des Kaisers Theodosius I.

Nach der Eroberung Romds durch Alarich mußte sie den westgotischen Häuptling Athaulf heiraten. Nach dessen Tod heiratet sie ihrem Bruder Honorius zuliebe den künftigen Kaiser Constantius III. Als 425 ihr Sohn als Kind Kaiser wurde, war Galla Placidia die eigentliche Herrscherin des weströmischen Reiches. Sie versuchte, die Reichsgewalt durch Zusammenarbeit mit der Kirche zu stärken. Später war sie bemüht, in Ravenna Kirchen zu erbauen und zu renovieren. 450 n. Chr. starb Galla Placidia in Rom.

E. Kornemann, Große Frauen des Altertums, 1952.



Lexikon Alte Kulturen: Band II Seite 43-44
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Galla Placidia (Aelia Galla Placidia)
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* Konstantinopel etwa 390,  † Rom 27. November 450

Weströmische Kaiserin

Tochter Theodosius' I.

Geriet 410 in Rom in die Hände der Westgoten, deren König Athaulf sie 414 heiratete. Nach dessen Tod gegen Anerkennung des spanischen Goten-Staates 416 zurückgesandt, wurde Gallla Placidia mit dem Feldherrn Constantius (dem späteren Kaiser Constantintius III.) verheiratet, 421 zur Augusta erhoben, im selben Jahr erneut Witwe und 423 (?) nach Konstantinopel verbannt. In den Wirren, die auf den Tod ihres Bruders Honorius folgten, gelang es ihr, das Nachfolgerecht ihres Sohnes Valentinian III. durchzusetzen (425). Von Theodosius II. zum zweiten Mal zur Augusta erhoben (425), mußte sie als Regentin mit den turbulenten außenpolitischen und innenpolitischen Kräftekonstellationen ihrer Zeit (Aetius, Geiserich) fertigwerden. Berühmt ist ihre Kapelle (Teil einer verschwundenen, vielleicht nicht vollendeten Kirche), die sie in Ravenna errichten ließ  (besonders Mosaiken). - Abb. Seite 46



Thiele, Andreas: Tafel 484
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

GALLA PLACIDIA
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     † 450

berühmte Frauengestalt der spätrömischen Zeit

Von den Westgoten 410 entführt; 4421 Augusta, 425-437 Hauptregentin.

  1. oo 414
           ATHAULF, Westgoten-König
                 † 415

  2. oo 417
         KONSTANTIUS III. FLAVIUS
               † 421



Galla Placidia kam 410 bei der Kapitulation von Rom als Geisel in das Heerlager des Westgoten-Königs Alarich; hier gewann sie die Liebe seines Schwagers und Nachfolgers Athaulf, der sich im Januar 414 mit ihr zu Narbonne vermählte. Nachdem aber Athaulf im Juli 415 in Barcelona ermordet worden war, kehrte sie 416 nach Ravenna zurück. Ihr Bruder Honorius gab sie im Jahre 417 dem illyrischen Heermeister und seit 420 Mitregenten Constantius zur Gemahlin. Dieser starb schon 421 und Placidia Galla führte seit 425 die Regentschaft für ihren Sohn.

GROSSE FRAUEN DER WELTGESCHICHTE: Seite 178
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GALLA PLACIDIA
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Die Tochter des Kaisers Theodosius I. war in Byzanz aufgewachsen, in der Obhut christlicher Erzieherinnen. Im August 410 erlebte das kaum 18-jährige Mädchen in Rom die Plünderung der Stadt durch die Gotenhorden Alarichs, der die Kaiser-Tochter als Geisel auf seinem Raubzug mit sich führte bis nach Cosenza, wo er den Tod fand. Alarichs Nachfolger Athaulf führte die Goten nach Gallien und vermählte sich dort mit Galla Placidia - eine politische Heirat, die Friede zwischen dem Goten-König und Honorius, Galla Placidias Stiefbruder, schließen sollte. Nach Athaulfs Tode wurde die junge Witwe in eine zweite politische Ehe gezwungen - mit ihres Stiefbruders Mit-Kaiser und Feldherrn Constantius. Auch Constantius verstarb schon nach wenigen Jahren, und Honorius schickte seine Stiefschwester mit ihren Kindern in die Verbannung, aus der sie erst nach seinem Tode wieder zurückkehren durfte, als Regentin für ihren noch unmündigen Sohn Valentinian. Ein Vierteljahrhundert lang stand nun Westrom unter dem Zeichen der Augusta Galla Placidia, die unter dauernden Kämpfen mit machtlüsternen hohen Reichsbeamten und Heerführern, unter inneren und äußeren Widerständen ein gesetzgeberisches Werk schuf, das der zeitlichen Mißstände Herr zu werden versuchte und das römische Rechtswesen von neuem festigte. In dieser gotischen Fürstin römischen Blutes vollzog sich symbolträchtig jener Verschmelzungsprozeß, der aus dem Untergang der Römer wie der Goten und ihrer Bruderstämme die große romanische Völkerfamilie entstehen ließ, die in der übernationalen lateinischen Rechtsidee die Einheit des Abendlandes ins Mittelalter hinüberrettete.



   414
  1. oo Athaulf
           um 382 † Juli 415

    417
  2. oo Constantius III. römischer Kaiser (421)
           um 378  † 2.9.421
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Theodosius
  414 † 415

2. Ehe

  Valentinianus III.
  3.7.419 † 16.3.455

  Honoria Justa Grata
  418 † um 455
 
 
 
 

Literatur:
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