Galla                                               Römische Kaiserin
-------
um 374 394
 

Einzige Tochter des Kaisers Valentinianus I. Flavius aus seiner 2. Ehe mit der Flavia Justina, Tochter von Konsul Justus
 

Thiele, Andreas: Tafel 484
**************
Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

THEODOSIUS I. "DER GROSSE"
------------------------------------------
* 346, 395

   1. oo AELIA FLACILLA
                 386

  2. oo GALLA
                  394

Tochter des römischen Kaisers Valentinian I. und Schwester des Kaisers Gratian, der Theodosius förderte



Grant, Michael: Seite 326,345
*************
"Die römischen Kaiser. Von Augustus bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik."

Theodosius war in erster Ehe (376-386) mit der ebenfalls aus Spanien stammenden Aelia Flaccilla, in deren Namen er Münzen herausgab, verheiratet und in zweiter Ehe mit Galla. Zu den Kindern aus erster Ehe zählten Arcadius und Honorius. Seine Tochter aus zweiter Ehe, Aelia Galla Placidia, die 388 geboren wurde, war zuerst mit dem Westgoten-König Athaulf verheiratet und dann mit Constantius III.

Günther Rigobert: Seite 22,45
***************
"Römische Kaiserinnen. Zwischen Liebe, Macht und Religion."

Neben den Heermeistern war da aber noch Iustina, die zweite Gattin Valentinians I. und Mutter des Kinder-Kaisers Valentinian II., die für ihren Sohn faktisch die Regierungsgeschäfte führte und sich bis zu ihrem Tode 388 nicht das Heft aus der Hand nehmen ließ. Sie war eine energische Frau, stritt mit dem Bischof von Ambrosius von Mailand in Kirchenangelegenheiten und verband sich mit Kaiser Theodosius I., der ihre Tochter Galla heiratete. Damit gab es einen Übergang von der valentinianischen zur theodosianischen Dynastie.
Ein Jahr nach dem Tode Aelia Flacillas ging Theodosius im Jahre 387 mit Galla eine zweite Ehe ein. Sie war die Tochter der Kaiserin Iustina, der Witwe Valentinians I., Mutter des Kaisers Valentinians II. Sie gebar ihm im Jahre 389 Aelia Galla Placidia, eine künftige Kaiserin. Galla, die Mutter, war von schwacher gesundheitlicher Verfassung. Außerdem vertrug sich Arcadius nicht mit seiner Stiefmutter. Aus gesundheitlichen Gründen konnte sie ihren Mann nicht auf seinen Reisen und Heerfahrten begleiten und war so in Konstantinopel der Mißgunst ihres Stiefsohnes ausgesetzt. Häufig war sie schwanger, aber mit Ausnahme Galla Placidias starben ihre weiteren Kinder kurz nach der Geburt oder sie erlitt Fehlgeburten. Im Jahr 394 starb sie selbst im Kindbett.

Norwich John Julius: Seite 120,125
*****************
"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Theodosius verbrachte den Winter in Thessalonike bei Valentinian und Justina, mit deren Tochter Galla er seit kurzem in zweiter Ehe verheiratet war [7 Zosimos (IV, 19,43) vertritt die Ansicht, Theodosius sei auf das Unternehmen, Maximus anzugreifen, zunächst nur sehr zögerlich eingegangen. Justina, die von seiner Witwerschaft und seiner extremen Schwäche für attraktive Frauen wußte, habe daraufhin ihre Tochter Galla in einer Art dipolmatischer Mission zu ihm gesandt, und danach habe er sich dazu bereit erklärt. Sie habe den Kaiser, so deutet er an, aber nicht nur zu überzeugen, sondern zugleich zu betören vermocht: Gallas Unterhandlungen führten nicht nur zum Krieg, sondern auch zur kaiserlichen Hochzeit.], und traf aktive Kriegsvorbereitungen. Im Juni 388 war er dann endlich bereit, gemeinsam mit Valentinian loszumarschieren.
Am Vorabend seiner Abreise war Galla, seine geliebte zweite Frau, vermutlich im Wochenbett gestorben. Sie war die Liebe seines Lebens gewesen. Die wenigen Jahre, die sie zusammen verbracht hatten, waren sehr glücklich gewesen. Zum Glück hatten sie bereits ein gemeinsames Kind, die Tochter Galla Placidia, die er abgöttisch liebte.
 
 
 
 

 387
  oo 2. Theodosius I. der Große
            11.1.346 17.1.395
 
 
 
 

Kinder:

  Galla Placidia
  388 27.11.450
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Grant, Michael: Die römischen Kaiser. Von Augustus bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik. Bechtermünz Verlag Augsburg 1977 Seite 326,345 - Günther Rigobert: Römische Kaiserinnen. Zwischen Liebe, Macht und Religion. Militzke Verlag Leipzig 2003 Seite 22,45 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Seite 125 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 484 -