Hlawitschka, Eduard: Seite 201-203
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"Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962)"
 

XCII.                      Pfalzgraf HUBERT

dessen Vasallen im März 940 bei einem Placitum in Asti zugegen waren, der im März 941 in Anwesenheit der Könige Hugo und Lothar in Pisa und Lucca selbst zwei Gerichtstage abhielt und am 10. August 942 sowie am 10. Juni 943 bei den Königen in Pavia als Fürbitter für die Kirche von Reggio auftrat, war ein Sohn König Hugos. Er war Hugo von einer Frau edler Abkunft, namens Wandelmoda, noch vor der rechtsmäßigen Ehe mit Alda, in der Provence geboren worden. Mit seinem Vater kam er nach Italien. Bereits 935 kann man ihn als marchio im Gefolge Sarilos, seines Vorgängers im Pfalzgrafenamt, in Pavia sehen [Wenn bei einem Gerichtstag, den Sarilo am 30. Mai 935 in Parma abhielt, vassi Huberti comitis zugegen waren, so sind sie wohl auch als Untergebene unseres späteren Pfalzgrafen anzusehen (Schiaparelli, a.a.O. Seite 113, nr. 38).]. Warum er allerdings marchio betitelt wird, ist nicht klar. Die Mark Tuszien, in der ihn Liudprand erwähnt, erhielt er immerhin erst 936 nach der Absetzung und Inhaftierung Bosos [Zu Boso von Tuszien vgl. A. Hofmeister, Markgrafen Seite 405 ff. Das Datum der Absetzung Bosos wird gesichert durch Flodoard, Annales ad 936, Seite 64 ff.], des 931 aus der Provence gekommenen Bruder König Hugos. Wie er ca. 939 sodann den in die Markgrafschaft Spoleto geschickten Sarilo im Pfalzgrafenamt ablöste (vor März 940!), so folgte er diesem auch ca. 942 in der Verwaltung Spoletos und Camerinos nach. Damit vereinte er die Macht über ganz Mittelitalien in seiner Hand. Als jedoch im Frühjahr 945 der nach Deutschland geflüchtete Markgraf von Ivrea und spätere König Berengar II. mit einem Heer nach Italien zurückkam und Hugo die Macht entwand, wurde der dem neuen Herrn gefügige Langobarde Lanfranc, Sohn des ehemaligen Pfalzgrafen Giselbert, in das Pfalzgrafenamt eingewiesen, Spoleto erhielt Graf Bonifaz (von Bologna), und somit wurde auch diese Machtkonzentration in Mittelitalien aufgelöst. Hubert wurde auf Tuszien beschränkt [Am 7. Mai 952 verkaufte der Uberto marchio lege vivente Saliga filio b.m.dn. Ugoni regis ... justa lege mea Saliga verschiedene Güter in Pozzeveri und Porcari für 50 Pfund Silber an Teudimundus; Mem. e doc. di Lucca V, 3 Seite 242, nr. 1347.]. Trotzdem scheint er sich recht bald mit Berengar II. ausgesöhnt zu haben [Das geht besonders daraus hervor, daß Berengar II. am 30. Mai 961 interventu ac peticione Ugonis marchionis Tuscie dilecti fidelis, also auf Bitten des Sohnes Hubert eine Urkunde für den Abt von Vangadizza ausstellte.]. Als OTTO I. 961 in Italien einzog, nach Rom weitereilte und dort am 2. Februar 962 zum Kaiser gekrönt wurde, zählte Markgraf Hubert zu seinen aktivsten Gegnern. Nach der Krönung, von Mitte Februar bis Mitte März, versuchte OTTO, Huberts Widerstand niederzuringen. Offenbar hatte er auch Erfolg dabei, denn es wird berichtet, denn es wird von einer Flucht Huberts vor OTTO aus Italien zu den Ungarn berichtet, die sich auf diese Ereignisse beziehen muß. Nach Beruhigung der Lage scheint Hubert OTTOS Vergebung erlangt zu haben. Bis zum Sommer 967 wird er in den Urkunden des tuszischen Raumes nicht mehr genannt. Am 15. September 967 urkundet in Remmiano (= Rignano) sodann die Uilla excellentissima marchionissa coniux Ubberti gloriosi marchioni et filia bone memorie Bonefatii, qui fuit marchio. Doch scheint er bald darauf verstorben zu sein. Ab 969 urkundet Willa nur noch als comitissa filia bone memorie Bonefatii, qui fuit marchio, und ihr Sohn Hugo bekennt sich am 12. Juli 970 als Ugo marchio lege vivente Salicha, filio b. m. Uberti, qui fuit marchio.
Aus der Ehe Huberts mit Willa, der Tochter des Markgrafen Bonifaz von Spoleto sind zwei Kinder bekannt:
Hugo, der Nachfolger in der Mark Tuszien, der hier nicht zu behandeln ist, und Waldrada, die zweite Gemahlin des Dogen Pietro Candiano IV. von Venedig.
Mark- und Pfalzgraf Hubert war salfränkischer Herkunft.