Ältester Sohn des Grafen Altmann I. an der Paar
und der
Liutgard
von Kühbach, Tochter von Graf
Babo I.
Neffe des Grafen
Adalbero von Kühbach
GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 69
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29. Udalschalk II.
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F. Liutgard (n 21) hatte um 1008/09 Kinder; ihr Mann scheint
damals nicht mehr am Leben gewesen zu sein. Hier besteht nun die einzige
Möglichkeit, die für Freising so wichtigen Persönlichkeiten
wie den Vogt Udalschalk II.
und den Vizedom
Altmann unterzubringen. Ihrer Lebenszeit nach gehören sie
der Generation nach Udalschalk
I. an. Udalschalk II.
überkommt von den Brüdern
Udalschalk I. und Adalbero
die
Grafschaft an der Paar und die Freisinger Hochvogtei, muss also ihr nächster
Verwandter gewesen sein. Aber auch Altmann
muss
durch sein Vizedomamt in diesen engen Verwandtschaftskreis gehören.
Udalschalk II. und Altmann
werden
niemals Brüder genannt, aber kein erfassbarer Umstand spricht gegen
solche Beziehungen. Sie müssen auch deswegen Brüder gewesen sein,
weil ihre Namen bei den von Altmann ausgegangenen HIRSCHBERGERN wieder
vorkommen. eV.
c 1015 Oudalscalh
nQ 5, 240 n 1374, 245 n 138; Oudalscalh comes
nQ 5, 243 n 1378
c 1020 Oudalscalh comes
(Vogt von Freising) nQ 5, 238 n 1370; derselbe (Vogt des Domkapitels)
nQ 5, 453 n 1606;
c 1025 Vogt von Weihenstephan nQ 5, 267 n 1409, 358 f.,
MB 9, 358 f.
1033 26/6 Todtenwies AG Aichach liegt in der Grafschaft
des Grafen Oudalscalch DD 4, 253 f.
n 191
1033 21/7 ebenso Aindling AG Aichach (Grafschaft an der
Paar) DD 4, 260 f. n 196
c 1040 Benediktbeuren liegt in pago Houson in der Grafschaft
des Grafen Oudalscalch, gefälschte,
aber sachlich richtige Urkunde HEINRICHS III.
von 1048 22/10, wo nur die Jahreszahl nicht stimmen kann DD
5, 402 ff. n 207; IV.
c. 1040 Graf Udalschalk
gibt (letztwillig) an Obermünster QE 1, 167 f. n 20.
Verheiratet:
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c 1035 werden seine posteri genannt nQ 5, 284 n 1429,
diese haben ihn aber kaum überlebt. Seine Gattin muss Veranlassung
gewesen sein, dass die Grafschaft an der mittleren Paar an Otto I. von
Scheyern (WITTELSBACH n 1) kam, sie war also wahrscheinlich eine Tochter
des älteren Pegnitzgrafen Heinrich (LIUTPOLDINGER n 22).
oo N.N., Tochter des älteren Pegnitzgrafen
Heinrich
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Weinfurter Stefan: Seite 106
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"Heinrich II. Herrscher am Ende der Zeiten"
Noch ein weiterer Besitzschwerpunkt Kunigundes läßt sich in Bayern ausmachen. Er befand sich an der Westgrenze des Herzogtums im Bereich des Lechs. In einer ihrer Urkunden von 1025 wird festgehalten, daß sie dem Adligen Babo den Königshof Ecknach (nahe bei Aichach) anvertraute, damit dieser ihn an das Frauenkloster Kühbach (nordöstlich von Aichach) weitergebe. Dieses Frauenkloster war zwischen 1008 und 1011 von den Grafen von Kühbach-Hörzhausen gegründet worden. Diese Adelsfamilie, die mit den Grafen von Ebersberg verwandt war, muß zur Spitze des bayerischen Adels gezählt werden. Zu ihr gehörte Udalschalk I., der Vogt von Freising und für kurze Zeit, 1003 und 1004, Graf im Nordgau. Er hinterließ bei seinem Tod 1008 seinem Bruder Adalbero, dem Grafen von Kühbach-Hörzhausen, das Vermächtnis, mit einem Teil seines Erbes ein Kloster in Kühbach zu Ehren des hl. Magnus zu gründen. 1011war die Gründung vollzogen. Ihre Schwester Liutgard hatte einen Sohn namens Udalschalk (II.), der die Vogtei über Freising von seinem Onkel übernahm. In der Urkunde Kunigundes für Freising tritt er als Vogt auf. Auch Babo, der Empfänger der Schenkung Kunigundes, ist dieser Familie zuzurechnen, der Kunigunde offenbar in besonderer Weise verbunden war.
Weinfurter Stefan: Band I Seite 556
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"Die Salier und das Reich"
Der in der direkten Linie zuletzt auftretende Graf
Udalschalk wird wohl mit Recht mit dem ofterwähnten Hochstiftsvogt
Freisings in den Jahrzehnten vor 1030 allgemein als identisch angesehen.
Mit Sicherheit war der jüngste der Hauptlinie der
Grafen von Kühbach, Udalschalk
der Jüngere, Hochstiftsvogt von Freising und Vogt von Weihenstephan.
Den letzten Vertreter des Hauses haben wir vielleicht in jenem Babo
von Scheyern vor uns, aus dessen Händen, wie auch immer, die
Burg Scheyern in die des Freisinger Hochstiftsvogtes Otto, des ersten bekannten
WITTELSBACHERS, überging. Flohrschütz hält dessen Gemahlin
Haziga für eine Tochter jenes Babo, hat letztlich aber
keinen evidenten Beweis für diese an sich durchaus nicht von vornherein
abzulehnende These. Die Vorgänge bei der Verteilung des Erbes der
Grafen von Kühbach sind für uns nicht ganz klärbar.
Literatur:
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Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter,
Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 557-559,566,569,571 - Weinfurter,
Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich
Puset Regensburg 1999, Seite 106 -