OTTO II. DER ROTE                  Deutscher König (961/73-983)
-----------------------------                Römischer Kaiser seit 24.12.967
Ende 9557.12.983
                Rom

Begraben: Rom; St. Peter (Vatikanische Grotten)  

3. Sohn des Römischen Kaisers OTTO I. DES GROSSEN ( 7.5.973) aus dem Hause der LIUDOLFINGER-OTTONEN aus seiner 2. Ehe mit der Adelheid von Hoch-Burgund, Tochter von König Rudolf II. ( 11.7.937) und der Bertha von Schwaben
Bruder von Prinz Brun (
8.9.957), Prinz Heinrich (7.4. ca 954), Äbtissin Mathilde von Quedlinburg (7.2.999), Stief-Bruder von Herzog Liudolf von Schwaben (6.9.957), Erzbischof Wilhelm von Mainz (2.3.968), Herzogin Liutgard von Lothringen (18.11.953)
Neffe von
König Konrad dem Friedfertigen von Burgund ( 19.10.993), Herzog Heinrich I. von Bayern (1.11.955), Erzbischof Brun von Köln (10.10.965), Königin Gerberga von Frankreich (5.5. nach 968/84?), Herzogin Hadwig von Franzien (9.1. nach 958),
Cousin von
König Rudolf III. von Burgund (5./6.9.1032), Herzog Heinrich II. dem Zänker von Bayern (28.8.995), König Lothar III. von Frankreich ( 2.3.986), König Hugo Capet von Frankreich (24.10.996), Herzog Karl von Nieder-Lothringen ( nach 991), Herzog Odo von Burgund (23.2.965), Herzog Otto-Heinrich von Burgund (15.10.1002), Bischof Burchard II. von Lyon (10.6.1031), Königin Bertha von Frankreich ( nach 1010), Königin Mathilde von Burgund ( 26.11. nach 981), Herzogin Gerberga (Guepa) von Schwaben (7.7.1018/19), Herzogin Beatrix von Ober-Lothringen (23.9.nach 987), Herzogin Emma von der Normandie (18.3.968), Gräfin Mathilde von Genf, Äbtissin Mathilde von Essen (6.11.1011)
Onkel von Herzog
Otto I. von Bayern und Schwaben (
31.10.982), Äbtissin Mathilde von Essen (6.11.1011), Gräfin Richlinde im oberen Donaugau, Herzog
Otto von Kärnten ( 4.11.1004)
Enkel vom
Ostfränkisch-Deutschen Königs HEINRICH I. ( 2.7.936) und der Mathilde von Ringelheim  

Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte  1567
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2. Otto II., Kaiser, deutscher König
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* 955, 7. Dezember 983 in Rom

Begraben: ebd., St. Peter (Vatikanische Grotten)

Eltern: Kaiser Otto I. und Adelheid, Tochter König Rudolfs II. von Burgund

  oo 14. April 972 Theophanu ( 991), Nichte des byzantinischen Kaiser Johannes I. Tzimiskes

Kinder:
Adelheid (1043), Äbtissin von Quedlinburg
Sophia (1039), Äbtissin von Gandersheim und Essen
Mathilde ( 1025; oo Pfalzgraf Ezzo von Lotharingien)
Kaiser Otto III. ( 1002)

OTTO II., der im Alter von sechs Jahren im Mai 961 auf einem Reichstag zu Worms zum König gewählt und in Aachen gekrönt worden war, trat nach dem Tode seines Vaters ohne auf Widerstand zu stoßen im Reich die Nachfolge an. Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen OTTOS I. mit Byzanz war er bereits Weihnachten 967 von Johannes XIII. zum Mit-Kaiser gekrönt worden. Zwar war es nicht gelungen, eine purpurgeborene Prinzessin für den Thronfolger zu gewinnen, doch bedeutete OTTOS II. Vermählung mit Theophanu die Anerkennung des westlichen Kaisertums durch die alte Kaisermacht in Byzanz. Wie seine Gemahlin hochgebildet, nahm OTTO II. persönlich an den die Zeitgenossen bewegenden geistigen Fragen Anteil. In seiner Umgebung hielten sich zeitweilig Gerbert von Aurillac und der gelehrte Abt Adso von Montier-en-Der auf. In diesem Umfeld reiften die Gedanken für eine eigenständige Italien-Politik.
Die ersten sieben Jahre seiner Regierung war
OTTO II. vollauf mit der Behauptung der königlichen Macht gegenüber inneren und äußeren Gegnern beschäftigt. Im Norden gelang ihm nach einem Vorstoß des dänischen Königs Harald Blauzahn die Sicherung der Reichsgrenze bis zur Schlei (974).
Durch eine Verschwörung des Bayern-Herzogs Heinrich des Zänkers (31. H.), an der die Fürsten Boleslav II. von Böhmen und Mieszko I. von Polen beteiligt waren, sah sich
OTTO II. auch zum Eingreifen im Südosten genötigt. Die nach der Verurteilung Heinrichs des Zänkers anstehende Verfügung über das bayerische Herzogtum benutzte OTTO II. zu einer Reorganisation des südöstlichen Reichsgebiets. Im Zuge der damit verbundenen Zurückdrängung der bayerischen LIUDOLFINGER ging auch der Einfluß der Kaiserin-Mutter Adelheid zurück.
Ein weiterer Konfliktherd bestand in Lotharingien. Als
OTTO II. 977 das seit dem Tode Bruns unbesetzt gebliebene Herzogtum Nieder-Lothringen an den westfränkischen KAROLINGER Karl verlieh, zog er sich die Feindschaft des mit seinem Bruder zerstrittenen Königs Lothar zu. Bei einem überraschenden Vorstoß des französischen Königs bis nach Aachen (Juni 978) vermochte sich OTTO II. nur durch eilige Flucht zu retten. Ein von OTTO II. noch im selben Jahr unternommener Vergeltungs-Feldzug bis vor Paris führte jedoch zu keiner Entscheidung. Erst die Begegnung der beiden Könige in Margut-sur-Chiers (Mai 980) brachte die Beilegung des Streits durch den Verzicht des KAROLINGERS auf Lotharingien.
In seiner Italien-Politik ging
OTTO II. über die von seinem Vater beschrittenen Bahnen hinaus. Von Anfang an verfolgte er das Ziel, Süd-Italien zu erobern und damit ganz Italien unter seine Herrschaft zu bringen. Das aber bedeutete notwendigerweise die Beseitigung der byzantinischen wie der sarazenischen Herrschaft in Süd-Italien. In diesem Zusammenhang erhielt der von OTTO II. seit 982 geführte Titel »Romanorum imperator augustus« programmatische Bedeutung. Nach der Rückführung des aus Rom vertriebenen Papstes Benedikt VII. wandte sich OTTO II. Ende 981 nach Süd-Italien. Nach einem erfolgreichen Vorstoß nach Apulien erlitt das kaiserliche Heer am Capo Colonne (13. Juli 982) eine vernichtende Niederlage, aus der sich OTTO II. nur durch abenteuerliche Flucht zu retten vermochte. Auf einem Reichstag zu Verona (Mai 983) verstand es OTTO II., die weitere Unterstützung der deutschen Fürsten gegen Zugeständnisse unter anderem bei der Besetzung der süddeutschen Herzogtümer zu erlangen. Erfolgreich war er auch in dem Bemühen, den Bestand der ottonischen Dynastie durch die Wahl seines dreijährigen Sohnes OTTO (III.) zum König zu sichern. Mitten in den Vorbereitungen für einen neuen Feldzug erlag OTTO II. in Rom den Folgen einer Malaria-Erkrankung, nachdem er noch die Nachricht vom Zusammenbruch der Grenzverteidigung an Elbe und Saale infolge des Slaven-Aufstandes vom Sommer 983 erfahren hatte. Als einziger deutscher Kaiser fand er in St. Peter sein Grab.
OTTO II., dem bereits von den Zeitgenossen Unausgeglichenheit und Eigenwilligkeit nachgesagt wurde, hat bei Mit- und Nachwelt ein unterschiedliches Echo gefunden. Zweifellos haben die gegen Ende seiner Regierung eingetretenen Rückschläge im Süden und Osten sein Bild getrübt. Dennoch bleibt festzuhalten, daß es ihm gelungen ist, die von seinem Vater begründete Machtstellung des Reiches im ganzen zu behaupten. Deutschland, B.IV.
T. Struve

Quellen:
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MGH DD O.II., ed. Th. Sickel, 1888
Thietmar v. Merseburg, Chronicon, ed. R. Holtzmann (MGH SRG NS 9, 1935); zweisprachige Ausg. v. W. Trillmich (Ausg. Q. 9, 1957) 
RI II, 2

Literatur:
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ADB XXIV, 597-611
Gebhardt 9 I, 259-264
Hauck III, 240-243
HEG I, 696-700
K. Uhlirz, JDG O. II. und O. III., Bd. 1, 1902
R. Holtzmann, Gesch. der sächs. Ks.zeit, 1941 [Neudr. 19614], 250-291
W. Ohnsorge, Das Mitksm. in der abendländ. Gesch. des frühen MA, ZRGGermAbt 67, 1950, 309-335 [Ders., Abendland und Byzanz, 1958, 261-287]
M. Hellmann, Die Ostpolitik Ks. O.s II. (Fschr. H. Aubin, 1956), 49-67
B. Askani, Das Bild Ks. O.s II., 1963
W. Ohnsorge, Die Heirat Ks. O.s II. mit der Byzantinerin Theophanu (972), Braunschweig. Jb. 54, 1973, 24-60 [W. Ohnsorge, Ost-Rom und der W, 1983, 128-172]
H. Wolfram, Lat. Herrschertitel im neunten und zehnten Jh. (Intitulatio II [MIÖG Ergbd. 24], 1973), 87ff., 135ff.
P.E. Schramm-F. Mütherich, Die dt. Ks. und Kg.e in Bildern ihrer Zeit, 1983, 192-197, 87-94 [Abb.]
E. Hlawitschka, Vom Frankenreich zur Formierung der europ. Staaten- und Völkergemeinschaft, 1986, 132-139
H. Beumann, Die Ottonen, 1987, 113-126 [Lit.]
E. Hlawitschka, Ks. O. II. (Ma. Herrscher in Lebensbildern, hg. K. Schnith, 1990), 144-154
N. Gussone, Trauung und Krönung (Ksn. Theophanu II, hg. A. von Euw-P. Schreiner, 1991), 161-173
Deutschland.


Hlawitschka Eduard: Seite 138
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"Die Ahnen der hochmittelalterlichen deutschen Könige, Kaiser und ihrer Gemahlinnen. Ein kommentiertes Tafelwerk Band I 911-1137"

IX : König und Kaiser Otto II. (961 bzw. 967-983)

1 : König und Kaiser Otto II.

Geboren wurde OTTO II. zu Ende 955; vgl. dazu die Zeitbestimmung bei BMik nr. 574 d. Das Geburtsjahr ergibt sich aus Contin. Regin. ad 955, MGH SS rer. Germ. Seite 168 (als letzter Jahreseintrag nach der Meldung über den Tod Herzog Heinrichs von Bayern [1.XI.955]:
Otto filius regis mascitur.
Dazu Ann. Lobiens. ad 961, MGH SS 13 Seite 234:
961 dominus noster Otto, aequivocus patris, consors paterni regni asciscitur et septiformi gratia spiritus sancti in palatio Aquensi, septem hebdomadibus a pascha transactis, die pentecosten et hora, qua Spiritus sanctus super discipulos venit, VII. kalend. iun., Iuna VII., anno aetatis suae VII. - Vgl. auch G. WOLF, Kleine Beiträge Seite 182.
Zur Verheiratung am 14. April 972 in Rom vgl. die Quellenzusammenstellung bei BMik nr. 597 e und nr. 598 (= Heiratsurkunde MGH D O II 21 vom 14.IV.972: ego Otto ... consultu ... genitoris nostri Ottonis ... Theophanu, Iohannis Constantinopolitani imperatoris neptim clarissamam, in maxima Romulea urbe ... in copulam legitimi matrimonii consortiumque imperii despondere ... decrevi). Vgl. auch bei X : Kaiserin Theophanu nr. 1.
Zum Todesdatum OTTOS II. - 7.XII.983 - und zu seiner Bestattung in der Vorhalle von St. Peter in Rom vgl. die erschöpfende Quellenauflistung bei BMik nr. 919 e. Die geschehensnächsten bzw. bestunterrichteten Quellen nennen VII. id. dec.; so zum Beispiel Merseburger Totenbuch, ed. E. DÜMMLER Seite 245 (Sonderausgabe Seite 23), Lib. mem. et necrol. NS 2 Tafel 16; Ann. necrol. Fuldens. ad 983, MGH SS 13 Seite 205, ed. K. SCHMID, Klostergemeinschaft von Fulda I Seite 343f.: Grabschrift MGH Poetae Lat. 5 Seite 474 nr. 5:
Otto decus divum, caesar clarissime, nobis/Immeritis rapuit te lux septana Decembris;
Thietmar von Merseburg, Chron. lib. III cap. 24/25, MGH SS rer. Germ. NS 9 Seite 128f.:
Anno dominicae incarnationis DCCCCLXXXIII. imperator Verone placitum habuit ... Post paucos dies discedebant ...; namque imperator, cum Romam veniret ... VII. Id. Decemb. ex hac luce subtractus est; terreque commendatur, ubi introitus orientalis paradis domus sancti Petri cunctis patet fidelibus. Andere Quellen geben VI. id. Decembr. an; vgl. bei BMik nr. 919 e.


G
locker Winfrid: Seite 281

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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik"

V. 9. OTTO II. DER ROTE
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* 955 Ende, 983 XII.7.

961 V.26. MIT-KÖNIG
967 XII.25. MIT-KAISER

972 IV 14
  oo THEOPHANU
      * c 945/59, 991 VI 15   

OTTO II. ist als Sohn König OTTOS I. und dessen zweiter Gemahlin Adelheid bezeugt durch Widukind III c. 12, Seite 110 und den Continuator Reginonis a. 955, Seite 168, in verschiedenen DD O I., so zum Beispiel im D O I. 215; zu weiteren Belegen vgl. BMi. 574d.
Die Überlegungen, die wir oben V,8 zum Geburtszeitpunkt von OTTOS Schwester Mathilde angestellt haben, bestimmen auch unsere Festlegung der Geburtszeit für OTTO II. Die Quellen für den Todestag OTTOS II., seine Erhebung zum Mit-König am 26.5.961 und die zum Mit-Kaiser sind bei BMi. unter den Nrn. 919e, 574f und 592g zusammengestellt.
Verschiedene Hypothesen zur Herkunft der Kaiserin Theophanu sind im 1. Teil, Seite 154f., kurz angerissen. Hier sei nochmals das einzig gesicherte Wissen zu dieser Frage vorgetragen:
Theophanu
war die "neptis" des regierenden byzantinischen Basileus Johannes Tzimiskes und kam "de palatio". Die gegebene Eingrenzung für Theophanus Geburtsjahr orientiert sich an den Überlegungen von Hofmeister, Studien Seite 232 ff.; Collenberg, Theophanu Seite 64f. nimmt dagegen an, das Brautpaar sei annähernd gleichaltrig gewesen und grenzt hiermit den fraglichen Zeitraum auf 955/59 ein. Die Quellenbelege zur Heirat sind zusammengestellt bei BMi. 597e. Zu Tag und Jahr des Todes der Theophanu vgl. BU. 1035b.

Kinder Kaiser OTTOS II.
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Wie die Kinder Kaiser OTTOS II. und der Kaiserin Theophanu denn altersmäßig zu reihen sind, ist von der Forschung in den 50-er Jahren unseres Jahrhunderts sehr kontrovers diskutiert worden. Zwar geben uns die Quellen einen gewissen Einblick in die Altersverhältnisse der Kinder des Kaiserpaares, doch sind diese Nachrichten interpretationsbedürftig und auslegungsfähig. Die Quellenlage ist eingehend bei Hofmeister, Studien, dargestellt. Dieser entschied sich für die Reihung:
    1. (2.?)     Mathilde    973/75 (oder 974/76?)
    2. (1.?)     Sophie       974/76 (oder 973/75?)
    3.             Adelheid     977
    4.             NNw         978 vor 8.10.980
    5.            OTTO III.   980
Etwa zur gleichen Zeit wie Hofmeister wurde Mathilde Uhlirz bei der Bearbeitung der "Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Otto III." auf Interventionen der Kaiserin Theophanu zugunsten von Nonnen-Klöstern aufmerksam und vermutete, diese Interventionen ständen im Zusammenhang mit der Geburt ihrer jeweiligen Kinder. Weiter verwertete sie als Fixpunkte die Angaben bei Thietmar, bei dem Adelheid an der erster und Sophie an der zweiter Stelle genannt ist, und zudem die Angabe des Annalista Saxo, der Mathilde als "tercia" bezeichnet. Sie kam so zu der Reihung:
   - Adelheid      Mai 977 in der Gegend von Metz
   - Sophie         Ende Juni oder Anfang Juli 978 in der Umgebung von Maastricht-Nivelles
   - Mathilde     Juli-August, spätestens Anfang September 979  in oder in der Nähe von Gandersheim
   - OTTO III.   (und vermutlich auch eine Zwillings-Schwester, die bald starb)
                         im Juli 980 im Reichswald Ketil bei Nimwegen
Die verschiedenen Ansätze, die in der Forschung zur Frage der Reihung der Kinder OTTOS II. vorgetragen wurden, sind hier so ausführlich dargestellt, weil im Folgenden eine von Hofmeister und Uhlirz abweichende Reihung vorgenommen wird, die sich an die kritische Sichtung der Ansätze durch Perst orientiert. Unsere Reihung weicht insbesondere auch von derjenigen Reihung ab, die Mathilde Uhlirz in den weit verbreiteten "Jahrbüchern der Deutschen Geschichte" vorgenommen hat. Doch hat Perst meines Erachtens mit überzeugenden Gründen die Stichhaltigkeit seiner Reihung dargetan.


Althoff Gerd: Seite 373
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"Adels- und Königsfamilien"

                                                     K 47

Lü:  7.12.   Otto imp qui dedit teloneum de salina    983 Kaiser OTTO II.
Me:  7.12. Otto imp

Der Salzzoll wurde dem Lüneburger Konvent bereits durch OTTO DEN GROSSEN geschenkt; vgl. D O I, Nr. 183 vom 13. August 956 und Bork, Billunger, Seite 54f. gegen Köpke-Dümmler, Otto der Große, Seite 578f., wo die Echtheit der Urkunde auf Grund der Notiz des Lüneburger Necrologs angezweifelt wird.
Allg. vgl. Biogr. Wörterbuch 2, Spalte 2095f.; FW K 30.
Zum Todesdatum: BMi Nr. 919e.


Schwennicke Detlev: Tafel 10
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

OTTO II.
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* 955, Rom 7.XII.983

Begraben: Rom S. Pietro

Aachen 26. V 961 MIT-KÖNIG
25. XII 967 MIT-KAISERr

   14.IV.972
  oo THEOPHANU, 984/91 REGENTIN, LAIEN-ÄBTISSIN von NIVELLES
              Nimwegen 15. V 991

Begraben: Köln St. Pantaleon

neptis des basileus Ioannes Tzimiskes 


Hlawitschka; Eduard: Seite 145
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"Kaiser Otto II." in: Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern.

KAISER OTTO II.
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* Ende 955 (hierfür siehe zuletzt W. Glocker, Die Verwandten ... Seite 280f.)
7.12.983 in Rom

Grabstätte: Vorhalle von St. Peter, seit 23.4.1618 in den Vatikanischen Grotten unter der Peterskirche in Rom

Eltern: Kaiser OTTO I. und Adelheid

   14.4.972 in Rom
  oo THEOPHANU
       * ca. 950/59, 15.6.991 in Nimwegen

Grabstätte: Kirche St. Pantaleon in Köln

984-991 Regentin für ihren Sohn OTTO III.
Zur Herkunfts-Familie Theophanus vgl. W.H. Graf Radt von Collenberg, Wer war Theophanu?, Geneal. Jb. 4 (1964) Seite 49-71 und P.E. Schramm, Kaiser, Basileus und Papst in der Zeit der Ottonen, in: ders., Kaiser, Könige und Päpste, Band III (1969) Seite 204ff., 240ff.

Nichte des byzantinischen Kaisers Johannes Tzimiskes


Am 26.5.961 wurde OTTO II. zum deutschen König, am 24.12.967 zum römischen Kaiser gekrönt. OTTO II., auf dessen Regierung die Kaiserin
Thephano, Erzbischof Willigis von Mainz und Bischof Dietrich von Metz bedeutenden Einfluß ausübten, übernahm ein relativ festgefügtes Reich. Er hatte zwar noch eine imperiale Machtstellung inne, doch kam es unter ihm zu einer Schwächung des deutschen Königtums. Bei seinem Tode hatte das ottonische Imperium seinen Höhepunkt bereits überschritten, wenn es OTTO II. auch im wesentlichen gelang, die väterliche Position in Deutschland und Ober-Italien zu wahren. Im Jahre 974 erhob sich Heinrich II. der Zänker von Bayern gegen OTTO II. Zusammen mit seiner Mutter Judith suchte er die Unabhängigkeit Bayerns wiederherzustellen. Hedwig, die Schwester des Zänkers, die mit Burchard III. von Schwaben vermählt war, wollte nach dessen Tode im November 973 eine Annäherung  Schwabens an Bayern herbeiführen. Gegen diese drohende Machtkonstellation ging OTTO II. vor. Entgegen dem bayrischen Bestrebungen gab er das schwäbische Herzogtum seinem Neffen Otto. Jetzt verbündete sich Heinrich der Zänker mit Bischof Abraham von Freising und den Herzögen Boleslav II. von Böhmen und Mieszko I. von Polen gegen OTTO II., der jedoch die Verschwörung entdeckte und die Verschwörer gefangensetzte. Im gleichen Jahr unterwarf OTTO II. Harald Blauzahn von Dänemark, der in Nord-Deutschland eingefallen war. 975 fiel OTTO II. in Böhmen ein und bekriegte Herzog Boleslav II., der den opponierenden Herzog Heinrich von Bayern unterstützte. Auf dem Reichstag in Regensburg 976 setzte er Heinrich den Zänker ab und übertrug das Herzogtum Bayern Otto von Schwaben. OTTO II. versuchte nun das Herzogtum Bayern zu schwächen, indem er es verkleinerte. Er bildete ein selbständiges Herzogtum Kärnten, das Heinrich der Jüngere erhielt; der bayrische Nordgau wurde abgetrennt und zur Nordmark umgestaltet. 977 erhob sich Heinrich der Zänker erneut, von Bischof Heinrich von Augsburg und Herzog Heinrich von Kärnten unterstützt, gegen OTTO II. Der Hoftag zu Magdeburg (März 978) beendete die Kämpfe der letzten vier Jahre, Heinrich von Kärnten wurde des Landes verwiesen; sein Herzogtum erhielt Otto, der Sohn Konrads des Roten. Heinrich der Zänker wurde dem Bischof Volkmar von Utrecht zur Haft übergeben. OTTO II. und Lothar von Frankreich schlossen nach wechselvollen Kämpfen 980 den Frieden von Margut-sur-Chiers, in dem Lothar freiwillig auf Lothringen verzichtete.
Im September 980 zog der Kaiser über den Septimer Paß nach Ober-Italien, wo es auf der Straße zwischen Mailand und Pavia zu einer entwürdigenden Aussöhnung zwischen dem Kaiser und seiner Mutter Adelheid kam, die er zwei Jahre zuvor wegen anhaltender Streitigkeiten vom Hofe verbannt hatte und die seitdem als Stellvertreterin des Kaisers in Ober-Italien in Pavia residierte. Mutter und Sohn umarmten sich im Straßenstaub liegend und weinten wie die Kinder. Die Entfernung Adelheids aus der kaiserlichen Umgebung resultierte aus der unüberbrückbaren Abneigung der hochkultivierten Theophano gegenüber der eher biederen Adelheid, die es nicht unterlassen konnte, auf ihre schwiegermütterliche Art Einfluß in die intimsten Familienangelegenheiten des Kaiserpaares zu nehmen.
Auf seinem Italienzug (980-983) führte OTTO II. den von den Römern vertriebenen Papst Benedikt VII. nach Rom zurück, nannte sich seit 982 im Unterschied zu OTTO I., der den römischen Kaisertitel nicht führte, "Romanorum imperator augustus" und wandte sich nach dem von den Sarazenen verwüsteten Süd-Italien und eroberte Bari und Tarent. Nahe dem Ort Cotrone am Kap Colonne besiegten die deutschen Panzerreiter am 13.7.982 die Sarazenen unter dem Emir von Palermo, Abu Kassim. Doch Sorglosigkeit und Siegestaumel kehrten den Erfolg in das Gegenteil. Das Heer geriet in einen Hinterhalt und wurde fast gänzlich aufgerieben. OTTO II. konnte sich gerade noch der Gefangennahme entziehen, indem er sich mit einigen Freunden auf ein Schiff rettete, dessen Kapitän Kurs auf Konstantinopel nahm. Mit List gelang es den Deutschen, in der Nähe des Hafens Rossano schwimmend zu entkommen. Die Niederlage beendete mit einem Schlag den mühsam vom Vater aufgebauten Respekt vor der Schlagkraft des Reiches. Kaiser OTTO II. zog sich nach Verona zurück, gesundheitlich gezeichnet und demoralisiert. Auf dem Reichstag von Verona (Mai-Juni 983) billigten die großen Feudalherren die Eroberungspolitik OTTOS II. und erhoben seinen 3-jährigen Sohn als OTTO III. zum König. Im gleichen Jahr erhoben sich Liutizen, Obotriden, Tschechen und südliche Elb-Slawen gegen die Bedrückung durch sächsische Große, überrannten in breiter Front die Ost-Grenze, plünderten die Städte und zerstörten die Dörfer. Einem Heer der sächsischen Grafen unter dem Erzbischof Giselher von Magdeburg gelang schließlich der Sieg über die Slawen.

OTTO II. starb an einer fiebrigen Darmkrankheit, die er durch unmäßige Einnahme von Abführmitteln zu bekämpfen suchte. Er wurde in der Peterskirche in Rom beigesetzt.

Adelheid Kaiserin und Heilige 931 bis 999: Seite 58
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Charakter
Die schwächste Stelle in dieser neuen Führung war der Kaiser selbst. Er hatte viele gute Eigenschaften. Aber er neigte zu Ungeduld und Selbstüberschätzung. In seiner engsten Umgebung war er harmoniebedürftig und scheute Konflikte. Deshalb ließ er sich leicht beeinflussen. Hatte er aber das Gefühl, von jemand ausgenutzt oder falsch geführt worden zu sein, dann konnte er in heftigsten Zorn ausbrechen und war zu ungerechten und unberechenbaren Reaktionen fähig. So ließ er 979 den sächsischen Markgrafen Gero ohne einsehbaren Grund hinrichten, weil er von dessen Gegnern entsprechend präpariert worden war. Einige seiner Günstlinge am Hof, so der zur Familie gehörende Bischof Dietrich von Metz, wussten diese Schwäche für ihre Zwecke und Stellung zu nutzen.

 
 
 
 

 14.4.972
   oo Theophano Sklerina, Nichte des Kaisers Johannes I.
        ca 945/5915.6.991
 
 
 

 Kinder:

  Adelheid Äbtissin von Quedlinburg (999-1045)
  ca 5.97714.1.1043

  Sophie Äbtissin von Gandersheim und Essen
  Herbst 975 27.1.1039

  Mathilde
  Sommer 9784.11.1025

 991
  oo Ezzo Pfalzgraf von Lothringen
       955 21.5.1034

  Tochter
  Sommer 979 vor 8.10.980

  OTTO III.
  Ende 6./Anfang 7.980 23.1.1002



Chroniken:
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Adalberts Fortsetzung des Regino. in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte Band VIII Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1977 Seite 212,216,224,228,230 - Adam von Bremen: Hamburgische Kirchengeschichte. in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters Band XI Seite 242,256,366 - Annalista Saxo: Reichschronik Seite 22,25,28,29-33,36,70 - Hermann von Reichenau: Chronicon. in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters Band XI Seite 644,648,650,668 - Lampert von Hersfeld: Annales/Annalen Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 2000 Seite 30-36 - Liudprands von Cremona: Werke in: Quellen zur Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Band VIII Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1977 Seite 498, 504,520,522,526,530 - Thietmar von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite 34,48,50,68,72,74,80-114,118, 120,154,242,376,460,476 - - Wipos Leben Konrads II. in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters Band XI Seite 524,570 -   

Literatur:
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