Begraben: Wenzelskapelle des Schlosses zu Prag
Jüngste Tochter des Grafen
Hermann
II. von Cilli
(†
13.10.1435)
aus dem Hause SANNEGG und
der Anna von Schaunberg, Tochter von Graf
Heinrich VII. († 9.X.1390) und der Ursula von
Görz-Tirol
Schwester
von Gräfin Elisabeth von Görz († 1424/26), Gräfin Anna von Garay (†
nach
23.6.1438), Graf Friedrich II. von Cilli († 9.6./ 13.7.1454), Ludwig von Cilli († 1417) und Graf Hermann III. von Cilli († 30.7.1426),
Stief-Schwester von Bischof Hermann von Freising († 13.12.1421),
Enkelin von Graf
Hermann
I. von Cilli († 21.3.1385)
und der
Katharina von
Bosnien,
Verwandte von Königin
Elisabeth
Kotromanic von Ungarn († vor
16.1.1387 ermordet),
Königin Maria von Ungarn († 17.5.1395), Königin
Jadwiga (Hedwig) von Polen († 17.7.1399) und Königin Anna
von Polen († 20./ 21.3.1416)
Lexikon des Mittelalters: Band I
Spalte 1433
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Barbara von Cilli, Königin und
Statthalterin von Böhmen (1437)
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* 1390/95, † 11. Juli
1451 in Melník, Böhmen
Eltern: Graf Hermann II. von Cilli und Gräfin Anna von Schaunberg
oo Kaiser Siegmund (1408)
Die mehrfache Statthalterin von Ungarn
hat die Politik ihres Gemahls erheblich beeinflußt. Nach der
Anerkennung SIEGMUNDS zum
König in Böhmen zur Königin gekrönt. Nach SIEGMUNDS Tod wandte sie sich
aus alter Feindschaft gegen die Thronfolge ihres Schwieger-Sohns, König ALBRECHT II. (1438/39), in
Böhmen und förderte (erfolglos) die Kandidatur des Sohnes des
Polen-Königs Wladyslaw
Jagiello, Kasimir (IV.),
wohl auch im Rahmen weitreichender Unionspläne.
G. Hödl
Literatur:
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NDB II, 581
H. Chilian, B. v. Cilli [Diss. Leipzig 1908]
R. Urbánek, Vek podebradský, 3 Bde (Ceské
dejiny III, 1-3, 1915-30)
H. Dopsch, Die Gf.en v. Cilli Ein Forschungsproblem?,
Südostdt. Archiv 17/18, 1974/75 [Überblick über Q. und
Lit.].
SIGISMUND
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* Prag 14.II.1368,
† Znaim
9.XII.1437
Begraben: Großwardein
11.VI.1378/1395 und 1411/15 MARKGRAF
VON BRANDENBURG
Stuhlweißenburg
10.VI.1386 als KÖNIG VON
UNGARN gewählt
Stuhlweißenburg 31.III.1387 gekrönt
Frankfurt 14.IX.1410 als KÖNIG
gewählt,
bestätigt
21.VII.1411
Aachen 8.XI.1414 mit Gemahlin gekrönt
Hradschin 28.VII.1410 KÖNIG VON BÖHMEN
Prag 27.VII.1420 gekrönt
Mailand 25.XI.1431 KÖNIG VON ITALIEN
31.V.1433 KAISER
X 1385
I. oo
MARIA,
1382 KÖNIGIN VON UNGARN
(ANJOU-SIZILIEN)
* 1370,
† Ofen 17. V 1395
Begraben: Warasdin
Tochter von Ludwig dem Großen König von Ungarn und Polen
1406/08
II. oo BARBARA VON CILLI
* (1390/95),
† Melnik
an der Pest 11.VII.1451
Tochter von Graf Hermann II.
1412 STATTHALTERIN von UNGARN
Prag 11.II.1436 KÖNIGIN von BÖHMEN
Der König, seit 1395 verwitwet,
vor der von den
Landesherren
mißbilligten Heirat mit der schlesischen
Herzogs-Tochter Margarete
von Brieg 1401 nicht nur wegen der Vernachlässigung
seiner
Amtspflichten, sondern auch wegen seines ausschweifenden Lebenswandels
in Gefangenschaft der Landesherren geraten, hatte sich seine
Freilassung
nicht zuletzt durch die Verlobung
mit der noch im Kindesalter stehenden
Magnaten-Tochter Barbara von Cilli erkauft,
die er zwischen 1405 und 1408 dann auch ehelichte.
Katharina
von Podiebrad wurde
für die Bestreitung ihrer Hofhaltung ein Jahrgeld von 7.000 Gulden
gewährt und die Nutzung der umfangreichen Besitzungen
übertragen,
die Barbara von Cilli, die zweite
Gemahlin
Kaiser SIGISMUNDS,
als Königin
von Ungarn inegehabt hatte.
Hoensch, Jörg K.: Seite
233,307
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"Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche
Dynastie
gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437."
Das Herzogtum Luxemburg kam als
Pfandbesitz in die
Hände
der Elisabeth
von Görlitz,
der
Gemahlin Herzog Antons von Brabant.
Bislang konnte allein SIGISMUND
aus seiner um 1407 eingegangenen zweiten Ehe mit der jungen Barbara
von Cilli ein 1409 geborenes Kind, die Tochter Elisabeth,
als präsumptive Erbin der Dynastie vorweisen.
Die Stände der Länder der
böhmischen
Krone
ließ er wissen, daß er seine
Tochter Elisabeth
und ihren Gatten Albrecht V., Herzog
von Österreich und Markgraf von Mähren, zu aller
seiner
Länder und Königreiche einsetzen wolle; auf einem zum 18.
Dezember
nach Prag einberufenen Landtag sollten
definitive Abmachungen über
die Regierungsübergabe getroffen werden. Die präsumptiven
Nachfolger
sträubten sich aber, zu Lebzeiten des Kaisers die Herrschaft in
dem
von Unruhen heimgesuchten Land anzutereten, zumal Königin
Barbara Kontakte zu einigen mit
der Entwicklung
unzufriedenen
Baronen und utraquistischen Kleriker geknüpft hatte. Da der etwa
45
Jahre alten Barbara bereits zu
Lebzeiten
SIGISMUNDS
unterstellt wurde, eine Eheschließung mit dem gerade 13 Jahre alt
gewordenen polnischen Monarchen vorzubereiten, gab noch ihr Gemahl den
Befehl, sie gefangenzunehemn, um Wahl und Herrschaftsübernahme Albrechts
nicht zu gefährden. Obgleich es SIGISMUND
nicht
gelungen war, "sinen son von Österich" vorzeitig in Ungarn
zu seinem Sukzessor einzusetzen, konnte er imerhin davon ausgehen,
daß
seine Tochter Elisabeth
nach seinem
Tod als Landesherrin und Regentin allgemeine Anerkennung finden und
ihrem
Gemahl die Stephanskrone sichern werde.
6.12.1405
oo SIGISMUND Römisch-deutscher
König
15.2.1368 † 9.12.1437
Kinder:
Elisabeth von Luxemburg
1409
† 19.12.1441
28.9.1421
oo ALBRECHT II. von Habsburg
König
des Deutschen Reiches
16.8.1397
† 27.10.1439
Literatur:
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Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger.
Eine
spätmittelalterliche
Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W.
Kohlhammer
2000 Seite 233,307 - Hoensch, Jörg
K.:
Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit 1368-1437. Verlag
C.H. Beck München 1996 Seite 106-603 - Hoensch,
Jörg K.: Matthias Corvinus. Diplomat, Feldherr und Mäzen.
Verlag
Styria Graz Wien Köln 1998 Seite 25,28,71 - Krieger,
Karl-Friedrich:
Die Habsburger im Mittelalter. Von Rudolf I. bis Friedrich III. Verlag
W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1994, Seite 159 - Palacky
Franz: Geschichte von Böhmen 1842 - Schwennicke Detlev:
Europäische
Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt
am
Main 1998 Tafel 82 - Theuer
Franz: Der Raub der Stephanskrone. Der Kampf der Luxemburger,
Habsburger, Jagiellonen, Cillier und Hunyaden um die Vorherrschaft im
pannonischen Raum. Edition Roetzer Eisenstadt 1994 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische
Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G.
Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 - Veldtrup,
Dieter: Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den
dynastischen
Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit
Verlag Fahlbusch/Hölscher/Rieger Warendorf 1988 Seite 405 - www.wikipedia.de -