Theudegisel                                   König der Westgoten (548-549)
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um 500 Dezember 549 ermordet
              Sevilla
 

Sohn des N.N.
 

Thiele, Andreas: Tafel 218
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

THEUDEGISEL
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   549 ermordet

Theudegisel war wohl mit Theudis verwandt, dessen Feldherr und war mehrmals siegreich gegen die MEROWINGER. Er rebellierte 548 mit gegen Theudis, folgte als Wahl-König und wurde bald ermordet, da er sehr willkürlich und brutal herrschte.



Dahn Felix: Seite 119
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"Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas."

Auf dem raubbeladenen Rückzug hätten die Franken in den Pyrenäenpässen von dem Feldherrn Theudigisel vernichtet werden können, wenn nicht der durch Geld Bestochene ihnen einen Tag und eine Nacht unverfolgten Abzugs gegönnt hätte.
Sein Nachfolger, der obenerwähnte Feldherr Theudigisel, fand schon nach siebzehn Monaten (549) das gleiche Ende. Er scheint die Katholiken unterdrückt zu haben, wenigsten spottete er über ein katholisches Wunder, das er "ein Stücklein der Römischen" nannte. Da er die Männer der Frauen, denen er nachstellte, umbringen ließ, verschworen sich die Rächer zu seinem Verderben. Als der König mit seinen Freunden fröhlich zechend an der Abendtafel in seinem Palast zu Sevilla saß, löschten sie plötzlich die Lichter und durchbohrten ihn mit dem Schwert.

Offergeld Thilo: Seite 90,98
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"Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter."

In der Zeit dieser existentiellen Bedrohung zeigte sich eine, kaum überraschende Rückkehr der Ostgoten zu verstärkt heerköniglichen Auffassungen. Obgleich Mitglieder der AMALER-Sippe zumindest anfangs noch vorhanden waren [142 Zum Beispeil Amalafridas, der Sohn Amalabergas, der freilich 540 nach Byzanz verbracht wurde, oder Theodahads Sohn Theudegisklos, eventuell identisch mit den Westgoten-König Theudegisel (zur Debatte um die Gleichsetzung vgl. zuletzt Wolfram, Goten Seite 467 Anm. 28). Überdies muß es eine ganze Reihe entfernter verwandter AMALER im Reich gegeben haben, vgl. Grierson, Election Seite 9, mit dem Hinweis auf Jordanes, Getica c. 266, Seite 126 bzw. 110.], wurden durch ihre persönliche Eignung charakterisierte Heerführer zu Königen gewählt.
Bei den Erhebungen neuer Könige läßt sich zwischen Wahl und Usurpation kaum unterscheiden, und dynastische Ansätze erghaben sich unter diesen Bedingungen begreiflicherweise nicht [173 Theudesgisklos (548-549), Nachfolger des Theudis, hätte sich auf amalische Rechte berufen können, wenn er mit dem gleichnamigen Sohn Theodahads gleichzusetzen wäre, doch hält mittlerweile auch Wolfram, Goten Seite 467 Anm. 28, diese früher von ihm selbst (Königtum Seite 25 Anm. 145) vertretene Identifikation für unwahrscheinlich.].
 
 
 
 

Literatur:
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Browning Robert: Justinian und Theodora. Herrscher in Byzanz. Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft mbH, Herrsching 1988 Seite 188 - Dahn Felix: Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt 1977 Seite 119,176 - Gregor von Tours: Fränkische Geschichte. Phaidon Verlag, Essen und Stuttgart 1988 Buch III Kapitel 30 - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 Seite 90,98 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 218 -