Rekkared I.                                   König der Westgoten (571/86-601)
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vor 565 31.5.601
               Toledo
 

Jüngerer Sohn des Königs Leowigilds aus seiner 1. Ehe mit der Theodosia
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 500
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Reccared I., westgotischer König 586-601
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      Toledo

Sohn König Leovigilds

Seine Konversion zum katholischen Glauben 587 führte zum Konfessionswechsel der Westgoten, so dass das 3. Konzil von Toledo (589) zum Triumph des Katholizismus ausgestaltet wurde. Reccared I. war bestrebt, die Macht des Königtums zu behaupten. Während seiner Regierung waren die Beziehungen zu den Franken schlecht; daneben prägten Kämpfe der Westgoten gegen Basken und Byzantiner die Zeit.

J.M. Alonso-Núñez



Thiele, Andreas: Tafel 218
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

REKKARED I.
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     601

Rekkared I. war ab 584 Mitregent und Feldherr seines Vaters, folgte diesem 586 als König und residierte zu Toledo. Er wurde 587 Christ, um die unheilvolle Trennung zwischen gotischen Arianern und romanisch-katholischen Spaniern endgültig zu überwinden. Auf dem Konzil von Toledo (589) wurde die Kirche neugeordnet, wobei erstmals die Führungsrolle der Kirche in Spanien deutlich und gefestigt wurde. Rekkared I. schlug etliche arianische Rebellionen der Westgoten nieder, die zum Teil von der Stiefmutter angezettelt und gefördert wurden. Er sicherte mit seinem Schritt die westgotische Herrschaft in Spanien endgültig, eroberte weitere Gebiete von Byzanz zurück und behauptete 588 in der Schlacht bei Carcassonne gegen die MEROWINGER Narbonne/Septimanien. Er unterwarf die Basken wieder und 600 wurde Isidor Bischof von Sevilla.



Seit 571 Mitregent seines Vaters. Er gab die aussichtslose Politik der Bekehrung der gesamten Bevölkerung zum arianischen Glauben auf und suchte die innere Einheit des Reiches durch seinen Übertritt zum katholischen Glauben zu festigen. Im Jahre 589 brachte er bei Carcassonne den Franken eine schwere Niederlage bei, nachdem er schon 585 einen Angriff des Franken-Königs Guntram abgeschlagen hatte.

Claude, Dietrich: Seite 89-91
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"Adel, Kirche und Königtum im Westgotenreich. Vorträge und Forschungen Sonderband 8."

Sein Sohn  schlug hingegen eine eher adelsfreundliche Politik ein. Zu Beginn seiner Regierung restituierte Reccared "die von seinen Vorgängern geraubten und dem Krongut einverleibteb" Besitzungen. Dabei handelte es sich wohl im Wesentlichen um die von seinem Vater konfiszierten Güter.
Reccareds Entgegenkommen wurde vom Adel jedoch nicht honoriert. Nach der Konversionn Reccareds kam es zu mehreren Aufständen, die von vornehmen Goten getragen wurden. In Merida konspirierten mehrere Adlige, die comites Granista und Vildigern erhoben sich in Septimanien. Auch an der Verschwörung der Königin-Witwe Gosvintha und des arianischen Bischofs Uldida dürften Vornehme beteiligt gewesens ein. In allen diesen Fällen erscheinen zwar arianische Bischöfe als Anstifter, und das konfessionelle Motiv der Aufstände ist nicht zu übersehen, doch spielten wohl auch politische Beweggründe eine Rolle. Das ergibt sich bereits aus der Überlegung, daß durch den Widerstand das Recht des Königs, die Religionspolitik zu bestimmen, bestritten wurde. Möglicherweise rechtfertigten die arianischen Bischöfe die Aufstände mit dem Hinweis, daß durch die Konversion die Legitimität der Herrschaft Reccareds in Zweifel ggezogen werden könne. Auch die Vertreibung von Reccareds Sohn Liuva II. durch Witterich, einen der Verschwörer von Merida, deutet auf alte politische Gegensätze.
Die von Leovigild begründete Dynastie hatte keinen Bestand. Reccareds Sohn, Liva II., von dem wir nicht wissen, ob er noch zu Lebzeiten des Vaters zum Mitregenten erhoben wurde oder ob nach dem Tode Reccareds ein Wahl stattfand, fiel 603 einer Verschwörung zum Opfer.
 
 
 
 

  oo N.N.
          
 
 
 
 

Kinder:

  Leowa II.
       603 ermordet
 

  Swintila
       633 ermordet
 
 
 
 

Literatur:
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Claude, Dietrich: Adel, Kirche und Königtum im Westgotenreich. Vorträge und Forschungen Sonderband 8, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1971 Seite 89-91 - Dahn Felix: Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt 1977 Seite 124,127,129,176,411,418 - Gregor von Tours: Fränkische Geschichte. Phaidon Verlag, Essen und Stuttgart 1988 Buch V Kapitel 38; Buch VIII Kapitel 30,38,46; Buch IX Kapitel 1,15,16,20, 28,38 - Hartmann Martina: Aufbruch ins Mittelalter. Die Zeit der Merowinger. Primus Verlag 2003 Seite 62,65,189 - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 Seite 99 - Schneider, Reinhard: Königswahl und Königserhebung im Frümittelalter. Untersuchungen zur Herrschaftsnachfolge bei den Langobarden und Merowingern, Anton Hiersemann Stuttgart 1972 Seite 197,199,200,210 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 218 - Thiess Frank: Die griechischen Kaiser. Die Geburt Europas. Paul ZsolnayVerlag Gesellschaft mbH Hamburg/Wien 1959 Seite 214,221,229,311,363,365 -