Jüngerer Sohn des Königs Leowigilds
aus
seiner 1. Ehe mit der Theodosia
Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 500
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Reccared I., westgotischer König 586-601
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†
Toledo
Sohn König Leovigilds
Seine Konversion zum katholischen Glauben 587 führte zum Konfessionswechsel der Westgoten, so dass das 3. Konzil von Toledo (589) zum Triumph des Katholizismus ausgestaltet wurde. Reccared I. war bestrebt, die Macht des Königtums zu behaupten. Während seiner Regierung waren die Beziehungen zu den Franken schlecht; daneben prägten Kämpfe der Westgoten gegen Basken und Byzantiner die Zeit.
J.M. Alonso-Núñez
REKKARED I.
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†
601
Rekkared I. war ab
584 Mitregent und Feldherr seines Vaters, folgte diesem 586
als König und residierte zu Toledo. Er wurde 587 Christ, um
die unheilvolle Trennung zwischen gotischen Arianern und romanisch-katholischen
Spaniern endgültig zu überwinden. Auf dem Konzil von Toledo (589)
wurde die Kirche neugeordnet, wobei erstmals die Führungsrolle der
Kirche in Spanien deutlich und gefestigt wurde. Rekkared
I. schlug etliche arianische Rebellionen der Westgoten nieder,
die zum Teil von der Stiefmutter angezettelt und gefördert wurden.
Er sicherte mit seinem Schritt die westgotische Herrschaft in Spanien endgültig,
eroberte weitere Gebiete von Byzanz zurück und behauptete 588 in der
Schlacht bei Carcassonne gegen die MEROWINGER
Narbonne/Septimanien. Er unterwarf die Basken wieder und 600 wurde Isidor
Bischof von Sevilla.
Claude, Dietrich: Seite 89-91
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"Adel, Kirche und Königtum im Westgotenreich. Vorträge
und Forschungen Sonderband 8."
Sein Sohn schlug hingegen eine eher adelsfreundliche
Politik ein. Zu Beginn seiner Regierung restituierte Reccared
"die
von seinen Vorgängern geraubten und dem Krongut einverleibteb" Besitzungen.
Dabei handelte es sich wohl im Wesentlichen um die von seinem Vater konfiszierten
Güter.
Reccareds Entgegenkommen
wurde vom Adel jedoch nicht honoriert. Nach der Konversionn Reccareds
kam es zu mehreren Aufständen, die von vornehmen Goten getragen wurden.
In Merida konspirierten mehrere Adlige, die comites Granista
und Vildigern erhoben sich in Septimanien. Auch an der Verschwörung
der Königin-Witwe Gosvintha und
des arianischen Bischofs Uldida dürften Vornehme beteiligt
gewesens ein. In allen diesen Fällen erscheinen zwar arianische Bischöfe
als Anstifter, und das konfessionelle Motiv der Aufstände ist nicht
zu übersehen, doch spielten wohl auch politische Beweggründe
eine Rolle. Das ergibt sich bereits aus der Überlegung, daß
durch den Widerstand das Recht des Königs, die Religionspolitik zu
bestimmen, bestritten wurde. Möglicherweise rechtfertigten die arianischen
Bischöfe die Aufstände mit dem Hinweis, daß durch die Konversion
die Legitimität der Herrschaft Reccareds
in Zweifel ggezogen werden könne. Auch die Vertreibung von Reccareds
Sohn Liuva
II. durch Witterich,
einen der Verschwörer von Merida, deutet auf alte politische Gegensätze.
Die von Leovigild
begründete Dynastie hatte keinen Bestand. Reccareds
Sohn, Liva II., von dem wir nicht
wissen, ob er noch zu Lebzeiten des Vaters zum Mitregenten erhoben wurde
oder ob nach dem Tode Reccareds ein
Wahl stattfand, fiel 603 einer Verschwörung zum Opfer.
oo N.N.
†
Kinder:
Leowa II.
† 603 ermordet
Swintila
† 633 ermordet
Literatur:
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Claude, Dietrich: Adel, Kirche und Königtum
im Westgotenreich. Vorträge und Forschungen Sonderband 8, Jan Thorbecke
Verlag Sigmaringen 1971 Seite 89-91 - Dahn Felix: Die Völkerwanderung.
Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt
1977 Seite 124,127,129,176,411,418 - Gregor
von Tours: Fränkische Geschichte. Phaidon Verlag, Essen und Stuttgart
1988 Buch V Kapitel 38; Buch VIII Kapitel 30,38,46; Buch IX Kapitel 1,15,16,20,
28,38 - Hartmann Martina: Aufbruch ins Mittelalter. Die Zeit der
Merowinger. Primus Verlag 2003 Seite 62,65,189 - Offergeld Thilo:
Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter.
Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 Seite 99 - Schneider, Reinhard:
Königswahl und Königserhebung im Frümittelalter. Untersuchungen
zur Herrschaftsnachfolge bei den Langobarden und Merowingern, Anton Hiersemann
Stuttgart 1972 Seite 197,199,200,210 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische
Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 218 - Thiess Frank: Die griechischen
Kaiser. Die Geburt Europas. Paul ZsolnayVerlag Gesellschaft mbH Hamburg/Wien
1959 Seite 214,221,229,311,363,365 -