Witterich                                        König der Westgoten (Dezember 603-610)
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      Oktober 610 ermordet
 

Sohn des N.N.
 

Thiele, Andreas: Tafel 218
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

WITTERICH
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     610

Witterich war Vormund König Leowas II. und 603 dessen Mörder und Nachfolger. Er bekriegte ständig Byzanz, Basken und Franken. Mit seiner Regierung begann der Verfall der königlichen Macht.



Witterich stürzte Liwa II. und bestieg anschließend selbst den Thron. Er vertrat den weltlichen Adel, der die Bischofsherrschaft nicht willig ertragen mochte und ließ deshalb während seiner Regierung kein Konzil zu. In wiederholten Feldzügen gegen die Byzantiner vermochte er nur Segontia zu erobern. Eine merowingische Heirat fiel abermals unglücklich aus. Er hatte seine Tochter Herminberga vermählt mit Theuderich II., dem Sohn Childeberts. Aber der schickte die Gotin, der er eine Buhle hatte opfern müssen, nach einem Jahr unberührt, doch aller mitgebrachten Schätze beraubt, zurück (607). Witterich wurde bei einem Gastmahl ermordet, vielleicht von Verschworenen der bischöflichen Partei.

Dahn Felix: Seite 133,135-136
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"Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas."

Fast gleichzeitig hatten sich die Arianer in und um Merida empört, geführt von Sunna, dem Bischof dieser Stadt, und drei Grafen, Segga, Witterich und Vakrila. Allein der katholische Bischof von Merida, jener Mausona, jetzt siegreich zurückgekehrt aus der Verbannung, unterdrückte rasch und klug mit einem Herzog Claudius die Empörung, die zugleich den Thron und die Kirche, nun die engsten Verbündeten, bedrohte. Zeichen und Wunder kamen wieder dem Schützling der heiligen Eulalia zu Hilfe: Graf Witterich fühlte in dem Augenblick, da er Mausona vor dem Tor seiner Basilika erstechen sollte, plötzlich den Arm gelähmt und verriet die Verschwörung.
Schon nach achtzehn Monaten empörte sich gegen Leova II. Graf Witterich, nahm ihn gefangen und ließ ihn nach abgehauener Schwerthand töten. Witterich (Dezember 603 bis Oktober 610) vertrat den weltlichen Adel, der die Bischofsherrschaft nicht willig ertragen mochte. Dies genügt, seine Strenge gegen die Kirche zu erklären - er ließ in den sieben Jahren seiner Herrschaft kein Konzil abhalten -, ohne daß man der unwahrscheinlichen Angabe einer späten Quelle Glauben zu schenken braucht, er habe den Arianismus wiederhergestellt. In wiederholten Feldzügen gegen die Byzantiner vermochter er nur Segontia (Gisgonza am Guadalete) zu erobern. Eine merowingische Heirat fiel abermals unglücklich aus. Er hatte seine Tochter Herminberga vermählt mit dem Nachfolger Gunthchramns, Theuderich II., dem Sohn Childeberts und Enkel Brunichildis'. Aber der schickte die Gotin, der er eine Buhle hatte opfern müssen, nach einem Jahr unberührt, doch aller mitgebrachten Schätze beraubt, zurück (607). Diese Schmach zu rächen, verband sich Witterich mit den beiden anderen MEROWINGER-Königen und mit den Langobarden zum Krieg gegen Theuderich, der jedoch aus unbekannten Gründen nicht zum Ausbruch kam. Bald darauf wurde Witterich bei einem Gastmahl ermordet, vielleicht von Verschworenen der bischöflichen Partei.
 
 
 
 

  oo N.N.
         
 
 
 
 

Kinder:

  Herminberga
        

 606
  oo Theuderich II. Franken-König
       587 613
 
 
 
 

Literatur:
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Dahn Felix: Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt 1977 Seite 133,135,176,434 - Hartmann Martina: Aufbruch ins Mittelalter. Die Zeit der Merowinger. Primus Verlag 2003 Seite 67 - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 Seite 100 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 218 - Thiess Frank: Die griechischen Kaiser. Die Geburt Europas. Paul ZsolnayVerlag Gesellschaft mbH Hamburg/Wien 1959 Seite 305,363 -