Berthetrudis                                   Königin der Franken
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um 590/95 618
 

Begraben: Paris Saint Vincent (Saint-Germain-des-Pres)
 

Tochter des N.N.
 

Schwennicke Detlev: Tafel 2
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

CHLOTHAR II.
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* 584, 18.X.629/8.IV.630

Begraben: Paris Saint Vincent (Saint-Germain-des-Pres)

613 König der FRANKEN

  I. oo um 599
          HELDETRUD
                 † 613

Begraben: Rouen St-Pierre

  II. oo BERTETRUD
                  618

Begraben: Paris Saint Vincent (Saint-Germain-des-Pres)

  III. oo SIGIHILD 625/26
                    †



Schneider Reinhard: Seite 139
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„Königswahl und Königserhebung im Frühmittelalter“

Burgundische und sogar spezifisch altburgundische Selbständigkeitstendenzen werden noch im gleichen Jahr 613 bei dem Umsturzplan des patricius Aletheus sichtbar, in den der Bischof Leudemund von Sitten verstrickt war. Chlothar II. sollte beseitigt werden. Angelpunkt und zugleich riskanteste Seite des Planes war ein Eheangebot des patricius an Chlothars Frau, das Leudemund zu unterbreiten hatte: Chlothar II. werde noch im gleichen Jahr in jedem Falle aus dem Leben scheiden und sein Schatz möglichst vollständig und geheim in das sichere Sitten gebracht werden. Aletheus sei bereit, seine eigene Frau zu verlassen und die Königin(-Witwe) Berthetrude zu heiraten. Weil er aus burgundischem Königsgeschlecht stamme, könne er selbst nach Chlothar die Königsherrschaft ergreifen. Der verratene und gescheiterte Umsturzplan trägt die typischen Zeichen ähnlicher Versuche: Ermordung des Königs, Sicherstellung des Königshortes und Einheirat.

Ewig Eugen: Seite 119
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"Die Merowinger"

Hinter den Aufständischen standen der patricius Aletheus, der Bischof Leudemund von Sitten und ein comes Herpinus aus dem Juradukat. Aletheus, der wie Leudemund von Sitten einen ostgermanisch-burgundischen Namen führte und sich seiner Abstammung aus dem altburgundischen Königshaus rühmte, war wie Eudila 613 mit Warnachar zu Chlothar II. übergegangen. Nun plante er nichts Geringeres als die Wiederherstellung des burgundischen Königtums. In seinem Auftrag begab sich der Bischof von Sitten zum Königshof, der damals in Marlenheim bei Straßburg weilte, um Chlothars Gemahlin Berthetrud zu überreden, sich mit dem Königsschatz nach Sitten zu begeben: Aletheus werde sie nach dem bald zu erwartenden Tod Chlothars als Gemahlin heimführen. Der patricius wollte durch diese Heirat seinen Anspruch auf den Thron offenbar zusätzlich absichern. Die Königin entdeckte jedoch die Verschwörung.

Hartmann Martina: Seite 52,72
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"Aufbruch ins Mittelalter. Die Zeit der Merowinger."

Damit war nach Saint-Genieveve die zweite bedeutende Grablege der merowingischen Dynastie geschaffen, denn außer Childebert, seiner Gattin und den Töchtern, die alle drei nach dem Tod des Königs bei Saint-Vincent lebten und dann auch dort bestattet wurden, ließen sich noch Chlothars Sohn Chilperich I. (561-584) und seine Gemahlin Fredegund ( 597) sowie Chlothars Enkel Chlothar II. (584-629/30) und dessen Gattin Bertetrud ( 618) dort zur letzten Ruhe betten.
Der einzige negative Zug an Chlothar II., den der sogenannte Fredegar in seiner rühmenden Chronik nennt, ist seine Bereitwilligkeit, den Einflüsterungen seiner Frauen und Konkubinen sein Ohr zu leihen. Wie viele Konkubinen Chlothar hatte und wie sie hießen, wissen wir nicht. Die Mutter des 604 ermordeten Merowech sowie eines weiteren nach 613 verstorbenen Sohnes und des Nachfolgers Dagobert hieß vermutlich Haldetrud, wenngleich uns dies erst eine Quelle des 9. Jahrhunderts berichtet. Diese erste Gemahlin Chlothars starb, bevor er Gesamtherrscher wurde, und fand ihr Grab noch in seiner Residenzstadt Rouen. Mit seiner zweiten Gemahlin Bertetrud, an der Chlothar nach Aussage der Quellen besonders hing, war er ungefähr fünf Jahre verheiratet, denn sie starb bereits 618 und hinterließ einen Sohn namens Charibert. Begraben wurde die wohl auch beim Volk sehr beliebte Königin ín Saint-Germain-des-Pres.
 
 
 
 

  oo 1. Chlothar II. Franken-König von Neustrien
          584 Herbst 629
 
 
 
 

Kinder:

  Charibert II. König von Aqutanien
  um 614 vor 8.4.632 ermordet
 
 
 
 
 

Literatur:
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Dahn Felix: Die Franken. Emil Vollmer Verlag 1899 - Ewig Eugen: Die Merowinger und das Frankenreich. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1988 Seite 119 - Hartmann Martina: Aufbruch ins Mittelalter. Die Zeit der Merowinger. Primus Verlag 2003 Seite 52,72 - Schneider, Reinhard: Königswahl und Königserhebung im Frümittelalter. Untersuchungen zur Herrschaftsnachfolge bei den Langobarden und Merowingern, Anton Hiersemann Stuttgart 1972 Seite 139 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 2 -