Älterer Sohn des Grafen
Sizzo III. von Schwarzburg und der Gisela
von Berg, Tochter von Graf Adolf III.
Brandenburg Erich: Seite 26 Tafel 53
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"Die Nachkommen Karls des Großen."
XIV. 611. HEINRICH I. , Graf von Schhwarzburg
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* ca. 1130, + 1184 26.VII.
Gemahlin:
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ca. 1165
N., Tochter Hermanns II. von Winzenburg (siehe XIII.
178.)
+ vor 1204
Anmerkungen: Seite 154
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XIV. 611. - 612.
Cohn, Tafel 178; von Behr, Tafel 151. Die sonst noch
angeführten Kinder sind äußerst zweifelhaft. Die bereits
1134 geschiedene Gemahlin Friedrichs von Putelendorf, Pfalzgrafen von Sachsen
(siehe XIII. 135.) kann schon aus chronologischen Gründen nicht Sizzos
Tochter sein.
Das Jahr 1183.
Auf Papst Alexander folgte Lucius, Bischof
von Hostia. Dieser hatte einen Streit mit den Römern, weil sie
die Stadt Tusculanum zu zerstören versuchten. Denn die Römer
blendeten sechsundzwanzig Ritter von Tusculanum, setzten denselben Kronen
von Pergament auf das Haupt und schrieben an eine jede den Namen eines
Cardinals mit Schimpfreden, jeder hielt die Hand des andern und derjenige,
welcher vorauf ging, hatte ein Auge, um die Andern zu führen; auf
seiner Krone war geschrieben: "Lucius nichtswürdiger Simonist" und
andere Schmähungen. Der Papst aber blieb zu Anagnia.
Um ebendieselbe Zeit haben einige unter den Bremensern,
nämlich der Dekan Thiderich, der Custos Hartwich, Seghebod, Abt von
Sanct Pauli, Hermann Propst von Bucken, Eilo, Propst von Sanct Willehad
und andere, welche der Erzbischof durch Ehrenstellen erhöht hatte,
sich gegen denselben verschworen, und sandten den Canoniker Heinrich, genannt
Dobelsten, weil er ein Würfelspieler war, an die römische Curie.
Da er hier unbekannt war, wußte er sich mit dem Scheine nichtswürdiger
Heiligkeit zu umgeben. Aber der Bremer Scholastikus Hinrich trat ihm bei
der Curie entgegen und entschuldigte den Erzbischof in genügender
Weise, nämlich daß er feines Pelzwerk nicht trage, es sei denn,
daß er seine Kleider einem andern gegeben und den Mantel eines Geistlichen
oder Ritters angelegt hätte, und daß er nicht mit goldgeschmücktem
Geschirr prange, wenn er nicht sein Pferd einem andern gegeben und dasjenige
eines Knappen oder Ritters bestiegen hätte. Und ebenderselbe
Heinrich hat viele andere leere Anschuldigungen zunichte gemacht.
Während der Kaiser in Erfordia in der Pfalz Hof
hielt, unter der sich eine Abtrittsgrube befand, brachen die Balken, acht
Fürsten, viele Edelen und mehr als hundert Ritter stürzten in
die Tiefe, während keinem Bischof oder Geistlichen etwas zustieß.
Der Kaiser ergriff das Fenster und entkam mit Mühe. Ein gewisser Graf,
nämlich der mächtige Heinrich von Swarzenborch,
stürzte desto tiefer hinab, er, der immer so zu schwören
pflegte: "Wenn ich dies gethan oder gesagt habe, will ich in einem
Abtritt untergehen!"
Eberl Immo: Seite 93-94
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"Die frühe Geschichte des Hauses Schwarzburg und
die Ausbildung seiner Territorialherrschaft."
Graf Heinrich I. von Schwarzburg trat 1157 zusammen
mit seinem Vater als Zeuge in zwei Urkunden von Erzbischof Arnold von Mainz
auf [105 Dobenecker (wie Anm. 103) Seite 29 Nr. 153 und Nr. 154.].
Er erschien 1163 als Zeuge im Gefolge des Erzbischofs von Mainz [106
Ebenda
Seite 47 Nr. 263.], an dessen Hof er auch 1169 in Erfurt neuerlich erwähnt
wurde [107 Ebenda Seite 69 Nr. 381.]. Im Juli 1163 bezeugte er eine
Schenkung Heinrichs
des Löwen an das Domkapitel Lübeck [108 Ebenda
Seite 48 Nr. 267 und Nr. 268.] und hielt sich 1170 in Erfurt am Hofe Kaiser
FRIEDRICH I. BARBAROSSA
auf [109 Ebenda Seite 73
Nr. 398.]. In diesem Umfeld wurde er in den folgenden Jahren wiederholt
als Zeuge erwähnt [110
Ebenda Seite 76 Nr. 413 (1170), Seite
9 Nr. 477 (1174), Seite 96 Nr. 505 (1175), Seite 101 Nr. 535 (1174), Seite
104 Nr. 553 (1179), Seite 109 Nr. 574 (1180), Seite 109 Nr. 575 (1180),
Seite 109 Nr. 575 (1180), Seite 115 Nr. 604 (1181), Seite 122 Nr. 635 (1182),
Seite 130 Nr. 675 (1184).]. Selbständig handelnd erscheint er nur
1190 in der Bestätigungsurkunde
HEINRICHS
VI. für das Kloster Volkenroda, da er nach dieser dem
Kloster den vom König bestätigten Teil des Schwarzwaldes geschenkt
hatte, was aber vor seinem Ableben im
Juli 1184 bereits erfolgt
sein muß [111 Ebenda Seite 161 Nr. 848.]. In seinen späteren
Jahren bezeugte er auch Urkunden des Landgrafen von Thüringen und
der Bischöfe von Meißen und Naumburg [112 Vgl. dazu ebendort
Seite 118 Nr. 618, Seite 123 Nr. 642, Seite 137 Nr. 717, Seite 140 Nr.
737.]. Wie sein Auftreten als Zeuge in einer Urkunde des Abtes von Hersfeld
1182 anläßlich eines Verkaufs an Kloster Pforte beweist [113
Ebenda Seite 119 Nr. 622.], hat er die alte Verbindung seines Hauses
zu Kloster Hersfeld beibehalten.
Graf
Heinrich von Schwarzburg hat außer zu der Zeit, als er Zeuge
Heinrichs des Löwen anläßlich einer Schenkung an das Domkapitel
Lübeck in Verden/Aller und nochmals in Lübeck war, den engeren
Umkreis seiner Herrschaft klaumn verlassen. Die nachweislich engen Beziehungen
zwischen dem Landgrafen
Ludwig III. von Thüringen
und Heinrich dem Löwen [114
Vgl. dazu Geschichte Thüringens (wie Anm. 1) Seite 26.] haben
wohl auch zu dieser Anwesenheit des Grafen von Schwarzburg in Verden/Aller
und Lübeck geführt. Ob Graf Heinrich von Schwarzburg
an
dem Turnier in Zürich (1165) und an einem Nürnberger Reichstag
teilgenommen hat [115 So Junghans (wie Anm. 1) Seite 25.], bleibt
zumindest fraglich. Er hat anscheinend eher an den seine Herrschaft unmittelbar
berührenden
Angelegenheiten Interesse gehabt als an Unternehmungen im Dienste des kaiserlichen
Hofes in weiter Umgebung. Die zwischen dem Landgraf und Graf Heinrich
sowie wohl auch seinem Bruder ab 1177 herrschende Fehde wurde vermutlich
1179 durch Kaiser FRIEDRICH BARBAROSSA
in Erfurt verglichen [116 Geschichte Thüringens (wie Anm. 100)
Seite 26.]. Dieser Ausgleich war im Vorfeld des Kampfes gegen Heinrich
den Löwen notwendig. Graf Heinrich von Schwarzburg hat auch
in späterer Zeit gegen die mit ihm und seinem Hause konkurrierenden
Großen Fehde geführt. So ist er neben einer solchen gegen Herzog
Heinrich von Braunschweig (1182) eine weitere gegen Graf
Bernhard von Anhalt (1183) bekannt, bei der die Stadt Aschersleben
zerstört worden sein soll [117 Junghans (wie Anm. 1) Seite
25.]. Graf Heinrich von Schwarzburg hat sich somit in die thüringischen
Auseinandersetzungen seiner Zeit eingemischt, um die Stellung seines Hauses
zu wahren oder noch auszubauen. Er hat anscheinend zwischen dem Erzbischof
von Mainz und dem
Landgrafen Ludwig III. (gestorben 1190) eine Art
von Schaukelpolitik betrieben und die beiden mächtigsten Fürsten
Thüringens gegeneinander aufgebracht. Denn in den Berichten der Reinhardsbrunner
Annalen über die Auseinandersetzungen zwischen Erzbischof und Landgraf
wird
Heinrich von Schwarzburg als totius incentor discordie,
als Verursacher des genannten Streits also, bezeichnet [118 Cronica
Reinhardsbrunnensis (wie Anm. 100) Seite 541f.; vgl. auch Cronica S. Petri
Erfordensis moderna, MGH SS 30, 1, ed. von Oswald Holder-Egger, Hannover
1896, Seite 374. Die Forschung hat ihn daher auch als "groben Haudegen"
bezeichnet.].
FRIEDRICH I. BARBAROSSA entsandte
zur Schlichtung der Auseinandersetzung seinen Sohn HEINRICH
VI. nach Thüringen. Bei den Verhandlungen in Erfurt brach
am 26. Juli 1184 der Fußboden des Verhandlungsraumes im Kloster
St. Peter ein, und von den Anwesenden kamen neben dem Grafen Heinrich
von Schwarzburg und weiteren vier Grafen noch eine Reihe von hochgestellten
Personen um [119 Cronica Reinhardsbrunnensis (wie Anm. 100) Seite
542; Cronica S.Petri Erfordensis moderna (wie Anm. 118) Seite 374.]. König
HEINRICH VI. wurde nur durch einen Zufall vor dem Absturz in
die unter dem Fußboden befindliche Kloake bewahrt, in der die anderen
erstickten. Graf Heinrich hatte aus seiner Ehe mit einer Tochter
Hermanns
II. von Winzenburg, die später Graf
Ulrich von Wettin heiratete [120 Vgl. dazu Posse, O.: Die
Wettiner, Leipzig 1897, Tafel 2 und Seite 45 mit Hinweis auf die Annales
Stadenses.], keine Söhne hinterlassen, sondern vielleicht mehrere
Töchter [121
Vgl. dazu Vater (wie Anm. 1) Stammtafel; Apfelfeldt
(wie Anm. 1) Seite 5, spricht davon, daß er keine Kinder hinterließ.].
Seine Herrschaft dürfte an seinen Bruder Günther oder
gleich an dessen Sohn Heinrich gefallen sein. Graf Günther
II. blieb aber bei dem von ihm bislang benützten Namen eines Grafen
von Käfernburg.
oo 1. N.N. von Winzenburg,, Tochter des Grafen
Hermann II.
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Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen.
Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 26 Seite 53,154
-
Chronik des Albert von Stade ad a. 1184 - Chronik
von St. Peter zu Erfurt ad a. 1184 - Eberl Immo: Die frühe
Geschichte des Hauses Schwarzburg und die Ausbildung seiner Territorialherrschaft.
in: THÜRINGEN IM MITTELALTER. DIE SCHWARZBURGER. Beiträge
zur schwarzburgischen Kunst- und Kulturgeschichte Band 3. Thüringer
Landesmuseum Heidecksburg Rudolstadt Seite 93-94 - Partenheimer
Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des
Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001
Seite 171,178,339 - Patze, Hans/Schlesinger,
Walter: Geschichte Thüringens, Böhlau Verlag Köln/Graz
1967 Seite 148 -
Thiele, Andreas: Erzählende genealogische
Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche
Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II, R.G. Fischer
Verlag 1994 Tafel 432 -