Sizzo III.                                          Graf von Schwarzburg
-------------                                       Graf von Käfernburg (1141-1160)
um 1080-19.6.1160
 

Vermutlich einziger Sohn des Grafen Günther I. von Schwarzburg und der Mechthild von Kiew, Tochter von Fürst Jaropolk
Nach H. Patze Sohn des Grafen Sizzo II.
 

Brandenburg Erich: Tafel 26 Seite 53
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"Die Nachkommen Karls des Großen."

XIII. 413. SIZZO, Graf von Schwarzburg
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* ca. 1093, + 1160

Gemahlin:
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1116/20
GISELA (angeblich Tochter Graf Adolfs II. von Berg)
        + nach 1142 20.III.



Thiele, Andreas: Tafel 432
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II"

SIZZO III.
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      + 1160

Sizzo III. wurde zuerst Graf von Schwarzburg und 1141 auch Graf von Käfernburg genannt. Er war der Erbauer beider namhafter Burgen und eine treue STAUFER-Stütze und zog 1157 mit gegen Polen. Er erwarb unter anderem noch Blankenburg als weiteren Machtstützpunkt, stiftete 1143 das Kloster Georgenthal und wurde auch dessen Vogt.

  oo um 1120
       GISELA VON BERG
               + 1153

Tochter des Grafen Adolf III. von Berg



Patze Hans/Schlesinger Walter: Seite 12,148
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"Geschichte Thüringens

Die kleine, für die Zeit typische, aus Burg, Kloster und Waldweilern bestehende, im nicht abgegrenzten Eremus gegründete Herrschaft kollidierte sehr bald mit einem gleichartigen Gebilde. 1143 gründete Graf Sizzo III. aus dem Raum Ohrdruf seit langen ansässigen Geschlecht der Grafen von Schwarzburg-Käfernburg bei Altenbergen ein Zisterzienserkloster, das er seinem Neffen Eberhard aus Morimund unterstellte. Gegen die Gründung protestierte bezeichnenderweise Ludwigs des Springers Sohn Udo I. von Naumburg beim Abt von Morimund, und Abt Ernst von Reinhardsbrunn bat Papst Lucius II., die Verlegung des Klosters an einen Ort zu veranlassen.
Als Sizzo III. 1143 das Zisterzienserkloster Georgenthal gründete, steckte er die westliche Grenze des schwarzburgischen Anspruchsraumes ab. Das Kloster wurde in Altenbergen, wo eine käfernburgische Burg gestanden haben dürfte, in Angriff genommen. Durch die Verwendung des - nach Georgenthal verlegten - Klosters als Grablege für den Stifter betonen die KÄFERNBURGERdie besondere Bedeutung der Zisterze, die der landgräflichen Grablege Reinhardsbrunn gegenüberlag.

Partenheimer Lutz: Seite 80,94,101,107,110,117,137,240,247,269
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"Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt."

Im Falle des Diploms Adalberts I. von Mainz rechnete Wilhelm Bernhardi damit, daß die Handlung vor der Beurkundung erfolgt sein könnnte [443 W. Bernhardi: Lothar (wie EN 181), Seite 614, Anm. 54. - Sächsische Zeugen (außer Albrecht) beim Mainzer Metropoliten sind seine Amtsbrüder von Bremen und Magdeburg, dessen Suffragane von Zeitz und Merseburg, der Markgraf von Meißen und der Lausitz, Landgraf Ludwig I. von Thüringen sowie die Grafen von Boyneburg, Wöltingerode, Schwalenberg, Käfernburg, Gleichen, Rothenburg u.a.]
Als dessen Herzog erscheint er erstmals in einer am 26. Juli 1138 zu Quedlinburg ausgestellten Urkunde KONRADS III. für das Bistum Naumburg [526 D K III., Nr. 13; KW, Nr. 63 (Albertus dux et marchio am Beginn der Laienzeugenreihe). - Zuerst wird Erzbischof Adalbert II. von Mainz aufgeführt. An sächsischen Fürsten finden sich neben dem Herzog nur der Magdeburger Erzbischof Konrad, die Bischöfe Bernhard von Hildesheim, Rudolf von Halberstadt und Wigger von Brandenburg (der hier erstmals mit dieser Würde erscheint) sowie Landgraf Ludwig I. von Thüringen und Graf Sizzo von Käfernburg. Auch Albrechts Vetter Wilhelm, der rheinische Pfalzgraf, und dessen Stiefvater, Graf Otto von Rheineck, werden genannt. -]
Auf dem Reichstag zu Frankfurt Ende April/Anfang Mai 1140 übergab König KONRAD seinem Halbbruder Heinrich Jasomirgott die Rheinpfalzgrafschaft. Wieder lassen sich nur wenige sächsische Fürsten nachweisen: der Bischof von Paderborn, Herzog Albrecht der Bär, Landgraf Ludwig der Eiserne und Graf Sizzo [647 Wahrscheinlich von Käfernburg.], auch einer der bekannten Gegner des ASKANIERS, Konrad von Wettin, der Markgraf von Meißen und der Lausitz.
Die beiden ASKANIER trafen in Bamberg mit vielen wichtigen Männern aus dem sächsich-thüringischen Raum zusammen. Genannt werden Erzbischof Friedrich von Magdeburg, die Bischöfe Udo von Naumburg, Reinhard von Merseburg, Wigger von Brandenburg, Abt Wibald von Stablo, Markgraf Konrad von Wettin, Landgraf Ludwig der Eiserne von Thüringen, die Grafen Ernst und dessen Bruder Lambert von Gleichen, Sizzo von Käfernburg, Wigger von der Wartburg und sein Bruder Gottfried von Amöneburg, Emicho und dessen Bruder Konrad von Kirchberg, Otto von Rheineck sowie Esico von Bornstedt.
In Hersfeld waren auch Erzbischof Heinrich von Mainz, Bischof Wigger von Branndenburg, Abt Wibald von Stablo, Landgraf Ludwig der Eiserne von Thüringen sowie die Grafen Hermann von Winzenburg, Sizzo von Käfernburg und Ernst von Gleichen zugegen.
Anwesend waren außerdem (Magdeburg letzten Tage des Jahres 1144) der Magdeburger Metropolit, die Bischöfe von Hildesheim, Halberstadt, Merseburg, Naumburg, Havelberg und Brandenburg, der Abt von Stablo, der Herzog und der Pfalzgraf von Sachsen, die Grafen Hermann von Winzenburg und Sizzo von Käfernburg, Esico von Bornstedt sowie Burchard von Falkenstein.
In der Zeugenliste (1147 Fulda) erscheinen unter anderem Bischof Anselm von Havelberg, Abt Wibald von Corvey, der rheinische Pfalzgraf Hermann von Stahleck, Landgraf Ludwig der Eiserne von Thüringen, die Grafen Sizzo von Käfernburg, Ernst und Lambert von Gleichen sowie Esico von Bornstedt.
Der Markgraf erscheint 1148 zuerst namentlich an der Spitze der Laienzeugen einer Urkunde Erzbischof Heinrichs von Mainz für das Kloster Ichtershausen, die wohl im Februar zu Erfurt ausgefertigt worden ist. Auch Konrad von Wettin, Anselm von Havelberg sowie die Grafen Sizzo von Käfernburg, Ernst von Gleichen, Wigger von der Wartburg und Konrad von Kirchberg waren naben anderen zugegen.
Aus Sachsen stammten noch die Grafen Sizzo von Käfernburg und Ernst von Gleichen sowie Sigebodo von Scharzfeld.
Neben dem Metropoliten und den Bischöfen Wichmann von Naumburg, Reinhard von Merseburg, Albert von Meißen, Anselm von Havelberg sowie Wigger von Brandenburg traf der Markgraf bei dieser Gelegenheit unter anderem Konrad von Wettin mit dessen Söhnen Otto, Dietrich, Dedo, Landgraf Ludwig den Eisernen von Thüringen und Graf Sizzo von Käfernburg. Die genannten weltlichen Herren, also auch der ASKANIER, beglaubigten gleichfalls ein zum selben Zweck verfaßtes Pergament des Naumburger Bischofs vom 8. Juni 1151.
Der Herrscher sammelte damals (1157) in der Saalestadt das am folgenden Tag zu einem Feldzug nach Polen aufbrechende deutsche Heer. Aus diesem Anlaß hatten sich neben den ASKANIERN unter anderem die Metropoliten Wichmann von Magdeburg, Hartwig von Bremen, die Bischöfe Hermann von Verden, Johannes von Merseburg, Gerung von Meißen und Bruno von Hildesheim, Herzog Heinrich der Löwe, Landgraf Ludwig der Eiserne von Thüringen, Markgraf Dietrich von der Lausitz mit seinen Brüdern Heinrich und Dedo, dazu die Grafen Sigebodo von Scharzfeld, Elger von Ilfeld, Ludolf von Wölringerode, Sizzo von Käfernburg sowie Erwin und Ernst von Gleichen, außerdem Kuno von Wippra, Burchard von Querfurt und Hoyer von Mansfeld eingefunden.
[780 D K III., Nr. 100; KW, Nr. 114 (marchio Adelbertus, Urkunde für Kloster Pforta bei Naumburg). - D. K. III., Nr. 101; KW, Nr. 115 (Otto filius Alberti marchionis. Hier bestätigt der König die Beilegung eines Streites zwischen dem Bischof von Naumburg und Markgraf Konrad von Meißen durch den Erzbischof von Magdeburg und die Bischöfe von Merseburg und Meißen, cooperante etiam viro industrio Adelberto marchione ...). - D K III., Nr. 102; KW, Nr. 113 (marchio Adelbertus, Diplom für das von Graf Sizzo von Käfernburg kurz vor 1140 gegründete Kloster Georgenberg, das noch im 12. Jh. nach Georgenthal westlich von Ohrdruf, verlegt wurde, siehe dazu H. Assing: Ludowinger (wie EN 138), Seite 291-293). -]
 

Fenske, Lutz: Seite 150,254,278
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen"

Auch zwischen dem Grafen und Erzbischof Ruthard, in dessen Nähe Ludwig zusammen mit einem Grafen Sizzo 1103 in Fritzlar zu finden ist, bestanden Verbindungen [290 Die Grafen Ludwig und Sizzo waren 1103 in Fritzlar Zeuge einer Beurkundung Erzbischof Ruthards. Vgl. Mainzer UB Nr. 412 Seite 319. Auch 1104 leistete Ludwig in einer Urkunde des Erzbischofs Zeugendienste. Vgl. Mainzer UB Nr. 417 Seite 322.]. Es stößt wohl auf keinerlei Bedenken, diesen Grafen Sizzo mit dem gleichnamigen Lippoldsburger Urkundenzeugen zu identifizieren, so daß vielleicht auch dieser frühe Vertreter des Geschlechts der Grafen von Schwarzburg-Käfernburg in den Kreis antikaiserlicher Adliger gehören könnte.
In Lippoldsberg war außer Ludwig auch dessen Bruder, Graf Berengar, anwesend. Bereits unter den Fürsten, die sich 1075 König HEINRICH IV. unterwerfen mußten, erwähnt Lampert von Hersfeld einen Grafen Berengar. Es besteht durchaus Grund zu der allerdings von den Quellen her nicht beweisbaren Vermutung, in diesem den Bruder Ludwigs zu sehen, der hier in der von Lampert aufgestellten Reihenfolge derjenigen Adligen, die sich dem Kömnig auslieferten, hinter den beiden thüringischen Grafen Ruodger von Bilstein und Sizzo von Schwarzburg-Käfernburg genannt wird.
Unter Führung Abt Gerungs zogen die Mönche in nordöstlicher Richtung nach Sachsen, wo sie im Hassegau bei Rotenschirmbach einen neuen Gründungsversuch unternahmen, der auf klösterlichem Grundbesitz, den noch Paulina ihrer Stiftung vermacht hatte, durchgeführt wurde. Dieser Neubeginn, den man wohl auf das Jahr 1108 datieren muß, endete mit einem Mißerfolg, der teils in den schwierigen örtlichen Verhältnissen, auf welche die Mönche an dem neuen Platz stießen, teils aber auch in dem Eingreifen des Paulinzeller Vogtes, Graf Sizzo [349 Vita Pauilinae c. 42 Seite 930f.], seine Erklärung findet.
 
 
 
 

 um 1120
  oo Gisela von Berg, Tochter des Grafen Adolf III.
             -   1153
 
 
 
 

Kinder:

  Heinrich I.
  um 1130-26.7.1184

  Mechthild
          -   1193

  oo Adolf II. Graf von Schauenburg-Holstein
              -   1164

  Gisela
       -

  oo Friedrich V. von Putelendorf, Pfalzgraf von Sachsen
             -31.1.1179

  Günther II.
  um 1135- nach 1.1.1197
 
 
 
 

Literatur:
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Annalista Saxo: Reichschronik Seite 74,112 - Assing Helmut: Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter. Askanier und Ludowinger beim Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997 Seite 228,231,237,291-294,302 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 26 Seite 53 - Chronik von St. Peter zu Erfurt ad a. 1160 - Eberl Immo: Die frühe Geschichte des Hauses Schwarzburg und die Ausbildung seiner Territorialherrschaft. in: THÜRINGEN IM MITTELALTER. DIE SCHWARZBURGER. Beiträge zur schwarzburgischen Kunst- und Kulturgeschichte Band 3. Thüringer Landesmuseum Heidecksburg Rudolstadt Seite 88-93 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977 Seite 150,254,278 - Kraus, Thomas R.: Die Entstehung der Landesherrschaft der Grafen von Berg bis zum Jahre 1225, Bergische Forschungen Band XVI, Neustadt an der Aisch 1981 Seite 28,29,33,201 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 80,94,101,104,107,110,117,119,137,240,247,269,289, 312,336,339 - Patze, Hans/Schlesinger, Walter: Geschichte Thüringens, Böhlau Verlag Köln/Graz 1967 Seite 12,148 - Pätzold, Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln 1997 Seite 233  - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 432 -