Hartwig II. (IV.)                                       Pfalzgraf von Bayern (1020-1027)
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um 985-24.12.1027
 

Ältester Sohn des Pfalzgrafen Aribo I. von Bayern und der Adela
Cousine von Kaiser HEINRICH II.
 

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 58
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17. Hartwig IV.
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F. s. Nekrolog;
1025 Hartwic palatinus comes (als Graf im unteren Salzburggau) mit Pilgrim comes (als Graf im Mattiggau) Zeuge des Prekarien-Vertrags zwischen der Kaiserin-Witwe Kunigunde und Bischof Egilbert von Freising wegen Überlassung von Reichsgut im unteren Salzburggau und Mattiggau DD 3, 694 ff. n 2
c 1025 Tauschvertrag zwischen Erzbischof Tietmar von Salzburg und dem Pfalzgrafen Hartwig wobei dieser gegen Hingabe von Eigengut am Flusse Lasnitz den Zehnten auf seinen Eigengütern zu Straßgang (beides in der Steiermark) erwirbt Salzb. UB 1, 213 n 3
(1017/27) Hartwicus aulicus comes Inhaber von Tegernsee entfremdeten Gütern nördlich Freising Arch. Zeitschr. nF. 20 (1940), 88 ff;
(1027 nach 5/7) Hartwicus comes Zeuge bei Guterwerb Passaus im Mattiggau nQ 6, 89 f. n 105
+ (1027) 24/12 Seeon: Hartwicus filius Aribonis, hic iacet Necr. 2, 235

Gemahlin:
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Es fällt auf, dass Hartwigs Söhne Aribo und Boto so spät geboren sind, Boto erst nach des Vaters Tod, während ein Sohn von Hartwigs Bruder Kadalhoh IV. (n 20), Pilgrim, schon 1021 Erzbischof von Köln wurde, also spätestens c 1000 geboren war; daher ist anzunehmen, dass Hartwig schon mindestens zur gleichen Zeit eine 1. Ehe schloss, die kinderlos blieb.
Im Seeoner Nekrolog sind die Namen mehrerer Gräfinnen überliefert, die nicht identifiziert werden können: zum 22/4 Benedicta, tapetia dedit, zum 8/6 Richiza, zum 29/10 Alta, eine von ihnen könnte Hartwigs 1. Gattin gewesen sein. Als Mutter seiner Söhne ist bei Frutolf-Ekkehard (SS 6, 224, 226) Friderun, die Tochter Retings und Enkelin Botos aus Sachsen, überliefert, die sogleich nach dem Tode ihres Mannes anscheinend aus erbrechtlichen Gründen ins Kloster gesteckt wurde, adhuc Arbone parvulo, Botone impregnata posthumo
+ 25/4 Millstatt: Friderun comitissa Necr. 2, 459.
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HERKUNFT UND GESCHICHTE FÜHRENDER BAYERISCH-ÖSTERREICHISCHER GESCHLECHTER IM HOCHMITTELALTER
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Gewin Dr. J.P.J.: Seite 58
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V. 14. Hartwig
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Pfalzgraf, 1025/41. schenkt ein Gut am Flusse Lasnitz (im Sausal, nordwestlich Leibnitz, Steiermark): S. U. I. 213, 3.
Unter den benefactores des Klosters Seeon ist erwähnt: Hartwicus comes, filius Aribonis: M. B. II. 121.

Gemahlin:
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Friderun + 25. April: M. G. Necrol. II. S. 459.

Note:
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Gewiss sehr spärlich sind die Berichte über den Pfalzgrafen Hartwig II.
Zu der obenerwähnten Schenkung bemerkt Hauthaler, dass er um 1026 in frühem Alter verstorben ist. Nach unserer Meinung ist die Zeitangabe seines Todes zweifelhaft. Aus seiner angeblich mit der Sächsin Frideruna geschlossene Ehe sind zwei Söhne geboren: Aribo, der 1102 und Poto, der 1104 starb. Obwohl nicht undenkbar, ist ihre Geburt vor 1026 doch nicht sehr wahrscheinlich.
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Diepolder G.: Seite 96
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"Die Herkunft der Aribonen"

Wir finden Pfalzgraf Hartwig II., den Sohn Pfalzgraf Aribos, nach der alten Tegernseer Entfremdungsliste im Lehensbesitz von Frickendorf, Ober- bzw. Niedermünchen und Süßbach. Welches Interesse konnte der Pfalzgraf und, da diese aus der Säkularisation Herzog Arnulfs stammenden Lehen, wie die jüngere Tegernseer Liste zeigt und wie man ohnehin annehmen dürfte, in der Regel erheblich waren, welches Interesse konnte die Pfalzgrafenfamilie an diesen Lehengütern haben, die von ihren Besitzungen im Isen-, Chiem- und Salzburggau so weit entfernt waren? Hier blitzt eine Erinnerung auf: 856/60 hatte Arbo, dessen Identität mit dem Grafen, der 908 für Moosburg zeugt wir für wahrscheinlich hielten und dessen Personengleichheit mit dem Markgrafen wir offen ließen, Besitz bei Thulbach getauscht, das halbwegs zwischen Moosburg und Ober- bzw. Nieder-München liegt. Thulbach ist allerdings einer jener alten Fiskalorte, an denen Pfalzgrafen, Grafen und Hochstiftsvögte in der Regel begütert erscheinen, nichtsdestoweniger weist Aribos Besitz in Thulbach darauf hin, dass auch er in der Gegend Interessen hatte.

Weinfurter Stefan: Seite 40,104,116
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"Heinrich II Herrscher am Ende der Zeiten"

1001 folgte der junge ARIBONE Hartwig [gest. 1027] seinem Vater im Pfalzgrafenamt nach. Über seine Mutter Adala, Enkelin einer LUITPOLDINGERIN, war er mit Herzog Heinrich IV. von Bayern verwandt und stand stest auf dessen Seite.
Anfang Mai 1025 hielt KONRAD II. in Regensburg einen Hoftag ab, zu dem Herzog Heinrich V. von Bayern und der bayerische Adel erschienen. Unter den Teilnehmern befanden sich die Grafen Altmann, Gerolt und Guntpold aus dem Freisinger Raum, außerdem Graf Berthold, der Sohn des Grafen Friedrich von Dießen, dann der Ebersberger Grafen Adalbero und Eberhard sowie Pfalzgraf Hartwig aus der Familie der ARIBONEN, ebenso Graf Thiemo aus der Familie der FOMBACHER und sein Sohn Heinrich und die der PILGRIMIDEN-Sippe zugehörigen Grafen Poppo und Pilgrim.
Auf diese Familie sind wir schon mehrmals gestoßen. Immer wieder sind Mitglieder der ARIBONEN-Familie als Getreue HEINRICHS II. hervvorgetreten, schon in dessen Herzogszeit und ebenso in der Königszeit. Nicht unwichtig ist dabei die Ehe, die Pfalzgraf Hartwig mit Friderun einging. Sie kam aus der sächsischen Adelssippe der IMMERDINGER, und diese wiederum gehörte zu den wichtigsten Helfern HEINRICHS II. in Sachsen. Das personale Netz der Freunde und Verwandten des Königs wurde also auch über die Grenzen der Herzogtümer hinaus - und diese übergreifend - gespannt. Daß schließlich eine Schwester Pfalzgraf Hartwigs (und damit eine Tante
Pilgrims) nach der Königin Kunigunde benannt wurde - sie wurde 1020 Äbtissin von Göß -, unterstreicht ein weiteres Mal die Nähe zum Königshaus.
 
 
 
 

  1. oo N.N.
 
 

  2. oo Friderun, Tochter des IMMEDINGERS Reding
                -25.4.
 
 
 
 

Kinder:

  Aribo II.
  1024-18.3.1102

  Botho Graf von Pottenstein
  1027/28-1.3.1104

? Bilihild [Faußner] oder Tochter Friedrichs I. von Andechs [Prinz von Isenburg]
      -23.10.1075

  oo Sighard/Sizo (SIEGHARDINGER)
      um 1020-5.8.1044