Aribo I. (IV.)                                           Pfalzgraf von Bayern (985-um 1020)
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    - nach 1020
      1001 (Stefan Weinfurter "Heinrich II.")
 

Ältester Sohn des Pfalzgrafen Hartwig I. von Bayern und der Wigburg von Bayern, Tochter von Herzog Eberhard
Nach Prinz von Isenburg, Wilhelm Störmer Sohn des Grafen Chadalhoh im Isengau und Schwiegersohn des Pfalzgrafen Hartwig
Vermutlich ist hier die Ansicht des Prinzen von Isenburg richtig
 

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 57
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12. Aribo IV.
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      -13.2. nach 1020

F. Keine Quelle berichtet darüber. Aber weil Aribo offenkundig auf Hartwig II. folgt, weil sein ältester weltlicher Sohn wieder Hartwig heißt, kann kaum bezweifelt werden, dass Hartwig II. sein Vater war. Der Vermutung Eggers, dass Aribo III. und Aribo IV. dieselbe Person seien, ist entgegenzuhalten, dass Eberhard (n 13), ein beglaubigter Bruder Aribos IV., Graf im Isengau war, während Aribo IV. den unteren Salzburggau beherrschte. Beide Grafschaften waren aber zuvor in der Hand Hartwigs II. vereinigt gewesen. Ferner kann die ganz nahe Blutsverwandtschaft Aribos IV. mit Kaiser HEINRICH II. (s. 10 unter Wigburg) nur durch Hartwig II. vermittelt sein. e.V.
c 980 als Spitzenzeuge Aripo Salzb. UB 1, 184 f. n 21; im Freisinger Raum
c 981 8/9 Aripo comes nQ 5, 176 ff. n 1287 f.; im unteren Salzburggau
c 990 Aripo comes Spitzenzeuge Salzb. UB 1, 171 n 4. -
994 1/11 Erzbischof Hartwig von Salzburg und Aribo comes, sein Burggraf (praefectus), erleiden bei Piebing (Gegend von Straubing) Schiffbruch auf der Donau und helfen dann bei der Überführung der Leiche des tags zuvor gestorbenen Bischofs Wolfgang nach Regensburg (Othlo SS 2, 541)
999 gründet Aribo auf Eigengut das Kloster Seeon:
999 15/4 D O III n 318 f., 18/4 päpstliche Bestätigung Kehr-Brackmann GP I 73 n 1
c 1000 Vogt der Salzburger Besitzungen im Lavanttal Salzb. UB 1, 190 f. n s f., 142 n 9
IV. 1020 1/5 Aribo, alt und auch geistig hinfällig, gibt mit seiner Gattin Adala seine Zustimmung zur Gründung des Frauenklosters Göß (s. 5) durch seinen Sohn, den Diakon Aribo D H II n 428
+ (nach 1020 13/2 Salzburg Dom: Aribo comes, Sewensis cenobii fundator
                             Seeon: Aribo palatinus comes, fundator huius loci, hic iacet Necr. 2, 105, 220
                             Niedermünster: Aribo comes 11. Jh.
                            Tegernsee und Weihenstephan, beide zum 14/2: Aerbo (Erbo) palatinus comes Necr. 3, 290, 140, 205.

Gemahlin:
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Adala s.o. 1020 1/5
+ 7/9 Seeon: Adala comitissa uxor Aribonis Necr. 2, 230
         Niedermünster: Adala comitissa 11. Jh. Necr. 3, 292.
 
 

Kinder:
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  Hartwig IV.
         -24.12.(1027)

  Wigburg
        -12.8.

  Wigburg
        -5.12.

  Kadalhoh IV.
        -11.9. c.1030

  Aribo V.
        -6.4.1031

  Hildburg
        -5.8.

  Adala
       -1.1.

  Kunigunde
        -28.9.

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GENEALOGISCHES HANDBUCH ZUR BAIRISCH-ÖSTERREICHISCHEN GESCHICHTE
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Dungern Prof. Dr. Otto: Seite 62
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8. Aribo
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+ 14.II. (Nec. II. 220, Seeon; 13.II. Nec. II. 105).
Begütert im Kroatengau in der Grafschaft Hartwichs, den das Diplom jedoch nicht Vater nennt; gibt das Gut und das von 904 (siehe Nr. 1. und 3) dem von ihm 1020 gegründeten Nonnenkloster Göß (MG. Dipl. Heinr. II. S. 548)
Stifter von Seeon 994, dessen Totenbuch (Nec. II. 220) ihn Pfalzgraf nennt und seine Familie anführt (Gattin: Adela), ebenso einen Markgraf Otakar, + 29.III., und die Gräfinnen Wilpirg und Alta.
(Dieser Aribo und sein Vater Hartwich gehören zur Familie der sogenannten ARIBONEN. Die vom Verfasser hier vermutete Angliederung an die OTAKARE schien ihm selbst nicht genügend gesichert, um die Stammtafel der ARIBONEN hier einzufügen. Sie wird gesondert behandelt werden. Anmerkung des Herausgebers.)
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Aribo IV.                                                 Graf im Chiemgau
------------                                                Pfalzgraf von Bayern
    - c. 1005                                             Stifter von Seeon
 

Sohn des Grafen Aribo III.
 

HERKUNFT UND GESCHICHTE FÜHRENDER BAYERISCH-ÖSTERREICHISCHER GESCHLECHTER IM HOCHMITTELALTER
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Gewin Dr. J.P.J.: Seite 54
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IV. 7. Aribo IV.
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Graf im Chiemgau, Pfalzgraf von Bayern c. 976- c. 1005.
972/76. Der Edle Aripo vertauscht 11 Morgen Ackerland zu Elsendorf (B. A. Mainburg) gegen das gleiche Maß ebenda: F. nr. 1246.
C. 985/93. 1. Zeuge bei einem Vergleich zwischen Bischof Albuin C. 12. und dem Edlen Liuto: A. t. I. nr. 19.
981. Aripo comes 1. Zeuge bei zwei Schenkungen durch den Priester Ratolt B. 18.: F. nr. 1287, 1288.
991/1023. Graf Aribo 1. Zeuge bei Traditionen der Salzburger Kirche: S. U. I. 191, 3; 194, 9.
994. Pfalzgraf Aribo konstruierte aus seiner in seiner Grafschaft gelegenen Burg "Bürgeli" das Kloster Seeon (bei Chiemsee), "Aribo comes palatinus tempore OTTONIS III. ex castro comitatus sui dicto Pirgel monasterium Sewen construxit: Quellen und Erörterungen N. F. III. 133, 10.

Gemahlin:
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Adala D. 22.

Note:
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So weit uns bekannt ist, wird in der einschlägigen Literatur allgemein angenommen, dass Pfalzgraf Hartwig, der um 980 bei einem Tausch mit diesem Titel in dem Trad. Cod. der Freisinger Kirche erscheint, der Vater Aribos ist. Dieser Hartwig (D. 15.) ist 959 Juni 8. erwähnt in einer Urkunde König OTTOS I., wobei der König den Kanonikern von Salzburg die ihnen vom Grafen Hartwig überlassenen Güter zu Grabenstätt im Chiemgau schenkte. (Urk. OTTOS I.) nr. 202). Seine Grafschaft lag im Isengau, wie sich aus dem Salzburger Urkundenbuch ergibt. Wir kommen auf Pfalzgraf Hartwig I. bei dem Salzburger Geschlecht Kapitel D. ausführlich zurück. In diesem Zusammenhang beschränken wir uns auf folgendes. Graf Hartwig D. 15. war Vogt des Erzbischofs von Salzburg (D. 17., sein Bruder). In dieser Qualität kommt er noch um das Jahr 990 vor; sein Bruder Friedrich regierte als Erzbischof 958-991.
Wenn man die Lebenszeiten dieser beiden Brüder betrachtet, dann ist wohl schon deswegen unannehmbar, dass Hartwig Aribos Vater war. Da Töchter erfahrungsgemäß viel jünger heirateten als Männer, passt hier genau ein Verhältnis von Schwiegervater zu Schwiegersohn. Auffällig ist weiter, dass der Taufname Hartwig zuvor nie in dem ARIBONEN-Geschlecht erscheint, während dieser Name im Salzburger Geschlecht der ENGELBERTE schon von Hartwigs Großvater Hartwig D. 6. getragen wurde. Schließlich ist wohl ausschlaggebend, dass zwei Hartwige ungefähr in derselben Zeit lebten: der Erzbischof von Salzburg Hartwig D. 21., der ein Sohn des 1. Pfalzgrafen Hartwig D. 15. und der zweite Pfalzgraf dieses Namens Hartwig C. 14., der ein Sohn des Pfalzgrafen Aribo C. 7. war.

Kinder:

  Hartwig Pfalzgraf 1025/41
         - c. 1041

  Aribo Erzbischof von Mainz (1021-1031)
        -6.4.1031

  Piligrim Erzbischof von Köln
        -25.6.1036

  Eberhard Graf im Leobental
         - c. 1044

  Chadalhoch Graf im Isengau
         - c. 1045
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EUROPÄISCHE STAMMTAFELN NEUE FOLGE BAND III TEILBAND 1 Tafel 26
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Nach Prinz von Isenburg:
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Aribo I.
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um 940-13.2.1000

Sohn des Grafen Chadalhoch im Isengau

Er gründete 974 Seeon und 999 Göß.

  oo 1. Adala von Bayern, Tochter des Pfalzgrafen Hartwig I.
                 -7.9.

      2. oo Engelbert Graf im Chiemgau (SIEGHARDINGER)
              um 945-   1020

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Thiele Andreas:
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"Erzählende genealogische Stammtafeln"

Aribo I. folgte dem Vater in dessen Ämtern und Besitzungen und wurde auch Pfalzgraf von Bayern. Er gründete zusammen mit seiner Frau Adele, einer Cousine HEINRICHS II., das Kloster Seeon.

Weinfurter Stefan: Seite 40
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"Heinrich II."

Eine besondere Rolle spielten in diesem Zusammenhang die ARIBONEN. Neben den Grafen von Ebersberg und dem Markgrafen von Schweinfurt dürften die ARIBONEN die mächtigsten Herren im damaligen Bayern gewesen sein. Sie hatten die Grafschaften im unteren Salzburggau und im Isengau inne, und ihre ausgedehnten Besitzungen erstreckten sich über Bayern, Kärnten und die Steiermark. Etwa 985 übernahm Aribo I. [gest. 1001] das Amt des bayerischen Pfalzgrafen. Dieses Amt, das ursprünglich mit der Pfalz in Regensburg zusamemnhing, war in Bayern vermutlich nicht dem König, sondern dem bayerischen Herzog untergeordnet. Jedenfalls verlieh es dem Inhaber im Rechts- und Gerichtsbereich eine führende Stellung im Herzogtum.

Trillmich Werner: Seite 103
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"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"

Aribo I. (+ 1020), ein Freund Kaiser HEINRICHS II., fühlte sich dem Heiligen Wolfgang von Regensburg eng verbunden. Sein gleichnamiger Sohn erlangte 1021 das Erzbistum Mainz.

Störmer Wilhelm: Seite 249
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"Früher Adel"

Aribo, Sohn des Grafen Chadalhoh, heiratete Adela, die älteste Tochter des Pfalzgrafen Hartwig. Dieser Aribo rückte früh in die Positionen seines Schwiegervaters ein und wurde nach dessen Tode auch sein Nachfolger als Pfalzgraf von Bayern. Wiederum erfolgt ein Akt religiös-politischer Legitimierung der ARIBONEN, als der Pfalzgraf auf seinem väterlichen Erbgut Seeon ein Hauskloster gründete und Reliquien des heiligen Lambert von Lüttich, den die Sippe schon fast 200 Jahre verehrte, dorthin transferierte. Seine Gattin aber gründete mit ihrem Sohn, dem späteren Erzbischof Aribo von Mainz, das Kloster Göß, das einst König Ludwig das Kind den ARIBONEN geschenkt hatte. Göß, die älteste klösterliche Niederlassung in der Steiermark, deren 1. Äbtissin Adelas Tochter Kunigunde war, wurde denn auch 1020 dem Kaiser übergeben.
Die Kinder des Pfalzgrafen Aribo I. und seiner Gemahlin Adela zeigen die ganze Breite der aribonischen Familienbeziehungen. Jetzt wird erst die beträchtliche politische und Besitzposition der ARIBONEN im Kärntner Raum sichtbar. Offenbar spielen sie auch an den Pässen nach Italien (bei Tarvis) und in den früheren Bergbaugebieten Kärntens eine führende Rolle. Die letzte Generation der ARIBONEN gründet im Zeitalter der Reform neue Klöster in diesem Raum, die noch einmal den Glanz und das Ansehen des ARIBONEN-Hauses festigen sollten: Millstadt in Westkärnten, Moggio an der Fella auf dem Alpenwege von Villach nach Venedig und Aquileja und das Stift Eberndorf im Jauntal, inmitten eines großen aribonischen Besitzkomplexes, durch den die Passstrasse nach Krainburg und Laibach verläuft.

Störmer Wilhelm: Seite 307
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"Früher Adel"

Aribo, der Sohn des Grafen Chadalhoh, Vasall des Erzbischofs Friedrich von Salzburg, erhält von diesem etwa 976 die Kirche zu Altenbeuern samt Zehnt, Land und Rechten; Aribo gibt dafür dem Erzbischof eine Vollhube in Reith bei Brixlegg, 5 km vom Zillertaleingang, ferner eine andere zu Bichelwang und 2 Mühlen in Brixlegg, welche einst sein Vater Chadalhoh von Erzbischof Odalbert erworben hatte. Mit diesem Besitz in und um Brixlegg begegnet uns also ein weiterer Gutskomplex der ARIBONEN, der nun  schon an das Zillertal heranreicht, wo wir sie bereits im endenden 9. Jahrhundert angetroffen haben.
Die Urkunde besagt ferner, dass Aribo zur Befestigung des Vertrags auch noch den Hengstfutterzins dazugibt. Der Hengstfutterzins zeigt also die Beziehung des aribonischen Inntalbesitzes zur königlichen Verkehrsorganisation.

Diepolder G.: Seite 77,81
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"Die Herkunft der Aribonen"

Da in der Pfalzgrafenfamilie die Namen Aribo und Chadalhoh zusammentreffen, muss auffallen, dass schon bald nach 958 ein homo nobilis und Vasall des Erzbischofs Friedrich von Salzburg sich Aribo comitis Chadalhohi filius nennt. Dass er Besitz im Inntal aufgibt, den sein Vater einst von Erzbischof Odalbert eingetauscht hatte, erweist ihn als Sohn jenes Grafen Chadalhoh, der im Codex Odalberti mit hergebrachten Besitz in Kufstein und Bichlwang erscheint und häufig im Isen- und Salzburggau auftritt, ebendort, wo später die pfalzgräflichen ARIBONEN erscheinen.
Was die Einordnung des Chadalhoh-Sohnes Aribo in den ARIBONEN-Stammbaum betrifft, so liegen die Dinge anscheinend einfacher: Schon Egger hielt ihn für identisch mit Pfalzgraf Aribo I. und Klebel stützte diese Annahme durch die Beobachtung, dass eine Urkunde, die Chadalhoh betrifft, später in dem von den pfalzgräflichen ARIBONEN gegründeten Kloster Göß überliefert ist. Tyroller bewegt sich auf der gleichen Linie, doch schiebt er zwischen Chadalhoh und Pfalzgraf Aribo noch eine Generation, womit er Recht haben dürfte: Graf Chadalhoh ist vor 958 gestorben und Pfalzgraf Aribo erst nach 1000, so dass er doch eher in die Enkel- als in die Söhne-Generation nach Chadalhoh gehören dürfte.
 
 
 
 

  oo Adele
             -7.9.
 
 
 
 

Kinder:

  Aribo Erzbischof von Mainz (1021-1031)
  um 990-6.4.1031

  Wigburg Äbtissin
          -5.12.

  Hartwig II. Pfalzgraf
         -24.12.1027

  Wigburg
         -12.8. klein

  Chadalhoch Graf im Isengau
         -11.9.1030

  Hildburg
        -15.8.

  oo Arnold II. Graf von Wels und Lambach
            - nach 1020

  Kunigunde Äbtissin von Göß (1020- )
        -28.9.

  Eberhard Graf im Isengau 995
        -
 
 
 
 

Literatur:
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Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I, Seite 537/Band II Seite 48/Band III Seite 262 -