Aribo II. (VI.)                                          Pfalzgraf von Bayern (1026/41-1055)
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1024-18.3.1102                                       Stifter von Kloster Millstatt
 

Ältester Sohn des Pfalzgrafen Hartwig II. von Bayern und der Friderun, Tochter vom IMMEDINGER Reting
 

Boslís Bayerische Biographie: Seite 25
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Aribo V., Pfalzgraf
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     + 1102

Vater:
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Hartwich III.

Verfiel 1055 zusammen mit seinem Bruder Boto wegen Hochverrates der Acht, starb ein halbes Jahrhundert später als Privatmann und Graf von Haigermoos.
Mitstifter des Klosters Millstatt in Kärnten.

Literatur:
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NDB 1; Riezler
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GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 59
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25. Aribo VI.
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F. Frutolf-Ekkehard: duo fratres Aerbo et Boto...Hartwici palatini comitis filii SS 6, 226; eV.
1041 14/5 Ostermiething im (unteren) Salz(burg)gau in comitatu Aribonis palatini comitis D H III n 79; über seine Beteiligung am Aufstand gegen HEINRICH III. 1053 liegt keine Nachricht vor, doch steht sie außer Zweifel, da 1059 der PILGRIMIDE Kuno als Pfalzgraf erscheint (v. Guttenberg, Bamb. Reg. n 312)
(1066/77) der nobilis vir Aribo, Gattin Liutkarde, tauscht von dem Erzbistum Salzburg ein 1/3 Zehnt für seine 4 Kirchen (Kl.) St. Paul, St. Wallburgen (im Götschitztal, Herrschaft Eberstein) und 0 und U Millstatt (alles in Kärnten) Salzb. UB 2, 166 n 99
(1074 Ranshofen) Aribo comes de Hegirmos et frater eius Poto comes de Botensteine (die zwei Grafentitel beinhalten keine wirkliche Grafschaft) als Zeugen einer Schenkung HEINRICHS IV. an Ranshofen MB 3, 246
+ 1102 18/3 Frutolf-Ekkehard: Aerbo iam grandaevus migravit in domino SS 6, 224
Annalista Saxo ebenso palatinus, hic iace
Millstatt: Aerbo comes palatinus et fundator huius ecclesie Necr. 2, 222, 457
Rosazz: Aerbo comes Wiesflecker n 163.

Gemahlinnen:
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1. Liutgard (1066/77) s. o., vermutlich Witwe des SIEGHARDINGERS Engelbert V. (+ c 1040), deren Erbtochter aus 1. Ehe Richardis der SPANHEIMER Siegfried I. (+ 1065) heiratete; diese Annahme erklärt die Angabe der Papsturkunde vom 27/3 1122 (Kehr-Brackmann GP I, 107 n 1), dass die Verwandten (parentes) die Pfalzgrafen Engelbert, der das Kloster dem Heiligen Stuhl übergab, das Kloster erbaut (siehe obigen Nekrolog von Millstatt). Pfalzgraf Engelbert aus dem Hause GÖRZ war ein Enkel Engelberts I., des Sohnes Siegfrieds von Spanheim.
2. Willa (Guilla) genannt in der Papsturkunde von 1109 14/4 über die Gründung des Klosters Weißenohe (G Gräfenberg, Oberfranken) durch den illustris vir Aribo, seine Gemahlin Guilla und seine Nichte Hadamoth (Kehr-Brackmann GP 3, 3. Teil 294). Willa (Willebirg) gehörte vermutlich dem Hause EPPENSTEIN an und war eine Schwester Herzogs Heinrich III. von Kärnten (+ 1122).

  1. oo 2. Liutgard, Witwe des SIEGHARDINGERS Engelbert V.
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  2. oo Willa (Willibirg) von Eppenstein, Tochter des Herzogs Markward
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HERKUNFT UND GESCHICHTE FÜHRENDER BAYERISCH-ÖSTERREICHISCHER GESCHLECHTER IM HOCHMITTELALTER
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Gewin Dr. J.P.J.: Seite 60
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VI. 23. Aribo
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Graf, 1041-1102 (+).
1041. "comes Palatinus" in pago Salzgowe: Wiesflecker, Die Regesten der Grafen von Görz und Tirol, Pfalzgrafen in Kärnten I. Innsbruck 1949. Seite 19 nr. 40.
1053. Bei der Gründung des Klosters Weissenohe im Bambergischen ist Willa, "Guilla" als verheiratet mit Aribo bezeichnet: Trotter in: Zeitschrift des historischen Vereins für Steiermark 25, 1929, Seite 16.
1055. Aribo und Poto verfielen wegen Teilnahme an der Verschwörung Herzog Welfs von Kärnten der Acht Kaiser HEINRICHS III.: Wiesflecker S. 22f, nr. 57ff.
C. 1070. Aribo "comes de Hegirmos" Zeuge: Wiesflecker a.a.O. S. 26. nr. 96.
1060/70. Erwähnt in Rechtsgeschäften mit Brixen: Wiesflecker a.a.O. S. 24, nr. 66, 70.
1060/88. Der Edle Aribo übergibt dem Erzbischof von Salzburg den  richtigen Zehnt von seinem und von seiner Frau Liutkard Gütern, sowie einen Hof zu Kerschdorf (welches?), wofür er den 3. Teil der Zehnte seiner Kirchen, nämlich zu St. Paul, St. Walburg und zwei zu Millstatt und das Pfarrecht für diese erhält: S. U. II. 99.

Note:
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Aribo soll bereits im Jahre 1041 das Pfalzgrafenamt innegehabt haben. Er muss dann aber wohl sehr jung dieses Amt erworben haben, da er doch angeblich erst 1102 starb! Da er mit seinem Bruder Potho an der Verschwörung Herzog Welfs teilgenommen hat, wurde er c. 1055 aus dem Pfalzgrafenamt entsetzt.
Bei dem Salzburger Geschlecht D. legen wir unsere Ansicht über Aribos Ehen mit zwei Töchtern des Ehepaars Engelbert D. 30.: Williburg D. 35. und Liutgard D. 37. dar. Im Jahre 1053 erscheint Willa (= Williburg) urkundlich als seine Gattin
1060/68 urkundete Aribo zusammen mit seiner 2. Gattin Liutkard, so dass die 2. Ehe im zwischenliegenden Zeitraum geschlossen sein muss.
Aribo und sein Bruder Potho gründeten das Kloster Millstatt (bei Spital, Kärnten). Im "Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie" Band 33, Klagenfurt 1951 hat Erika Weinzierl-Fischer die Geschichte des Benediktinerklosters Millstatt dargelegt. Die Verfasserin kommt Seite 26, Anmerkung 20 zum Ergebnis, dass das Kloster wahrscheinlich schon 1060/77 gegründet worden ist.
Aribos 1. Gemahlin, die um 1025 geboren sein wird, war damals wohl schon gestorben. Es liegt nun der Gedanke nahe, dass Aribo das Kloster nicht nur mit eigenen Gütern, sondern auch mit denen seiner 1. Gemahlin ausgestattet hat. Aribos Geschlecht war von alters her in der Grafschaft Leoben begütert. In Göß in der Grafschaft Leoben hatte Aribos Großmutter Adala D. 22., Witwe des Pfalzgrafen Aribo I. C. 7., das Kloster Göß gestiftet, das dem Kaiser HEINRICH II. tradiert wurde. Es wäre meines Erachtens möglich, dass der Besitz des Klosters in Friaul von den beiden Frauen Aribos herrührt (siehe unter D. 30).
Aus der 2. Ehe wird dann Aribos Sohn Hartwig geboren sein, der angeblich jung gestorben sein soll. Dagegen würde aber eine Freisinger Tradition sprechen, laut welcher Gräfin Liutkart noch 1098/1104 ein Gut in Asenham (B. A. Mühldorf) durch die Hand ihres Sohnes Hartwig an Freising übergab (F. nr. 1671).
Aribo hat offenbar um 1070 eine Grafschaft im Tal der unteren Salzach verwaltet, wo er mit dem Namen "comes de Hegirmoos" (nordwestlich Laufen) erscheint. Etwa 10 km südlich Haigermoos liegt Lebenau an der Salzach, wo im Anfang des 12. Jh. Graf Siegfried C. 48. eine Grafschaft innehatte. Sollte dieser Enkel des Grafen Siegfried von Spanheim, eines Geschlechts-Vetters des Pfalzgrafen Aribo II., diesem in Aribos Grafschaft nachgefolgt haben?

  1. oo Williburg
          um 1025- c. 1060

  2. oo Liutgard
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Faußner H. C.: Seite 42
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"Zur Frühzeit der Babenberger"

Aribo II. jedoch, der zusammen mit seinem Bruder Botho in die Fürstenverschwörung um Herzog Konrad von Bayern verwickelt war, verlor die Pfalzgrafschaft. 1055 auf dem Reichstag zu Regensburg wurde er geächtet und seine Reichslehen eingezogen, neben der Pfalzgrafschaft auch die Tegernseer Güter. Diese gingen wie die Pfalzgrafschaft auf Kuno von Rott über. Dies möge aber nicht den Gedanken aufkommen lassen, dass diese Güter, die Reichslehen waren, zur "Ausstattung der Pfalzgrafschaft" gehörten. Sowenig es eine Pfalzgrafschaft im territorialen Sinne in Bayern gab, sowenig hatte der Pfalzgraf ein Amtsgut, also Besitz, der mit der Pfalzgrafschaft verbunden und dem jeweiligen Pfalzgrafen auf Grund und Dauer seiner Funktion zur Verfügung stand.
 
 
 
 

vor 1070
  oo 2. Liutgart, Witwe des Grafen Engelbert im Pustertal
  x            -
 
 
 
 

Kinder:

  Hartwig
         - vor dem Vater

? Hadwig [Faußner]
          -17.7.

  oo Engelbert Graf von Görz
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Literatur:
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Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I, Seite 537,541 -