Pilgrim                                                      Erzbischof von Köln (1021-1036)
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    -25.6.1036
 

Begraben: Köln, St. Aposteln
 

Sohn des Grafen Chadalhoch im Isengau und der Irmingart; Neffe des Erzbischofs Aribo von Mainz
Nach W. Wegener Sohn des Grafen Chadalhoch im Isengau und einer PILGRIMIDIN; Bruder des Grafen Chadalhoh
Nach Gewin Sohn des Pfalzgrafen Aribo I. von Bayern und der Adela
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Seite 2157
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Pilgrim, Erzbischof von Köln 1021-1036
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     + 25. August 1036

Begraben: Köln, St. Aposteln

Aus dem Hause der ARIBONEN

Sohn Chadalhohs IV., Graf im Isengau, nepos Erzbischof Aribos von Mainz

Nach Ausbildung und Domkanonikat in Salzburg war er Dompropst in Bamberg und Kanzler für Italien (1016-1021). Kaiser HEINRICH II. bestellte seinen engen Vertrauten und Hofkapellan im Juni 1021 zum Erzbischof von Köln. Den Streit zwischen Aribo von Mainz und der Kurie nutzte Pilgrim zur Steigerung des Ranges seiner Kirche. Benedikt VIII. gestattete Pilgrim 1023/24 den erweiterten Gebrauch des Palliums und verlieh wichtige Ehrenrechte: die Würde eines päpstlichen Bibliothecarius, vielleicht sogar das Krönungsrecht des deutschen Königs. Bei der Königswahl 1024 unterstützte Pilgrim als Anführer der Lothringer Konrad den Jüngeren; doch rehabilierte er sich durch die Krönung Giselas zur Königin im Kölner Dom. Die wachsende Entfremdung zwischen Aribo und KONRAD II. ließ Pilgrims Einfluss auf Königtum und Reichsgeschäfte seit 1027/28 kontinuierlich steigen. Doch hat erst Pilgrims Krönung HEINRICHS III. (Aachen, Ostern 1028) die reichsrechtliche Sonderstellung des Kölner Erzbischofs im Mittelalter begründet, die seit Juni 1031 auch die Erzkanzlerwürde für Italien umfasste. Zur Festigung seiner Stadtherrschaft förderte Pilgrim die religiöse und siedlungsmäßige Erschließung der westlichen Vorstadt durch die Gründung des Apostel-Stifts und die Anlage des Neumarkts.

Quellen:
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F.W. Oediger, Reg. der Ebf.e v. Köln I, 1954-1961, 206-225 - GAMS Ser. V/1, 1986, 52-54

Literatur:
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H. Wolter, Die Synoden im Reichsgebiet und in Reichsitalien von 916 bis 1056, 1988, 295-297, 306 f. - R. Schieffer, Ebf.e und Bf.skirche v. Köln (Die Salier und das Reich, II, 1992), 1-29 - H. Stehkämper, Die Stadt Köln in der Salierzeit (ebd., III), 82-86
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Althoff Gerd: Seite 318
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                                B 107

Lü:    24.8. Biligrimus Coloniensis aps      + 1036 Köln

Pilgrim von Köln ist einer der Bischöfe im Lüneburger Necrolog, durch die sich das verbesserte Verhältnis der BILLUNGER zum Königtum in der Regierungszeit KONRADS II. erweist; siehe dazu oben Seite 123.
Zu seiner Herkunft aus dem bayerischen Adelsgeschlecht der ARIBONEN, seinem Wirken als Kanzler für Italien und als Erzbischof von Köln vgl. Oediger, Geschichte des Erzbistums Köln, Seite 111ff.; Ders., Regesten der Erzbischöfe von Köln 1, Nr. 683-768; Fleckenstein, Hofkapelle 2, Seite 164, 170 u.ö.; FW B 160.
Zum Todesdatum: Oediger, Regseten, Nr. 768.
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GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 60
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28. Pilgrim
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Erzbischof von Köln 1021-1036,
+ 1036 25/8 Seeon: Pilgrimus archiepiscopus Necr. 2, 229; F. s. 27; sonst F. W. Oediger, Die Regesten der Erzbischöfe von Köln im Mittelalter, 1. Band s 206-255.
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HERKUNFT UND GESCHICHTE FÜHRENDER BAYERISCH-ÖSTERREICHISCHER GESCHLECHTER IM HOCHMITTELALTER
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Gewin Dr. J.P.J.: Seite 59
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17. Piligrim
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Erstmals 1016 Juni genannt, spätestens seit (1021) März 1. Dompropst von Bamberg, seit 1021 Juni 29. Erzbischof von Köln als Nachfolger Heriberts: Erich von Guttenberg, Die Regesten der Bischöfe und des Domkapitels von Bamberg. Würzburg 1932. Regg. 36a, 106.
 + 1036.
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Pilgrim war seit 1016 Kanzler für Italien.

Trillmich Werner: Seite 275
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"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"

Der bayerische ARIBONE Pilgrim gewann das verlorene Vertrauen des Königs zurück. Vom Hofkapellan, Kanzler für Italien und Bamberger Dompropst zum Oberhirten der niederrheinischen Metropole gelang dem auch theologisch, mathematisch und musikalisch interessierten Verwandten Aribos von Mainz ein glanzvoller Aufstieg. Der Kurie geleistete Dienste verschafften ihm 1023 das Amt eines Bibliothekars der Römischen Kirche, eine Art Legatur für Deutschland. Diplomatische Geschmeidigkeit und weitreichende Beziehungen befähigten ihn, eine führende Stellung bei Hofe einzunehmen. Bei der Königswahl von 1024 stand er an der Spitze der vorwiegend aus Lothringern bestehenden Partei Konrads den Jüngeren. Ihm kam es darauf an, einen vollen Erfolg seines Onkels zu verhindern und sich durch die verzögerte Huldigung Lothringens eine gewisse Entschädigung für den durch Aribos Vorgehen unvermeidlichen Prestigeverlust für seine Metropole zu verschaffen.
Erzbischof Pilgrim dachte über die kirchenrechtliche Zulässigkeit von Eheschließungen entfernt Verwandter weit großzügiger als sein Mainzer Oheim und Rivale. In der Möglichkeit, Gisela zu krönen, sah er deshalb eine unerwartet günstige Gelegenheit, sich den neuen Herrscher durch einen wichtigen Dienst zu verpflichten und auf diese Weise seinem Hochstift ein Vorrecht zurückzugewinnen, um das ihn Aribo hatte bringen wollen. Außerdem aber erhoffte Pilgrim von seinem Angebot gewiss noch weitere politische und wirtschaftliche Vorteile. Der Erzbischof erwarb unter anderem das Münzrecht für Köln und Andernach. So kam es, dass Pilgrim bereits am 21. September in Anwesenheit des Hofes, zahlreicher Fürsten und der Vasallen des Erzstifts im Kölner Dome Salbung und Krönung Giselas vornehmen konnte.
Nach dem Tode des Erzbischofs Aribo von Mainz übertrug ihm Kaiser KONRAD II. als Lohn für viele wertvolle Dienste die frei gewordene Würde des Erzkanzlers für Italien.

Finckenstein Finck von: Seite 51
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"Bischof und Reich"

Pilgrim, Angehöriger des bayerischen Hochadels und Verwandter des Königs, wurde im Salzburger Erzstift erzogen und stieg zum Propst in Bamberg und Kanzler in der Hofkapelle auf.
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 123,318 B 107 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 484/Band II Seite 1-5,9/Band III Seite 16,75,82,85,117,144,377 - Erkens, Franz-Reiner: Konrad II. Herrschaft und Reich des ersten Salierkaisers. Verlag Friedrich Puset Regensburg 1998, Seite 38,40,54,57,95,121,128,176 - Schulze: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag, Seite 311,313,333,337,339,357 - Weinfurter, Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Puset Regensburg 1999, Seite 102,116-118,122,153,161,204,224,242, 245,266 - Wies, Ernst W.: Kaiser Heinrich IV. Canossa und der Kampf um die Weltherrschaft, Bechtle Esslingen 1996, Seite 15,21 -