Jüngster Sohn des Markgrafen
Fulco I. von Mailand
Thiele Andreas:
*************
"Erzählende genealogische Stammtafeln"
Obizzo I. folgte gemeinsam mit den Brüdern, nannte sich meist "Markgraf von Este" und wurde 1154/60 in die Erbeinigungen mit den deutschen Vettern einbezogen. Er war sehr angesehen, stand zuerst auf kaiserlicher Seite und half Mailand zu unterwerfen. Später war er unbestritten das Haupt der "Guelfen" in N-Italien, geriet gegen BARBAROSSA und schloß sich dem Lombardischen Städtebund an. Gemeinsam mit seinem Bruder Albert vermittelte er 1177 den Frieden von Venedig zwischen Papst und Kaiser. Obizzo I. erschien als Podesta von Padua und Verona und kaiserlicher Statthalter des Gerichtes der Mark Treviso, wurde 1184 kaiserlicher Markgraf von Mailand und Ligurien, da BARBAROSSA allein ihn für fähig hielt, ein politisches Gegengewicht gegen die stärker werdenden lombardischen Städte darstellen zu können. Er erhielt unter anderem die Vogtei über das Stift St. Roman/Ferrara, knüpfte damit erste bedeutsame Beziehungen seiner Familie zu dieser Stadt und verschaffte seiner Familie die Option auf das Erbe der in Ferrara führenden Guelfen-Familie D'ADELARDI. Er beerbte nach und nach seine Brüder.
Schneidmüller Bernd: Seite 190,234
******************
"Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung."
Der rangbewußte WELFE
fand damals auch zu den Wurzeln seines Hauses. Er aktualisierte alte Ansprüche,
die sich aus der Zeit seines Urgroßvaters Welf
IV. erhalten hatten Sein Recht auf das väterliche Erbe der
OTBERTINER
hatte dieser nie aufgegeben.
Welfs
Urenkel Heinrich der Löwe regelte darum im Lager bei Povegliano
(südlich des Gardasees, Diözese Verona) am 27. Oktober 1154 das
Verhältnis zu den italienischen Verwandten, den Markgrafen
Bonifaz und Fulco
von Este mit ihren Brüdern Albert
und Opizo. Ein späterers Notariatsinstrument
hielt deren Belehnung mit Este, Solesino, Arqua (Petrarca) und Merendola
(alles nahe Este, südlich Padua) durch Heinrich den Löwen fest.
Vielleicht sah der WELFE damals das
verlorene Löwenstandbild in der
Burg Este, das als Vorbild
des Braunschweiger Burglöwen gedient haben könnte. Auf jeden
Fall beanspruchte er seinen lehnsrechtlichen Vorrang, den auch Welf VI.
1160 erneuerte. Selbst nach de Sturz Heinrichs des Löwen mußte
FRIEDRICH
BARBAROSSA
1184 dem Markgrafen Opizo
von Este zusichern, daß er den WELFEN
niemals wieder in die italienische Machtstellung seiner Vorväter einsetzen
würde. Erst jetzt erlosch die südalpine Verhaftung der otbertinischen
Nachfahren im Mannesstamm.
Daß die Fürsten eine mögliche Aussöhnung
und Restitution fürchteten, belegt auch BARBAROSSAS
Zusicherun
an Markgraf Opizo von Este, bei einer
eventuellen Wiedereinsetzung Heinrichs des Löwen dessen italienische
Rechtsansprüche auszusparen.
Engels, Odilo: Seite 125
***********
"Stauferstudien"
Zwischen der Verurteilung Heinrichs des Löwen und
dem Antritt seines Exils hatte ein kaiserliches Gericht den Brüdern
Albert,
Opizo
und Bonifaz von Este bestätigt, ihre Rechte an den Markgrafschaften
von Genua und Mailand seien "regalia per imperium", die vorher seit Ende
Oktober 1154 teilweise Lehen Heinrichs des Löwen gewesen wären.
Daß nun in der Urkunde von 1184 zugesichert wird, dem Belehnten dürfe
kein Nachteil entstehen, wenn Herzog Heinrich oder dessen Erben die "terra"
wiederbesetzen oder vom Kaiser zurückerhalten sollten, dürfte
auf den Wunsch des Belehnten zurückgehen. Ihm, der von den Verhandlungen
in der Stadt (das Diplom wurde in San Zeno bei Verona ausgestellt) erfahren
hatte, die ein baldiges Ende der Verbannung ins Auge faßten, war
geläufig, daß mit der Rückkehr aus dem Exil auch eine Restitution
früherer Rechte verbunden sein werde, und die kaiserliche Kanzlei
bestätigte es indirekt. Heinrich der Jüngere, der Sohn des Herzogs,
soll HEINRICH VI. 1191 nach Italien
in der Hoffnung begleitet haben, dafür die seinem Vater abgesprochen
Würde zurückzuerhalten.
1. oo N.N.
-
2. oo Sofie aus Vincenti
-3.12.1202
Kinder:
Adalbert Azzo V.
-
1193
Froa
-
Adelaide
-
Tomasina
-
Bonifacio III.
-7.6.1228
Garsend
-
Literatur:
-----------
Engels, Odilo: Stauferstudien, Jan Thorbecke Verlag
Sigmaringen 1996 Seite 125 - Schneidmüller Bernd: Die Welfen.
Herrschaft und Erinnerung. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln
2000 Seite 190, 234 -