Obizzo I.                                                   Markgraf von Este
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1110-25.12.1193
 

Jüngster Sohn des Markgrafen Fulco I. von Mailand
 

Thiele Andreas:
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"Erzählende genealogische Stammtafeln"

Obizzo I. folgte gemeinsam mit den Brüdern, nannte sich meist "Markgraf von Este" und wurde 1154/60 in die Erbeinigungen mit den deutschen Vettern einbezogen. Er war sehr angesehen, stand zuerst auf kaiserlicher Seite und half Mailand zu unterwerfen. Später war er unbestritten das Haupt der "Guelfen" in N-Italien, geriet gegen BARBAROSSA und schloß sich dem Lombardischen Städtebund an. Gemeinsam mit seinem Bruder Albert vermittelte er 1177 den Frieden von Venedig zwischen Papst und Kaiser. Obizzo I. erschien als Podesta von Padua und Verona und kaiserlicher Statthalter des Gerichtes der Mark Treviso, wurde 1184 kaiserlicher Markgraf von Mailand und Ligurien, da BARBAROSSA allein ihn für fähig hielt, ein politisches Gegengewicht gegen die stärker werdenden lombardischen Städte darstellen zu können. Er erhielt unter anderem die Vogtei über das Stift St. Roman/Ferrara, knüpfte damit erste bedeutsame Beziehungen seiner Familie zu dieser Stadt und verschaffte seiner Familie die Option auf das Erbe der in Ferrara führenden Guelfen-Familie D'ADELARDI. Er beerbte nach und nach seine Brüder.

Schneidmüller Bernd: Seite 190,234
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"Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung."

Der rangbewußte WELFE fand damals auch zu den Wurzeln seines Hauses. Er aktualisierte alte Ansprüche, die sich aus der Zeit seines Urgroßvaters Welf IV. erhalten hatten Sein Recht auf das väterliche Erbe der OTBERTINER hatte dieser nie aufgegeben. Welfs Urenkel Heinrich der Löwe regelte darum im Lager bei Povegliano (südlich des Gardasees, Diözese Verona) am 27. Oktober 1154 das Verhältnis zu den italienischen Verwandten, den Markgrafen Bonifaz und Fulco von Este mit ihren Brüdern Albert und Opizo. Ein späterers Notariatsinstrument hielt deren Belehnung mit Este, Solesino, Arqua (Petrarca) und Merendola (alles nahe Este, südlich Padua) durch Heinrich den Löwen fest. Vielleicht sah der WELFE damals das verlorene Löwenstandbild in der Burg Este, das als Vorbild des Braunschweiger Burglöwen gedient haben könnte. Auf jeden Fall beanspruchte er seinen lehnsrechtlichen Vorrang, den auch Welf VI. 1160 erneuerte. Selbst nach de Sturz Heinrichs des Löwen mußte FRIEDRICH BARBAROSSA 1184 dem Markgrafen Opizo von Este zusichern, daß er den WELFEN niemals wieder in die italienische Machtstellung seiner Vorväter einsetzen würde. Erst jetzt erlosch die südalpine Verhaftung der otbertinischen Nachfahren im Mannesstamm.
Daß die Fürsten eine mögliche Aussöhnung und Restitution fürchteten, belegt auch BARBAROSSAS Zusicherun an Markgraf Opizo von Este, bei einer eventuellen Wiedereinsetzung Heinrichs des Löwen dessen italienische Rechtsansprüche auszusparen.

Engels, Odilo: Seite 125
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"Stauferstudien"

Zwischen der Verurteilung Heinrichs des Löwen und dem Antritt seines Exils hatte ein kaiserliches Gericht den Brüdern Albert, Opizo und Bonifaz von Este bestätigt, ihre Rechte an den Markgrafschaften von Genua und Mailand seien "regalia per imperium", die vorher seit Ende Oktober 1154 teilweise Lehen Heinrichs des Löwen gewesen wären. Daß nun in der Urkunde von 1184 zugesichert wird, dem Belehnten dürfe kein Nachteil entstehen, wenn Herzog Heinrich oder dessen Erben die "terra" wiederbesetzen oder vom Kaiser zurückerhalten sollten, dürfte auf den Wunsch des Belehnten zurückgehen. Ihm, der von den Verhandlungen in der Stadt (das Diplom wurde in San Zeno bei Verona ausgestellt) erfahren hatte, die ein baldiges Ende der Verbannung ins Auge faßten, war geläufig, daß mit der Rückkehr aus dem Exil auch eine Restitution früherer Rechte verbunden sein werde, und die kaiserliche Kanzlei bestätigte es indirekt. Heinrich der Jüngere, der Sohn des Herzogs, soll HEINRICH VI. 1191 nach Italien in der Hoffnung begleitet haben, dafür die seinem Vater abgesprochen Würde zurückzuerhalten.
 
 
 
 

  1. oo N.N.
                  -

  2. oo Sofie aus Vincenti
                 -3.12.1202
 
 
 
 

Kinder:

  Adalbert Azzo V.
         -   1193

  Froa
        -

  Adelaide
         -

  Tomasina
          -

  Bonifacio III.
         -7.6.1228

  Garsend
         -
 
 
 
 

Literatur:
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Engels, Odilo: Stauferstudien, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996 Seite 125 - Schneidmüller Bernd: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 190, 234 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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