Ekbert                                                       Dux der Sachsen, die zwischen Rhein und Weser wohnten
----------                                                     Markgraf der Dänischen Mark
um 756- nach 811
 

Begraben: Herzfeld
 

Sohn des Grafen Reginbert
 

Ekbert scheint entgegen älteren Darstellungen ein nach Sachsen verpflanzter fränkischer Reichsaristokrat zu sein, der erst mit den nötigen Grundlagen für seine Amtstätigkeit (vermutlich dem Ruhrgau) ausgestattet wurde. Nach der Darstellung der freilich historisch geringwertigen Vita Idae ist Ekbert der sächsische Graf, der auf einem Feldzug erkrankte, bei einem fränkischen Grafen aufgenommen wurde und dessen einzige Tochter Ida heiratete. Auf Befehl Kaiser KARLS besetzte er 809 zusammen mit anderen sächsischen Grafen den Ort Esesfeld an der Stöhr und befestigte ihn. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Ekbert wegen dieser militärischen Tätigkeit von dem Verfasser der Translatio s. Pusinnae den Titel "dux" erhalten hat.
Wenn nun die EKBERTINER im Mannesstamm keine Sachsen sind, müßte Eigilwi/Heilwig, die Gattin Welfs und Mutter der Kaiserin Judith, entweder eine Mutter-Schwester Ekberts oder eine Verwandte seiner Frau Ida sein. W. Metz weist Ida jenem Kreise zu, der seiner Meinung nach durch den Namen ihres Sohnes Warin erkennbar sind, nämlich den SALIERN-WIDONEN. Hier soll umgekehrt die Meinung vertreten werden, dass der Name Warin aus der Familie Ekberts stammt und dass Ida aus der liudolfingischen Verwandtschaft am Mittelrhein kam. In keinem Fall wäre sie aber dann als Sächsin zu bezeichnen. Wir kämen damit zum Schluß, dass die Gattin Welfs eine Mutter-Schwester Ekberts gewesen sein dürfte.
Ekbert erscheint im Besitz von sich begrenzenden Gütern im südlichen Westfalen, zwischen dem Rheine und der Weser, indem an dies Dotalitium im Boroctra, zwischen der Lippe, Ruhr und dem Rhein - sich sein Allod im "Gaue Dreni" unmittelbar anschloß, und sein Gut zu Immungshausen im Ittergau nicht sehr fern von der Weser lag. Somit war Ekbert Graf zwischen dem Rhein und der Weser und wurde von KARL DEM GROSSEN überdies zum Heerführer (dux) der Sachsen zwischen Rhein und Weser ernannt.

Glocker, Winfrid: Seite 255
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik"

Die moderne Forschung äußerte immer wieder die Vermutung, die LIUDOLFINGER des 9. Jahrhunderts ständen mit den EKBERTINERN (nach einem anderen leitnamen auch COBBONEN genannt) in verwandtschaftlicher Beziehung. Bei diesen EKBERTINERN handelts es sich um die Nachkommenschaft eines Vertrauten KARLS DES GROSSEN namens Ekbert. Dieser pflegte eine vornehme Dame, die heilige Ida, durfte sie schließlich heiraten und erhielt von KARL DEM GROSSEN in einem Teil Sachsens eine herzogliche Stellung übertragen (vgl. zu diesen Zusammenhängen Krüger, Grafschaftsverfassung Seite 77f., Hlawitschka, Herkunft Seite 147-150, sowie den Forschungsstand referierend Jakobi, Nachkommen passim).
Hömberg, einer der besten Kenner der sächsischen Grafschaftsverfassung in der Zeit des 9. Jahrhunderts, sah Comitate Seite 122ff. in diesem Ekbert, dem VertrautenKARLS DES GROSSEN, und seiner Gemahlin Ida die direkten Großeltern des Liudolf dux. Diese Ansicht begründete er mit dem Besitz des alten Königshofes Herzfeld, den man zuerst in den Händen Ekberts nachweisen kann, und der sich dann in den Händen Herzog Ottos des Erlauchten, des Sohnes unseres Liudolf dux findet. Doch hat Hömberg übersehen, daß die skizzierte Besitzfolge bei dem Königshof Herzfeld nicht unbedingt durch Erbfolge bewerkstelligt sein muß, sondern auch auf dem Weg der Belehnung erfolgt sein könnte. Da aber der Name "Ekbert" unter dem Namensgut, das wir bei den Kindern des Liudolf dux finden, entgegen einer früheren Vermutung nicht nachgewiesen werden kann, können wir eine agnatische Verwandtschaft zwischen den LIUDOLFINGERN und EKBERTINERN mit Sicherheit ausschließen. Ein gewisser verwandtschaftlicher Konnex muß aber bestanden haben, da sich der Name Liudolf unter den Ekbert-Kindern findet.

Hlawitschka, Eduard: Seite 147-150
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"Zur Herkunft der Liudolfinger und zu einigen Corveyer Geschichtsquelle"

Die sogenannten EGBERTINER/COBBONEN stellen - das muß zur Erklärung hier kurz eingefügt werden - einen Verwandtenkreis dar, der von dem Vertrauten KARLS DES GROSSEN namens Egbert abstammt. Eine erste wichtige Nachricht über sie können wir der von dem Werdener Mönch Uffing 980 anläßlich der Erhebung der Gebeine der hl. Ida verfaßten Vita dieser Heiligen entnehmen. KARL DER GROSSE soll hiernach dem Grafen Egbert - nachdem jener mit anderen Edlen bei einem Heereszug zur Niederwerfung von Aufständischen aus den O-Gebieten nach "Gallin" gekommen, dort aber schwer erkrankt und durch die Pflege der hl. Ida, einer hochedlen Dame ex regali scilicet indole sanctarum virginum Odiliae et Gertrudae filiae (regis) Pipini, wieder geheilt worden - die Zustimmung zur Verheiratung mit Ida gewährt haben und ihn auch im Zusammenhang mit dieser Heirat cunctis Saxonibus, qui inter Hrenum et Wisaram inhabitant, zum dux gegeben haben. In Herzfeld an der Lippe habe Ida schließlich auf Besitztum ihres Gatten einen oratorium bzw. eine lapidea basilica gegründet, und dort seien sowohl Egbert als auch sie nach ihrem Tod bestattet worden.
Außerdem sind die oben Seite 150 angeführten Argumente für die Notwendigkeit der Rekonstruktion der Verwandtschaft Haduwys mit KARL DEM KAHLEN über Ida - und nicht über Egbert - übergangen!], so bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, daß sich Karlmanns Witwe Gerberga wiederverheiratete und daß dieser Graf, in dessen Haus Egbert von Ida gesundgepflegt wurde, lediglich Idas Stiefvater gewesen ist [In der Vita S. Idae wird nie vom pater das gesprochen, wir hören nur vom favor parentum zu Idas Ehe und daß Ida praefacto comiti ... unica filia gewesen ist..]. Gerade diese Sicht, so überraschend sie auf den ersten Blick wirken mag, hat aber auch einen Vorzug: sie vermag zu erklären, washalb KARL DER GROSSE seinen assensus zur Ehe Idas mit Egbert zu geben hatte. Nach Karlmanns Tode mußte ja die Vormundschaft über seine zurückgelassenen Kinder an den nächsten männlichen Schwertmaghen, d. h. an seinen Bruder KARL DEN GROSSEN, fallen. KARL DER GROSSE steht mit seiner Mitwirkung bei der Verheiratung Idas also an seines Bruders Statt; eine einleuchtendere Erklärung für die Nachricht kann es wohl kaum geben. Bislang wurde diese Stelle der Vita regelmäßig unerklärt übergangen; das ist nun nicht mehr notwendig; im Gegenteil: sie vermag jetzt in einzigartiger Weise die komplizierte Frage der Herkunft Idas zu erhellen.
Die EGBERTINER/COBBONEN waren aber auch - wie schon seit längerem erkannt ist - Verwandte der LIUDOLFINGER/ OTTONEN. Vor allem haben dies S. Krüger und K.A. Hömerg deutlich zu machen versucht, wenngleich auf unterschiedliche Weise. S. Krüger - noch auf die erst neuerdings als Fälschung des 11. Jahrhunderts erkannte Querimonia Egilmari aufbauend, in der eine namentlich ungenannte Schwester Abt Warins von Corveyals Äbtissin von Herford erscheint, welche sich wiederum nur als die ca. 853-858 einzureihende Äbtissin verstehen ließ, und diese ungenannte Mutter identifizierend - setzte die Äbtissin Addila von Herford mit Aeda, der Mutter Herzog Liudolfs (* 866) Gemahlin Oda, gleich und erklärte die LIUDOLFINGER/OTTONEN damit zu direkten Nachkommen Egberts und Idas über zwei Frauenlinien. Freilich war damit nicht Herzog Liudolf (+ 866), sondern seine Gemahlin Oda als Bindeglied zu Egbert und Ida postuliert. K.A. Hömberg bestritt die Richtigkeit dieser Sicht - und das gewiß zu Recht. Er wiers darauf hin, daß der Konnex zwischen EGBERTINERN/COBBONEN und LIUDOLFINGERN nicht erst durch die Ehe Liudolfs und Odas (als Enkelin Egberts und Idas durch Aeda/Addila von Herford) zustandegekommen sein kann, da - nach der Corveyer Tradition A §126 (= B § 350) - bereits der ältere Cobbo einen um 844 verstorbenen Bruder Liudolf gehabt habe, also bereits Egbert und Ida einen ihrer Söhne den Namen Liudolf gegeben hätten. Bei dieser Argumentation Hömbergs ist zwar die Einreihung des ca. 844 schon verstorbenen Liudolf um eine Generation zu früh angesetzt, wie sich leicht zeigen läßt; das ändert letztlich aber nichts daran, daß sein Argument doch stichhaltig ist. Auch wenn erst Cobbo des Jüngeren - und nicht schon Cobbos des Älteren - einen Bruder Liudolf (+ ca. 844) hatte, ist die Erklärung des Liudolf-Namens bei den EGBERTINERN/COBBONEN die Verheiratung der von S. Krüger als EGBERTINERIN/COBBONIN postulierten Oda mit Herzog Liudolf (+ 866) nicht mehr ausreichend.
 
 
 
 

 786
  oo Ida die Heilige, Tochter des Königs Karlmann
              - um 814
 
 
 
 

Kinder:

  Warin Abt von Corvey (826-856)
  um 800-20.9.856

  Ida die Jüngere
       -

  oo 2. Asig I.
                 -

  Addila
         - vor 858

  oo Bunicho
              -

  Cobbo der Ältere
  um 790- vor 13.6.858
 
 
 

Literatur:
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Beumann, Helmut: Die Ottonen, Verlag W. Kohlhammer, 1991 Seite 23 - Dümmler Ernst: Geschichte des Ostfränkischen Reiches. Verlag von Duncker und Humblot Berlin 1865 Band I Seite 142,352 - Glocker, Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik, Böhlau Verlag Köln Wien 1989 Seite 255 - Hlawitschka, Eduard: Zur Herkunft der Liudolfinger und zu einigen Corveyer Geschichtsquelle, in Stirps Regia von Eduard Hlawitschka, Verlag Peter Lang Frankfurt am Main Seite 147-150 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 36,480 - Jakobi, Franz-Josef: Zur Frage der Nachkommen der heiligen Ida und der Neuorientierung des sächsischen Adels in der Karolingerzeit, in: Jaszai, Geza (Hg): Heilige Ida von Herzfeld, 980-1980, Festschrift zur Tausendjährigen Wiederkehr ihrer Heiligsprechung, Münster 1980, Seite 53-63 - Krüger, Sabine: Studien zur Sächsischen Grafschaftsverfassung im 9. Jahrhundert, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1950 Veröffentlichung der Historischen Kommission für Hannover Seite 71-79 -
 
 
 
 
 
 
 


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