Ältester Sohn des Dux
Ekbert der Sachsen und der Ida
Cobbo, der mächtigste
Mann in Sachsen, war seinem Vater im Gau Boroctra gefolgt und lebte
in der Nähe von Münster und Osnabrück und wurde 833 von
König Ludwig zum Vogt des Stiftes
Osnabrück ernannt. Er mißbrauchte jedoch seine Stellung
zum Vorteil der beiden Klöster Herford und Corvey, welchen seine Geschwister
vorstanden, so dass die Zehnten verloren gingen.
Cobbo
hatte im Bürgerkrieg bereits
Ludwigs
des Deutschen Partei ergriffen und im Jahre 842 war er unter
den Gesandten, welche, mit außerordentlichen Vollmachten ausgestattet,
Ludwig
der Deutsche und KARL DER KAHLE
ihrem Bruder LOTHAR den von ihnen bestimmten
dritten Teil des Reiches zur Herstellung des Friedens antragen ließen.
Im Jahre 845 wurde Graf Cobbo
vom König Ludwig dem Deutschen
als Gesandter an den König Horich von Dänemark
geschickt. Nach 845 erschien Graf Cobbo
nicht mehr in den Quellen.
Eine unsichere Quelle läßt ihn am 3. oder
11. April 883 sterben.
Dümmler Ernst: Band I Seite 142,176,179,268,271,348,353
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"Geschichte des Ostfränkischen Reiches"
Die Rechte und Besitzungen des Klosters Korvei an der
Weser bestätigte
Ludwig der Deutsche und
vermehrte die letzteren durch mehrere neue Schenkungen. Diese Gnadenbeweise
erklären sich nicht allein aus der einflußreichen Stellung,
die Korvei als Lieblingsstiftung LUDWIGS DES FROMMEN
im Sachsenlande gewonnen hatte, sondern vorzüglich dadurch, daß
der damalige Abt Warin
aus einer mächtigen Familie der sächsischen Edlinge entsprossen
war, die LUDWIG sich durch diese seine
Freigiebigkeit geneigt machen wollte. Warin [Egilmar von Osnabrück
nennt als Geschwister den
Grafen Cobbo,
den Abt Warin in monasterio Huxiliensi und die Äbtissin von Herford.
Die letztere hieß nach einer Urkunde Ludwigs
vom Jahre 855 Addila
und war die Witwe eines gewissen Bunicho (Erhard a.a.O. p.10,16). Die Translatio
S. Viti c.12 läßt Warin ex nobilissimo Francorum atque
Saxonum genere hervorgehen (Scr. II, 580), in den Urkunden LUDWIGS
DES FROMMENaus den Jahren 834, 838 (Erhard I, 9,10) für
Korvei heißt Warin:
propinquus
noster und die Translatio S. Pusinnae c.2 (Scr. II, 682) läßt
ihn von Ekbert und Ida erzeugt werden und bezeichnet seine
Brüder, die nicht genannt werden, als clarissimi viri magnis dignitatibus
illustres. Ihre Nichte ist Hadwig,
Addilas
Nachfolgerin in Herford (die Witwe Amalungs, der ein Neffe Kobbos
genannt wird: Traditiones Corbeiens, ed. Wigand 76,82), ihr Neffe, Hadwigs
Bruder
(der
jüngere) Kobbo nach c. 3. Die Verwandtschaft der heiligen
Ida (siehe Vita S Idae: Scr. II, 570) mit dem regierenden Hauses ist
nicht mehr nachzuweisen. Die gewöhnliche Vermutung, der auch Pertz
folgt, daß sie eine Schwester Adalhards
und Walas ist sehr unwahrscheinlich,
da Radbert (Vita Adalhardi c. 33, 34: Scr. II, 527) ihrer sonst ohne Zweifel
gedacht hätte, und Ida
als unica filia ihres Vaters bezeichnet
wird. Über Liudolf siehe weiter unten.] stammte nämlich aus der
Ehe des Grafen Ekbert, dem KARL DER GROSSE
den Oberbefehl im westlichen Sachsen sowie die Verteidigung
der Mark gegen die Dänen übertragen, mit der dem regierenden
Hause verwandten
Prinzessin Ida, die wegen ihrer Frömmigkeit
und vieler kirchlichen Werke nachmals zu den Heiligen gezählt wurde.
Seine Brüder waren die
Grafen Kobbo
und Liudolf, die uns noch
ferner in sehr hervorragender Stellung begegnen werden, seine Schwester
die Äbtissin Addila von Herford.
Als dieser Bescheid durch einige der angesehnsten Männer,
Konrad, den Bruder der Kaiserin Judith,
den neustrischen Grafen Adalhard und den
sächsischen
Grafen Kobbo dem Kaiser überbnracht
wurde, zeigte er sich zwar etwas entgegenkommenderals bisher, fand die
Teilung aber doch zu ungleich.
Von dieser Verweisung Osnabrücks Gebrauch machend,
riß der mächtige Graf Kobbo
die auf den Zehnten begründeten Einkünfte des Bistums größtenteils
an sich, um sie teils seinem Bruder, dem Abt Warin von Korvei, teils seiner
Schwester, der Äbtissin Addila von Herford zu übertragen, wiewohl
deren Klöster in einem ganz anderen Sprengel gelegen waren.
Gauzbert entsagte aller Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme
seiner Mission: er kehrte nach Sachsen zurück und wandte sich dort
hilfebedürftig an den mächtigen Grafen
Kobbo, durch dessen Fürsprache bei König
Ludwig er zur vorläufigen Unterkunft das verarmte Bistum
Osnabrück empfing.
Im Sommer des Jahres 845 schickte Ludwig
der Deutsche eine Gesandtschaft an König
Horich von Dänemark, an deren Spitze der angesehenste Mann
im Sachsenlande, Graf Kobbo stand,
ohne Zweifel, um jenen wegen der Plünderung von Hamburg zur Rede zustellen
und eine Genugttung zu fordern. Vermutlich kehrte Kobbo
mit den normannischen Gesandten nach Sachsen zurück.
Die wiederholte Freigiebigkeit Ludwigs
gegen
das angesehene Stift hatte seinen Grund gewiß nicht allein in dem
religiösen Eifer des Königs, so wichtig gerade für Sachsen
zur christlichen Erziehung der Jungfrauen aus den adeligen Familien eine
solche Stiftung sein mochte, sondern vorzüglich auch in der engen
Verbindung, in der Herford zur Familie des mächtigen
Grafen
Kobbo stand. Die damalige Äbtissin Addila, die Witwe Bunichos
war eine Schwester, ihre Nachfolgerin
Hadewy, die Witwe Amalungs, eine
Nichte desselben, Hathumoda, die Tochter von Kobbos
Bruder Liudolf empfing daselbst ihre erste Bildung. Kobbo
aber hatte nicht nur in dem Bürgerkrieg bereits Ludwigs
Partei
ergriffen, der ihn im Jahre 842 mit sehr ausgedehnten Vollmachten an LOTHAR
sandte, sondern bei diesem auch später sich in hohem Ansehen behauptet,
wie seine Sendung nach Dänemark im Jahre 845 und die auf seinen Vorschlag
genehmigte Versetzung des schwedischen Bischofs Gauzbert nach Osnabrück
beweist. Für den letzteren verwandte sich Kobbo
ohne Zweifel nur in eigennütziger Absicht, um das verwaiste
Bistum, welches nicht länger unbesetzt bleiben konnte, einem hilfsbedürftigen
Manne zuzuweisen, der diesen Dienst ihm durch gefügige Willfährigkeit
vergelten würde. Der Graf hatte nämlich, wie oben gemeldet worden,
die Schutzlosigkeit Osnabrücks dazu benutzt, um mit den Einkünften
des Bistums die Klöster Herford und Korvei, dessen Abt Warin sein
Bruder war, in unrechtmäßiger Weise zu bereichern.
Statt des Grafen Kobbo,
der um diese Zeit vom Schauplatz verschwindet, ohne daß wir Näheres
von seinem Ende anzugeben wüßten, tritt fortan als der angesehnste
Mann im Sachsenlande sein Bruder Liudolf hervor, der Ahnherr des
Königshauses, welches im folgenden Jahrhundert ruhmreich über
Deutschland zu herrschen bestimmt war. Die erste Handlung, die wir von
dem Gründer, dem Sohne der heiligen Ida wissen, ist ebenfalls
ein Akt der Frömmigkeit, die enge Verbindung mit der Kirche als eine
Staffel zu irdischer Größe scheint er dem Geschlecht des heiligen
Arnolf abgelernt zu haben.
Unzweifelhaft gehört Liudolf wie sein Bruder Kobbo,
von dem dies ausdrücklich bezeugt wird, auch zu den reichsten Männern
seines Volkes. Bei der Stellung, die Ekbert unter der Regierung
KARLS
DES GROSSEN einnahm, versteht es sich von selbst, daß
er auch mit großem Landbesitz ausgestattet wurde, denn der Kaiser
ließ es seine angelegentliche Sorge sein, die sächsischen Edelinge,
die sich ihm zugewandt, durch reiche Schenkungen dauernd an sich ketten.
Überdem erfahren wir auch, daß seine Gemahlin ihm als Mitgift
viele Güter zubrachte.
In dem gleichen Verhältnis zu ihnen stand Korvei,
das erste und bedeutendste aller sächsischen Klöster und das
mit ihm eng verbundene Herford. Warin, der erste Abt von Korvei, (+ 856
September 20) war Liudolfs Bruder, sein dritter Nachfolger Bovo wird als
sein Neffe bezeichnet [Bovo war Abt von 879-890.].
Warin, am kaiserlichen Hofe zum Kriegsmann erzogen, leistete
Verzicht auf eine schöne und edle Braut um sich dem Klosterleben zu
weihen. Die Äbtissinnen Addila und Hadewy von Herford [Im Jahr 838
war Tetta Äbtissin von Herford; Addila,
Warins Schwester, ohne Zweifel
die Matrone, die für das Seelenheil ihres verstorbenen Gatten Bunicho
und ihrer Söhne 838 das Kloster beschenkte, wird 854 als Äbtissin
genannt, Hadewy, die Schwestertochter
Warins, in den Jahren 858, 859.]
gehörten derselben Familie an.
oo N.N.
-
Kinder:
N.N. Tochter
-
oo 2. Heinrich I. Markgraf in Friesland
830-20.8.886
Literatur:
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Dümmler Ernst: Geschichte des Ostfränkischen
Reiches. Verlag von Duncker und Humblot Berlin 1865 Band I Seite 142,176,179,268,
271,348,353 - Hlawitschka, Eduard: Zur Herkunft der Liudolfinger
und zu einigen Corveyer Geschichtsquelle, in Stirps Regia von Eduard Hlawitschka,
Verlag Peter Lang Frankfurt am Main Seite 147-150 - Jakobi, Franz-Josef:
Zur Frage der Nachkommen der heiligen Ida und der Neuorientierung des sächsischen
Adels in der Karolingerzeit, in: Jaszai, Geza (Hg): Heilige Ida von Herzfeld,
980-1980, Festschrift zur Tausendjährigen Wiederkehr ihrer Heiligsprechung,
Münster 1980, Seite 53-63 - Krüger, Sabine: Studien zur
Sächsischen Grafschaftsverfassung im 9. Jahrhundert, Vandenhoeck &
Ruprecht Göttingen 1950 Veröffentlichung der Historischen Kommission
für Hannover Seite 71-79 -