Ptolemaios IV. Philopator ("der Vaterliebende")  König von Ägypten (221-204 v.u.Z.)
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um 240 v.u.Z. 204 v.u.Z.
 

Ältester Sohn des Königs Ptolemaios III. Euergetes von Ägypten aus dem Hause der PTOLEMÄER und der Berenike III., Tochter von König Magas I. von Kyrene
 

Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 349
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Ptolemaios IV. Philopator
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Er wurde um 240 v. Chr. als Sohn Ptolemaios III. und Berenikes geboren und folgte 221 seinem Vater auf den Thron. Im 4. Syrischen Krieg (221-217) siegte er nach einigen Niederlagen bei Raphia (217) und sicherte sich dadurch die Herrschaft über Palästina und Phönizien. Die siegreichen ägyptischen Truppen wurden sich jedoch nun ihrer Macht bewußt. Es kam zu Aufständen, und weite Teile wurden einige Zeit von verschiedenen Lokalherrschern regiert. Ptolemaios IV. Philopator interessierte sich nicht mehr für seine Regierungsgeschäfte und führte laut Polybios fortan ein lasterhaftes Leben (5.34). Er starb 205 v. Chr.



Lexikon Alte Kulturen: Band III Seite 214
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Ptolemaios IV. Philopator [= der Vaterliebende], König von Ägypten seit 221 v. Chr.
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* um 240 v. Chr. 28. November 205 v. Chr.

Sohn Ptolemaios‘ III. und der Berenike II.

Ptolemaios IV. Philopator verwendete im 4. Syrischen Krieg (221 bzw. 219-217) in der siegreichen Schlacht bei Raphia 217 erstmals eine Phalanx aus Einheimischen (woraus nun auch politische Rechte für die Ägypter erwuchsen), erster großer Aufstand der Ägypter, Inflation. Nach Polybios soll Ptolemais IV. nur seinen Leidenschaften gefrönt haben, die Politik wurde von seinen Ministern Sosibios und Agatholkes geführt.

Literatur:
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Huss, W.: Untersuchungen zur Außenpolitik Ptolemaios‘ IV. München 1976.



Thiele, Andreas: Tafel 246
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

PTOLEMÄUS IV. "PHILOPATOR"
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* um 240 v.u.Z. 204 v.u.Z. ermordet

Ptolemaios IV. Philopator folgte 222 v.u.Z. als König von Ägypten unter dem allmächtigen Kanzler und Feldherrn Sosibios, der schon ab 235 v.u.Z. einflußreich war und eine typische Majordomus-Regierung führte. Er ließ die Morde an seinen Verwandten durchführen und war der eigentliche Leiter im 4. "Syrischen Krieg" 221 v.u.Z.-217 v.u.Z. gegen Antiochos III., den er in der Schlacht bei Raphia (22.6.217 v.u.Z.) besiegte. Sosibios hatte Antiochios jahrelang geschickt hingehalten, bis Ägypten militärisch gut gerüstet war, denn jahrelang waren Heer und Flotte vernachlässigt worden. Ptolemaios IV. erhielt wegen seines Lebenswandels auch den Beinamen "Tryphon" (= "der Schwelger"), verfiel immer mehr einem hemmungslosen Triebleben, verlor jedes Gespür für königliche Würde und Anstand und beherrschte durch eine genauso hemmungslose Hofkamarilla, die bald nach 217 v.u.Z. vom intrigenreichen, lasterhaften Agathokles, der Sosibios stürzte, um ihm nachzufolgen, angeführt wurde. Seit 217 v.u.Z. wurde das Land zunehmend von großen sozialen und politischen Unruhen erschüttert. Die Eingeborenen, die den Hauptanteil am Sieg von 217 v.u.Z. gegenüber den Makedonen und Griechen hatten, gewannen stark an Selbstbewußtsein und forderten mehr Rechte. Politisches und wirtschaftliches Chaos waren die Folge, Ägypten blieb außenpolitisch gelähmt, Äthiopien wurde wieder aktiv und griff in die Thebaisaufstände ein. Agathokles erschlich sich durch ein gefälschtes Testament von Ptolemaios IV., der eventuell ermordet wurde, die Regentschaft, rief mit seinem Herrschafts- und Lebensstil bald größten Unmut hervor und wurde um 201 v.u.Z. durch die Garde, veranlaßt durch den Sohn des Sosibios, Sosibios dem Jüngeren, der 204 v.u.Z. kurz Regent war, ermordet.

  oo 217 v.u.Z.
       ARSINOE III. VON ÄGYPTEN, Schwester
             204 v.u.Z. ermordet

(wohl durch Sobibios aus Rache  für seinen Sturz)



Nach der Thronbesteigung des Ptolemaios IV. Philipator ließ der allmächtige Günstling Sosibios die führenden Mitglieder der Königsfamilie (Mutter, Bruder und Schwester des Königs) ermorden. Im 4. Syrischen Krieg besiegte Ptolemaios IV. den SELEUKIDEN-König Antiochos III. am 22.6.217 v.u.Z. bei Raphia (syrisch-ägyptische Grenze). An dieser Schlacht nahmen 130.000 Soldaten, 11.000 Reiter und 175 Kriegselefanten teil. Trotz des Sieges konnte er den Verfall der ägyptischen Macht nicht aufhalten. Der Inzest in der Herrscherfamilie wurde von nun an unter dem Vorwand, dass kein fremdes Blut in die Dynastie gebracht werden sollte, zur Regel. Da er völlig unter dem Einfluß seiner Ratgeber und seiner Frauen stand, kam es wiederholt zu Palaststreitigkeiten. Hohe Kosten der Hofhaltung und das Monopol der Griechen auf den Handel und die Verwaltung riefen unter den ägyptischen Fellachen häufig Aufstände hervor, die der König durch seine Armee brutal niederwarf. Seine Mätresse war Agathokleia, Schwester des Agathokles von Samos.
 
 
 
 

 217 v.u.Z.
  oo Arsinoe III., Tochter des Königs Ptolemaios III.
       um 242 v.u.Z. 204 v.u.Z. ermordet
 
 
 
 

Kinder:

  Ptolemaios V. Epiphanes
  9.10.210 v.u.Z. 180 v.u.Z.
 
 
 
 

Literatur:
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Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 117, 179,181,193,197,200,214,217 - Benoist-Mechin Jacques: Kleopatra oder der entschwundene Traum. Societäts-Verlag Frankfurt 1980 Seite 112 - Brambach Joachim: Kleopatra. Herrscherin und Geliebte. Eugen Diederichs Verlag München 1995 Seite 29 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band II Seite 419/Band III Seite 32-419 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 162,197,208,296 - Grant, Michael: Kleopatra. Gustav Lübbe Verlag GmbH Bergisch Gladbach 1988 Seite 22,43,64,71,98,119,354,364 - Grant, Michael: Von Alexander bis Kleopatra. Die hellenistische Welt. Gondrom Verlag GmbH & Co KG, Bindlach 1984 Seite 22,56,58,105,110,259,261,289 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen. Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages GmbH, München 1978 Seite 189,200,216,372 - Hölbl Günther: Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung. Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1994 Seite 49-204 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Otto Harrossowitz Verlag Wiesbanden 1993 Seite 117,130,242,250,270,277,279,314,412,493,502,622,652,714 - Kreißig Heinz: Geschichte des Hellenismus. Akademie-Verlag Berlin 1982 Seite 158,196 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 246 -