Ältester Sohn des Königs Ptolemaios
III. Euergetes von Ägypten aus dem Hause der PTOLEMÄER
und der Berenike
III., Tochter von König Magas
I. von Kyrene
Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 349
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Ptolemaios IV. Philopator
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Er wurde um 240 v. Chr. als Sohn Ptolemaios‘
III. und Berenikes geboren
und folgte 221 seinem Vater auf den Thron. Im 4. Syrischen Krieg (221-217)
siegte er nach einigen Niederlagen bei Raphia (217) und sicherte sich dadurch
die Herrschaft über Palästina und Phönizien. Die siegreichen
ägyptischen Truppen wurden sich jedoch nun ihrer Macht bewußt.
Es kam zu Aufständen, und weite Teile wurden einige Zeit von verschiedenen
Lokalherrschern regiert. Ptolemaios IV. Philopator
interessierte
sich nicht mehr für seine Regierungsgeschäfte und führte
laut Polybios fortan ein lasterhaftes Leben (5.34). Er starb 205
v. Chr.
Sohn Ptolemaios‘ III. und der Berenike II.
Ptolemaios IV. Philopator verwendete im 4. Syrischen Krieg (221 bzw. 219-217) in der siegreichen Schlacht bei Raphia 217 erstmals eine Phalanx aus Einheimischen (woraus nun auch politische Rechte für die Ägypter erwuchsen), erster großer Aufstand der Ägypter, Inflation. Nach Polybios soll Ptolemais IV. nur seinen Leidenschaften gefrönt haben, die Politik wurde von seinen Ministern Sosibios und Agatholkes geführt.
Literatur:
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Huss, W.: Untersuchungen zur Außenpolitik Ptolemaios‘
IV. München 1976.
PTOLEMÄUS IV. "PHILOPATOR"
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* um 240 v.u.Z. †
204 v.u.Z. ermordet
Ptolemaios IV. Philopator folgte 222 v.u.Z. als König von Ägypten unter dem allmächtigen Kanzler und Feldherrn Sosibios, der schon ab 235 v.u.Z. einflußreich war und eine typische Majordomus-Regierung führte. Er ließ die Morde an seinen Verwandten durchführen und war der eigentliche Leiter im 4. "Syrischen Krieg" 221 v.u.Z.-217 v.u.Z. gegen Antiochos III., den er in der Schlacht bei Raphia (22.6.217 v.u.Z.) besiegte. Sosibios hatte Antiochios jahrelang geschickt hingehalten, bis Ägypten militärisch gut gerüstet war, denn jahrelang waren Heer und Flotte vernachlässigt worden. Ptolemaios IV. erhielt wegen seines Lebenswandels auch den Beinamen "Tryphon" (= "der Schwelger"), verfiel immer mehr einem hemmungslosen Triebleben, verlor jedes Gespür für königliche Würde und Anstand und beherrschte durch eine genauso hemmungslose Hofkamarilla, die bald nach 217 v.u.Z. vom intrigenreichen, lasterhaften Agathokles, der Sosibios stürzte, um ihm nachzufolgen, angeführt wurde. Seit 217 v.u.Z. wurde das Land zunehmend von großen sozialen und politischen Unruhen erschüttert. Die Eingeborenen, die den Hauptanteil am Sieg von 217 v.u.Z. gegenüber den Makedonen und Griechen hatten, gewannen stark an Selbstbewußtsein und forderten mehr Rechte. Politisches und wirtschaftliches Chaos waren die Folge, Ägypten blieb außenpolitisch gelähmt, Äthiopien wurde wieder aktiv und griff in die Thebaisaufstände ein. Agathokles erschlich sich durch ein gefälschtes Testament von Ptolemaios IV., der eventuell ermordet wurde, die Regentschaft, rief mit seinem Herrschafts- und Lebensstil bald größten Unmut hervor und wurde um 201 v.u.Z. durch die Garde, veranlaßt durch den Sohn des Sosibios, Sosibios dem Jüngeren, der 204 v.u.Z. kurz Regent war, ermordet.
oo 217 v.u.Z.
ARSINOE
III. VON ÄGYPTEN, Schwester
† 204 v.u.Z. ermordet
(wohl durch Sobibios aus Rache für seinen Sturz)
217 v.u.Z.
oo Arsinoe III., Tochter des Königs Ptolemaios
III.
um 242 v.u.Z.
†
204 v.u.Z. ermordet
Kinder:
Ptolemaios V. Epiphanes
9.10.210 v.u.Z. † 180
v.u.Z.
Literatur:
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Hölbl Günther:
Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse
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LEXIKON DES HELLENISMUS. Otto Harrossowitz Verlag Wiesbanden 1993 Seite
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- Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur
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und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994
Tafel 246 -