Valentinianus III. Flavius Placidius    Römischer Kaiser (425-455)
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2.7.419 16.3.455 ermordet
 

Einziger Sohn des Kaisers Constantius III. und der Galla Placidia, Tochter von Kaiser Theodosius I. der Große
 

Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 1388
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Valentinian III., römischer Kaiser 424-455
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    †

Eltern: Constantius III. und Galla Placidia

Valentinian III. wurde 5-jährig in Rom zum Augustus erhoben, wo er zunächst unter der Obhut seiner Mutter und fähiger Reichsfeldherrn (Bonifatius, Felix) lebte. Verheiratet mit Eudoxia, der Tochter Theodosius II., einigte sich Valentinian III. mit diesem auf die Gültigkeit des Codex Theodosianus in beiden Reichsteilen. In Afrika verlor er an den Vandalen Geiserich (trotz der Verlobung seiner Tochter Eudokia mit dessen Sohn Hunerich) die wichtigsten Provinzen. In Spanien beschränkte sich die römische Herrschaft nur noch auf die Städte im Osten, während Britannien 442 gänzlich aufgegeben werden mußte. Lediglich in Gallien gelang es dem Heermeister Aëtius durch geschicktes Eingreifen gegen Franken, Burgunder und Westgoten, die Lage stabil zu halten. Da Valentinian III. dem Hunnen-König Attila die Verlobung seiner Schwester Honoria und damit die Teilhabe an der Herrschaft im Westreich verweigerte, kam es zur Schlacht auf den Katalaunischen Feldern (451), in der sich Aëtius behaupten konnte. Den Vorstoß Attilas nach Mittel-Italien soll neben kaiserlichen Gesandten Papst Leo I. aufgehalten haben. Gegen die Kirche zeigte sich der persönlich fromme Herrscher durch Stiftungen oder durch Anerkennung der Gerichtsbarkeit des römiischen Biischofs in geistlichen Fragen großzügig, ohne jedoch die staatliche Autorität zu schädigen, wie das Einschreiten gegen die Kurienflucht der Kleriker oder das erneute Verbot der Manichäer bezeugt. Ein allgemeines Konzil in Aquileia zur Wiederherstellung der Kircheneinheit scheiterte am Widerstand Ostroms. Knapp sechs Monate, nachdem Valentinian III. den ihm lästigen Aëtius mit eigener Hand niedergestochen hatte, wurde er in Rom selbst ermordet.

R. Klein



Lexikon Alte Kulturen: Band III Seite 593-594
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Valentinian III. (Flavius Placidius Valentinianus)
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* Ravenna 2. Juli 419, Rom 16. März 455 ermordet

Römischer Kaiser (seit 425)

Als Sohn von Constantius und Galla Placidia durch Theodosius II. 425 zum Augustus erhoben; zumindest bis 437 wurde die Herrschaft durch Mutter und Berater (unter anderem Aetius) ausgeübt; der Kern des Reichs, Italien und Gallien, konnte gegen Germanen und Hunnen behauptet werden. Britannien und Pannonien gingen verloren, mit den Vandalem, die Africa eroberten, mußte ein Bündnis geschlossen werden. Eigenhändig tötete Valentinian III. den nach dem Sieg über die Hunnen von 451 mächtigen Aetius und wurde ein halbes Jahr später von dessen Schwiegersohn ermordet.



Veh Otto: Seite 123-124
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"Lexikon der römischen Kaiser. Von Augustus bis Iustinianus I. 27 v. Chr. bis 565 n. Chr."

VALENTINIAN III. (FLAVIUS PLACIDIUS VALENTINIANUS)
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weströmischer Kaiser 425-455

Wurde am 2. Juli 419 zu Ravenna als Sohn Constantius' III. und der Galla Placidia geboren. Nach der Flucht von Mutter und Sohn in den Osten ließ Theodosius II. den Knaben, um dem Westreich die Dynastie zu erhalten, 424 in Thessalien zum Caesar und nach seiner Rückführung nach Italien und der Beseitigung des Johannes am 23. Oktober 425 in Rom zum Augustus erheben. Bis 437, dem Jahr seiner Vermählung mit Theodosius' II. Tochter Eudoxia, führte Galla Placidia die Regierung, nachher gewann der Reichsfeldherr und Patricius Aetius bestimmenden Einfluß auf das Westreich und seinen Kaiser. Nach erfolgreichen Kämpfen gegen die Westgoten und das Burgunder-Reich um Worms (4377) schlug dieser im Verein mit den Wstgoten die Hunnen unter Attila auf den sogenannten Katalaunischen Gefilden 451 und stabilisierte so einigermaßem die Verhältnisse in Gallien und Spanien. Britannien war indessen endgültig aufgegeben, Pannonein an die Hunnen und Afrika an die Vandalen unter Geiserich verloren. Innenpolitisch stand Aetius auf der Seite des starken Senatsadels und gegen das Kaisertum, weshalb ihn Valentinian nach Wegfall der hunnischen Bedrohung (Tod Attilas 453) unter dem Vorwurf des Hochverrats am 21. September 454 eigenhändig  niedermachte. Am 16. März 455 erlag der Kaiser selbst einem Anschlag der Anhänger des Aetius. Valentinian erwarb sich durch seine Gesetzgebung und verschiedene Versuche zur Verwaltungsreform und Sicherung des Besitzstandes des "kleinen Mannes" gegen den überwuchernden Feudalismus unbestreibare Verdienste und erscheint der heutigen Wissenschaft in günstigerem Lichte, als ihn die Überlieferung zeichnet. Religiös nahm der fromme Kaiser einen betont kirchenfreundlichen Standpunkt ein, ohne jedoch dem Klerus willfährig zu sein.
RE VII A 2232, KP V 1095.



Thiele, Andreas: Tafel 484
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

VALENTINIAN III.
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* 419, 455 ermordet

Wird 424 Caesar, 425 Augustus im Westen, nachdem Gegen-Kaiser Johannes niedergeworfen ist (vgl. Rom VIIIc), wird bis 437 völlig von seiner berühmten Mutter beherrscht, steht seitdem ganz unter dem Einfluß seines Heermeisters Aetius, der im Bund mit den Hunnen jahrelang die Germanen abblocken kann (!): Zerstörung des Burgunder-Reiches von Worms 434 (vgl. Burgunder) (ein Kern der Nibelungensage). Anerkennt 438 den Codex Theodosianus seines kaiserlichen Cousins für das Gesamtreich (vgl. Rom X);
nach und nach gehen verloren an die Germanen:
1) England (an die Angeln und Sachsen)
2) Nord-Afrika-Karthago (an die Vandalen)
3) Nord-Gallien (an die Franken)
4) Süd-Gallien und Nord-Spanien (an die Westgoten)
in Galizien/Nordwest-Spanien siedeln die Sueben
Valentinian anerkennt und fördert den Primat Papst Leos I. des Großen (440-461, damals die größte moralische Autorität in Italien: bewegt 452 den in Italien eingefallenen Attila zur Umkehr). 430 stirbt Augustinus, der bedeutendste Kirchenvater und Vollender des mittelalterlich-christlichen Kirchengebäudes ("De civitate Dei").
451 Schlacht auf den Katalaunischen Feldern bei Troyes: gemeinsame römisch-germanische Abwehr der Hunnen (Attila) durch Aetius
455 läßt Valentinian Aetius aus Neid umbringen und wird von dessen Anhängern kurze Zeit später ermordet.
455 überfallen die Vandalen Rom, um sich zu rächen ("Vandalismus")

  oo LICINIA
              + nach 462

Tochter des Kaisers Theodosius II. von Byzanz, Nichte
(zu ihrer 2. Ehe)



Valentinianus III. wurde von seinem Onkel Honorius zum Nachfolger ernannt und regierte nach Beseitigung des Gegen-Kaiser Johannes unter Vormundschft seiner Mutter und des Aetius den Westen des Reiches, die das Reich gegen Westgoten und Vandalen verteidigten und später zusammen mit den Westgoten unter Theoderich I. die Hunnen 451 auf den Katalaunischen Feldern schlugen. Er wurde bis 437 völlig von seiner berühmten Mutter beherrscht und stand seitdem unter dem Einfluß des Heermeisters Aetius, der im Bund mit den Hunnen jahrelang die Germanen abblocken konnte. Unter seiner Regierung ging Afrika an die Vandalen und Britannien an die Sachsen verloren. Während einer Audienz ermordete er eigenhändig den ihm lästig gewordenen Aetius, der die versprochene Ehe seines Sohnes mit der Kaiser-Tochter Eudokia durchzusetzen suchte. Als er die Gemahlin des Senators Maximus Petronius schändete, verschworen sich dessen Freunde mit den Freunden des Aetius und ermordeten Valentinianus III.
 
 
 
 
 

29.10.437
  oo 1. Licinia Eudoxia, Tochter des Kaisers Theodosius II. und der Athenais
           422 um 480

        2. oo 2. Petronius Maximus
                          455
 
 
 
 

Kinder:

  Eudokia
  um 438 471/72

  1. oo Palladius, Sohn des Maximus
               

  2. oo Hunerich König der Vandalen
           411/15 22.12.484

  Placidia
      nach 462

 455
  oo Olybrius Amicius Kaiser des Weströmischen Reiches
            2.11.472
 
 
 
 
 

Literatur:
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Browning Robert: Justinian und Theodora. Herrscher in Byzanz. Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft mbH, Herrsching 1988 Seite 30,38,112 - Dahn Felix: Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt 1977 Seite 23,24,105,171,351 - Gottschalk Gisela: Die großen Cäsaren. Ihr Leben, ihre Taten, ihre Zeit. Scherz Verlag Bern und München 1980 Seite 165,2549,259 - Grant, Michael: Der Untergang des Römischen Reiches. Manfred Pawlik Verlagsgesellschaft mbH Herrsching 1988 Seite 39,42,46,48,53,59,68,76,79,81,84,86,107,116,122, 126,146,149,156,167,185,198,202,215 - Grant, Michael: Die römischen Kaiser. Von Augustus bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik. Bechtermünz Verlag Augsburg 1977 Seite 326,358,365,366, 373-382,385,395,399,403 - Gregor von Tours: Fränkische Geschichte. Phaidon Verlag, Essen und Stuttgart 1988 Buch I Kapitel 8 - Günther Rigobert: Römische Kaiserinnen. Zwischen Liebe, Macht und Religion. Militzke Verlag Leipzig 2003 Seite 73,75,76,80,86-93,95-98,100-102,104,116,126,141, 158 - Heuss Alfred: Römische Geschichte. Georg Westermann Verlag Braunschweig 1960 Seite 474, 478, 488 - Illustriertes LEXIKON DES ALTERTUMS. MECO Verlag GmbH Dreieich 1993 Seite 431 - Lexikon Alte Kulturen, Meyers Lexikonverlag Mannheim/Wien/Zürich 1990 Band III Seite 593-594 - Löwe Gerhard/Stoll Heinrich Alexander: Die Antike in Stichworten. Koehler & Amelung Leipzig 1967 Seite 339 - Maschkin N.A.: Römische Geschichte. Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin 1953 Seite 607 - Nack/Wagner: Rom. Land und Volk der alten Römer. Verlag Carl Überreuter Wien 1976 Seite 313-314 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Seite 171,183,187,196,241 - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 Seite 57,60,62,111 - Schreiber Hermann: Auf den Spuren der Goten. List Verlag München 1977 Seite 271 - Schreiber Hermann: Die Hunnen. Attila probt den Weltuntergang. Econ Verlag Wien-Düsseldorf 1990 Seite 143,208,211,311,313 - Schreiber Hermann: Die Vandalen. Siegeszug und Untergang eines germanischen Volkes. Gondrom Verlag Bindlach 1993 Seite 82,146,159,164,253,375 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 484 - Veh Otto: Lexikon der römischen Kaiser. Von Augustus bis Iustinianus I. 27 v. Chr. bis 565 n. Chr. Artemis & Winkler Verlag Düsseldorf/Zürich 1998 Seite 123-124 -