Einziger Sohn des Kaisers
Constantius
III. und der Galla
Placidia, Tochter von Kaiser Theodosius
I. der Große
Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 1388
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Valentinian III., römischer Kaiser 424-455
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†
Eltern: Constantius III. und Galla Placidia
Valentinian III. wurde 5-jährig in Rom zum Augustus erhoben, wo er zunächst unter der Obhut seiner Mutter und fähiger Reichsfeldherrn (Bonifatius, Felix) lebte. Verheiratet mit Eudoxia, der Tochter Theodosius‘ II., einigte sich Valentinian III. mit diesem auf die Gültigkeit des Codex Theodosianus in beiden Reichsteilen. In Afrika verlor er an den Vandalen Geiserich (trotz der Verlobung seiner Tochter Eudokia mit dessen Sohn Hunerich) die wichtigsten Provinzen. In Spanien beschränkte sich die römische Herrschaft nur noch auf die Städte im Osten, während Britannien 442 gänzlich aufgegeben werden mußte. Lediglich in Gallien gelang es dem Heermeister Aëtius durch geschicktes Eingreifen gegen Franken, Burgunder und Westgoten, die Lage stabil zu halten. Da Valentinian III. dem Hunnen-König Attila die Verlobung seiner Schwester Honoria und damit die Teilhabe an der Herrschaft im Westreich verweigerte, kam es zur Schlacht auf den Katalaunischen Feldern (451), in der sich Aëtius behaupten konnte. Den Vorstoß Attilas nach Mittel-Italien soll neben kaiserlichen Gesandten Papst Leo I. aufgehalten haben. Gegen die Kirche zeigte sich der persönlich fromme Herrscher durch Stiftungen oder durch Anerkennung der Gerichtsbarkeit des römiischen Biischofs in geistlichen Fragen großzügig, ohne jedoch die staatliche Autorität zu schädigen, wie das Einschreiten gegen die Kurienflucht der Kleriker oder das erneute Verbot der Manichäer bezeugt. Ein allgemeines Konzil in Aquileia zur Wiederherstellung der Kircheneinheit scheiterte am Widerstand Ostroms. Knapp sechs Monate, nachdem Valentinian III. den ihm lästigen Aëtius mit eigener Hand niedergestochen hatte, wurde er in Rom selbst ermordet.
R. Klein
Römischer Kaiser (seit 425)
Als Sohn von Constantius
und Galla Placidia durch Theodosius
II. 425 zum Augustus erhoben; zumindest bis 437 wurde
die Herrschaft durch Mutter und Berater (unter anderem Aetius) ausgeübt;
der Kern des Reichs, Italien und Gallien, konnte gegen Germanen und Hunnen
behauptet werden. Britannien und Pannonien gingen verloren, mit den Vandalem,
die Africa eroberten, mußte ein Bündnis geschlossen werden.
Eigenhändig tötete Valentinian III.
den
nach dem Sieg über die Hunnen von 451 mächtigen Aetius
und wurde ein halbes Jahr später von dessen Schwiegersohn ermordet.
VALENTINIAN III. (FLAVIUS PLACIDIUS VALENTINIANUS)
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weströmischer Kaiser 425-455
Wurde am 2. Juli 419 zu Ravenna als Sohn Constantius'
III.
und
der Galla Placidia geboren. Nach der
Flucht von Mutter und Sohn in den Osten ließ Theodosius
II. den Knaben, um dem Westreich die Dynastie zu erhalten, 424
in Thessalien zum Caesar und nach seiner Rückführung
nach Italien und der Beseitigung des Johannes
am 23. Oktober 425 in Rom zum Augustus erheben. Bis 437,
dem Jahr seiner Vermählung mit Theodosius'
II. Tochter Eudoxia,
führte Galla Placidia
die Regierung,
nachher gewann der Reichsfeldherr und
Patricius Aetius
bestimmenden
Einfluß auf das Westreich und seinen Kaiser. Nach erfolgreichen Kämpfen
gegen die Westgoten und das Burgunder-Reich um Worms (4377) schlug dieser
im Verein mit den Wstgoten die Hunnen unter
Attila
auf den sogenannten Katalaunischen Gefilden 451 und stabilisierte so einigermaßem
die Verhältnisse in Gallien und Spanien. Britannien war indessen endgültig
aufgegeben, Pannonein an die Hunnen und Afrika an die Vandalen unter Geiserich
verloren. Innenpolitisch stand Aetius auf der Seite des starken
Senatsadels und gegen das Kaisertum, weshalb ihn
Valentinian nach Wegfall der hunnischen Bedrohung (Tod Attilas
453)
unter dem Vorwurf des Hochverrats am 21. September 454 eigenhändig
niedermachte. Am 16. März 455 erlag der Kaiser selbst einem
Anschlag der Anhänger des Aetius. Valentinian
erwarb
sich durch seine Gesetzgebung und verschiedene Versuche zur Verwaltungsreform
und Sicherung des Besitzstandes des "kleinen Mannes" gegen den überwuchernden
Feudalismus unbestreibare Verdienste und erscheint der heutigen Wissenschaft
in günstigerem Lichte, als ihn die Überlieferung zeichnet. Religiös
nahm der fromme Kaiser einen betont kirchenfreundlichen Standpunkt ein,
ohne jedoch dem Klerus willfährig zu sein.
RE VII A 2232, KP V 1095.
VALENTINIAN III.
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* 419, † 455 ermordet
Wird 424 Caesar, 425 Augustus im Westen,
nachdem Gegen-Kaiser Johannes niedergeworfen
ist (vgl. Rom VIIIc), wird bis 437 völlig von seiner berühmten
Mutter beherrscht, steht seitdem ganz unter dem Einfluß seines
Heermeisters Aetius, der im Bund mit den Hunnen jahrelang die Germanen
abblocken kann (!): Zerstörung des Burgunder-Reiches von Worms 434
(vgl. Burgunder) (ein Kern der Nibelungensage). Anerkennt 438 den Codex
Theodosianus seines kaiserlichen Cousins für das Gesamtreich (vgl.
Rom X);
nach und nach gehen verloren an die Germanen:
1) England (an die Angeln und Sachsen)
2) Nord-Afrika-Karthago (an die Vandalen)
3) Nord-Gallien (an die Franken)
4) Süd-Gallien und Nord-Spanien (an die Westgoten)
in Galizien/Nordwest-Spanien siedeln die Sueben
Valentinian anerkennt
und fördert den Primat Papst Leos I. des Großen (440-461,
damals die größte moralische Autorität in Italien: bewegt
452 den in Italien eingefallenen Attila
zur Umkehr). 430 stirbt Augustinus, der bedeutendste Kirchenvater
und Vollender des mittelalterlich-christlichen Kirchengebäudes ("De
civitate Dei").
451 Schlacht auf den Katalaunischen Feldern bei Troyes:
gemeinsame römisch-germanische Abwehr der Hunnen (Attila)
durch Aetius
455 läßt Valentinian
Aetius aus Neid umbringen und wird von dessen Anhängern kurze
Zeit später ermordet.
455 überfallen die Vandalen Rom, um sich zu rächen
("Vandalismus")
oo LICINIA
† + nach 462
Tochter des Kaisers Theodosius II. von Byzanz, Nichte
(zu ihrer 2. Ehe)
29.10.437
oo 1. Licinia Eudoxia, Tochter des Kaisers Theodosius
II. und der Athenais
422 † um 480
2. oo 2. Petronius
Maximus
† 455
Kinder:
Eudokia
um 438 † 471/72
1. oo Palladius, Sohn des Maximus
†
2. oo Hunerich König der Vandalen
411/15 † 22.12.484
Placidia
†
nach 462
455
oo Olybrius Amicius Kaiser des Weströmischen
Reiches
† 2.11.472
Literatur:
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- Gottschalk Gisela: Die großen Cäsaren. Ihr Leben, ihre
Taten, ihre Zeit. Scherz Verlag Bern und München 1980 Seite 165,2549,259
- Grant, Michael: Der Untergang des Römischen Reiches. Manfred
Pawlik Verlagsgesellschaft mbH Herrsching 1988 Seite 39,42,46,48,53,59,68,76,79,81,84,86,107,116,122,
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Zwischen Liebe, Macht und Religion. Militzke Verlag Leipzig 2003 Seite
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Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche
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genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband
2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II
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Veh
Otto: Lexikon der römischen Kaiser. Von Augustus bis Iustinianus I.
27 v. Chr. bis 565 n. Chr. Artemis & Winkler Verlag Düsseldorf/Zürich
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