Älteste Tochter des Kaisers
Theodosius
II. von Byzanz und der Eudoxia
Athenais, Tochter vom Rhetor Leontius
Thiele, Andreas: Tafel 489
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
LICINIA
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† nach
462
437
oo VALENTINIAN
III., weströmischer Kaiser
† 455 ermordet
455
oo PETRONIUS
MAXIMUS, weströmischer Kaiser
† 455
Der Vandalen-König
Geiserich, Herr des ersten unabhängigen Germanenreiches
auf römischem Reichsboden, hatte seine Hauptstadt Karthago nach der
Eroberung Roms mit zahllosen Statuen und Kunstschätzen geschmückt,
die er aus Italien entführt hatte. Der kostbarste Schatz aber dünkte
ihn die bildschöne, fünfunddreißigjährige
Kaiserin Westroms zu sein, die mit ihren beiden Töchtern seine
Gefangene geworden war. Eudoxia, die
Tochter der byzantinischen
Kaiserin Eudokia, einer gebürtigen
Athenerin, war in jungen Jahren dem römischen
Kaiser Valentinian III.
vermählt worden und hatte in dem von der Völkerwanderung umtosten
Rom die Schrecken eines wahren Weltuntergangs erlebt. Auch ihr eigenes
Leben war zur Tragödie geworden. Ihr Gatte
Valentinian
erstach
seinen Feldherrn Aetius, den "Heermeister" und Sieger über
die Hunnen auf den Katalaunischen Feldern, als er für seinen Sohn
eine Kaiser-Tochter zur Gemahlin begehrte; die rächenden Anhänger
des Aetius erschlugen darauf unter Führung des Senators
Petronius Maximus den Kaiser und zwangen Eudoxia,
Maximus, den Mörder ihres Gatten, zu heiraten, der sich zum Kaiser
ausrufen ließ. Gegen ihn rief Eudoxia
den Vandalen-König
Geiserich zu Hilfe, und Geiserich gewährte
ihr und ihren Kindern "Schutzhaft". Während in Rom ein Kaiser nach
dem anderen ermordet wurde, vermählte sich in Karthago Geiserichs
Sohn Hunrich mit
Eudoxias Tochter. Die Kaiserin, endlich aus der Haft entlassen,
ging nach Jerusalem und ihre Tochter floh zu ihr, nachdem sie in Karthago
ihrem Gemahl Hunrich den vandalischen
Thronfolger geboren hatte. Doch das vandalische Mittelmeerreich hatte nicht
lange Bestand; es versank schon ein Menschenalter später unter den
Schlägen der oströmischen Macht.
Norwich John Julius: Band I Seite 184,186
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."
Petronius Maximus
bestand darauf, unverzüglich die verwitwete Kaiserin
Eudoxia zur Frau zu nehmen. Eudoxia,
die inzwischen 37 Jahre alt und wie ihre Mutter eine der schönsten
und in ihrem Wesen eindruckvollsten Frauen ihrer Zeit war, trauerte
noch um ihren Mann, den sie offenbar trotz seiner Seitensprünge und
Fehler aufrichtig geliebt hatte. Vor allem aber graute ihr davor, sich
gegen ihren Willen mit einem verbrauchten, fast doppelt so alten Mann zu
vermählen. Da sie wußte, daß ein Einspruch in Konstantinopel
ziemlich sicher ungehört verhallen würde, entschloß sie
sich zu einer ähnlichen Flucht nach vorn wie vor ein paar Jahren ihre
Schwägerin Honoria: Sie ersuchte
einen Barbaren-König um Hilfe.
So zumindest lautet die traditionell überlieferte
Geschichte. Sie klingt aber nicht sonderlich überzeugend, und Johannes
von Antiochia, einer der beiden Chronisten, die darüber berichten,
will sie denn bezeichnenderweise auch nur vom Hörensagen kennen. Nach
einer weniger romantischen, dafür aber viel glaubwürdigeren Version
soll Eudoxia sehr wohl imstande gewesen
sein, für sich selbst zu sorgen, und die Avancen des neuen Kaisers
ingigniert zurückgewiesen haben. In diesem Fall hatte sie keinen Grund,
sich an König
Geiserich zu wenden. Sein Einfall in Italien bedarf in der Tat
auch keinerlei Erklärung dieser Art.
Nachdem die Vandalen vierzehn Tage lang zielstrebig und
systematisch die Reichtümer Roms entfernt hatten, entschwanden die
Vandalen und nahmen Eudoxia und ihre
beiden Töchter mit [2 Eudoxia verbrachte
sieben Jahre in Karthago; erst 462 durfte sie, auf wiederholte Bitte Papst
Leos hin, mit ihrer Tochter Placidia
nach Konstantinopel zurückkehren. Diese Placidia
war die Frau des römischen Senators (und späteren Übergangs-Kaisers)
Olybrius;
deren Schwester, Eudokia, hatte Geiserich
mit seinem Sohn Hunerich
vermählt.].
29.10.437
1. oo Valentinian III. Flavius Placidius
3.7.419 † 16.3.455
2. oo 2. Petronius Maximus
† 455
Kinder:
Eudokia
um 438 † 471/72
1. oo Palladius, Sohn des Maximus
†
2. oo Hunerich König der Vandalen
411/15 † 22.12.484
Placidia
†
nach 462
455
oo Olybrius Amicius Kaiser des Weströmischen
Reiches
† 2.11.472
Literatur:
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Gottschalk Gisela: Die großen Cäsaren.
Ihr Leben, ihre Taten, ihre Zeit. Scherz Verlag Bern und München 1980
Seite 250,257 - Grant, Michael: Die römischen Kaiser. Von Augustus
bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik. Bechtermünz Verlag Augsburg
1977 Seite 326,365,381,387,395 - GROSSE FRAUEN DER WELTGESCHICHTE.
Tausend Biographien in Wort und Bild. Neuer Kaiser Verlag 1987 Seite 161
- Günther
Rigobert: Römische Kaiserinnen. Zwischen Liebe, Macht und Religion.
Militzke Verlag Leipzig 2003 Seite 88,89,90,91,92,93,94,95,97,104,131,141,146
- Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen
Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band I
Seite 184,186 - Quast Helmut W.: Geiserich. Vandale ohne Vandalismus.
Casimir Katz Verlag Gernsbach 1987 Seite 140-143,153,154 - Schreiber
Hermann: Die Vandalen. Siegeszug und Untergang eines germanischen Volkes.
Gondrom Verlag Bindlach 1993 Seite 163,253 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische
Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 489 -