Theodosius II.                                 Kaiser von Byzanz (408-450)
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10.4.401 28.7.450
 

Einziger Sohn des Kaisers Arkadius von Byzanzund der Eudoxia, Tochter von Feldherr Bauto
 

Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 645
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Theodosius II., römischer Kaiser 408-450
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* 10. April 401, 28. Juli 450

Seit 402 mit seinem Vater Arcadius, seit 408 allein Augustus im Osten. Der fromme, auf die Würde des Kaisertums und das Wohl der Kirche bedachte, nur selten in der Öffentlichkeit erscheinende Theodosius II. regierte fast nie selbständig, sondern wurde gelenkt von Persönlichkeiten wie dem praefectus praetorio Anthemius, dem magister officiorum Helio (414-427), dem praepositus sacri cubiculi Chrysaphius (seit 440), seiner Schwester Pulcheria (395/453; seit 414 Augusta), seiner Gemahlin Eudokia (seit 421 Augusta, 460) sowie Attikos, Nestorios und Proklos, den Bischöfen von Konstantinopel. Mächtige Militärs germanischer Herkunft, wie Ardabur, Aspar oder Plinta traten relativ wenig am Hof hervor. Gewisse Aktivität zeigte Theodosius II. auf den von ihm einberufenen Konzilen (zum Beispiel Ephesos 431 und 449), blieb aber auch da Spielball der eigentlichen Akteuere (Bischöfe Kyrillos und Dioskoros von Alexandria). Greifbar wird persönliches Engagement bei dem vor allem der Minderung innenpolitischen Spannungen dienenden Eingreifen in innerkirchlichen Auseinandersetzungen (besonders eit 425). Bekämpft wurden unter Theodosius II. Häretiker, Heiden und teils auch Juden. Die unter Theodosius II. erfolgte Sammlung der seit 312 ergangenen Kaisergesetze (Codex Theodosianus) wurde gemeinsam mit dem West-Kaiser Valentinian III. publiziert, der kurz zuvor mit Theodosius' II. Tochter Eudoxia verheiratet wurde. Dennoch schritt die Entfremdung zwischen Ost und West weiter fort. Ungeachtet der Wahrung des Besitzstandes blieb die Reichsverteidigung gegenüber den Hunnen im Donauraum (Verhandlungen mit Attila 448/450; vgl. besonders Priscus frg. 7f, 12f.). Hervorgehoben seien aus der Zeit des Theodosius II. noch der Bau der Landmauer und eine Neuorganisation der Hochschule von Konstantinopel. Durch den Codex - von 438 an noch Novellae - kennen wir nicht nur zahlreiche Gesetze des Theodosius II., sondern dürfen auch mit relativ geringer Überarbeitung rechnen. - Von literarischen Quellen sind hervorzuheben neben den Fragmenten des Priscus (reserviert gegenüber Theodosius II.) die Chroniken des Marcellinus Comes, Chronicon Pasachale, Johannes Malalas, Theophanes, die gegenüber Theodosius II. panegyrischen Kirchengeschichten des Sokrates und Sozomenos sowie die Konzilsakten (ACO I; Mansi, 4-6).

Literatur:
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W.E. Kaegli, Byzantium, 1968 - G.G. Archi, Theodosius II. e la sua codificazione, 1976 - W. Hahn, Die Ostprägung des Römischen Reiches im 5. Jh., 1989 - J. Harris (P. Magdalino, New Constantines, 1994), 35-44 - weiter Literatur siehe Theodosius I.



Multimedia-Lexikon 2001
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Theodosius II.

byzantinischer Kaiser
geboren 30. August 401 in Konstantinopel
gestorben 28. Juli 450 in Konstantinopel

ab 408 Kaiser, Sohn und Nachfolger des Arcadius; nach Theodosius ist die Kodifizierung der seit Konstantin dem Großen erlassenen Gesetze ('Codex Theodosianus', 438) benannt. Sohn des Arcadius;ließ ab 435 alle kaiserlichen Erlasse seit Konstantin dem Großen sammeln (daher Theodosianischer Codex: gültig im östlichen Reich seit 438, im westlichen seit 443) und nahm vor den Persern geflüchtete Armenier (unter anderem den Erfinder der armenischen Schrift Mesrob) in Byzanz auf.



BERTELSMANN Lexikon Geschichte: Seite 751
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THEODOSIUS II., Kaiser 408-450
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* 10.4.401, 28.7.450
Konstantinopel Konstantinopel

Enkel von Kaiser Theodosius I.

Der schon als Kind im östlichen Reichsteil auf den Thron gelangte Kaiser war durch besondere Frömmigkeit ausgezeichnet; als Herrscher stand er ganz unter dem Einfluß seiner Frau, seiner Schwester und verschiedener mächtiger Ratgeber, Offiziere und kirchlicher Würdenträger. Die von Ihm veranlaßte Sammlung kaiserlicher Gesetze, der Codex Theodosianus (438), ist eine wichtige Quelle für die Geschichte der Spätantike und das römische Recht.



Thiele, Andreas: Tafel 489
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

THEODOSIUS II.
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* 401, 450

402 Augustus und 408 Nachfolger unter Senat und verschiedenen Heermeistern, sehr beeinflußt auch wieder von der energischen Schwester; gründet die Universität Byzanz, 431 Ökumenisches Konzil zu Ephesus: Verdammung des Patriarchen Nestor (450: Lehnte Bezeichnung "Gottesmutter" ab und postuliert den Diophysitismus: zwei Naturen Christi); verliert Pannonien an Attila und wird zu Tributzahlungen gezwungen; betont streng die Reichseinheit, erläßt mit seinem weströmischen Vetter Kaiser Valentinian III. 438 den "Codex Theodosianus"; in ständigen Grenzkriegen gegen die Perser (SASSANIDEN) gehen Grenzgebiete verloren, was zu Einfällen der Tzanen und Isauier führt; Aufstände in Ägypten, religiös begründet (Donatisten), finden statt; er anerkennt nicht die Vandalen-Herrschaft in Nord-Afrika, kann sie nicht verhindern; 449 "Räubersynode"/Ephesus": Monophysitismus, was schroffe Gegensätze zu Papst Leo I. bringt, auch wegen verstärkter oströmischer staatskirchlicher Tendenzen

 421
  oo EUDOXIA ATHENAIS, Griechin, Mitregentin
             455



Für Theodosius II., der seine Zeit am liebsten mit Andachtsübungen, Übungen im Schönschreiben, der Jagd und dem Reiten verbrachte, leitete die Staatsgeschäfte seit des ausgezeichneten Präfekten Anthemius Rücktritt 414 die damals zur Augusta erhobene, reich begabte Prinzessin Pulcheria, des Theodosius Schwester. Sie erhielt aber bald eine Rivalin in der Frau, die sie ihrem Bruder zugeführt hatte. Er gründete die Universität Byzanz, verlor Pannonien an Atilla und wurde zu Tributzahlungen gezwungen. Er betonte streng die Reichseinheit und erließ mit seinem weströmischen Vetter Kaiser Valentinian III. den nach ihm benannten "Codex Theodosius". In ständigen Grenzkriegen gegen die Perser gingen Grenzgebiete verloren, was zu Einfällen der Tzanen und Isaurier führte. Er erkannte die Vandalenherrschaft in Nord-Afrika nicht an, konnte sie aber auch nicht verhindern. Obwohl er kein bedeutender Herrscher war, erfreute er sich der Unterstützung der herrschenden Klassen des Ostreiches. Er starb an den Folgen eines Sturzes vom Pferd in den Bach Lykus, bei dem er sich das Rückgrat verletzte.
 
 
 
 

7.6.421
  oo Eudoxia Athenais, Tochter des Griechen Leontius
      400 10.9.460
 
 
 
 

Kinder:

  Eudoxia Licinia
  422 um 480

29.10.437
  1. oo Valentinanus III. Kaiser des Weströmischen Reiches
           3.7.419 16.3.455

  Flacilla
      

  Arcadius
       
 
 
 
 

Literaatur:
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BERTELSMANN Lexikon Geschichte 1991 Seite 751 - Browning Robert: Byzanz. Roms goldene Töchter. Die Geschichte des Byzantinischen Weltreiches. Gustav Lübbe Verlag GmbH Bergisch Gladbach 1982 Seite 49,182 - Browning Robert: Justinian und Theodora. Herrscher in Byzanz. Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft mbH, Herrsching 1988 Seite 22,43,93 - Dahn Felix: Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt 1977 Seite 23,171 - Ensslin Wilhelm: Theoderich der Große. F. Bruckmann KG München 1959 Seite 14,18,21,22,233 - Faber Gustav: Das erste Reich der Deutschen. Geschichte der Merowinger und Karolinger. C. Bertelmanns Verlag GmbH, München 1980 Seite 20 - Grant, Michael: Der Untergang des Römischen Reiches. Manfred Pawlik Verlagsgesellschaft mbH Herrsching 1988 Seite 115,125,128, 145,150,166,206,208,218,251 - Grant, Michael: Die römischen Kaiser. Von Augustus bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik. Bechtermünz Verlag Augsburg 1977 Seite 310,326,354,361,363, 365-368,372-375,382,384,400,413,427,432,434,437 - Gottschalk Gisela: Die großen Cäsaren. Ihr Leben, ihre Taten, ihre Zeit. Scherz Verlag Bern und München 1980 Seite 250 - Günther Rigobert: Römische Kaiserinnen. Zwischen Liebe, Macht und Religion. Militzke Verlag Leipzig 2003 Seite 56, 57,68,73-77,85,88,89,91,101,117,121,122,131-133,136,138,141-143,146-149,151,153 - Illustriertes LEXIKON DES ALTERTUMS. MECO Verlag GmbH Dreieich 1993 Seite 415 - Irmscher Johannes: Lexikon der Antike. VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1971 Seite 551 - Lexikon Alte Kulturen, Meyers Lexikonverlag Mannheim/Wien/Zürich 1990 Band III Seite 514 - Löwe Gerhard/Stoll Heinrich Alexander: Die Antike in Stichworten. Koehler & Amelung Leipzig 1967 Seite 325 - Nack/Wagner: ROM. Land und Volk der alten Römer. Verlag Carl Überreuter Wien 1976 Seite 297, 308,311,313,318 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band I Seite 159,163,169,173,176 - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 Seite 57,62 - Paulus Diakonus und die Geschichtsschreiber der Langobarden: Geschichte der Langobarden. Phaidon Verlag Kettwig 1992 Buch VI Kapitel 36,41 - Riche Pierre: Die Karolinger. Eine Familie formt Europa. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1991 Seite 157,288 - Schreiber Hermann: Auf den Spuren der Goten. List Verlag München 1977 Seite 141 - Schreiber Hermann: Die Hunnen. Attila probt den Weltuntergang. Econ Verlag Wien-Düsseldorf 1990 Seite 45,177,179,184,188,207,210,294,310 - Schreiber Hermann: Die Vandalen. Siegeszug und Untergang eines germanischen Volkes. Gondrom Verlag Bindlach 1993 Seite 136,138 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 489 - Veh Otto: Lexikon der römischen Kaiser. Von Augustus bis Iustinianus I. 27 v. Chr. bis 565 n. Chr. Artemis & Winkler Verlag Düsseldorf/Zürich 1998 Seite 111 -