Eudoxia Aelia                                 1. Kaiserin von Byzanz
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um 375/80 6.10.404
                    Konstantinopel

Begraben: Apostelkirche zu Konstantinopel
 

Tochter des fränkischen Feldherrn Bauto
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 76
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Eudoxia Aelia
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    †

Tochter des fränkischen Heermeisters Bauto, seit 395 Gattin des oströmischen Kaisers Arcadius, der sie 400 zur Augusta erhob. Sie gebar ihrem Gatten
Flacilla (* 397),
Pulcheria (* 399),
den späteren Kaiser Theodosios II. (* 401) und
Marina (* 403).
Trotz ihrer germanischen Herkunft sorgte sie für die Ausschaltung der germanischen Kräfte am Hof und setzte den Sturz des allmächtigen Eunuchen Eutropius durch. Vor allem auf dem Gebiet der Religionspolitik wurde sie die eigentliche Beherrscherin des Reiches. Persönlich fromm und wundergläubig, unterstützte sie die orthodoxen Bischöfe, ließ Kirchen bauen und Reliquien sammeln und beeinflußte ihren Gatten zu strengem Vorgehen gegen Heiden und Häretiker. Bekannt ist vor allem ihre Auseinandersetzung mit Johannes Chrysostomos. Die anfängliche Freundschaft wurde erstmals getrübt, als dieser die seinem Gegner Epiphanios von Salamis gewogene Kaiserin in einer Predigt scharf angriff (Socr. hist. eccl. 6,10,14). Einer ersten, auf der sogenannten Eichensynode ausgesprochenen Absetzung, die unter anderem von Eudoxia Aelia mit Hilfe des alexandrinischen Patriarchen Theophilos wegen angeblich unangemessener Lebensführung betrieben wurde (403), folgten Rückkehr und Versöhnung des Bischofs mit der Kaiserin. Als dieser eine silberne Statue auf einer Porphyrsäule errichtet wurde, sah Johannes darin eine Störung des Gottesdienstes seiner in der Nähe gelegenen Kirche und predigte wiederum gegen die neue Herodias und Jesabel, die sich in ungehöriger Weise in die Politik einmische (MPG 59, 485; vgl. Socr. hist. eccl. 6,18,1ff.). Auf einer Synode ließ das Kaiserpaar den Bischof trotz seines großen Anhangs in der Hauptstadt absetzen (404) und mit Waffengewalt aus der Stadt entfernen. Im gleichen Jahr starb Eudoxia Aelia, wahrscheinlich an einer Fehlgeburt, sie wurde in der Apostelkirche zu Konstantinopel beigesetzt.



Lexikon Alte Kulturen: Band I Seite 658
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Eudoxia, Aelia
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    †  6. Oktober 404 n. Chr.

Oströmische Kaiserin

Tochter des fränkischen Heermeisters Bauto, der großen Einfluß als Ratgeber am Hof Valentinians II. hatte; seit 395 Gattin des Kaisers Arcadius; Mutter Theodosius' II.; nahm nachhaltigen Einfluß auf die Politik des Reiches (unter anderem auf die Relegionspolitik: Eudoxia war maßgeblich an der Verbannung Johannes' Chrysostomos beteiligt).



Thiele, Andreas: Tafel 489
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

ARKADIUS
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* 377,  408

 395
  oo AELIA EUDOXIA, Halbgermanin
            404

Tochter des fränkischen Feldherrn Bauto, ab 399 Mitregentin, 400 Augusta; beherrschte den Mann

fünf Kinder



Bei der Willenlosigkeit ihres Gatten erlangte Eudoxia erheblichen Einfluß auf die Politik. Sie war am Sturz des Eutropius durch den gotischen General Gainas beteiligt (Januar 399). 404 erwirkte sie die Verbannung des Patriarchen Johannes Chrysostomus nach Kappadokien.

Norwich John Julius: Band I  Seite 134,139,144,147
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Mangels eigener Nachkommenschaft wählte Eutropius eine junge, unwiderstehlich attraktive Fränkin, die in Konstantinopel eine gute Erziehung und Bildung genossen hatte, daraufhin ihren fremden Namen mit einem vertrauter klingenden griechischen vertauscht hatte und sich nun Eudoxia nannte. Als nun Rufinus sich für kurze Zeit in Antiochia aufhielt, nutzte Eutropius die Gunst der Stunde und führte Eudoxia in den Palast ein. Aufgrund seiner langjährigen Übung gelang es ihm rasch, das Interesse des Kaisers auf sie zu lenken, und als Rufinus in die Hauptstadt zurückkehrte, waren Arkadios und Eudoxia verlobt. Am 27. April 395 fand die Hochzeit statt.
Eudoxia ist die erste in einer langen Reihe byzantinischer Kaiserinnen, die schön, weltlich gesinnt und ehrgeizig waren und deren Namen für Pracht und Sinnlichkeit stehen. Wie so rasch wurde weitherum gemunkelt, sie unterhalte ganze Trauben von Liebhabern, wobei einer davon, ein Edelmann, den wir unter dem Namen Johannes kennen, wahrscheinlich der Vater ihres Sohnes Theodosius war. Es heißt, sie habe sich ohne Scheu zu ihrer Freizügigkeit bekannt, indem sie und ihre Hofdamen tief in die Stirn gekämmte Stirnfransen trugen: das bekannte Markenzeichen der Kurtisane. Sie verdankte ihre Stellung Eutropius, aber dieser hatte sie zu seinem Unglück einmal zuviel daran erinnert. Auch paßte es ihr nicht, dass er auf ihren Mann soviel Einfluß ausübte. In den vier Jahren seit ihrer Hochzeit hatte sich die Beziehung zwischen ihr und Arkadios verschlechtert und beide machten aus ihrer gegenseitigen Abneigung keinen Hehl. Nun forderte sie die Auslieferung des Eutropius an die aufständischen Goten.
Johannes Chrysostomos, dieser heiligmäßige, aber unausstehliche Prälat hatte sich mit flammenden Geißelungen der Kaiserin und der Lebensweise am Hof gefährlich unbeliebt gemacht. Im Jahre 403 lieferte sein langer, leidenschaftlicher Disput mit Theophilos, dem Bischof von Alexandria, Eudoxia den Vorwand, auf den sie gewartet hatte. Chrysostomos wurde abgesetzt und nach Bithynien verbannt. Am Abend ereignete sich ein Erdbeben, dass die Kaiserin so sehr erschreckte, dass sie eine Fehlgeburt gehabt haben soll und der verbannte Prälat wurde zurückberufen und wiedereingesetzt.
Am 6. Oktober, weniger als vier Monate nach der abermaligen Verbannung des Patriarchen Chrysostomos, folgte das letzte als unmißverständliches Zeichen göttlichen Mißfallens gedeutete Ereignis: Die Kaiserin hatte eine weitere Fehlgeburt. Sie starb daran.
 
 
 
 

27.4.395
   oo Arkadius Kaiser des Byzantinischen Reiches
        377 1.5.408
 
 
 
 

Kinder:

  Theodosius II.
  10.4.401 28.7.450

  Aelia Pulcheria
  19.1.399 10.9.453

  oo 2. Marcianus
           396 26.1.457

  Flacilla
  397 431

  Arkadia
       444

  Marina
  403 449
 
 
 
 

Literatur:
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Grant, Michael: Die römischen Kaiser. Von Augustus bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik. Bechtermünz Verlag Augsburg 1977 Seite 326,365,368,434 - Günther Rigobert: Römische Kaiserinnen. Zwischen Liebe, Macht und Religion. Militzke Verlag Leipzig 2003 Seite 46,108,124,134, 135,136,137,138,147,162 - Lexikon Alte Kulturen, Meyers Lexikonverlag Mannheim/Wien/Zürich 1990 Band I Seite 658 - Mann Golo: PROPYLÄEN WELTGESCHICHTE. Eine Universalgeschichte. Vierter Band. Rom Die römische Welt. Verlag Ullstein GmbH, Frankfurt am Main - Berlin, Propyläen Verlag 1986 Seite 555,610,667 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band I  Seite 134,139,144,147 - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 Seite 58,59 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 489 - Zöllner Erich: Geschichte der Franken bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts. Verlag C. H. Beck München 1970 Seite 166 -