Placidia                                           Weströmische Kaiserin
----------
um 435/40 nach 462
 

Jüngere Tochter des Kaisers Valentinian III. und der Licinia von Byzanz, Tochter von Kaiser Theodosius II.
 

Thiele, Andreas: Tafel 484
**************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

PLACIDIA
---------------
    nach 462

  oo 455
      OLYBRIUS AMICIUS, 472 Kaiser
              472



Grant, Michael: Seite 387,400,403
*************
"Die römischen Kaiser. Von Augustus bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik."

In Geiserichs Gefolge befanden sich auch Licinia Eudoxia und ihre beiden Töchter Placidia die Jüngere und Eudokia die Jüngere.
Und als Eudokias Schwester, Placidia die Jüngere, in Konstantinopel mit einem Adeligen namens Olybrius verheiratet wurde, war er es, den Geiserich als Kandidaten für den Thron des Westreiches ausersah.
Nun war Ricimers Kandidat für den Westen Olybrius, der mit Placidia der Jüngeren, der Tochter Valentinians III., verheiratet war, und der - aus Konstantinopel kommend - in Italien eintraf.

Günther Rigobert: Seite 92,94-96
***************
"Römische Kaiserinnen. Zwischen Liebe, Macht und Religion."

Im Jahre 454 verlobte Aetius seinen Sohn Gaudentius, den ihm seine zweite Gattin Pelagia, die Witwe des Bonifatius, geboren hatte, mit Placidia, der jüngeren Kaiser-Tochter. Kaiser Valentinian III. stimmte nur widerwillig zu.
Geiserich ließ die Stadt 14 Tage lang plündern, und als er abzog, führte er die Kaiser-Witwe Licinia Eudoxia mit ihren beiden Töchtern Eudocia und Placidia und ihrem verlobten Gaudentius als Geiseln nach Karthago mit.
In Karthago verbrachten sie die nächsten Jahre in einem ehrenvollen Hausarrest. Zweimal sandte der oströmische Kaiser Marcian (450-457) Boten zu Geiserich, um ihn zur Freigabe der Damen zu bewegen. Geiserich lehnte ab. Eudocia heiratet nun seinen Sohn Hunerich, der ihr früher aufgenötigte Ehemann Palladius war in Rom mit seinem Vater umgekommen. Die jüngere Tochter Placidia heiratete in Karthago den hochadligen und führenden Senator Roms Anicius Olybrius, den Geiserich ebenfalls als Geisel mit nach Karthago gebracht hatte.
Durch diese Heiraten war Olybriusmit Geiserich verwandt. Erst eine vom oströmischen Kaiser Leo (457-474) erneut bei Geiserich vorgetragene Bitte um Freilassung der Damen hatte im Jahr 461 teilweisen Erfolg. Der Vandalen-König sandte die Kaiserin-Witwe Licinia Eudoxia mit ihrer Tochter Placidia nach Konstantinopel. Eudocia dagegen mußte noch im Vandalen-Reich bleiben. In Ostrom lagen die Güter, die Licinia Eudoxia von Galla Placidia geerbt hatte. Ihr Todesjahr ist nicht überliefert. Placidia gebar ihrem Mann Olybrius im Jahr 462 in Konstantinopel die Tochter Anicia Juliana.
Galla Placidia war ihrer politischen Rolle in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts gerecht geworden. Schade, daß sie den fähigsten Heermeister ihrer Zeit, Aetius, nicht leiden mochte. Hätte sie ihn geheiratet, hätte Gaudentius, der Sohn des Aetius, die Kaiser-Tochter Placidia geheiratet, er wäre der Nachfolger Valentinians geworden, da dieser keinen Sohn besaß.
 
 
 
 

 455
  oo Olybrius Amicius Kaiser des Weströmischen Reiches
             2.11.472
 
 
 

Kinder:

  Anicia Juliana
  462 527/28

  Flavius Amicius Olybrius
       
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Grant, Michael: Die römischen Kaiser. Von Augustus bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik. Bechtermünz Verlag Augsburg 1977 Seite 326,387,400,403 - Günther Rigobert: Römische Kaiserinnen. Zwischen Liebe, Macht und Religion. Militzke Verlag Leipzig 2003 Seite 91,92,94-96, 104,146 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 484,488 -