Sohn des N.N.
1.) Vermutlich Enkel des Sextus Petronius Probus und
der Anicia Foltonia Proba
2.) Enkel des Konsuls Amicius Hermogenianus Olybrius
Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 1402
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Olybrius,Flavius Anicius
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† 2. November 472
Aus einflußreicher römischer Senatorenfamilie stammend, lebte seit der Mitte des 5. Jh. in Konstantinopel, wo er bis zum Konsulat emporstieg (464). Während einer diplomatischen Mission nach Karthago heiratete er Placidia, die Tochter Valentinians III., die nach der Plünderung Roms 455 von Geiserich mit Mutter und Schwester nach Nord-Afrika mitgeführt worden war. In der Endphase des Bürgerkrieges zwischen dem weströmischen Kaiser Anthemius und Ricimer wurde er 472 mit Einverständnis des oströmischen Kaisers Leon I. und Geiserichs zum weströmischen Kaiser erhoben, herrschte aber nach der Ermordung des Anthemius nur drei Monate.
R. Klein
OLYBRIUS (ANICIUS O.)
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† 2. November 472
weströmischer Kaiser 472, entstammte vornehmer Familie,
wurde 455 von Geiserich zusammen mit
seiner Gattin Placidia, der Tochter
Valentinians III., aus Rom nach Karthago
verschleppt und 462 nach Konstantinopel entlassen und galt seitdem als
"Thronanwärter" der Vandalen. Er wurde nach der Ermordung
des Anthemius April 472 von den Truppen
Ricimers vor Rom zum Augustus ausgerufen, starb aber schon
am 2. November 472, kurz nach Ricimer (18. August 472).
RE I 2007, KP I 355.
OLYBRIUS, AMICIUS
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† November 472
Aus einer alten, angesehenen Familie, Enkel des Consuls Amicius Hermogenianus Olybrius, Schwager des Vandalen-Königs Hunerich
Bei der Plünderung Roms durch die Vandalen wurde er mit seiner Frau nach Karthago verschleppt. Durch seine Ehe wurde er seit 461 Kandidat der Vandalen für den weströmischen Kaiserthron. Ein Jahr später kam er wahrscheinlich nach Konstantinopel, wo er 464 das Konsulat bekleitete. Im Frühjahr 472 wurde er in Ricimers Lager bei Rom zum Kaiser ausgerufen gegen den Kaiser Anthemius, von dem Ricimer abgefallen war. Er setzte sich im Juli 472 nach Bürgerkrieg und Straßenkämpfen durch und behauptete sich mit der Hilfe Ricimers. Nach siebenmonatiger Regierung starb er fast gleichzeitig mit diesem an der Pest.
oo 455
PLACIDIA
† nach 462
Tochter des Kaisers Valentinian III.
Die jüngere Tochter Placidia
heiratete in Karthago den hochadligen und führenden Senator
Roms
Anicius Olybrius, den Geiserich
ebenfalls
als Geisel mit nach Karthago gebracht hatte. Olybrius
konnte
jedoch bald nach Konstantinopel entkommen.
Durch diese Heiraten war Olybrius
mit Geiserich verwandt geworden. Als
Olybrius
für kurze Zeit im Jahr 472 weströmischer Kaiser wurde,
unterstützte Geiserich diese Thronbesteigung.
Erst eine vom oströmischen Kaiser Leo
(456-474) erneut bei Geiserich
vorgetragene Bitte um Freilassung der Damen hatte im Jahr 461 teilweise
Erfolg. Der Vandalen-König sandte die Kaiserin-Witwe Licinia
Eudoxia und ihre Tochter Placidia nach
Konstantinopel.
Placidia gebar ihrem
Mann Olybrius
im Jahr 462 in Konstantinopel
die Tochter Anicia Juliana.
455
oo Placidia, Tochter des Kaisers Valentinianus
III.
um 440 †
nach 472
Kinder:
Juliana Anicia
†
oo Ariovindus
†
Flavius Amicius Olybrius
†
Er wurde Konsul in Byzanz, sonst nicht greifbar.
Literatur:
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Gottschalk Gisela: Die großen Cäsaren.
Ihr Leben, ihre Taten, ihre Zeit. Scherz Verlag Bern und München 1980
Seite 259 - Grant, Michael: Die römischen Kaiser. Von Augustus
bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik. Bechtermünz Verlag Augsburg
1977 Seite 326,400,403 - Günther Rigobert: Römische Kaiserinnen.
Zwischen Liebe, Macht und Religion. Militzke Verlag Leipzig 2003 Seite
95, 158 - Lexikon Alte Kulturen, Meyers Lexikonverlag Mannheim/Wien/Zürich
1990 Band III Seite 301 - Marcellinus Ammianus: Römische Geschichte
Akademie-Verlag GmbH Berlin 1971 Buch 28 Kapitel 1 Abschnitt 8,9;
Buch 28 Kapitel 4 Abschnitt 1 - Riehl Hans: Die Völkerwanderung.
Der längste Marsch der Weltgeschichte. W. Ludwig Verlag 1988 Seite
239,242,243 - Schreiber Hermann: Die Vandalen. Siegeszug und
Untergang eines germanischen Volkes. Gondrom Verlag Bindlach 1993 Seite
177,196,199 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln
zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-,
Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 488 - Veh Otto: Lexikon der römischen
Kaiser. Von Augustus bis Iustinianus I. 27 v. Chr. bis 565 n. Chr. Artemis
& Winkler Verlag Düsseldorf/Zürich 1998 Seite 96 -