Älteste Tochter des Kaisers
Leon I. von Byzanz
und der Aelia
Verina
Thiele, Andreas: Tafel 490
*************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
LEONTIA
--------------
†
469
oo PATRICIUS,
Sohn Aspars, 469 designiert und Caesar
† 471 ermordet
472
oo FLAVIUS
MARCIAN, Sohn des Kaisers Anthemius, Gegen-Kaiser
† nach 480
Das änderte sich auch nicht, als er zwei Jahre später
den Kaiser vermutlich durch Drohungen dahin brachte, der Verbindung seiner
jüngeren Tochter Leontia
mit
seinem zweiten Sohn Patricios und dessen Ernennung zum Cäsar
zuzustimmen. Womit er Leon unter
Druck gesetzt hat, läßt sich nur vermuten. Doch angesichts der
strengen Orthodoxie des Kaisers und seines Widerwillen gegen einen arianischen
Nachfolger muß dieser Druck beträchtlich gewesen sein.
Auch in anderer Hinsicht gaben die Aktivitäten
Aspars und seiner Söhne Anlaß zu Besorgnis. Schon 469 hatten
sie Zenon zu ermorden versucht, und
fast wäre es ihnen geglückt; gegen Ende des Jahres 471 wurde
Ardabur, Aspars ältester Sohn, des Versuchs überführt,
durch dunkle Machenschaften die isaurische Partei auf die Seite seines
Vaters zu ziehen. Nun war für Leon
das Maß voll. Eines Morgens zogen die Wachen im Kaiserpalast unvermutet
die Schwerter und stachen Aspar und Ardabur nieder;
Patricios
wurde zwar schwer verwundet, doch soll er überlebt haben.
Im Verlauf der Zeit muß Zenon
selbst oft den Wunsch verspürt haben, der Verantwortung entfliehen
zu können. 479, nur zwei Jahre nachdem er die Macht wieder übernommen
hatte, sah er sich erneut einen Aufstand gegenüber. Diesmal ging er
von Markian aus, einem Enkel seines
kaiserlichen Namenvetters und Sohn des Weströmischen
Kaisers Anthemius, der mit Leontia,
der jüngeren Tochter Leons des Großen
- deren Verlobung mit Patricios natürlich nach dem Sturz Aspars
gelöst worden war - verheiratet war. Bis zu einem gewissen Grad brach
diese Revolte als Folge der Behandlung seiner Schwiegermutter
Verina aus, die vor nicht allzu langer Zeit für ihre Teilnahme
am Komplott zur Ermordung von Illos gefangengesetzt worden war. Markian
hingegen rechtfertigte sich damit, dass Leontia,
da sie in Purpur geboren sei, einen höheren Rang einnehme als
ihre ältere Schwester Ariadne,
Zenons
Frau, die unter der vorherigen Regierung geboren war. Markian
und seine Gefolgschaft stürmten den Palast und hätten vermutlich
den Kaiser zum zweiten Mal zur Flucht gezwungen, hätte nicht Illos
blitzschnell eingegriffen, indem er in stockfinsterer Nacht eine Abteilung
Isaurier über den Bosporus führte und die Rebellen überraschte.
Deren Anführer wurden ins Kloster verbannt, und zwar nach Cäsarea
in Kappadokien. Er konnte entkommen, und versuchte es ein zweites Mal,
hatte aber wieder keinen Erfolg. Auch jetzt ließ Zenon,
vielleicht wegen seiner kaiserlichen Abstammung, einmal mehr Gnade walten:
Markian
wurde
zum Presbyter geweiht, Leontia
trat ins Kloster der Akoimetai ein, und dies ist das letzte, was
man von den beiden hörte.
Grant, Michael: Seite 392,409
*************
"Die römischen Kaiser. Von Augustus bis zum Ende
des Imperiums. Eine Chronik."
Leo verzögerte
zum Beispiel die versprochene Erhebung eines anderen Aspar-Sohnes
namens Patricius zum Caesar und gab ihm auch, entgegen Aspars
Vorstellung, nicht Aelia Ariadne oder
Leontia,
eine seiner beiden Töchter zur Braut.
Da sicherte er endlich seinem Sohn Patricius die
Ernennung zum Caesar und sorgte dafür, daß der junge Mann 470
die noch ledige Tochter des Kaisers, Leontia,
heiratete.
Eine Enttäuschung war es für
Zenon, als er erfuht, daß Leo
nicht ihn, sondern Patricius, den jüngeren Sohn seines Rivalen
Aspar, zum Caesar ernannt und ihm außerdem seine jüngere
Tochter Leontia zur Frau gegeben
hatte.
469
1. oo Patricius, Sohn von Aspar
† 471 ermordet
472
2. oo Flavius Marcian, Sohn des Kaisers Anthemius
† nach 480
Literatur:
-----------
Grant, Michael: Die römischen Kaiser. Von
Augustus bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik. Bechtermünz Verlag
Augsburg 1977 Seite 383,392,409 - Norwich John Julius: Byzanz. Der
Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf
und München 1993Band I Seite 192,201 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische
Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 487,489,490 -