Ältester Sohn des weströmischen
Kaisers Prokopius
Anthemius und der Aelia
Marciana von Byzanz, Tochter von Kaiser
Markianos
Thiele, Andreas: Tafel 487
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
FLAVIUS MARCIAN
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† nach
480
Flavius Marcian wurde 469 Consul in Byzanz, 472 Magister militum und Patricius und erneut Consul. Er rebellierte 479 gegen seinen Schwager Kaiser Zenon, wurde gefangengenommen und gezwungen, Kleriker zu werden. Er floh, rebellierte erneut und nahm den Kaisertitel an. Er verschwand nach 480 aus der Geschichte.
oo LEONTIA,
Tochter des Kaisers Leo I. von Byzanz
†
Witwe des Caesars Patricius
Im Verlauf der Zeit muß Zenon
selbst oft den Wunsch verspürt haben, der Verantwortung entfliehen
zu können. 479, nur zwei Jahre nachdem er die Macht wieder übernommen
hatte, sah er sich erneut einen Aufstand gegenüber. Diesmal ging er
von Markian aus, einem Enkel seines
kaiserlichen Namenvetters und Sohn des Weströmischen
Kaisers Anthemius, der mit Leontia,
der jüngeren Tochter Leons des Großen
- deren Verlobung mit Patricios natürlich nach dem Sturz Aspars
gelöst worden war - verheiratet war. Bis zu einem gewissen Grad brach
diese Revolte als Folge der Behandlung seiner Schwiegermutter
Verina aus, die vor nicht allzu langer Zeit für ihre Teilnahme
am Komplott zur Ermordung von Illos gefangengesetzt worden war.
Markian hingegen rechtfertigte sich
damit, dass Leontia, da sie in Purpur
geboren sei, einen höheren Rang einnehme als ihre ältere Schwester
Ariadne, Zenons
Frau, die unter der vorherigen Regierung geboren war. Markian
und seine Gefolgschaft stürmten den Palast und hätten vermutlich
den Kaiser zum zweiten Mal zur Flucht gezwungen, hätte nicht Illos
blitzschnell eingegriffen, indem er in stockfinsterer Nacht eine Abteilung
Isaurier über den Bosporus führte und die Rebellen überraschte.
Deren Anführer wurden ins Kloster verbannt, und zwar nach Cäsarea
in Kappadokien. Er konnte entkommen, und versuchte es ein zweites Mal,
hatte aber wieder keinen Erfolg. Auch jetzt ließ Zenon,
vielleicht wegen seiner kaiserlichen Abstammung, einmal mehr Gnade
walten:
Markian
wurde zum Presbyter
geweiht, Leontia trat ins Kloster
der Akoimetai ein, und dies ist das letzte, was man von den beiden hörte.
Die beiden Aufstände Markians,
zweifellos gefährlich und Ausdruck der allgemeinen Unzufriedenheit,
wurden schnell niedergeschlagen.
472
oo 2. Leontia, Tochter des Kaisers Leo I. von
Byzanz
457/58 † nach 480
Literatur:
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Dahn Felix: Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische
Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt 1977 Seite 22,26,163
- Ensslin Wilhelm: Theoderich der Große. F. Bruckmann KG München
1959 Seite 52 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen
Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band I
Seite 201 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln
zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs-
und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994
Tafel 487 -