Von niedriger Herkunft
Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 305
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Markianos, oströmischer Kaiser 450-457
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Sohn eines einfachen Soldaten erlangte nach erfolgreicher militärischer Karriere das Vertrauen der Hofpartei, wurde nach dem Tode Theodosius II. von dessen Schwester Pulcheria zum Gemahl erwählt und auf ihr Betreiben hin von Senat, Volk und Heer zum Kaiser erhoben. Außenpolitisch war Markianos Herrschaft sehr erfolgreich: Durch Tributverweigerung lenkte er die auf dem Balkan plündernden Hunnen in den Westen ab, bisher den Hunnen untertänige Germanen und Sarmatenvölker siedelte er in den gefährdeten Donauprovinzen an. Angriffe der Araber auf Syrien und der Blemmyer auf Ägypten wehrte er ab, mit Vandalen und Persern hielt er weiterhin Frieden. Kirchenpolitisch verurteilte das Konzil von Chalkedon (451) die Lehre der Monophysiten. Zum Zwist mit dem römischen Bischof führte die Aufwertung des Patriarchats von Konstantinopel gemäß Kanon 28, nach dem die Kaiserstadt als zweite Stadt nach Rom anerkannt wurde. Durch die hier ausgesprochene Jurisdiktion über die ostillyrischen Gebiete erhielt die Slavenmission fortan ihr byzantinisch-orthodoxes Gepräge.
R. Klein
Oströmischer Kaiser (seit 450)
oo mit Pulcheria, der Schwester von Theodosius II.
Markian berief 451
das 4. ökumenische Konzil von von Chakedon ein, in dessen Folge sich
die dogmatische Spaltung zwischen der Orthodoxie (Konstantinopel, Rom)
und den monophysitischen Ostkirchen vertiefte. Seine sowohl energische
(gegenüber den Hunnen) als auch vorsichtige (Vandalen, Perser) Außenpolitik
bescherte Ostrom eine von militärischen und politischen Wirren fast
ungetrübte Zeit.
MARCIANUS
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Oströmischer Kaiser 450-457, geboren um
396 als Sohn eines Soldaten in Thrakien, stieg als tüchtiger
Offizier im Dienste der germanischen Heerführers Ardabur und
Aspar
auf und wurde nach dem Tode Theodosius'
II.
(450) und dem Erlöschen des östlichen Zweiges der
theodosianischen Dynastie im Mannesstamm
von dessen Schwester Pulcheria, die
sich mit ihm vermählte, am 25. August 450 in Gegenwart von Senat,
Heer und Volk zum Augustus erhoben. Innenpolitisch versuchte der
energische, aber human denkende Herrscher den Gegensatz zwischen Orthodoxie
und Monophysitismus (Konzil von Chalkedon 451) auszugleichen. Außenpolitisch
fällt in seine betont friedliche Regierung der Zusammenbruch des sehr
bedrohlichen Hunnen-Reiches mit dem Tod Attilas
(453).
RE XIV 1514, KP III 995.
Um 400 n. Chr. geboren. Als Sohn eines Soldaten
wurde er 450 n. Chr. durch die Ehe mit Pulcheria,
der Schwester von Theodosius II., oströmischer
Kaiser. Nach dem Tod Attilas siedelte
Marcianus
Völker,
die vorher den Hunnen untertan gewesen waren, im Reich an. Seine Herrschaft
war friedlich,. und er konnte die finanzielle Situationn verbessern. Er
berief das Konzil von Chalkedon ein. Marcianus
starb
457.
AELIA
PULCHERIA
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* 399, 453
oo MARCIAN
457
Markian wurde Offizier
unter dem Heermeister Aspar und dessen Domesticus. Er diente
sich vom einfachen Soldaten bis zum General hoch und wurde auf Vorschlag
des Theodosius am 25.8.450 zum Kaiser
ausgerufen. Er stand in gespanntem Verhältnis zu den weströmischen
Kaisern, anerkannte nicht Maximus Petronius
und Kaiser
Avitus
und wurde als erster Kaiser vom Patriarchen von Byzanz inthronisiert und
gekrönt. Er stellte die Tributzahlungen an die Hunnen und Perser ein
und machte nach dem Tode Atilla Ostgoten
und Gepiden zu Föderaten auf dem Balkan. Er sicherte Ägypten.
Pulcherias Keuschheitsgelübde
hinderte sie nicht daran, den thrakischen Senator und ehemaligen
Soldaten
Markian nominell zu ehelichen.
Sie erhob ihn unverzüglich in den Rang eines
Augustus und an
ihre Seite auf den Kaiserthron. Dabei gab sie vor,
Theodosios
habe ihn auf dem Totenbett dazu bestimmt.
Eine der ersten Amtshandlungen des neuen Kaisers bestand
darin, dem Hunnen-König den jährlichen Tribut zu verweigern.
Das war ein kühner Schritt, aber vielleicht doch nicht gar so gewagt,
wie es den Anschein hatte. Markian
war sicherlich darüber im Bilde, dass Attila
gerade einen großangelegten Feldzug gegen das Weströmische Reich
vorbereitete, und wird damit gerechnet haben, dass er diesen wohl kaum
um einer Strafexpedition nach Osten willen hinauszögern würde.
Trotzdem war die Maßnahme nicht ohne Risiko. Daher wird der Jubel
in Konstantinopel groß gewesen sein, als die Nachricht eintraf, das
Hunnenheer habe sich nach Italien und Gallien in Marsch gesetzt.
Knapp zwei Jahre nach dem Tod Valentinians
folgte ihm Ende Januar oder Anfang Februar 457 der oströmische
Kaiser Markian ins Grab; mit ihm
erlosch die männliche
theodosianische
Linie
(da er mit Pulcheria
verheiratet war, kann man ihn wohl ohnehin nur als deren Ehrenmitglied
betrachten.). Da Markian und Pulcheria
keine männlichen Nachfolger hatten, war auch niemand nominiert. Pulcheria
hätte
die Situation zweifellos wie schon einmal gerettet, wäre sie noch
am Leben gewesen. Aber sie war schon 453 gestorben, nur wenige Monate nach
Attila.
1. oo N.N.
450
2. oo Aelia Pulcheria, Tochter des Kaisers Arkadius
19.1.399 10.9.453
Kinder:
1. Ehe
Aelia Marciana
oo Anthemius Kaiser des Weströmischen Reiches
30.6.1472
Literatur:
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