Markian                                          Kaiser von Byzanz (450-457)
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396 † 26.1.457
 

Von niedriger Herkunft
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 305
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Markianos, oströmischer Kaiser 450-457
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    †

Sohn eines einfachen Soldaten erlangte nach erfolgreicher militärischer Karriere das Vertrauen der Hofpartei, wurde nach dem Tode Theodosius‘ II. von dessen Schwester Pulcheria zum Gemahl erwählt und auf ihr Betreiben hin von Senat, Volk und Heer zum Kaiser erhoben. Außenpolitisch war Markianos‘ Herrschaft sehr erfolgreich: Durch Tributverweigerung lenkte er die auf dem Balkan plündernden Hunnen in den Westen ab, bisher den Hunnen untertänige Germanen und Sarmatenvölker siedelte er in den gefährdeten Donauprovinzen an. Angriffe der Araber auf Syrien und der Blemmyer auf Ägypten wehrte er ab, mit Vandalen und Persern hielt er weiterhin Frieden. Kirchenpolitisch verurteilte das Konzil von Chalkedon (451) die Lehre der Monophysiten. Zum Zwist mit dem römischen Bischof führte die Aufwertung des Patriarchats von Konstantinopel gemäß Kanon 28, nach dem die Kaiserstadt als zweite Stadt nach Rom anerkannt wurde. Durch die hier ausgesprochene Jurisdiktion über die ostillyrischen Gebiete erhielt die Slavenmission fortan ihr byzantinisch-orthodoxes Gepräge.

R. Klein



Lexikon Alte Kulturen: Band II Seite 620
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Markian (Markianos, Marcianus)
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* in Thrakien um 392, † Konstantinopel 26. Januar 457

Oströmischer Kaiser (seit 450)

oo mit Pulcheria, der Schwester von Theodosius II.

Markian berief 451 das 4. ökumenische Konzil von von Chakedon ein, in dessen Folge sich die dogmatische Spaltung zwischen der Orthodoxie (Konstantinopel, Rom) und den monophysitischen Ostkirchen vertiefte. Seine sowohl energische (gegenüber den Hunnen) als auch vorsichtige (Vandalen, Perser) Außenpolitik bescherte Ostrom eine von militärischen und politischen Wirren fast ungetrübte Zeit.



Veh Otto: Seite 82
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"Lexikon der römischen Kaiser. Von Augustus bis Iustinianus I. 27 v. Chr. bis 565 n. Chr."

MARCIANUS
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Oströmischer Kaiser 450-457, geboren um 396 als Sohn eines Soldaten in Thrakien, stieg als tüchtiger Offizier im Dienste der germanischen Heerführers Ardabur und Aspar auf und wurde nach dem Tode Theodosius' II. (450) und dem Erlöschen des östlichen Zweiges der theodosianischen Dynastie im Mannesstamm von dessen Schwester Pulcheria, die sich mit ihm vermählte, am 25. August 450 in Gegenwart von Senat, Heer und Volk zum Augustus erhoben. Innenpolitisch versuchte der energische, aber human denkende Herrscher den Gegensatz zwischen Orthodoxie und Monophysitismus (Konzil von Chalkedon 451) auszugleichen. Außenpolitisch fällt in seine betont friedliche Regierung der Zusammenbruch des sehr bedrohlichen Hunnen-Reiches mit dem Tod Attilas (453).
RE XIV 1514, KP III 995.



Illustriertes LEXIKON DES ALTERTUMS: Seite 254
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MARCIANUS
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Um 400 n. Chr. geboren. Als Sohn eines Soldaten wurde er 450 n. Chr. durch die Ehe mit Pulcheria, der Schwester von Theodosius II., oströmischer Kaiser. Nach dem Tod Attilas siedelte Marcianus Völker, die vorher den Hunnen untertan gewesen waren, im Reich an. Seine Herrschaft war friedlich,. und er konnte die finanzielle Situationn verbessern. Er berief das Konzil von Chalkedon ein. Marcianus starb 457.



Thiele, Andreas: Tafel 489
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

AELIA PULCHERIA
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* 399, † 453

  oo MARCIAN
              † 457

Markian wurde Offizier unter dem Heermeister Aspar und dessen Domesticus. Er diente sich vom einfachen Soldaten bis zum General hoch und wurde auf Vorschlag des Theodosius am 25.8.450 zum Kaiser ausgerufen. Er stand in gespanntem Verhältnis zu den weströmischen Kaisern, anerkannte nicht Maximus Petronius und Kaiser Avitus und wurde als erster Kaiser vom Patriarchen von Byzanz inthronisiert und gekrönt. Er stellte die Tributzahlungen an die Hunnen und Perser ein und machte nach dem Tode Atilla Ostgoten und Gepiden zu Föderaten auf dem Balkan. Er sicherte Ägypten.



Norwich John Julius: Band I Seite 176,187
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Pulcherias Keuschheitsgelübde hinderte sie nicht daran, den thrakischen Senator und ehemaligen Soldaten Markian nominell zu ehelichen. Sie erhob ihn unverzüglich in den Rang eines Augustus und an ihre Seite auf den Kaiserthron. Dabei gab sie vor, Theodosios habe ihn auf dem Totenbett dazu bestimmt.
Eine der ersten Amtshandlungen des neuen Kaisers bestand darin, dem Hunnen-König den jährlichen Tribut zu verweigern. Das war ein kühner Schritt, aber vielleicht doch nicht gar so gewagt, wie es den Anschein hatte. Markian war sicherlich darüber im Bilde, dass Attila gerade einen großangelegten Feldzug gegen das Weströmische Reich vorbereitete, und wird damit gerechnet haben, dass er diesen wohl kaum um einer Strafexpedition nach Osten willen hinauszögern würde. Trotzdem war die Maßnahme nicht ohne Risiko. Daher wird der Jubel in Konstantinopel groß gewesen sein, als die Nachricht eintraf, das Hunnenheer habe sich nach Italien und Gallien in Marsch gesetzt.
Knapp zwei Jahre nach dem Tod Valentinians folgte ihm Ende Januar oder Anfang Februar 457 der oströmische Kaiser Markian ins Grab; mit ihm erlosch die männliche theodosianische Linie (da er mit Pulcheria verheiratet war, kann man ihn wohl ohnehin nur als deren Ehrenmitglied betrachten.). Da Markian und Pulcheria keine männlichen Nachfolger hatten, war auch niemand nominiert. Pulcheria hätte die Situation zweifellos wie schon einmal gerettet, wäre sie noch am Leben gewesen. Aber sie war schon 453 gestorben, nur wenige Monate nach Attila.
 
 
 
 

  1. oo N.N.
               † 

    450
  2. oo Aelia Pulcheria, Tochter des Kaisers Arkadius
          19.1.399 † 10.9.453
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Aelia Marciana
       † 

  oo Anthemius Kaiser des Weströmischen Reiches
            † 30.6.1472
 
 
 
 

Literatur:
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Ensslin Wilhelm: Theoderich der Große. F. Bruckmann KG München 1959 Seite 8,11,13,16,19,27,53, 55,297 - Grant, Michael: Die römischen Kaiser. Von Augustus bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik. Bechtermünz Verlag Augsburg 1977 Seite 326,377,382,384-387,390,394,401,405 - Günther Rigobert: Römische Kaiserinnen. Zwischen Liebe, Macht und Religion. Militzke Verlag Leipzig 2003 Seite 94,101,119,143,153,154,155,158 - Illustriertes LEXIKON DES ALTERTUMS. MECO Verlag GmbH Dreieich 1993 Seite 254 - Lexikon Alte Kulturen, Meyers Lexikonverlag Mannheim/Wien/Zürich 1990 Band II Seite 620 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band I Seite 176,187 - Riehl Hans: Die Völkerwanderung. Der längste Marsch der Weltgeschichte. W. Ludwig Verlag 1988 Seite 156,157,159,203,204,240 - Schreiber Hermann: Die Hunnen. Attila probt den Weltuntergang. Econ Verlag Wien-Düsseldorf 1990 Seite 144,210,217,222, 241,274,289,291-294,313 - Schreiber Hermann: Die Vandalen. Siegeszug und Untergang eines germanischen Volkes. Gondrom Verlag Bindlach 1993 Seite 136,171,193,209,321 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 489 - Veh Otto: Lexikon der römischen Kaiser. Von Augustus bis Iustinianus I. 27 v. Chr. bis 565 n. Chr. Artemis & Winkler Verlag Düsseldorf/Zürich 1998 Seite 82 -