Verina                                             Oströmische Kaiserin
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um 430 484
               Schloß Papyrios
 

Tochter des NN.; Schwester des späteren Kaisers Basiliskos I.
 

Thiele, Andreas: Tafel 490
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

LEO I. "DER GROSSE"
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    474

  oo VERINA, Schwester des Kaisers Basilikos
             484

Verina rebellierte 475/76 gemeinsam mit ihrem Bruder Basiliskos und mußte 476 Nonne werden. Sie rebellierte 483/84 erneut und unterstützte die machtlosen Gegen-Kaiser Illos und Leontios.



Norwich John Julius: Band I Seite 189,193,202
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Gemeinsam mit Aspar überredete Verina ihren Gatten, Kaiser Leon I., ihren Bruder Basiliskos an die Spitze der Expedition gegen die Vandalen zu stellen, der dann kläglich scheiterte.
Kaiser Zenon sah sich konfrontiert mit den unversöhnlichen Haß zweier mächtiger Feinde innerhalb seines Hauses: dem der Kaiserin-Mutter Verina und dem ihres Bruders Basiliskos. Verina strebte es dagegen für ihren vor kurzem angeeigneten Geliebten Patricius an, den ranghöchsten Beamten am Hofe. Einige waren sich die beiden in ihrem vorrangigen Ziel, Zenon loszuwerden. Mit Unterstützung eines isaurischen Generals namens Illos, der sich aus unbekannten Gründen mit einemmal gegen seinen kaiserlichen Wohltäter gestellt hatte, vermochten sie eine Reihe mächtiger Verbündeter für ihr Ziel zu gewinnen.
Als Kaiser Zenon im September 479 den Feldhern Illos in die Hauptstadt zurückrief, weigerte sich dieser, die Stadt zu betreten, bevor nicht Verina in seine Gewalt gegeben ward. Da Zenon an seiner Schwiegermutter nichts lag, stimmte er nur zu gerne zu. So wurde diese zunächst nach Tarsos geschickt, wo sie den Schleier nehmen mußte, und dann kurzerhand in einer isaurischen Festung gefangengesetzt wurde.
Illos verbündete sich mit dem Aufrührer Leontios und gemeinsam befreiten sie die alte Kaiserin Verina. Bereitwillig krönte sie Leontius in Tarsos und folgte ihm nach Antiochia, wo er am 27. Juni 484 als Gegen-Kaiser einen Hof errichtete. Nachdem die Aufrührer aus Antiochia vertrieben worden waren, suchten sie Unterschlupf im Schloß Papyrios. Dort starb Verina, von niemandem betrauert.

Grant, Michael: Seite 392,406,410,411
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"Die römischen Kaiser. Von Augustus bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik."

Leo selbst war mit der energischen und ehrgeizigen Aelia Verina verheiratet, deren Bruder Basiliskos sich den Oberbefehl über die mächtige Kriegsflotte gesichert hatte, welche die Regierung des Ostreiches zusammen mit der des Westreiches 468 gegen die Vandalen einsetzte.
Nepos heiratete die Nichte der Kaiserin Aelia Verina, der Frau des oströmischen Kaisers Leo I.
Im Oktober 473 ließ Leo I. seinen gleichnamigen Enkel, den damals noch sehr jungen Sohn des Zenon und der Aelia Ariadne, als Leo II. zum Augustus ausrufen.
Leo gab Zenon, der zuvor mit Arcadia verheiratet war, seine ältere Tochter Aelia Ariadne zur Frau und ernannte ihn für den Zeitraum 467-468 zum Heermeister in Thrakien.
Als Leo I. am 18. Januar 474 starb, wurde der Knabe dem Titel nach oströmischer Kaiser. Am 9. Februar 474 wurde ihm sein Vater als Vormund und Mitherrscher zur Seite gestellt. Die Initiative ging vom Senat und von Leos Witwe Aelia Verina aus.
Illos stellte sich jedoch schon bald als unzuverlässig heraus, denn er geriet in eine gefährliche Umsturzbewegung in Konstantinopel. Die Verschwörung ging von Zenons eigener Schwiegermutter Aelia Verina aus, die zwar Zenons Erhebung zum Kaiser zugestimmt hatte, doch nun nicht im Schatten ihrer eigenen Tochter, der Kaiserin Aelia Ariadne stehen wollte. Sie plante, Zenon mit ihrem Liebhaber Patricius (nicht zu verwechseln mit Aspars gleichnamigen Sohn) abzulösen, der als "magister officiorum" früher der kaiserlichen Kanzlei vorgestanden hatte. Illos und sein Bruder Trokundes waren durch Basiliskos, den Bruder Verinas, in denn Bann der Verschwörung geraten. Da Zenon jedoch vor der Gefahr gewarnt wurde, konnte er mit vielen Landsleuten und reichlichem Kapital nach Isaurien fliehen. Wie sich herausstellte, lehnte der Senat Patricius zugunsten des Basiliskos als Thronanwärter ab.
 
 
 
 

  oo Leon I. der Große
      400 18.1.474
 
 
 
 

Kinder:

  Ariadne
  um 450 515

  oo Zenon Kaiser von Byzanz
      426 9.4.491

  Leontia
  457/58 nach 480

    469
  1. oo Patricius, Sohn von Aspar
               471 ermordet

    472
  2. oo Flavius Marcian, Sohn des Kaisers Anthemius
                nach 480
 
 
 
 

Literatur:
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Ensslin Wilhelm: Theoderich der Große. F. Bruckmann KG München 1959 Seite 31,40,49 - Grant, Michael: Die römischen Kaiser. Von Augustus bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik. Bechtermünz Verlag Augsburg 1977 Seite 383,392,406,410,411 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 490 -