Sohn des N.N.; Bruder der Kaiserin
Verina
Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1539
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Basiliskos, Bruder der Gattin Leos I., Verina
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†
465 erstmals consul, scheiterte Basiliskos
468 als Führer der oströmischen Flotte gegen Geiserich
vor Karthago. Im Januar 475 wurde Basiliskos
in einer von Verina ausgehenden Verschwörung
gegen Zenon zum Kaiser ausgerufen und
konnte sich bis August 476 behaupten. Sein Eingreifen in die christoligischen
Streitigkeiten und die Einführung einer gegen das Chalcedonense von
451 gerichteten Glaubensformel führten zu starker Opposition in der
Hauptstadt. Zum Sturz indes führte der Verrat der Mitverschworenen
Armatus,
Illus und
Theoderich Strabo;
Basiliskos starb bald danach mit seiner
Familie in einem kappadokischen Gefängnis
an Hunger.
Basilioskos.
Oströmischer Kaiser 475/76
Als Schwager des Kaisers Leo I. befehligte er 468 die römische Streitmacht gegen den Vandalen-König Geiserich, erlitt aber durch persönliches Versagen die entscheidende Niederlage, welche den endgültigen Zusammenbruch des Westreiches einleitete. Er erklärte sich nach der Flucht des verhaßten "Isauriers" Zeno 475 zum Kaiser, machte sich aber auch selbst durch Bekämpfung der chalkedonensischen Glaubensrichtung sowie steuerliche Maßnahmen bald unbeliebt. Nach seiner Rückkehr auf den Thron ließ Zeno Basiliskos und seine ganze Familie töten (Herbst 476).
RE III 101, KP I 838.
Oströmischer Kaiser (Januar 475-August 476)
Schwager Kaiser Leons
I., Mutterbruder Odoakers;
versagte 468 als Befehlshaber des oströmischen Truppenkontingents
im Feldzug gegen die Vandalen in Afrika. Basiliskos
erklärte sich nach der Vertreibung des Isauriers Zenon
475 zum Kaiser, machte sich aber bei der Kirche, die
er schröpfte, bald unbeliebt, so daß Zenon
zurückkehren und Basiliskos, dem
die Kirche das Asyl verweigerte, töten lassen konnte.
BASILISKOS I.
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†
476 ermordet
Schwager Kaiser Leos I.
Eltern und Leben vor 460 kaum greifbar
Basiliskos wurde 465
Konsul
und Magister militum per Thracias, war 468 erfolglos gegen die Vandalen
in Nord-Afrika, wodurch sich deren Herrschaft verfestigte. Durch die Fürsprache
seiner Schwester Verina blieb er ungeschoren,
führte 471 mit den Sturz Aspars herbei und schützte 471
Byzanz vor den Goten und intrigierte 475 gegen Kaiser
Zenon,
den er verjagte. Er ließ sich zum Kaiser ausrufen, verwarf
die Synode von Chalkedon und rief ständigen Streit mit kirchlichen
Kreisen hervor. Er brachte letztlich den gesamten Klerus gegen sich auf
und das Gewerbe durch hohe Steuern. Er verlor auch die Hilfe
König
Theoderichs
des Großen, wurde durch Verrat gefangengenommen, seine
Frau und sein Sohn und Mit-Kaiser
Marcius wurden ermordet und ihn ließ man im Kerker verhungern.
oo Aelia Zenonis
† Herbst 476
Kinder:
Marcius Mit-Kaiser
†
Herbst
476
Leo Caesar
†
Basiliskos II.
†
Literatur:
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