Jüngerer (2.) Sohn des Feldherrn Flavius
Ardabur Aspar
Thiele, Andreas: Tafel 489
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
PATRICIUS
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† 471
ermordet
Patricius wurde 459 Consul, 469 Caesar und Präsumptiv-Erbe und wurde wie der Vater und Bruder ermordet.
oo LEONTIA
†
Tochter des Kaisers Leo I. von Byzanz
(2. Ehe: oo FLAVIUS
MARCIAN, Gegen-Kaiser (+ nach 480)
Das änderte sich auch nicht, als er zwei Jahre später
den Kaiser vermutlich durch Drohungen dahin brachte, der Verbindung seiner
jüngeren Tochter Leontia
mit seinem
zweiten Sohn Patricios und dessen Ernennung zum Cäsar
zuzustimmen. Womit er Leon unter
Druck gesetzt hat, läßt sich nur vermuten. Doch angesichts der
strengen Orthodoxie des Kaisers und seines Widerwillen gegen einen arianischen
Nachfolger muß dieser Druck beträchtlich gewesen sein.
Auch in anderer Hinsicht gaben die Aktivitäten
Aspars und seiner Söhne Anlaß zu Besorgnis. Schon 469 hatten
sie Zenon zu ermorden versucht, und
fast wäre es ihnen geglückt; gegen Ende des Jahres 471 wurde
Ardabur, Aspars ältester Sohn, des Versuchs überführt,
durch dunkle Machenschaften die isaurische Partei auf die Seite seines
Vaters zu ziehen. Nun war für Leon
das Maß voll. Eines Morgens zogen die Wachen im Kaiserpalast unvermutet
die Schwerter und stachen Aspar und Ardabur nieder;
Patricios
wurde zwar schwer verwundet, doch soll er überlebt haben.
Ensslin Wilhelm: Seite 12,28
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"Theoderich der Große."
Bald aber scheint den Kaiser Leo
der Föderatensold für die AMALER-Goten
gereut zu haben, weil er vielleicht von ihnen in ihren pannonischen Wohnsitzen
nicht genügend Gegendienste erwartete, oder er mag gehofft haben,
durch eine Spannung mit diesen Ostgoten dem allzu mächtigen uind ihm
mit seinen Wünschen unbequem werdenden Aspar Verlegenheit zu
schaffen - hatte er ihm doch vor seiner Wahl versprochen, seinen zweiten
Sohn Patricius zum Schwiegersohn und zum Caesar, also zum Thronerben
zu machen.
Theoderich hatte
die Unruhen in der Hauptstadt miterlebt, die ausbrachen, als 468 Aspar
endlich den Kaiser dazu brachte, sein Versprechen wegen der Caesar-Erhebung
seines Sohnes Patricius zu erfüllen und ihn zu seinem
Schwiegersohn zu machen. Die Opposition erzwang ein Versprechen, daß
Patricius
zum Katholizismus übertreten werde.
Grant, Michael: 392-393
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"Die römischen Kaiser. Von Augustus bis zum Ende
des Imperiums. Eine Chronik."
Leo verzögerte
zum Beispiel die versprochene Erhebung eines anderen Aspar-Sohnes
namens Patricius zum Caesar und gab ihm auch, entgegen Aspars
Vorstellung, nicht Aelia Ariadne oder
Leontia,
eine seiner beiden Töchter zur Braut.
Da sicherte er endlich seinem Sohn Patricius die
Ernennung
zum Caesar und sorgte dafür, daß der junge Mann 470 die
noch ledige Tochter des Kaisers, Leontia,
heiratete. Doch damit löste er nur Unruhe aus, weil Patricius
wie sein Vater Arianer war und man außerdem einen Häretiker
zum Caesar ernannt hatte. Um der allgemeinen feindlichen Haltung zu begegnen
und Zenons Anhänger auszuschalten,
versuchte Aspar, die isaurischen Gardisten in Konstantinopel für
sich zu gewinnen. Doch als Zenon davon
hörte, kehrte er 471 auf schnellstem Wege nach Chalcedon zurück,
von wo aus er die Ereignisse in der benachbarten Hauptstadt beeinflussen
konnte. Aspar und sein Sohn Ardabur suchten in der
Kirche Hagia Euphemia Zuflucht. Obwohl Leo
ihnen freies Geleit zugesichert hatte, wurden sie dort ergriffen und ermordet,
und man vermutet, daß Zenon dabei
seine Hand im Spiel hatte. Patricius, Aspars anderer Sohn,
wurde zwar verwundet, konnte aber entkommen.
Eine Enttäuschung war es für
Zenon, als er erfuht, daß Leo
nicht ihn, sondern Patricius, den jüngeren Sohn seines Rivalen
Aspar, zum Caesar ernannt und ihm außerdem seine jüngere
Tochter Leontia zur Frau gegeben hatte.
469
oo 1. Leontia, Tochter des Kaisers Leon I.
† nach 480
Literatur:
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Ensslin Wilhelm: Theoderich der Große. F.
Bruckmann KG München 1959 Seite 13,28 - Grant, Michael: Die
römischen Kaiser. Von Augustus bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik.
Bechtermünz Verlag Augsburg 1977 Seite 383,392,411,413 - Norwich
John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag
GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band I Seite 192 - Thiele,
Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 489 -