Tochter des Kaisers
Konstantin
VI. von Byzanz aus seiner 1. Ehe mit der Maria
von Amnia
Thiele, Andreas: Tafel 195
*************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
MICHAEL
II. "DER STAMMLER"
--------------------------------------------
†
829
1. oo THEKLA N.
†
823
2. oo EUPHROSYNE VON BYZANZ, Tochter des
Kaisers Konstantin VI. von Byznz
†
Die einzigen ernsthaften Differenzen, die er mit der Kirche hatte, betrafen nicht die Ikonenverehrung, sondern seine zweite Ehe, die er vermutlich 824 nach dem Tod seiner ersten Frau Thekla schloß. Den Moralaposteln der strengsten orthodoxen Theologie zufolge war eine zweite Heirat, insbesondere eines Kaisers, nicht tolerierbar. Die Dinge wurden noch komplizierter, weil die fragliche Dame - es handelte sich um Euphrosyne, die Tochter Konstantins VI. und Enkelin von Irene - während vieler Jahre Nonne auf einer Insel im Marmarameer gewesen war. Wie er es bewerkstelligte, dass sie von ihrem Gelübde befreit wurde, werden wir nie erfahren. Es gelang ihm jedenfalls, und soviel wir wissen, war seine zweite Ehe genauso glücklich wie die erste. Euphrosyne hielt während seiner letzten Krankheit (einer Nierenerkrankung) Wache an seinem Bett und schloß ihm, als er im Oktober 829 starb, schließlich die Augen. Er war seit einem halben Jahrhundert der erste Kaiser, der als regierender Monarch in seinem Bett starb, und auch der erste, der einen starken und gesunden Sohn in der Blüte seiner Jahre zurückließ, um seine Nachfolge anzutreten.
Ferdinandy Michael de: Seite 285
*******************
"Der heilige Kaiser. Otto III. und seine Ahnen."
Auch diese Frau, die "selige" Theodora,
ist Mitglied - ebenso wie die "sehr fromme" Eirene
es
war - einer vornehmen Beamtenfamilie, gehört also wie sie dem Großbürgertum
an. Sie wird von Theophilos, dem jungen
Kaiser selbst, aus einer Gruppe vornehmer und schöner Mädchen
zur Kaiserin gewählt, die seine Stiefmutter Euphrosine
für
ihn aus allen Teilen des Reiches zusammenkommen ließ.
Euphrosyne
war die einzige Tochter des unglücklichen Konstantin
und
also Enkelin der Eirene. "In
der letzten Enkelin lebt die Mutter fort, durch die Mutter die erste Urmutter":
so ist sie die Leib gewordene Idee der rechts- und traditionsgemäßen
Herrschaft über Byzanz. Michael II.,
der
Stammler, Begründer der
phrygischen
Dynastie, holte sie - um
seine frischgebackene Herrschaft zu legitimieren - aus einem Kloster
und nahm sie zur Frau, ebenso wie anderthalb Jahrhunderte später Johannes
Tzimiskes es mit einer Tochter des Konstantinos
Porphyrogenetos tun sollte.
Auch Euphrosynes
Ehe mit Michael II. blieb kinderlos.
Sie hatte mit dem bloßen Titel der "Mutter des Theophilus"
vorliebzunehmen. Durch ihre Ehe und diesen Ehrentitel wurde sie aber zum
ersten Bindeglied in einer fiktiven, richtiger: symbolischen "Dynastie",
die sich zuletzt von Leon III. ( †
741) bis
zu der Kaiserin Theodora
(† 1056) erstreckte und
der sich auch in Zukunft noch sämtliche Kronräuber durch Einheirat
anschlossen, um dadurch ihre Usurpation als legitime Herrschaften hinstellen
zu können [40 Der erste MAKEDONIER,
Basilios
I., heiratete die Geliebte des letzten PHRYGIERS,
Michaels
III. Sein Erbe, Leon VI.,
ist wahrscheinlich nicht von ihm, sondern noch von Michael
III. gezeugt worden. Der Kronräuber Romanos
I. gab seine Tochter dem legitimen
Kaiser Konstantin VII. zur Frau. Nikephoros
II. heiratete die
Kaiserin
Theophano; Johannes Tzimiskes
eine Tochter Konstantins VII.,
Theodora. Zoe vermählte
sich nacheinander mit Romanos III.,
Michael
IV. und Konstantin IX. und
adoptierte Michael V.].
823
oo 2. Michael II. der Stammler Kaiser von
Byzanz
x um
780 † 1.10.829
Literatur:
-----------
Ferdinandy Michael de: Der heilige Kaiser. Otto
III. und seine Ahnen. Rainer Wunderlich Verlag Tübingen 1969 Seite
285 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen
Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band II
Seite 58 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln
zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs-
und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994
Tafel 195 -