Anicia Juliana                                 Weströmische Prinzessin
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462 527/28
Konstantinopel
 

Einzige Tochter des weströmischen Kaisers Anicius Olybrius und der Placidia, Tochter von Kaiser Valentinian III.
 

Thiele, Andreas: Tafel 488
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

JULIANE
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sollte nach oströmischen Willen die Frau König Theoderichs des Großen werden; sonst nicht greifbar

  oo N. ARIOVINDUS
            



Günther Rigobert: Seite  95,158
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"Römische Kaiserinnen. Zwischen Liebe, Macht und Religion."

Placidia gebar ihrem Mann Olybrius im Jahr 462 in Konstantinopel die Tochter Anicia Juliana. Diese wäre im Jahr 478 beinahe Gattin des Ostgoten-Königs Theoderich des Großen geworden; aber Theoderich wollte nicht. 479 heiratete sie dann den obersten Heermeister Ostroms Flavius Areobindus, den die katholische orthodoxe Bevölkerung Konstantipoels im Jahr 512 als Gegen-Kaiser gegen Kaiser Anastasius (491-518) forderte. Sie trug den Titel einer Patrizia, - ein seltener Fall, denn ihr Gatte besaß nicht den Patriziustitel. Sie starb um 527/28.
Im Jahre 512 kam es zum Aufstand in der Hauptstadt. Sie zogen dann zum Wohnhaus der Juliana, einer Patrizierin von höchstem Rang, und riefen nach ihrem Gatten, Areobindus, er solle Kaiser des Römischen Reiches werden [63 Johannes Malalas, Chronographia 407 (ed. L. Dindorf, Corpus Scriptorum Historiae Byzantinae, Bonn 1831).].
Juliana aber war die Tochter des weströmischen Kaisers Olybrius, die Enkelin des Kaisers Valentinians III., die Urenkelin der Kaiserin Galla Placidia, die Ururenkelin des Kaisers Theodosius I., den man auch den Großen nennt.
Doch Flavius Areobindus Dagalaiphus, wie der vollständige Name ihres Gatten lautet, wurde nicht neuer oströmischer Kaiser. Er wollte es nicht werden; vor der heranrückenden Menge floh er und verbarg sich, bis der Spuk vorüber war. Er war gewiß kein Feigling, da er in den Jahren 503 und 504 als oströmischer Heermeister Mut bewiesen hatte und Erfolge in Krigen gegen die Perser aufweisen konnte. Im Jahre 506 bekleidete er das Konsulat.

Grant, Michael: Seite 404
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"Die römischen Kaiser. Von Augustus bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik."

Olybrius und Placidia die Jünngere hatten eine Tochter namens Iuliana Anicia. Sie heiratete den Offizier Areobindus, der 512 nur einen Tag lang Kaiser in Konstantinopel war. Ihr Porträt findet sich in einer Handschrift der "Arzneikunde" des Pedianus Dioskurides aus Anazarba, der im 1. Jahrhundert n. Chr. lebte, dessen Werk aber im 6. Jahrhundert ins Lateinische übersetzt wurde.
 
 
 
 

  oo Flavius Areobindus Dagalaiphus
             546 ermordet
 
 
 
 

Literatur:
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Ensslin Wilhelm: Theoderich der Große. F. Bruckmann KG München 1959 Seite 45 - Grant, Michael: Die römischen Kaiser. Von Augustus bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik. Bechtermünz Verlag Augsburg 1977 Seite 326,404 - Günther Rigobert: Römische Kaiserinnen. Zwischen Liebe, Macht und Religion. Militzke Verlag Leipzig 2003 Seite 94,95,158 - Mann Golo: PROPYLÄEN WELTGESCHICHTE. Eine Universalgeschichte. Vierter Band. Rom Die römische Welt. Verlag Ullstein GmbH, Frankfurt am Main - Berlin, Propyläen Verlag 1986 Seite 531 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 488 -