Begraben: Kloster Raitenhaslach
Einziger Sohn des Herzogs
Stephan III. der Kneißl von Bayern-Ingolstadt aus
seiner 1. Ehe mit der Thaddaea
Visconti, Tochter von Signore Barnabas
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 2194
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Ludwig VII. der Bärtige, Herzog von Bayern-Ingolstadt
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* 1368, + 1./2. Mai 1447
Burghausen
Begraben: Kloster Raitenhaslach
1. oo 1. Oktober 1402 Anna, Witwe Johanns von Berry, Grafen von Montpensier, Tochter Johann von Bourbon
2. oo 1. Oktober 1413 Katharina, Witwe Peters von Navarra, Grafen von Mortain, Tochter Peters II., Grafen von Alencon
Ludwigs VII. Persönlichkeit wurde entscheidend geprägt von seinen langjährigen Aufenthalten am französischen Hof. Seine schon vor Regierungsantritt (1413) hartnäckig vertretenen Ansprüche an Herzog Heinrich XVI. von Bayern-Landshut auf territorialen Ausgleich veranlaßten diesen zur Gründung der Kellheimer Sittichgesellschaft, dann der Konstanzer Liga (1415) mit fast allen Nachbarn Ludwigs. Sein Haß auf seinen Vetter Heinrich, der ihn in Konstanz überfiel (1417), und seine Differenzen mit Markgraf Friedrich I. von Brandenburg und seinen Verbündeten führten zum Bayerischen Krieg (1420-1422), der aber den Konflikt nicht löste. Im Preßburger Schied von 1429 erhielt Ludwig VII. ein Viertel des Straubinger Erbes. Wegen seiner Rechtsbrüche 1420-1423 und erneut ab 1425 im Kirchenbann, wurde er 1434 infolge der Klage von sechs oberbayerischen Klöstern vom Konzil von Basel mit dem verschärften Bann belegt und von Kaiser SIEGMUND in die Reichsacht erklärt. 1438 erhob sich sein von ihm benachteiligter Sohn Ludwig VIII. gegen ihn, verdrängte ihn aus der Herrschaft und nahm ihn 1443 gefangen. Nach dessen Tod 1445 von Markgraf Albrecht Achilles übernommen, starb er in der Haft Herzog Heinrichs XVI. von Bayern-Landshut.
Literatur:
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NDB XV, 360-363 - S. v. Riezler, Geschichte Baierns III,
1889 [Neudruck 1964], 173-351 - Th. Straub, Herzog Ludwig der Bärtige
von Bayern-Ingolstadt und seine Beziehungen zu Frankreich ..... 1965 -
Spindler II², 232-287.
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Bosl‘s Bayerische Biographie: Seite 496
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Ludwig VII., der Bärtige, Herzog von Bayern-Ingolstadt
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* 1365, + 1./2.5.1447
Burghausen
Begraben: Kloster Raitenhaslach
Vater:
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Herzog Stephan III. (um 1337-1413)
Mutter:
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Thaddäa Visconti (+ 1381)
1. oo 1402 Anna von Bourbon (+ 1407)
2. oo Katharina von Alencon (+ 1462)
1398 bemächtigte er sich Münchens.
1400 Italienzug mit König
RUPRECHT.
Durch die Heirat seiner Schwester Isabeau
mit
König Karl VI. von Frankreich
Verwicklung in die französischen Händel (unter anderem Berufung
in den Vormundschaftsrat).
Daneben erwarb er in Frankreich große Reichtümer
und Lehen, die er zur Ausdehnung seines Landes und zum Bau der Frauenkirche
in Ingolstadt verwendete.
1413 Übernahme der Regierung.
Auf dem Basler Konzil Bann und Ächtung wegen Bedrückung
bayerischer Klöster und Verzicht auf Donauwörth.
1439 Erhebung seines Sohnes Herzog
Ludwig VIII., des Buckligen gegen ihn und Gefangennahme 1443 in
Neuburg.
Die letzten Lebensjahre verbrachte er in Haft in Burghausen,
da er es ablehnte, für seine Freilassung ein Lösegeld zu zahlen.
Literatur:
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ADB 19; BWB 2; T. Straub, Ingolstädter Herzogszeit,
1974.
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Rall, Hans und Marga: Seite 78
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"Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I."
Herzog Ludwig im Bart
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* 20.12.1365, + 1./2.5.1447
Burghausen auf der Festung als Gefangener Herzog Heinrichs des Reichen
von Bayern-Landshut
Grabstätte: Zisterzienserkloster Raitenhaslach
1. oo 1.10.1402 in Paris
ANNA,
Witwe Johanns II. von Berry, Graf von Montpensier
* um 1380, + 1408
Paris
Grabstätte: St. Jacques in Paris (Kirche abgebrochen)
Eltern: Johann I., Graf de la Marche, von Vendome aus dem Hause BOURBON, und Katharina, Tochter des Grafen Johann VI. von Vendome
2. oo 1.10.1413 in Paris
KATHARINA,
Witwe Peters von Evreux, aus dem Hause NAVARRA,
Graf von Mortain
* um 1395, + 25.6.1462
Verneuil Paris
Grabstätte: St. Genevieve in Paris
Eltern: Peter II., Graf von Alencon, und Marie von Chamaillard, Tochter des Wilhelm von Antenaise
Ludwig im Bart regiert
in Bayern-Ingolstadt von 1413 bis 1443 (1447). Er wird 1413 als
Graf von Mortain Pair von Frankreich.
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Thiele Andreas:
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„Erzählende genealogische Stammtafeln“
1384 begleitete Ludwig VII. der
Bärtige seine Schwester Isabeau
an den französischen Hof und war bis 1413 zeitweise Mitregent in Frankreich,
wobei ihn seine Schwester finanziell sehr unterstützte. Er wurde von
den Pariser Metzgern 1413 gefangengenommen und durch den Herzog von Burgund
verjagt. Im selben Jahr folgte er seinem Vater in der Regierung von Bayern-Ingolstadt,
unterstützte König RUPRECHT
1400/01 in der Ober-Pfalz und 1401/02 in Italien und machte die verlorene
Schlacht bei Brescia mit. Er wurde 1405 Mitglied des Marbacher Bundes gegen
König
RUPRECHT, versuchte mehrmals, Ansprüche in Mailand durchzusetzen,
erreichte auch die Anerkennung seiner Kurrechte, ohne sie je realisieren
zu können. Er war völlig den spätmittelalterlichen Ritteridealen
verhaftet, führte zeitlebens verbissene Kriege gegen Vettern, Kaiser
und Kirche, da er sich in seinen Rechten und Besitzungen übervorteilt
glaubte. Dieser Kampf und seine Ansicht von Recht trugen geradezu Michael
Kohlhaas'sche Züge. Er wurde 1417 in Konstanz vom Landshuter
Vetter auf offener Straße niedergestochen. Er verschuldete völlig,
mußte daher zeitweilig die Regierung abtreten und gewann Schärding
aus dem Straubing-Erbe. Er schloß viele Vergleiche, ohne dass
es zum Kriegsende kam, wurde 1434 geächtet und gebannt und stritt
auch mit den HOHENZOLLERN. Da Ludwig
einen seiner unehelichen Söhne, Wieland von Freyberg, bei der fürstlichen
Verheiratung bevorzugte und den rechtmäßigen Erben, den in jeder
Hinsicht mißratenen Sohn
Ludwig VIII. den Buckligen, zurücksetzte, schloß sich
dieser den Gegnern seines Vaters an, eroberte 1439 Ingolstadt und gewann
nach und nach die gesamten väterlichen Lande. Am 4.9.1443 nahm Ludwig
VIII. seinen Vater gefangen. Ludwig
VII. kam nie wieder frei, denn obwohl sein Sohn schon 1445 starb,
hielten dessen Witwe Margarete und ihr Bruder, Markgraf Albrecht Achilles,
ihn fest und lieferten ihn zuletzt Ludwigs
Vetter,
Heinrich von Bayern-Landshut,
aus, in dessen Gewahrsam er starb. Eine gewisse Größe und Tragik
kann man ihm nicht absprechen.
1.10.1402
1. oo 2. Anna von Bourbon, Tochter des Grafen
Johann
Paris um 1380- 9.1408
Paris
1. oo
Johann II. von Berry Graf von Montpensier
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1.10.1413
2. oo 2. Katharina von Alencon, Tochter des Grafen
Peter II.
um 1395-25.6.1462
Verneuil Paris
1. oo Peter
von Evreux
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Kinder:
1. Ehe
Ludwig VIII. der Bucklige
1.9.1403-13.4.1445
Johann
1404- 1404
Paris
2. Ehe
Johann
6.2.1414- jung
Paris Paris
Tochter
- jung
Paris
Illegitim
Wieland von Freyberg von Lanetha
von Freyberg
1400- 1439 an der Pest
1438
oo Amalie von Wertheim, Tochter Michaels I.
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Literatur:
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Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller
Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis
Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 311 - Hoensch,
Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie
gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000
Seite 215,260,293 - Hoensch, Jörg K.: Kaiser Sigismund. Herrscher
an der Schwelle zur Neuzeit 1368-1437. Verlag C.H. Beck München 1996
Seite 219,259,277,306,365,410,428-431,498,513,583,592 - Rall, Hans
und Marga: Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I., Verlag Styria
Graz/Wien/Köln 1986 78-83 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters
in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 356,360-362,364,367
- Spindler Max: Handbuch der bayerischen Geschichte Erster Band
Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts.
C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München Seite 232-287 -