Ludwig VII. der Bärtige                          Herzog von Bayern-Ingolstadt (1413-1443)
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20.12.1365-1./2.5.1447
                 Burghausen

Begraben: Kloster Raitenhaslach
 

Einziger Sohn des Herzogs Stephan III. der Kneißl von Bayern-Ingolstadt aus seiner 1. Ehe mit der Thaddaea Visconti, Tochter von Signore Barnabas
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 2194
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Ludwig VII. der Bärtige, Herzog von Bayern-Ingolstadt
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* 1368, + 1./2. Mai 1447
             Burghausen

Begraben: Kloster Raitenhaslach

1. oo 1. Oktober 1402 Anna, Witwe Johanns von Berry, Grafen von Montpensier, Tochter Johann von Bourbon

2. oo 1. Oktober 1413 Katharina, Witwe Peters von Navarra, Grafen von Mortain, Tochter Peters II., Grafen von Alencon

Ludwigs VII. Persönlichkeit wurde entscheidend geprägt von seinen langjährigen Aufenthalten am französischen Hof. Seine schon vor Regierungsantritt (1413) hartnäckig vertretenen Ansprüche an Herzog Heinrich XVI. von Bayern-Landshut auf territorialen Ausgleich veranlaßten diesen zur Gründung der Kellheimer Sittichgesellschaft, dann der Konstanzer Liga (1415) mit fast allen Nachbarn Ludwigs. Sein Haß auf seinen Vetter Heinrich, der ihn in Konstanz überfiel (1417), und seine Differenzen mit Markgraf Friedrich I. von Brandenburg und seinen Verbündeten führten zum Bayerischen Krieg (1420-1422), der aber den Konflikt nicht löste. Im Preßburger Schied von 1429 erhielt Ludwig VII. ein Viertel des Straubinger Erbes. Wegen seiner Rechtsbrüche 1420-1423 und erneut ab 1425 im Kirchenbann, wurde er 1434 infolge der Klage von sechs oberbayerischen Klöstern vom Konzil von Basel mit dem verschärften Bann belegt und von Kaiser SIEGMUND in die Reichsacht erklärt. 1438 erhob sich sein von ihm benachteiligter Sohn Ludwig VIII. gegen ihn, verdrängte ihn aus der Herrschaft und nahm ihn 1443 gefangen. Nach dessen Tod 1445 von Markgraf Albrecht Achilles übernommen, starb er in der Haft Herzog Heinrichs XVI. von Bayern-Landshut.

Literatur:
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NDB XV, 360-363 - S. v. Riezler, Geschichte Baierns III, 1889 [Neudruck 1964], 173-351 - Th. Straub, Herzog Ludwig der Bärtige von Bayern-Ingolstadt und seine Beziehungen zu Frankreich ..... 1965 - Spindler II², 232-287.
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Bosl‘s Bayerische Biographie: Seite 496
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Ludwig VII., der Bärtige, Herzog von Bayern-Ingolstadt
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* 1365, + 1./2.5.1447
             Burghausen

Begraben: Kloster Raitenhaslach

Vater:
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Herzog Stephan III. (um 1337-1413)

Mutter:
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Thaddäa Visconti (+ 1381)

  1. oo 1402 Anna von Bourbon (+ 1407)

  2. oo Katharina von Alencon (+ 1462)

1398 bemächtigte er sich Münchens.
1400 Italienzug mit König RUPRECHT.
Durch die Heirat seiner Schwester Isabeau mit König Karl VI. von Frankreich Verwicklung in die französischen Händel (unter anderem Berufung in den Vormundschaftsrat).
Daneben erwarb er in Frankreich große Reichtümer und Lehen, die er zur Ausdehnung seines Landes und zum Bau der Frauenkirche in Ingolstadt verwendete.
1413 Übernahme der Regierung.
Auf dem Basler Konzil Bann und Ächtung wegen Bedrückung bayerischer Klöster und Verzicht auf Donauwörth.
1439 Erhebung seines Sohnes Herzog Ludwig VIII., des Buckligen gegen ihn und Gefangennahme 1443 in Neuburg.
Die letzten Lebensjahre verbrachte er in Haft in Burghausen, da er es ablehnte, für seine Freilassung ein Lösegeld zu zahlen.

Literatur:
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ADB 19; BWB 2; T. Straub, Ingolstädter Herzogszeit, 1974.
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Rall, Hans und Marga: Seite 78
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"Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I."

Herzog Ludwig im Bart
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* 20.12.1365, + 1./2.5.1447
                       Burghausen auf der Festung als Gefangener Herzog Heinrichs des Reichen von Bayern-Landshut

Grabstätte: Zisterzienserkloster Raitenhaslach

  1. oo 1.10.1402 in Paris
         ANNA, Witwe Johanns II. von Berry, Graf von Montpensier
          * um 1380, + 1408
                             Paris

Grabstätte: St. Jacques in Paris (Kirche abgebrochen)

Eltern: Johann I., Graf de la Marche, von Vendome aus dem Hause BOURBON, und Katharina, Tochter des Grafen Johann VI. von Vendome

  2. oo 1.10.1413 in Paris
         KATHARINA, Witwe Peters von Evreux, aus dem Hause NAVARRA, Graf von Mortain
          * um 1395, + 25.6.1462
            Verneuil     Paris

Grabstätte: St. Genevieve in Paris

Eltern: Peter II., Graf von Alencon, und Marie von Chamaillard, Tochter des Wilhelm von Antenaise

Ludwig im Bart regiert in Bayern-Ingolstadt von 1413 bis 1443 (1447). Er wird 1413 als Graf von Mortain Pair von Frankreich.
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Thiele Andreas:
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„Erzählende genealogische Stammtafeln“

1384 begleitete Ludwig VII. der Bärtige seine Schwester Isabeau an den französischen Hof und war bis 1413 zeitweise Mitregent in Frankreich, wobei ihn seine Schwester finanziell sehr unterstützte. Er wurde von den Pariser Metzgern 1413 gefangengenommen und durch den Herzog von Burgund verjagt. Im selben Jahr folgte er seinem Vater in der Regierung von Bayern-Ingolstadt, unterstützte König RUPRECHT 1400/01 in der Ober-Pfalz und 1401/02 in Italien und machte die verlorene Schlacht bei Brescia mit. Er wurde 1405 Mitglied des Marbacher Bundes gegen König RUPRECHT, versuchte mehrmals, Ansprüche in Mailand durchzusetzen, erreichte auch die Anerkennung seiner Kurrechte, ohne sie je realisieren zu können. Er war völlig den spätmittelalterlichen Ritteridealen verhaftet, führte zeitlebens verbissene Kriege gegen Vettern, Kaiser und Kirche, da er sich in seinen Rechten und Besitzungen übervorteilt glaubte. Dieser Kampf und seine Ansicht von Recht trugen geradezu Michael Kohlhaas'sche Züge. Er wurde 1417 in Konstanz vom Landshuter Vetter auf offener Straße niedergestochen. Er verschuldete völlig, mußte daher zeitweilig die Regierung abtreten und gewann Schärding aus dem Straubing-Erbe. Er schloß viele Vergleiche, ohne dass es zum Kriegsende kam, wurde 1434 geächtet und gebannt und stritt auch mit den HOHENZOLLERN. Da Ludwig einen seiner unehelichen Söhne, Wieland von Freyberg, bei der fürstlichen Verheiratung bevorzugte und den rechtmäßigen Erben, den in jeder Hinsicht mißratenen Sohn Ludwig VIII. den Buckligen, zurücksetzte, schloß sich dieser den Gegnern seines Vaters an, eroberte 1439 Ingolstadt und gewann nach und nach die gesamten väterlichen Lande. Am 4.9.1443 nahm Ludwig VIII. seinen Vater gefangen. Ludwig VII. kam nie wieder frei, denn obwohl sein Sohn schon 1445 starb, hielten dessen Witwe Margarete und ihr Bruder, Markgraf Albrecht Achilles, ihn fest und lieferten ihn zuletzt Ludwigs Vetter, Heinrich von Bayern-Landshut, aus, in dessen Gewahrsam er starb. Eine gewisse Größe und Tragik kann man ihm nicht absprechen.
 
 
 
 

  1.10.1402
  1. oo 2. Anna von Bourbon, Tochter des Grafen Johann
  Paris    um 1380- 9.1408
                           Paris

         1. oo Johann II. von Berry Graf von Montpensier
                        -

  1.10.1413
  2. oo 2. Katharina von Alencon, Tochter des Grafen Peter II.
              um 1395-25.6.1462
             Verneuil Paris

        1. oo Peter von Evreux
                      -
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Ludwig VIII. der Bucklige
  1.9.1403-13.4.1445

  Johann
  1404-   1404
          Paris

2. Ehe

  Johann
  6.2.1414- jung
  Paris    Paris

  Tochter
         - jung
         Paris

Illegitim

  Wieland von Freyberg    von Lanetha von Freyberg
  1400-   1439 an der Pest

 1438
  oo Amalie von Wertheim, Tochter Michaels I.
             -
 
 
 
 

Literatur:
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Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 311 - Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 215,260,293 - Hoensch, Jörg K.: Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit 1368-1437. Verlag C.H. Beck München 1996 Seite 219,259,277,306,365,410,428-431,498,513,583,592 - Rall, Hans und Marga: Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln 1986 78-83 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 356,360-362,364,367 - Spindler Max: Handbuch der bayerischen Geschichte Erster Band Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München Seite 232-287 -