Begraben: Frauenkirche, Ingolstadt
Ältester Sohn des Herzogs
Stephan II. mit der Hafte von Bayern-Ingolstadt aus seiner 1.
Ehe mit der Elisabeth von Sizilien,
Tochter von König Friedrich II.
Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 115
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Stephan III., Herzog von Nieder-Bayern
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* um 1337, + 26. September 1413
Niederschönenfeld
Begraben: Ingolstadt, Liebfrauenkirche
1. oo nach April 1367 Thaddäa, Tochter des Barnabo Visconti, Signore von Mailand
2. oo 17. Januar 1401 Elisabeth, Tochter Graf Adolfs V. von Kleve
Der politisch aktive Herzog engagierte sich in Italien (1380 Romzug zur Vorbereitung der Kaiserkrönung König WENZELS, 1389 Zug nach Ober-Italien zur Unterstützung der Erben Barnabo Viscontis gegen dessen Neffen Giangaleazzo) und im Reich. Zu Gegnern König WENZELS geworden, traten Stephan III. und sein Sohn Ludwig VII. seit 1399 für ein Königtum des Pfälzer Kürfürsten Ruprecht ein. Die gemeinsame Regierung Stephans III. mit seinen Brüdern endete in der 3. bayerischen Landesteilung von 1392, in der Stephan III. verstreute Gebiete Ober-Bayerns und des Nordgaus erhielt. Im Krieg von 1394 mit den Münchener Herzögen vermittelte die oberbayerische Landschaft; eine nochmalige gemeinsame regierung, bald belastet durch die Parteinahme Stephans und Ludwigs VII. für die aufständischen Münchner Zünfte, endete 1403 mit der Niederschlagung der Unruhen. Letzte Aktion aller oberbayerischen Herzöge war 1410 der vergebliche Feldzug zur Rückeroberung Tirols.
Literatur:
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S. v. Riezler, Geschichte Baierns III, 1889 [Neudruck
1964], 106-213 - Spindler II², 225-238 - I. Turtur-Rahn, Regierungsform
und Kanzlei Herzog Stephans III. von Bayern (1375-1413) [Diss. masch. München
1952].
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Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 753
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Stephan III.,“der Kneißl“, Herzog von Ober-Bayern-Ingolstadt
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* um 1338, + 26.9.1413
Niederschönenfeld
Begraben: Frauenkirche, Ingolstadt
Vater:
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Herzog Stephan II. (1319-1375)
Mutter:
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Elisabeth von Sizilien (+ 1349)
1. oo 1367 Thaddea Visconti (1352-1381)
2. oo Elisabeth von Kleve (+ nach 1439)
Regierte seit 1375 zusammen mit seinen Brüdern Friedrich
und Johann II. das Herzogtum Nieder-Bayern-Landshut
und Ober-Bayern. Schwerpunkt lag bei ihm.
Wegen seiner prächtigen Hofhaltung „der Kneißl“
genannt,
ging gern auf Kriegszüge (nachweisbar in Italien, Litauen und im Elsaß),
holte in Rom Erlaubnis zum abendlichen Aveläuten.
Literatur:
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ADB 36; Riezler.
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Rall, Hans und Marga: Seite 74
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"Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I."
Herzog Stefan III.
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* um 1337, + 26.9.1413
Niederschönenfeld bei Donauwörth
Grabstätte: Liebfrauenkirche in Ingolstadt
1. oo 13.10.1364
THADDÄA
* um 1350, + 28.9.1381
München
Grabstätte: Dom in München
Eltern: Signore Barnabas Visconti von Mailand und Beatrix, Tochter des Mastino II. della Scala
2. oo 17.1.1401 in Köln
ELISABETH, seit 1400 Witwe Reinolds von Valkenburg, Herrn von Borne, Sittart
und Ravenstein
* um 1378, + ?
Eltern: Adolf V., Graf von Kleve, und Margarete, Tochter des Grafen Gerhard von Jülich, von Ravensberg und Berg
Stefan III. regiert
gemeinsam mit seinen Brüdern von 1375 bis 1392 in Gesamt-Bayern, von
1392 bis 1413 in Bayern-Ingolstadt.
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Thiele Andreas:
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„Erzählende genealogische Stammtafeln“
Stephan III. der Kneißl
folgte 1375 gemeinsam mit den Brüdern, mit denen er viel Streit hatte.
Er stand auch gegen die Städte, denen er sich zuerst angeschlossen
hatte, bekriegte Erzbischof Pilgrim II. von Salzburg, der die Städte
förderte, und setzte ihn 1388 gefangen. Er half jahrelang dem Schwiegervater
gegen kaiserliche Interessen, kämpfte als Condottiere in Italien,
zog 1372 mit anderen Fürsten nach Preußen und war kaiserlicher
Landvogt in Oberschwaben und Elsaß. Er mußte diese Würden
HABSBURGERN
überlassen, was die Gegnerschaft zu diesen vergrößerte
und versuchte immer wieder, diese Würden und auch Tirol zurückzugewinnen,
was zu ständigen Grenzüberfällen führte. Er weilte
1379/80 als königlicher Gesandter in Rom um die Frage der Kaiserkrönung
König
WENZELS zu klären, griff 1387-1393 in die Passauer Stiftsfehde
ein und gewann dabei unter anderem Frontenhausen, Julbach und Ganghofen.
Am 13.11.1392 wurde Bayern unter besonderen Bedingungen endgültig
geteilt: Nach dem Erlöschen der Linie eines der Brüder sollten
deren Rechte und Gebiete unter den beiden anderen geteilt werden. Stephan
nahm den Part Ingolstadt und stritt weiterhin mit dem Bruder und
Neffen, da er sich übervorteilt glaubte. Er unterstützte unter
anderem das rebellische München gegen die Neffen, mußte 1403
dort auf alle Ansprüche verzichten. 1394-1397 war er nochmals kaiserlicher
Landvogt in Schwaben, setzte 1400 mit König
WENZEL ab und unterstützte den königlichen Vetter
RUPRECHT
von der Pfalz und stellte für dessen Italienfeldzug 1401/02
Soldaten. Er führte 1407 mit anderen Fürsten die erfolglose Exekution
Rothenburgs durch und zog sich zuletzt ganz zurück.
13.10.1364
1. oo Thaddaea Visconti, Tochter des Signore Barnabas
um 1350-28.9.1381
München
17.1.1401
2. oo 2. Elisabeth von Kleve, Tochter des Grafen
Adolf V.
um 1378- 1424
Kinder:
1. Ehe
Ludwig VII. der Bärtige
20.12.1365-1./2.5.1447
Isabeau
1371-30.9.1435
Paris
17.7.1385
oo Karl VI. König von Frankreich
3.12.1368-22.10.1422
Illegitim
Johann Bischof von Regensburg (1384-1409)
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1409
Literatur:
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Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche
Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer
2000 Seite 215,241 - Rall, Hans und Marga: Die Wittelsbacher. Von
Otto I. bis Elisabeth I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln 1986 Seite
74-77 - Spindler Max: Handbuch der bayerischen Geschichte Erster
Band Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts.
C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München Seite 225-238 -