Lucius III.                                       Papst (1.IX.1181-25.XI.1185)
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um 1110-25.XI.1185
Lucca     Verona

Begraben: Verona, Dom

Sohn des N.N.

eigentlich Ubaldo Allucingoli
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 2162
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Lucius III., Papst seit 1. September 1181 (Wahl)
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* um 1110, + 25. November 1185
Lucca       Verona

eigentlich Ubaldo Allucingoli

Begraben: Verona, Dom

Der diplomatisch gewandte und schon von seinen Vorgängern mit zahlreichen Legationen (unter anderem nach Byzanz) und Verhandlungen (Vertrag von Konstanz 1152, Vertrag von Benevent 1156, Friede von Venedig 1177) betraute Lucius III. zählte zu den treuesten Anhängern Alexanders III. Nur wenige Monate nach seiner Wahl mußte der betagte Papst der stadtrömischen Bewegung weichen. In den Verhandlungen in Verona im Oktober 1184 mit Kaiser FRIEDRICH I., die der Lösung der zahlreichen im Frieden von Venedig offen gebliebenen Fragen dienen sollten, kam der auf Ausgleich bedachte Lucius III. den Wünschen des Kaisers entgegen (gemeinsames Vorgehen gegen Ketzer, Zukunft der Mathildischen Güter, schismatische Weihen, Krönung HEINRICHS VI. zum [Mit-]Kaiser). Sicherlich ging aber von ihm nicht die Initiative zur staufisch-sizilianischen Eheverbindung des jungen Königs mit Konstanze aus. Wachsender Widerstand aus dem Kardinalskollegium führte zum Abbruch der Verhandlungen.

Quellen:
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Jaffe II, 431-492, 725f., 766-769 - Watterich II, 650-662 - MPL 201, 1071-1380

Literatur:
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K. Wenck, Die röm. Päpste zw. Alexander III. und Innozenz III ... (Fschr. P. Kehr, 1926), 442-474 - G. Baaken, Unio regni ad imperium ... QFIAB 52, 1972, 219-297.


Kühne Hans: Seite 168
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"Lexikon der Päpste"

Er konnte sich nur wenige Monate in Rom halten. Sein Pontifikat wurde von drei bedeutsamen Ereignissen begleitet: dem Friedensschluß FRIEDRICHS I. BARBAROSSA mit dem Lombardischen Städtebund in Konstanz; dem Kongreß von Verona, den Papst und Kaiser gemeinsam einberufen hatten und auf dem Häretiker in den Bann getan wurden, sowie die Inquisition eingeführt wurde; endlich die Verlobung des Kaisersohnes HEINRICH mit Konstanze von Sizilien, der Tochter Rogers II. und Erbin des Südreiches, mit der Folge der Vereinigung beider Reiche. Der Papst scheint diese Verbindung gefördert zu haben.