Sohn des N.N.
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 542
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Johannes XVI. Philagathos, Gegen-Papst 997-998
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Der aus Rossano in Kalabrien stammende Grieche begann als Notar der Kaiserin Theophanu, war 980-982 und 991-992 kaiserlicher Kanzler für Italien, seit 982 Abt von Nonantola und seit 988 zugleich Erzbischof von Piacenza sowie Leiter der königlichen Kammer in Pavia, ehe er, aus Byzanz von der Brautwerbung für seinen Paten und Schüler, Kaiser OTTO III. heimkehrend, von den Römern unter Crescentius II. anstelle Gregors V. im Februar 997 zum Papst erhoben wurde. Päpstliche Urkunden sind nicht überliefert, Konspirationen mit Byzanz nur Verleumdung. Noch im Februar verdammte ein Konzil in Pavia unter Gregor V. den Invasor. Nonantola wurde eximiert, Piacenza wieder Ravenna unterstellt. Verhandlungen schlug der Kaiser aus. Vor ihm floh Johannes XVI. im Februar 998 aus Rom. Über den Gefangenen und grausam Verstümmelten vollzog im Mai eine römische Synode trotz der Fürsprache des Nilus von Rossano die Deposition mit Devestitur und Spottprozession. Johannes XVI. soll in römischer Klosterhaft gestorben sein.
Quellen:
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LP II, 261f. - Jaffe I, 495f. - RI II 5, Nr. 784-820
Literatur:
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H. Zimmermann, Papstabsetzungen des MA, 1968, 105ff.
- P.E. Schramm, Ks, Kg.e und Päpste, III, 1969, 214ff. - A. Nitschke,
Der mißhandelte Papst (Gedenkschr. J. Leuschner, 1983), 40-53.