Alexios Komnenos hatte,
gleich nachdem man ihm Guiscards Landung
auf byzantinischem Territorium gemeldet hatte, ein dringendes Hilfegesuch
an den Dogen Domenico Selvo gerichtet. Dessen hätte es indes vermutlich
gar nicht bedurft, ging doch für Venedig durch die normannische Beherrschung
der Straße von Otranto keine geringere Gefahr aus als für Byzanz.
Selvo hatte jedenfalls nicht gezögert. Unter seinem persönlichen
Kommando stach der Flottenverband sogleich in See, und bei Einbruch der
Dunkelheit fiel er über die normannischen Schiffe her. Deren Besatzung
leistete hartnäckig Widerstand, war aber einfach zu unerfahren im
Seekrieg. Die venezianische Flotte griff auf die alte byzantinische List
zurück, die Belisar schon mehr als 500 Jahre zuvor angewendet hatte,
nämlich bemannte Beiboote auf die Rahnocken zu hieven und von dort
auf die feindlichen Kräfte darunter herabzuschießen. Außerdem
scheinen sie das Geheimnis des Griechischen Feuers gekannt zu haben, denn
der normannische Chronist Gottfried Malaterra berichtet, sie hätten
durch Rohre unter der Wasseroberfläche das sogenannte Griechische
Feuer geblasen, welches im Wasser nicht erlösche, und auf diese Weise
hinterlistig eines der normannischen Schiffe unter Wasser angezündet,
so dass es ausbrannte. Solchen Taktiken und Waffen hatten die Normannen
nichts entgegenzusetzen. Ihre Formation löste sich auf, die venezianischen
Schiffe dagegen konnten sich den Weg in den sicheren Hafen Durazzo freikämpfen.
Doch dadurch ließ sich Herzog Robert Guiscard
noch lange nicht entmutigen. Das Landheer (klugerweise vor der Schlacht
an Land gesetzt) war noch völlig intakt und richtete sich nun auf
die Belagerung der Stadt ein. Alexios
hatte seinen Verbündeten Georgios Palaiologos mit dem Auftrag in die
Garnison von Durazzo entsandt, dem Feind unter allen Umständen so
lange standzuhalten, bis er genügend Truppen gegen die Eindringlinge
zusammengezogen habe. Da die Garnisonssoldaten wußten, dass bald
Hilfe eintreffen würde, schlugen sie sich tapfer. Die Belagerung zog
sich den ganzen Sommer über hin. Immer wieder gab es Ausfälle.
Dabei kämpfte Palaiologos einmal einen ganzen Tag lang in der Bruthitze
mit einer normannischen Pfeilspitze im Schädel. Am 15. Oktober traf
Kaiser
Alexios' Heer mit ihm an der Spitze ein. Drei Tage später
erfolgte der Angriff. Die Normannen hatten bis dahin etwas nördlich
von Durazzo Stellung bezogen und das Heer zur Schlacht formiert. Robert
befehligte das Zentrum, sein Sohn Bohemund
den linken Flügel landeinwärts und die lombardische
Prinzessin Sichelgaita
von Salerno, seine Frau, den rechten Flügel.
Wie immer wenn der Kaiser persönlich in den Kampf
eingriff, scharte sich seine warägische Garde vollzählig um ihn.
Zu dieser Zeit bestand sie zum großen Teil aus Angelsachsen, die
nach der Schlacht bei Hastings England voller Abscheu den Rücken gekehrt
hatten und in byzantinische Dienste getreten waren. Da viele von ihnen
seit 15 Jahren darauf warteten, an den verhaßten Normannen Rache
zu
neh men, stürzten sie sich wutentbrannt in die Schlacht. Mit beiden
Händen schwangen sie ihre riesigen Streitäxte über dem Kopf,
ließen sie auf Pferd und Reiter gleichermaßen niedersausen
und verbreiteten großen Schrecken unter den apulischen Rittern, von
denen nur wenige jemals einer Front von Fußsoldaten begegnet waren,
die nicht sofort beim Anstürmen der Kavallerie auseinandergebrochen
wäre. Auch die Pferde gerieten in Panik. Schon nach kurzer Zeit herrschte
auf dem ganzen rechten normannischen Flügel ein solches Durcheinander,
dass viele ins offene Meer galoppierten, um der sicheren Abschlachtung
zu entgehen. Da schlug gemäß zeitgenössischen Berichten
Sichelgaitas
größte
Stunde. Anna Komnena schildert das
Ereignis besonders anschaulich:
Als Roberts Frau
Sichelgaita
(die an seiner Seite ritt, eine zweite Pallas, wenn nicht gar Athene) die
Soldaten weglaufen sah, blickte sie ihnen wild nach und rief mit dröhnender
Stimme in ihrer Landessprache, was bei Homer etwa so lauten würde:
"Wie weit wollt ihr noch fliehen? Haltet ein und erweist euch als Männer."
Und als sie sah, dass sie weiter flohen, ergriff sie einen langen Speer
und jagte den Flüchtlingen in gestrecktem Galopp nach. Bei ihrem Anblick
rafften sie sich wieder auf und kehrten in die Schlacht zurück. Mittlerweile
war auch Bohemunds linker Flügel
zur Rettung eingeschwenkt, und zwar mit einer Abteilung Bogenschützen,
gegen welche die Waräger machtlos waren, denn sie konnten mit ihren
Äxten gar nicht an sie herangelangen. Und da sie der Hauptmasse des
griechischen Heeres zu weit vorausgeeilt waren, fanden sie den Rückzug
versperrt. So blieb ihnen keine andere Wahl mehr, als dort zu kämpfen,
wo sie sich gerade befanden. Schließlich wichen die wenigen noch
Lebenden und suchten Zuflucht in der nahe gelegenen Kapelle des Erzengels
Michael. Diese setzten die Normannen sogleich in Brand - nun weit entfernt
vom Monte Gargano -, und die Warägergarde kam fast vollzählig
in den Flammen um.
Im Zentrum kämpfte Kaiser
Alexios immer noch tapfer. Aber der beste Teil des byzantinischen
Heeres war bei Mantzikert vernichtet worden, und der bunt zusammengewürfelte
Haufen fremder Söldner, auf den er sich nun verlassen mußte,
besaß weder die Disziplin noch die Ergebenheit, um gegen die normannischen
Truppen aus Apulien die Oberhand zu gewinnen. Ein Entlastungsausfall von
Durazzo aus, unter der Leitung von Georgios Palaiologos, hatte die Situation
nicht entschärft. Als Alexios
schließlich merkte, dass ihn sein Vasall, König
Konstantin Bodin von Zeta, und auch ein ganzes Regiment von
7.000 Türken, das der seldschukische Sultan
Suleiman entsandt und auf welches er große Hoffnung gesetzt
hatte, im Stich ließen, schwand seine letzte Hoffnung auf den Sieg.
Von seinen Leuten abgeschnitten, betrübt über die in der Schlacht
gefallenen Nikephoros Palaiologos (Georgios' Vater) und Konstantios (Bruder
Michaels
VII.), geschwächt von Erschöpfung und Blutverlust
und geplagt von starken Schmerzen, die von einer Stirnwunde herrührten,
ritt er langsam ohne Begleitung über das Gebirge nach Ochrid zurück,
um dort neue Kräfte zu sammeln und die Überreste seiner versprengten
Streitmacht zu reorganisieren.
Durazzo vermochte sich noch vier Monate lang zu halten.
Erst im Februar 1082 konnten die Normannen die Stadttore einrennen, und
auch dies nur, weil ein venezianischer Einwohner zum Verräter geworden
war (Malaterra zufolge soll er zur Belohnung die Hand einer Nichte Roberts
gefordert haben). Nach dem Fall Durazzos ging die Eroberung schneller vonstatten.
Die ansässige Bevölkerung leistete lange angesichts der Niederlage
des Kaisers den vorrückenden Eindringlingen keinen Widerstand, und
binnen weniger Wochen befand sich ganz Illyrien in normannischer Hand.
Anschließend marschierte das normannische Heer in östlicher
Richtung weiter nach Kastoria, und diese Garnison kapitulierte gleichfalls
sofort, obwohl sie aus über 300 Mitgliedern der Warägergarde
bestand. Die Entdeckung dieses Umstands beflügelte die Normannen noch
mehr. Wenn nicht einmal die Elitetruppen des Reiches den weiteren Vormarsch
aufhalten konnten, dann war Konstantinopel bereits so gut wie eingenommen.
Doch, ach, zu Roberts
Unglück geschah nichts dergleichen. Im April, noch während er
sich in Kastoria aufhielt, trafen Boten aus Italien mit der Nachricht ein,
Apulien und Kalabrien hätten sich mit Waffengewalt erhoben, und ein
großer Teil Kampaniens ebenfalls. Außerdem hatten sie ein Schreiben
Papst Gregors VII.
im Gepäck. Sein Erzfeind HEINRICH
IV., deutscher König, stand vor den Toren Roms
und forderte seine Krönung zum Kaiser des Westens. Die Anwesenheit
Guiscards in der Heimat war also dringend
erforderlich. Er übertrug seinem Sohn
Bohemund
den Oberbefehl und gelobte bei der Seele seines Vaters Tankred,
sich den Bart nicht zu scheren, bevor er wieder in Griechenland sei; dann
eilte er zur Küste zurück und setzte über die Adria.
Alexios hatte indes
nicht allein Venedig um Hilfe gegen Robert Guiscard
ersucht. Da ihm schon bei der Thronbesteigung die gegen ihn gerichteten
Kriegsvorbereitungen nicht entgangen waren, hatte er unverzüglich
nach potentiellen Verbündeten Ausschau gehalten. Ein Neffe Roberts
eignete sich dazu ganz besonders: Abelard,
der Sohn seines ältesten Bruders
Hunfried,
der, von seinem Onkel enterbt, in Konstantinopel Zuflucht gesucht hatte.
Er war leicht dafür zu gewinnen, heimlich nach Italien zurückzukehren
und mit Unterstützung seines Bruders
Hermann
und einem Batzen byzantinischen Goldes einen Aufstand dort anzuzetteln.
In der Zwischenzeit schickte Kaiser Alexios einen
Gesandten zu HEINRICH IV., um diesem
die Gefahren einer ungehinderten Machtausbreitung
Robert
Guiscards vom Herzogtum Apulien aufzuzeigen. Der daraufhin erfolgte
Gedankenaustausch führte zu einer Übereinkunft: Als Gegenleistung
für einen feierlich beschworenen Beistandspakt schickte Alexios
HEINRICH 360.000 Goldstücke, das Gehalt von 20 hohen Höflingen,
ein goldenes und perlenbesetztes Brustkreuz, einen Kristallbecher, einen
Pokal aus Achat und ein Reliquiar mit Einlegearbeiten in Gold, das Reliquien
mehrerer, mit Hilfe von Namensschildchen identifizierbarer Heiliger enthielt.
Der Vertrag kam Alexios zwar sehr teuer
zu stehen, als er aber im Frühjahr 1082 von Roberts
plötzlicher
Abreise erfuhr, dürfte er sich gesagt haben, dass sich seine jüngsten
diplomatischen Schritte nun auszahlten. Er hatte den Winter in Thessalonike
verbracht, um Truppen für den Feldzug im folgenden Sommer auszuheben.
Bohemund
und sein Heer dehnten ihre Macht stetig über die ganzen
westlichen Reichsprovinzen aus, und Robert würde
über kurz oder lang zurück sein und dann gegen Konstantinopel
marschieren. Wenn man dem normannischen Heer Widerstand leisten wollte,
bedurfte es daher starker, gut ausgebildeter Verteidigungstreitkräfte.
Aber Söldner kosten Geld - wie schon ihr Name sagt -, die Schatzkammer
des Reichs stand leer, und von der bereits schwer von Steuern gedrückten
byzantinischen Bevölkerung noch mehr zu verlangen, wäre einer
Aufforderung zum Aufstand gleichgekommen. Alexios
wandte sich an seine Mutter Anna Dalassena,
an seinen Bruder und seine Frau, und sie stellten allesamt soviel zur Verfügung,
wie sie konnten, indem sie ihre Ausgaben auf das Notwendigste beschränkten.
Dennoch reichte dies alles für sein Vorhaben bei weitem nicht aus.
Schließlich berief sein Bruder Isaak Sebastokrator in der Hagia Sophia
eine Synode ein und erklärte nach altem kanonischem Recht, nach weichem
Kirchengold und -silber eingeschmolzen und zur Auslösung byzantinischer
Kriegsgefangener verwendet werden durfte, den gesamten Kirchenschatz für
konfisziert. In der ganze byzantinischen Geschichte kennt man nur einen
einzigen vergleichbaren Vorfall: Nach dem Einmarsch des persischen
Königs Chosrau II. im Jahre
618 hatte Patriarch Sergios aus eigenem Antrieb den Reichtum aller Kirchen
und Klöster dem Staat zur Verfügung gestellt; Kaiser
Herakleios hatte dieses Angebot dankbar angenommen. Nun ging
die Initiative von staatlicher Seite aus, und diesmal ließ die Geistlichkeit
den alten Gemeinschaftsgeist vermissen und verhehlte ihren Mißmut
nicht. Es blieb ihr indes nichts anderes übrig, als sich zu fügen.
Auf diese Weise war Alexios imstande,
sein Heer neu aufzubauen. Doch auch dieses Heer vermochte Bohemunds
Vormarsch
im ersten Jahr nicht aufzuhalten. Nach zwei weiteren wichtigen Siegen bei
Janina und Arta drängte er die byzantinischen Truppen nach und nach
zurück, bis ganz Makedonien und der überwiegende Teil Thessaliens
in normannische Gewalt gebracht war. Erst im Frühjahr 1083 vermochten
die kaiserlichen Truppen bei Larissa den Gang der Ereignisse umzukehren.
Der Plan war simpel. Als Alexios sah,
dass es zur Schlacht kommen würde, vertraute er die Hauptmasse des
Heeres mit allen kaiserlichen Standarten seinem Schwager Georgios Melissenos
und einem anderen fähigen Feldherrn, namens Basilios Kurtikios, an.
Sie hatten Befehl, dem Feind zunächst entgegenzumarschieren, und wenn
sich dann die beiden Schlachtreihen gegenüberstanden, plötzlich
wie in wilder Flucht davonzulaufen. In der Zwischenzeit schlichen er und
ein Trupp sorgfältig ausgewählter Elitesoldaten sich im Schutz
der Nacht zu einem Hinterhalt im Rücken des normannischen Lagers.
Als Bohemund bei
Tagesanbruch das Heer mit den Standarten erblickte, blies er sogleich zum
Angriff. Melissenos und Kurtikios führten ihren Befehl getreulich
aus, und schon nach kurzer Zeit stürmte das byzantinische Heer in
die vorgegebene Richtung davon, und die normannischen Verbände folgten
ihm blindlings. Unterdessen überrannten Alexios
und seine Leute das feindliche Lager, metzeltem die dort Zurückgebliebenen
nieder und machten große Beute. Danach waren Bohemund
und seine Leute gezwungen, die Belagerung von Larissa aufzugeben und sich
nach Kastoria zurückzuziehen. Von diesem Augenblick an war er verloren.
Entmutigt, heimwehkrank und angesichts des längst überfälligen
Solds und der fürstlichen Belohnungen, die Alexios
allen
Deserteuren auszurichten versprach, zusätzlich demoralisiert, bröckelte
das normannische Heer auseinander. Bohemund mußte
nach Italien zurückkehren, um mehr Geldmittel aufzubringen; seine
Heerführer kapitulierten, sobald er ihnen den Rücken gekehrt
hatte. Als nächstes eroberte eine venezianische Flotte Durazzo und
Korfu zurück. Gegen Endes des Jahres 1083 beschränkte sich das
von den Normannen gehaltene Territorium auf dem Balkan wieder auf ein oder
zwei Inseln vor der Küste und einen schmalen Küstenstreifen.
Einige Wochen nach der Eroberung Roms machte Robert
Guiscard sich auf den Weg zurück nach Griechenland. Anna
Komnena hatte Grund für ihre Feststellung, dass er äußerst
hartnäckig war. Trotz seiner 68 Jahre ließ er sich vom Umstand,
dass er seinen Feldzug noch einmal ganz von vorn anfangen mußte,
offenbar nicht im geringsten entmutigen. Schon im Herbst 1084 war er wieder
da, zusammen mit seinen Söhnen Bohemund,
Roger
und
Guy
und
einer neuen Flotte von 150 Schiffen. Bei seinem Aufbruch hätten die
Zeichen kaum ungünstiger stehen können. Stürmisches Wetter
hielt die Schiffe zwei Monate in Butrinto fest. Und als sie schließlich
nach Korfu übersetzen konnten, wurden sie von einer venezianischen
Flotte aufgebracht und auf offener See zweimal innerhalb dreier Tage tüchtig
geschlagen. Die Verluste wogen so schwer, dass die venezianischen Pinassen
mit der Siegesmeldung in die Lagune zurückkehrten. Aber sie hatten
Guiscard
unterschätzt. Zwar befanden sich nur noch ganz wenige normannische
Schiffe in so gutem Zustand, dass eine dritte Schlacht gewagt werden konnte.
Als Robert
die Pinassen aber am Horizont
verschwinden sah und die Gelegenheit witterte, den Feind zu überrumpeln,
sammelte er geschwind alle noch seetauglichen und warf sie in einem letzten
Ansturm nach vorn. Seine Rechnung ging vollkommen auf, denn die Venezianer
waren völlig unvorbereitet. Zudem lagen ihre großen Galeeren,
die ihren Ballast bereits abgeworfen hatten, so hoch im Wasser, dass viele
kenterten, als in der Hitze der Schlacht die gesamte Besatzung an Soldaten
und Matrosen auf eine Seite des Decks eilte. (Zumindest behauptet dies
Anna Komnena, obwohl ihre Geschichte mit dem, was man von dem Können
der venezianischen Seefahrer weiß, fast nicht in Einklang zu bringen
ist.) Nach Annas Bericht kamen 13.000
Venezianer um, und 2.500 gerieten in Gefangenschaft; bei deren anschließender
Verstümmelung durch die Sieger verweilt sie mit jener morbiden Lust,
die zu ihren unsympathischen Charakterzügen gehört. Nach dem
Fall Korfus begab sich ein rundum zufriedenes und hoffnungsvolleres Heer
in seine Winterquartiere auf dem Festland. Doch im Verlauf des Winters
tauchte eine neue Feindmacht auf, und sie wirkte sich auf Guiscards
Leute tödlicher aus als das venezianische und das byzantinische Heer
zusammen. Es brach eine heftige Seuche aus (vermutlich Typhus), die kein
Erbarmen kannte. Bis zum Frühjahr waren 500 normannische Ritter tot
und ein großer Teil des Heeres kampfunfähig. Doch selbst da
blieb Robert
zuversichtlich und guter
Dinge. Von seiner engeren Familie war nur Bohemund
erkrankt und zur Genesung nach Bari geschickt worden. Als Robert
sich
im Frühsommer entschloß, mit seinen Leuten wieder aufzubrechen,
schickte er Roger Borsa zur Eroberung Kephallonias voraus. Ein paar
Wochen später folgte er ihm nach. Doch auf der Fahrt Richtung Süden
spürte er, wie die bedrohliche Krankheit ihre Hand nach ihm ausstreckte.
Als sein Schiff am Kap Ather an der Nordspitze Kephalionias eintraf, war
er sterbenskrank. Man ging bei der ersten Gelegenheit in einer kleinen,
geschützten Bucht vor Anker, die heute noch zum Andenken an ihn Phiscardo
heißt, und dort starb er am 17. Juni 1085 im Beisein seiner
treuen und tüchtigen Gefährtin Sichelgaita.