Chilperich I.                                  König der Burgunder (457-um 480)
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    um 480
 

Bruder des Burgunder-Königs Gundowech
 

Lexikon des Mittelalters:
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Chilperich I., König der Burgunder
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    um 480

Jüngerer Bruder von König Gundiok (Gundowech), ist er schon 457 als Mitinhaber der Königsgewalt belegt. Seine Beziehungen zu König Gundahar (Gunther; 436) sind unbekannt. Nach Gundioks Tod (um 470) erhielt Chilperich I. anstelle des Verstorbenen die Würde des magister militum Galliarum, während sein Neffe Gundobad kaiserlicher Befehlshaber (magister militum praesentialis) war. Chilperich I. kämpfte zunächst gegen die Westgoten, wechselte aber auf ihre Seite über, nachdem Gundobad beim Kaiser wegen Verrats in Ungnade gefallen war. Im Jahre 475 führte Kaiser Nepos mit den beiden germanischen Völkern Verhandlungen: Er löste den Foederaten-Vertrag (Foederati), der die Burgunder bis dahin mit dem Römischen Reich verbunden hatte, und erkannte damit ihre Unabhängigkeit an. Weiterhin erhielt Chilperich I. die Bestätigung des Besitzes der von den Burgundern besetzten Provincia Viennensis (Vienne). Chilperich I. verdrängte im Norden die Alamannen aus der Sequania und besetzte Langres. Der König hing zwar - wie zu dieser Zeit ein großer Teil der Burgunder - dem Arianismus an, hatte aber gute Beziehungen zum gallo-römischen Senatorenadel und Episkopat. Anscheinend erließ er mehrere Gesetze. Chilperichs I. Gemahlin Caretene (oo um 471) schloß sich dem katholischen Glauben an und erzog ihre Großnichten, darunter die heilige Chrodechilde, die spätere Gattin des fränkischen Königs Chlodwig I. - Eigene Kinder hinterließ Chilperich I. offenbar nicht; das Reich fiel an die Söhne Gundioks, nämlich Gundobad und seine Brüder.

J. Richard



Thiele, Andreas: Tafel 222
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

CHILPERICH I.
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    + um 480

Chilperich I. folgte um 473 seinem Bruder Gundarich als König der Burgunder. Er bekämpfte besonders die Westgoten und drang dabei in das Rhonegebiet ein. Er mußte aber 476 die südliche Provence wieder an Westrom abtreten.



  um 471
  oo Caretene
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Literatur:
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Dahn Felix: Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt 1977 Seite 364 - Gregor von Tours: Fränkische Geschichte. Phaidon Verlag, Essen und Stuttgart 1988 Buch II Kapitel 28 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 222 -