Otto                                                          Herzog von Nieder-Lothringen (992-1005)
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970/75-   1012
 

Begraben: Servatiuskirche zu Maastricht
 

Ältester Sohn des Herzogs Karl von Nieder-Lothringen und der Adelheid von Troyes, Tochter von Graf Heribert III.
Enkel von König Ludwig IV. von Frankreich und Urenkel von König HEINRICH I.
 

Glocker. Winfrid: Seite 302
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik"

VI, 27 Otto
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* c. 970/75, + 1006 (eventuell 1012)

991 Herzog von Nieder-Lothringen

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Otto ist als Sohn Herzog Karls von Nieder-Lothringen bezeugt in den Gesta episcoporum Cameracensium III c. 7, SS VII 468, in der Chronik Sigiberts von Gembloux I a. 991, SS VI 353, und bei Adalbold von Utrecht, Vita Heinrici II. imp. c. 3, Seite 48. Die Gesta abbatum Trudonendium cont. III, SS X 382, berichten: "Qui Otto absque filio reliquit post se filiam Hermengardem Namursi cometissam; de quo etiam processit Godefridus comes de Bolyon et dux Lotharingie, qui et postea rex Iherusalem." Dagegen ordnen andere Quellen, die unten VI, 30 zusamemngestellt sind, Herzog Karl von Nieder-Lothringen eine Tochter namens Ermengard zu. Daher lehnte die Forschung Ermengard als Tochter Ottos ab mit der Begründung von Lot, Derniers Seite 287 mit Anmerkung 1: "Si Otton avait eu une fille, celle-ci n'aurait pu avoir en 1008 un fils en eta de porter les armes." Wenn wir jedoch das bereits von Lot, Derniers Seite 209, Anmerkung 2, mit c 975 ermittelte ungefähre Geburtsjahr etwas nach vorne verschieben, kann eine Tochter Ottos c. 980 das heiratsfähige Alter erreicht haben und ihrerseits somit auch im Jahr 1008 einen waffenfähigen Sohn haben. Die Todeszeit Herzog Ottos von Nieder-Lothringen, mit dem Nachkommen Kaiser KARLS DES GROSSEN im Mannesstamm ausgestorben sind, ist von Sproemberg, Politik Seite 207-212, festgestellt worden.


Otto, der seinen Vater nicht nach Laon begleitet hatte, zählte zu den vertrautesten Freunden Kaiser OTTOS III., stand 1002 auf der Seite Hermanns von Schwaben und starb als der letzte männliche KAROLINGER fast ohne Bedeutung.
Sein Leichnam wurde 1018 in der Servatiuskirche in Maastricht bestattet.

Schieffer Rudolf:
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"Die Karolinger"

In Lothringen zurückgelassen hatte Karl seinen älteren, dem kaiserlichen Großonkel nachbenannten Sohn Otto, der 991 in die Rolle des Herzogs der nördlichen Gegenden um Brüssel aufrückte. Er hielt sich vom politischen Geschehen in Frankreich fern und scheint stattdessen auf vertrautem Fuße mit dem etwa gleichaltrigen Kaiser OTTO III., seinem Vetter (2. Grades), gestanden zu haben, den er vermutlich im Mai 1000 in Aachen, der Pfalz seines Ahnherrn, empfing. Jedenfalls begleitete er ihn auf dem dort begonnenen letzten Italienzug, der Anfang 1002 mit dem Tod des Kaisers endete, und gehörte zu denen, die den Leichnam bis zur Bestattung in Aachen heimführten. Unter dem Nachfolger HEINRICH II., wiederum wie er selbst einem Urenkel HEINRICHS I., verliert sich Ottos Spur, zumal auch nichts über eine Ehe und Nachkommen verlautet. Während eine vereinzelte Nachricht seinen Tod zum Jahre 1005 meldet, steht andererseits fest, dass der letzte KAROLINGER nicht vor 1012 im Herzogtum ersetzt worden ist.
Die Ungewißheit, die über Ottos Ende liegt, zeigt, dass sein Hinscheiden von den zeitgenössischen Berichterstattern kaum als historische Wendemarke empfunden worden ist. In der Tat, mit jenem Otto verschwand allein der Mannesstamm KARLS DES GROSSEN innerhalb kirchlich anerkannter Ehe, aber es verblieben in großer Zahl Abkömmlinge aus illegitimer oder weiblicher Deszendenz, die sich dieser Herkunft rühmten und ihren politischen Rang mehr oder minder bewußt auf karolingisches Blut in ihren Adern gründeten.

Mohr Walter: Band I Seite 63-64
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"Geschichte des Herzogtums Lothringen"

Karls ältester Sohn Otto war bei den Kämpfen seines Vaters im westfränkischen Reich in Lothringen zurückgeblieben. Er folgte ihm in der Herzogswürde für Nieder-Lothringen. Seine Haltung war durchaus kaisertreu. Zwar ist der in den während des kaiserlichen Aufenthaltes in Italien im Jahre 986 ausgestellten Urkunden genannten Herzog Otto wahrscheinlich nicht mit ihm identisch, doch steht es einwandfrei fest, dass er den Kaiser OTTO III. auf dem letzten Romzug begleitet hat. Auch mit dem späteren Kaiser HEINRICH II. hat er sich gut gestanden. Über das Datum seines Todes herrscht keine Gewißheit. Sigebert von Gembloux berichtet zum Jahre 1005, Herzog Otto sei gestorben, und das Herzogtum Lothringen habe Gottfried, der Sohn des Grafen von Verdun, erhalten. Auf der anderen Seite schreibt die Bistumschronik von Cambrai, die den Ereignissen zeitlich näher steht, Gottfried habe das Herzogtum durch die Fürsprache des Bischofs Gerhard von Cambrai erhalten. Dieser ist jedoch erst im Jahre 1012 zum Bischof erhoben worden. Daneben ist auch der in St. Truiden entstandene Bericht der Miracula s. Trudonis angeführt worden, der zwar ähnlich zugunsten des Jahres 1005 als Todesdatum spricht, aber gerade in dieser Datierung dadurch unsicher ist, weil sie erst in einer Bearbeitung aus dem 14. Jahrhundert hinzugesetzt wurde. Zwei Urkunden aus den Jahren 1004 und 1008, die bereits einen Herzog Gottfried nennen, sind uns nur als Kopien erhalten und auch aus sonstigen Gründen unzuverlässig. Aus der umfangreichen Diskussion ergibt sich schließlich die Möglichkeit, dass Herzog Otto im Jahre 1005 gestorben ist, dass das Herzogtum aber bis zum Jahre 1012 nicht besetzt wurde.

Holtzmann Robert: Seite 301,349,367,375
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"Geschichte der sächsischen Kaiserzeit"

Karl von Nieder-Lothringen hat die Freiheit nicht wieder gesehen; er ist am 22. Juni 992 in der Gefangenschaft gestorben. Von seinen drei Söhnen war der älteste, Otto, der einer früheren Ehe Karls entstammte, in Lothringen geblieben, wo er in besten Beziehungen zur Reichsregierung stand und daher nach dem Tod des Vaters mit seinem Herzogtum belehnt wurde.
Noch ein zweiter Herzog, der KAROLINGER Otto von Nieder-Lothringen, sowie einige Bischöfe und neue Scharen deutscher Ritter waren 1000 mit nach Italien gekommen.
Bei der Beisetzungsfeierlichkeit sprach sich der größte Teil der Anwesenden für Hermann von Schwaben aus und erklärte den Bayern-Herzog (wohl unter Berufung auf seine Kränklichkeit) für ungeeignet. Auch Herzog Otto von Nieder-Lothringen, der KAROLINGER, und Gottfried, der älteste Sohn Gottfrieds des Gefangenen aus dem Hause der ARDENNERGRAFEN, beides treue Gehilfen OTTOS III., schlossen sich dieser Partei an.
Von Utrecht begab sich dann auch HEINRICH nach Aachen, wo nun in der Tat an Mariae Geburt (8. Sptember 1002) die Niederlothringer ihn gleichfalls zum König wählten und auf den Thron KARLS DES GROSSEN setzten. Ob der Herzog Otto dabei in Person anwesend war, ist nicht überliefert. Sicher ist, daß auch er dem König in Treue gedient hat.

Weinfurter, Stefan: Seite 62,223
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"Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten"

Nieder-Lothringen befand sich in der Hand der KAROLINGER. Karl, der Bruder König Lothars von Frankreich (+ 986), war dort Herzog von 977 bis 91. Ihm folgte sein Sohn Otto von 991 bis 1006 (1012), mit dem die Nachkommen KARLS DES GROSSEN in direkter männlicher Linie ausstarben.
Graf Lamberts von Löwen Ansprüche auf das niederlothringischen Herzogtum hatte HEINRICH II. nach dem Tod Herzog Ottos von Nieder-Lothringen 1005 nicht erfüllt, sondern die Herzogsgewalt fürs erste in der eigenen Hand behalten.

Eickhoff Ekkehard: Seite 416
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"Theophanu und der König.Otto III. und seine Welt."

Während damals OTTOS glückloser Lehsnmann Karl von Nieder-Lothringen im Kerker von Orleans seinem Tode entgegensiechte, taucht dessen Sohn in der Nähe des Königs auf: Otto, belehnt mit dem Herzogtum seines Vaters. Dieser junge Fürst, dessen Taufname schon die Bindung zu seinen sächsischen Schirmherrn verrät war nicht nur der allerletzte KAROLINGER im Mannesstamm. Er war durch seine Großmutter Gerberga ein Urenkel HEINRICHS I., wie OTTO III. selbst. Sicherlich war er im Herzogtum seines Vaters in Sicherheit, als dieser durch Ascelin an die KAPETINGER verraten wurde. Zwar sind nur spärliche Spuren von ihm in den Quellen der Zeit enthalten, doch hat er offenbar zum Kreis des geistlichen und weltlichen Söhne des hohen Adels gezählt, der sich um OTTO III. sammelte.

Görich Knut: Seite 135,144,146,149
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"Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus"

Von den weltlichen Herren sind nur Herzog Otto von Nieder-Lothringen, Graf Heinrich von Luxembnurg und ein Graf Wichmann als Begleiter des Leichenzugs namentlich belegt; zumindest Herzog Otto und Graf Heinrich befanden sich schon zuvor längere Zeit im Gefolge des Kaisers [Vgl. BU 1450/IVb. Die Adeligen werden nur in Adalbolds Vita Heinrici erwähnt. Herzog Otto von Nieder-Lothringen war schon im Jahr 1000 mit OTTO nach Italien gezogen, vgl. BU 1370e.] .
Zur Jahreswende 1001 ist von den weltlichen Großen nur Herzog Otto von Nieder-Lothringen im Gefolge des Kaisers belegt [Herzog Otto nahm am dritten Italienzug von Anfang an teil (vgl. 1370e) und hielt sich beim Tod OTTOS in dessen Umgebung auf.], der bezeichnenderweise weder am ersten noch am zweiten Italöienzug teilgenommen hatte. .
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000, Seite 214 - Barth Rüdiger E.: Der Herzog in Lotharingien im 10. Jahrhundert. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1990, Seite 52,103 - Ehlers Joachim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000, Seite 33 - Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996, Seite 80 - Eickhoff Ekkehard: Theophanu und der König. Otto III. und seine Welt. Klett-Cotta Stuttgart 1996, Seite 416,436,591 - Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989 VI,27, Seite 187,197,302 - Görich Knut: Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995, Seite 135,144,146,149 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971, Seite 301,349,367,375,397 - Schieffer Rudolf: Die Karolinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992, Seite 220,223 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990, Seite 95,152,168,175 - Weinfurter, Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Puset Regensburg 1999, Seite 62,223 -
 
 
 
 
 
 


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